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Ghostwriter für Bachelorarbeiten: "Schlechtes Gewissen? Dafür bin ich zu abgebrüht"
privat

Zehn Tage braucht Peter Maskus, 55, für eine Bachelorarbeit - Dutzende Studenten haben den Ghostwriter, der in Thailand lebt, bereits gebucht. Preis pro Seite: 80 Euro.

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Micael54 30.03.2016, 21:04
40. Wie junge Leute ihre Zeit vergeuden

Zitat von dantheman77
Zitat von Micael54: "[...] Und keine Angst: Bei Fächern wie BWL, VWL, Germanistik, Psychologie, Soziologie und Pädagogik schadet ein Studium eher mehr als es nutzt. [...]"____________________________... die These macht mich jetzt neugierig... in wie fern schadet ein Studium jetzt genau?
Viele Studiengänge halten junge Leute vom wirklichen Lernen ab. Beim Journalismus-Studium werden Studenten zum Beispiel jahrelang mit Kommunikations-Theorien traktiert. Was aber wirklich im Journalismus gefordert wird, lernen sie nicht. Können sie auch nicht lernen. Denn die meisten Dozenten haben selbst nie in wirklich fordernden Reporter-Positionen gearbeitet. Außerdem werden die Studenten mindestens weitere 3 Jahre lang gezwungen, ein schwer verständliches, angeblich „wissenschaftliches“ Deutsch zu schreiben. Sie lernen danach schwer das Gegenteil. Außerdem sollte ein Profi-Schreiber jeden Tag mindestens 1.000 Worte gutes Deutsch schreiben. Das Studium hält davon ab. Außerdem sollte ein Journalist das wirkliche Leben kennen. Das erlebt er zum Beispiel bei einer Lehre in einer Raiffeisen-Bank. Er hat dort mit unterschiedlich alten Menschen, mit unterschiedlichen Berufen und unterschiedlichen Problemen zu tun. Nur wird er mit „nur“ Banklehre später wenig respektiert. Studiert er dagegen Wirtschaftswissenschaften, hat er mindestens weitere 3 Jahre lang jeden Tag mit den gleichen Menschen zu tun – wie schon in seinen 13 Schuljahren zuvor. Dafür bekommt er dann ein Uni-Papier für den Eintritt in die Welt der vollwertigen Menschen. Aber er kennt nur die Welt von Schule und Uni – und schreibt entsprechend weltfremd. Bei anderen Berufen ist es ähnlich. Zu vielen BWL-Absolventen mit Spezialgebiet Marketing fehlen zum Beispiel das Gespür und die Freude fürs Verkaufen...

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harald441 30.03.2016, 21:06
41. Derartige

Sperenzien sind doch offenbar nur notwendig, weil viel zu viele Studenten sich an den Hochschulen herumtreiben, die gar nicht das Zeug zum Studieren haben, dort aber meinen sich produzieren zu müssen. Dabei würden diese Leute in der mittleren Technik- und Verwaltungsebene eine gute Figur abgeben, denn diese wird ja schließlich auch gebraucht.
Nur, kann dann Mama der Nachbarin nicht sagen: "Übrigens, unser Sohn/Tochter studiert in ........."

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mulli3105 30.03.2016, 22:35
42. ist doch

toll, wenn man überlegt, dass das eloquente Gegenüber - das als BWL-Spezialist deine Firma "berät" - im Tal der Ahnungslosen wandelt, seine Qualifikation aus zweiter Hand stammt. Können diejenigen aber zumindest mit geschliffenem BlaBla überspielen... Schon traurig, wenn diese Hilfsschüler ihre Karriere auf einer solchen Sandburg aufbauen

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cartuso 30.03.2016, 22:44
43. Aber nur in Bundesländern...

Zitat von schnabelnase
Jura-Studenten schreiben im Ersten Staatsexamen eine vierwöchige Hausarbeit (je nach Fragestellung zwischen 50 und 100 Seiten). Die Hausarbeit ist also nicht nutzlos, sondern Bestandteil der schriftlichen Abschlussprüfung.
...in denen jeder Affe Examen machen kann (Zitat meines Professors damals). Eine Hausarbeit als Examensbestandteil ist aus eben den hiergenannten Gründen ein Witz.

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wauz 30.03.2016, 22:51
44. Wissenschaft

Studenten lernen zu viel auswendig. Wichtig ist Text-Verarbeitung. Das lernt man an amerikanischen Unis, an deutschen nicht. Methodik kommt generell zu kurz.
Wenn man aber wissenschaftlich arbeiten kann, sind wissenscahftliche Arbeiten auf Bachelor-Niveau auch im fremden Fach kein Problem.

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kenterziege 30.03.2016, 22:58
45. Alles ist erlernbar....

