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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Frauenveräppelungsgesetz
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Ein neues Gesetz soll dafür sorgen, dass Frauen künftig so viel wie Männer verdienen. Es greift ab Samstag, aber es greift zu kurz - und wird rein gar nichts ändern.

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wasistlosnix 06.01.2018, 11:41
1. Im Normalfall

einigt man sich immer auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Ich denke mittelfristig wird das Entgeldniveau bei Außertariflichen Verträgen sinken. Es wird nicht so sein das Frauen soviel wie Männer verdienen. Männer werden in Zukunft soviel wie Frauen verdienen um diesem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

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aggro_aggro 06.01.2018, 11:43
2. Und mehr?

Was ist mit Gehaltserhöhungen für Erfahrungsstufen?
Nur weil jemand den Job schon länger macht, leistet man doch "die gleiche Arbeit". Ungerecht?
Was ist mit den verbeamteten Lehrern? Die gleiche Arbeit - mehr Geld, viel mehr Pension.
Und die Leiharbeiter! Gleiche Arbeit, völlig unterschiedliche Entlohnung.

Die unterschiedliche Bezahlung von Frauen ist sicherlich ärgerlich, aber nur die Spitze des Eisberges.
Außerdem bin ich geneigt zu glauben, dass Etliches in der Statistik durch Babypausen, unterschiedliche Berufsfelder, Teilzeit und weniger Ellenbogeneinsatz im Karriereaufstieg erklärt wird. Bei tatsächlich gleichen Jobs, mit gleicher Hierarchiestufe und gleichem Arbeitsumfang kann das ja nur Jobs mit verhandelbarem Gehalt betreffen... Tarife machen keinen Geschlechtsunterschied.

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klingklong-moinmoin 06.01.2018, 11:46
3. Zusätzliche Informationen

Guten Tag allerseits,
ich möchte zunächst sagen, dass ich es gut finde, dass in diesem Artikel nicht von den 20% sondern von den realistischeren 6 % Lohnlücke die Rede ist.
Es gibt aber noch etwas, was man berücksichtigen sollte und verweise auf den Absatz unter der Grafik der folgenden Webseite:
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/03/PD17_094_621.html
Man lernt, dass nach Eurostatvorgaben einige Wirtschaftsbereich bei der Lohnlückenberechnung ausgeschlossen werden, wobei bei einigen mit Sicherheit auf faire Bezahlung (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung - größere Arbeitgeber) geachtet wird.
Man lernt weiter, dass das Bundesamt für Statistik diese Wirtschaftsbereiche mit einschließt und trotz Hinzunahme von fair(er) entlohnenden Wirtschaftsbereichen die berechnete Lohnlücke gleich bleibt.
Das ist recht schräg und könnte darauf hindeuten, dass die 6% ein statistisches Artefakt sind.

Viele Grüße

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b.w.s 06.01.2018, 11:46
4. Doch!

Zitat: „Und keine Branche ist von diesem Missstand ausgenommen.“
Doch, wenn man die Gruppe der Beamtinnen und Beamten als „Branche“ bezeichnet, dann schon!
Dort verdienen alle, ob Frau oder Mann, bei gleicher Besoldungsstufe exakt gleich viel.

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paulvernica 06.01.2018, 11:46
5. Jedenfalls bin ich froh

dass sie nicht von diesem unrealistischen GAP von über 20% ausgehen. Abe wieso ist es ein Frauenveräppelungsgesetz ? Ich bin männlich , und wenn meine 5 anderen männlichen Kollegen deutlich mehr verdienen als ich, dann ist das nicht diskriminierend sondern ich habe einfach mich zu schlecht verkauft.
In Deutschland werden Frauen und Männer gleich bezahlt bei gleicher Arbeit insofern es um tarifvertragliche verhandelte Arbeitsplätze handelt. Und bei den anderen muss man halt gut verhandeln.
Daher ist es in der Tat , wie sie es nennen, ein Veräppelungsgesetz , es ist aber auch eine unsinnige Forderung , und gegen diese unsinge Forderung hätte Herr Maas entgegentreten müssen. Das ist aber nicht sein Ding, sich gegen eine feministische Lobby durchzusetzen, und genau wie dieses Gesetz, und das Lohfinkgesetz, und Mietpreisbremsegesetz und das NetzDG zeigt sich nur mal wieder die Inkompetenz unseres Justizministers.

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teekesselchen 06.01.2018, 11:47
6.

Zitat: "Frauen verdienen auf den gleichen Positionen durchschnittlich immer noch sechs Prozent weniger als Männer."

Wow, ein Artikel der mal nicht auf den 21% des Gender Pay Gap rumreitet, der sonst immer durch die Medienlandschaft geistert.

Solche Artikel kann man ernst nehmen!

Aber von unserer Regierung sinnvolle Gesetze zu erwarten ist ein toller Witz!

