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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Frauenveräppelungsgesetz
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Ein neues Gesetz soll dafür sorgen, dass Frauen künftig so viel wie Männer verdienen. Es greift ab Samstag, aber es greift zu kurz - und wird rein gar nichts ändern.

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Maler 06.01.2018, 15:34
100. Man kann nicht alle(s) über ein Kamm scheren

Zitat "Frauen verdienen auf den gleichen Positionen durchschnittlich immer noch sechs Prozent weniger als Männer. Und keine Branche ist von diesem Missstand ausgenommen."
Da, wo Tariflohn bezahlt, oder bei Beamten, ist es doch sicher nicht so!
Zitat "Selbst wenn eine Frau es schafft nachzuweisen, dass sechs Männer den gleichen Job machen wie sie selbst, erfährt sie nur einen Mittlerwert. Genauer gesagt, den Median der Gehälter. Das heißt: Wenn drei exorbitant verdienen und drei weitere unterdurchschnittlich wenig, bildet das noch immer nicht mögliche Gehaltsexzesse ab."
Dieses Beispiel zeigt es gut: es sind dann doch auch Männer, die "veräppelt" werden. Und die 3 "exorbitant" bezahlten Kollegen wird der Chef irgendwann loswerden wollen, wenn sie faktisch nicht auch deutlich mehr leisten. Ausserdem darf man Alter und Berufserfahrung nicht aus den Augen lassen. In der Werbung z. B. kann es durchaus passieren, das der Kollege nebenan das Doppelte verdient, weil er schon 15 Jahre länger dabei ist.
Ausserdem: den gleichen Job machen heisst noch lange nicht das Gleiche leisten. Insbesondere dort wo Kreativität, Einsatz und Flexibilität gefragt ist, ist das unmöglich, und damit auch gleiche Bezahlung unmöglich. Da kämpft letztlich jede(r) für sich allein.

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warholandy 06.01.2018, 15:36
101. hmm

Zitat von t.gehrmann
Es ist löblich, dass hier nicht die üblicherweise genannte Zahl von 20 + x Prozent für einen Gender-Pay-Gap herangezogen wird. Aber leider wird die Verwendung dieser Metrik auch mit realistischeren Zahlen nicht weniger widersinnig. Ich kann mir beliebige gesellschaftskritische Metriken stricken: Ethnien-Pay-Gap, Behinderungs-Pay-Gap, Gesundheitszustands-Pay-Gap, Alters-Pay-Gap, Attraktivitäts-Pay-Gap, Migrationshintergrund-Pay-Gap, Ossi-Pay-Gap, etc. etc. Aber was mache ich damit? 3rd wave Feministinnen ziehen den Schluss aus dem Gender-Pay-Gap, dass dieser eine Manifestation der Diskriminierung durch das Patriarchat sei. Eine steile These, die sie leider nie belegen konnten. Um das am Kollektiv der Frauen verübte Unrecht zu heilen, werden dann Sonderprivilegien für Frauen eingefordert, die in letzter Konsequenz nichts anderes sind als eine - nun nicht nur gefühlte sondern reale - Diskriminierung gegenüber der Gruppe, gegen die man sich abgrenzt. Man darf nicht einfach die Begriffe Nachteil und Diskriminierung vertauschen. Wenn z.B. jemand schlechtere Jobchancen hat, weil er eine Behinderung hat, einen Nachteil, ist das nicht automatisch eine Diskriminierung durch die Gruppe der Nichtbehinderten. Es ist vielleicht einfach so, dass man als Blinder einfach viele Berufe gar nicht ausüben kann. Soll die Gesellschaft einem Blinden zur Bereinigung dieses Nachteils ungeachtet seiner Qualifikation ein Durchschnittseinkommen zahlen? Was ist mit Mitfünfzigern, was ist mit Asiaten, was ist mit Fettleibigen, was ist mit Kindern Alleinerziehender? Wir beobachten die Auswüchse einer Opfer/Anspruchshaltungs-Kultur, die versucht, die Verantwortung für sich selbst anderen zuzuschieben.
So ist es, wir erleben den unlauteren Versuch mit falschen Daten Stimmung zu machen um sich Vorteile zu erschleichen. Das ist ein beunruhigender Befund.

Viele Frauen scheinen wirklich zu glauben, dass Männer, die sich hier mit Sachverstand gegen den GPG Unfug zur Wehr setzen

1. Frauenfeindlich eingestellt sind und
2. Diskriminierung, von wem und gegen wen auch immer, gutheißen

Das ist das Verdienst all derer, die hier ohne Rücksicht auf Verluste weiter gegen ein, so nicht vorhandenes, Patriarchat hetzen und Frauen gesamtgesellschaftlich eine Opferrolle zuweisen.

Im Grunde geht es um Macht, Gier und dazu braucht man eben MitläuferInnen.

Die wirklichen, realen Bruchlinien der Gesellschaft - es wurde hier schon erwähnt - verlaufen ganz woanders.

Da geht es nicht um 6% völlig unbewiesenen Lohnunterschieds, da geht es um Einkommens- und Vermögensunterschiede ganz anderer Größenordnungen!