Zitat von Geisterkarle
Ein Ingenieur, der ohne wirkliches Vorwissen BWL Abschlussarbeiten in 10 Tagen runtereiert. Damit bestätigen sich so einige Vorurteile, die ich über BWL habe! Danke deshalb für diesen Artikel/Interview! ;)
Es gibt unter der Sonne gute und schlechte BWLer!
Wenn man/frau mal weg von Marketing und ähnlich seichten Dingen der BWL in den harten Bereich, wie z.B. Rechnungswesen/Controlling einsteigen und dann noch Steuerlehre dazukommt, ist es mit dem schriftstellernden Ingenieur schnell zu Ende.
Bei einer ordentlichen Disputation würde so ein Student sofort auffallen. Ich weiß jedoch aus eigener Anschauung, dass Professoren/Dozenten um das Fake wissen. Die Mühe allerdings den Nachweis gereichtsfest anzutreten machen die sich nicht. Bei dieser Inflation von Bachelorarbeiten, die niemand in der Praxis anschaut, ist es sowieso egal. Was hätte es in der DDR bewirkt, wenn manche die DM-Ost gefälscht hätten? Man bekam sowieso nichts dafür. So ähnlich verhält es sich mit dem Bachelor-Abschluss. Spätestens beim ersten Job weiß man, was einer/eine kann oder nicht. Dazu gibt's dann eine Probezeit. Dieser Artikel sagt mir weiter nichts, als das unser akademisches System so langsam den Bach heruntergeht. Die Auswahlsysteme der Firmen werden unter den Millionen Bewerbern mit Abschluss so gestaltet werden, dass die Bachelorarbeit im Grunde kein Kriterium ist. Ich bin übrigens Dipl.-Ing. der alten Schule, der im Zweitstudium die angeblich leichte BWL/VWL studiert hat. Jeder, der hier hochnäsig über BWL räsoniert, sollte sich mal den WÖHE reinziehen. Und das ist nur Grundlage.

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P.Delalande 30.03.2016, 22:59
46.

Zitat von Newspeak
Der Betrug fliegt doch am Ende eh auf. Nicht bei der Uni, aber im späteren Job.
Nicht unbedingt. Wer seine Karriere von Anfang an auf Betrug aufgebaut hat, wird an dieser Methode auch im Beruf nichts ändern. Er wird es immer wieder schaffen andere für seine Fehler verantwortlich zu machen und die Erfolge seiner Mitarbeiter zu seinen zu erklären.

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kenterziege 30.03.2016, 23:09
47. Ihr Weltbild verzerrt den Blick

Zitat von cherrypicker
80 Euro pro Seite, macht bei einer Standardarbeit von 50 Seiten rund 4.000 Euro. Das leisten sich die Betuchten, die dann dank von Papa organisierter Praktika auch die dicken Jobs abfischen. Wir leben schon in einer richtigen Leistungsgesellschaft, gell? Wer hart rackert, wird am Ende von Leuten ausgestochen, denen man Puderzucker in den Hintern pustet und die gelernt haben, wie man das System für sich arbeiten lässt, um "Erfolg" zu haben: Mit Unterschleif und dreistem Betrug. Ich erzähle hier lieber nicht, was ich mit gewissen Körperteilen solcher verzogenen Bonzen-Bengel anstellen würde, wenn ich was zu sagen hätte. Nur so viel: die würden danach gar nichts mehr schreiben. Noch nicht mal Schecks.
Es ist nicht die Bonzen-Brut. Die Oma gibt's dem einzigen Enkel. Enkeltrick mal anders!

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kenterziege 30.03.2016, 23:16
48. Wo ist denn noch eine

Zitat von sanctum
Kann bei einer guten Uni eigentlich nicht sein. Da muss man sich auch bei der Bachelorarbeit öfters mit dem Betreuer treffen und absprechen etc, das würde auffallen wenn man keine Ahnung hat. Bei der Masterarbeit ist das dann total utopisch. So wird das eher an privaten Hochschulen, Fern Unis oder wirklich schlechten Unis möglich sein mit deren Abschluss sich sowieso keine großen Chancen ergeben.
Nehmen wir mal an, Köln. Da studieren inzwischen 50.000! Wer will denn da noch intensiv betreuen? Und unterschätzen Sie die einzige staatliche Fern-Uni Hagen nicht. Da fangen zwar viele an - aber bis zum Diplom - aktuelle Zahlen habe ich nicht - haben es keine 10% geschafft. Ich habe gerade Leute gern eingestellt, die über 6 Jahre diesen "Schlauch" neben ihrer Berufstätigkeit erleben durften. Ich habe neulich sogar "unwissenschaftliches" Arbeiten eines Abgängers von Mannheim erlebt. Wie gesagt- in der Praxis kommt alles heraus. Dazu gibt's eine Probezeit!

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morph2k8 30.03.2016, 23:17
49. Waschlappen

Von wegen schlimme Ereignisse im Leben und keinen Kopf für ne Abschlussarbeiten. Während meiner Bachelorthesis hatte die Mutter meiner Tochter mit 29 eine Hirnblutung und ist fast gestorben, Reha, die Kleine betreuen, Arbeiten und Thesis schreiben. Wer es nicht schafft, so ne Thesis selbst zu schreiben ist einfach nur faul oder völlig unfähig und somit nicht als Akademiker geeignet. Von wegen Leistungsgesellschaft und da hält keiner mehr mit. Hört auf rumzuheulen...

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