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lesegern 06.01.2018, 11:47
7. Richtiger wäre "Gleicher Lohn für gleiche LEISTULNG"!

Ich bin vollständig damit einverstanden, dass Gehälter unabhängig vom Geschlecht einer Person vereinbart werden. Dabei sollten für alle gleiche und so transparent wie mögliche Kriterien gelten.
Wenn mit "Gleicher Arbeit" jedoch nur gemeint sein soll, dass jemand die gleiche Stelle besetzt, also ein Verkäufer mit anderen Verkäufern, ein Berater oder Ingenieur oder Arzt mit anderen Beschäftigten gleichen Geschlechts verglichen wird dann ist das viel zu kurz gesprungen. Entscheidend ist doch, ob innerhalb eines Stellengefüges auf gleichem Niveau auch gleiche Leistungen bzw. Erfolge oder Umsätze erzielt werden!
Wohl jeder kennt aus seinem Arbeitsumfeld Kolleginnen und Kollegen, die zwar auf dem Papier die gleiche Tätigkeit ausüben bzw. im Stellenplan eine gleichwertige Stelle besetzen, aber einige dabei besonders erfolgreich und andere wiederum auffällig wirkungsarm sind. Wenn ich hier Frust und Demotivation den Weg frei räumen will muss ich nur allen das gleiche Geld zahlen. Das wird aber sicherlich nicht dazu führen, dass sich nun plötzlich die Wirkungsarmen oder überforderten Beschäftigten über Nacht zu hochmotivierten Leistungsträgern wandeln. Das hat eine höhere Vergütung noch niemals geschafft.
Manchmal hat eine unterschiedliche Vergütung auch etwas Befriedendes an sich. Niemand muss herabgestuft werden, der zu wenig leistet, lediglich das Gehalt wird unter Umständen geringer ausfallen als dass von Mitarbeiterinnen, die mehr leisten, mehr Verantwortung übernehmen, flexibler sind, die auch mal zusätzliche Aufgaben übernehmen und einfach cleverer sind.
So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich sollten auch die Vergütungen für unsere Arbeit sein dürfen. Das Geschlecht sollte dabei allerdings keine Rolle spielen.

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markrenton 06.01.2018, 11:48
8. Die Mähr der GenderPayGap...

... die Autorin hat recht: Es wird sich nichts ändern, denn die GenderPayGap existiert nicht aus sexistischen Gründen, sondern vornehmlich aus individuellen Gründen und solchen, die sich auf die Qualifikation beziehen. Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich die Gehälter von unseren Kunden zu vergleichen (hauptsächlich KMUs - die übrigens nicht von dem neuen Schwachsinns-Gesetz betroffen sind, da zu klein, aber den meisten Spielraum bzgl. der individuellen Lohngestaltung für den Chef bieten). Was mir da bisher aufgefallen ist, dass Gehälter selten einem Schema folgen, sondern sehr unterscheidlich sein können: Es gibt da Mitarbeiter, die mehr verdienen als der Vorgesetzte, oder Mitarbeiter, welche die selbe Position inne haben verdienen unterschiedlich. Das Geschlecht scheint da keine Rolle zu spielen, da es meistens alles Männer waren. Dies bringt mich zu meinen 2. Punkt: Anstatt die Nebelkerzen bzgl. Frauen-Männergehälter zu zünden, würde ich die Diskussion anstoßen, was uns soziale Arbeit und Arbeit in den MINT-Feldern wert ist (Natürlich gibt es noch einige Branchen mehr, aber diese beiden werden vornehmlich genannt), so wie es die gemäßigten Kräfte (zb. die Basis der SPD mit der ich in meiner Kommune reden durfte. Deren Vorschlag ein für ALLE Betriebe gültige Tarif-Regelung einzuführen, würde nicht nur die gefühlte Gender-Ungerechtigkeit beenden, sondern auch mehr Lohngerechtigkeit zu den Niedrigverdienern bringen.

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Rouletteberater 06.01.2018, 11:48
9. Was ist der Gender Pay Gap?

Der Begriff kommt aus dem Englischen: Gender = Geschlecht; Pay = Bezahlung; Gap = Lücke. Der Gender Pay Gap ist die Lücke zwischen der Entlohnung der Frauen und der Entlohnung der Männer. Dabei unterscheidet man zwischen einer unbereinigten und einer bereinigten Lohnlücke. Die unbereinigte Lohnlücke errechnet sich aus der Differenz
zwischen den durchschnittlichen Löhnen von Männern und Frauen. Sie liegt derzeit bei 22 Prozent. Die bereinigte Lohnlücke errechnet sich aus dem Vergleich der Entgelte von Frauen und Männern mit gleichen Merkmalen, wie zum Beispiel gleicher Ausbildung, gleichem Bildungsabschluss, gleicher Berufserfahrung usw. Sie wird auch als „unerklärter Rest“ beschrieben. http://www.4pawshop.com

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