Wie konnte es nur passieren, dass sich Männer und Frauen ohne vernünftigen Grund hier beharken - puhh

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jjcamera 06.01.2018, 15:47
102. Überwachung

Am besten, man macht alle Steuererklärungen in unserem Land der Öffentlichkeit zugänglich. Dann wüsste man auch ein bisschen näher, wofür die Leute ihr Geld ausgeben und wer Steuern hinterzieht. Man könnte ziemlich genau erfahren, wie der Nachbar sein Haus finanziert, wohin er in Urlaub fährt und welchen Nebenjob er hat.
Neid? Das käme uns nie in den Sinn.

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10tel 06.01.2018, 15:50
103.

Zitat von holgerstork
Nichts gegen das neue Entgeldtransparenzgesetz - mehr Transparenz in Gehaltsfragen kann sicher nicht schaden. Aber die Unterstellung, die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen seien auf Diskriminierung zurückzuführen, zeugt von völligem Unverständnis unseres Wirtschaftssystems. Würden Frauen tatsächlich die gleiche Leistung günstiger erbringen als Männer, dann würden das dazu führen, dass Unternehmen bevorzugt Frauen einstellen. Anders als etwa bei Leiharbeitern ist aber eine solche Umschichtung nicht zu erkennen. Viel plausibler erscheint mir, dass für die bereinigte Lohnlücke von 6% Gesetze verantwortlich sind, die eigentlich zum Schutz von Frauen und Müttern erlassen wurden, aber soziale Kosten auf Unternehmen abwälzen. Rationale kapitalistische Unternehmer gehen aber nur dann freiwillig Risiken ein, wenn das für sie mit einem Gewinn verbunden ist... Wenn Gesetze für die Lohnlücke verantwortlich wären, dann könnte man auch verstehen, warum die Lohnlücke von Land zu Land unterschiedlich groß ist.
Sehr guter Kommentar, besser hätte ich das nicht schreiben können.
Es handelt sich hier nicht um ein "Frauenveräppelungsgesetz", wie die Autorin meint, sondern eher um ein "Arbeitnehmerveräppelungsgesetz".

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mwroer 06.01.2018, 15:57
104.

Zitat von fördeanwohner
Es ist wohl noch ein Unterschied, ob eine Zeitung Namen veröffentlicht oder jemand selbst in Erfahrung bringen kann, was der Kollege verdient. Das Aftonblat hat das übertrieben, ja. Aber das spricht trotzdem nicht gegen mehr Transparenz.
Das ist das schwedische Modell das als Beispiel gebracht wurde - jeder kann die Höhe Ihres Gehalts anfragen. Das sind die Folgen.

Und da muss man keine Zeitung sein - in Schweden kann ich einfach zum Finanzamt gehen und fragen was Sie verdienen und ich kriege Auskunft.

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warholandy 06.01.2018, 16:06
105. hmm

Zitat von Schweizer
Hat sie ein wirkliches Gegenargument gegen die beschriebenen Argumente gebracht? Nein. Habe wir Kapitalismus, ja oder nein? Was wollen Frauen denn bitte schön tun gegen Lohnunterschiede wenn der Lohn auf Verhandlung beruht? Das trifft doch alle... nicht nur Frauen! Auch nicht jeder Mann kann das gut. Ich z.B. auch nicht. Warum noch typisch Frau? - Weil sie wie in 99% der Artikel von Frauen zu dem Thema die Nachteile der Männer nicht erwähnt. Man kann doch nicht immer nur die Nachteile einer Seite aufzählen, dabei aber die Vorteile beiseite lassen und die Nachteile der Anderen Seite verschweigen. Ist das seriös? Ich finde nein. Ich meine die finanziellen Nachteile der Männer. Kürzer Rente weil sie weniger lang leben dafür aber längere Arbeit bis zur Rente. Fast alle Toten im Beruf sind männlich. Davon profitieren die Frauen, wenn sie uns diese Jobs überlassen. Ich z.B. installiere Solaranlagen. In den meisten Beziehungen sind es die Männer, die die Frauen mit finanzieren. Ist das kein Lohn für sie? Wenn er früher stirbt erbt sie und bekommt Witewenrente. Ist das kein Lohn? Oder wollen Frauen einfach nur Vorteile und nie Nachteile? Meint sie das?
Es gibt nur zwei Möglichkeiten den Artikel zu interpretieren:

1. Entweder die Dame ist von der Komplexität der Wirklichkeit heillos überfordert.

2. Sie betreibt wohlfeile, weil mainstreamtaugliche Frauenpolitik zulasten von Männern und natürlich auf Kosten seriöser Fakten

Ich tendiere zu Möglichkeit 2.

Dass es sich bei dem Artikel um den ernsthaften Versuch einer neutralen Erörterung des Themas mit dem Ziel möglichst objektiven Erkenntnisgewinns handelt, kann ich nach eingehender Prüfung - leider! - ausschließen.

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krause.bettina 06.01.2018, 16:16
106.

Zitat von rugall70
Fakt ist: Männer schieben deutlich mehr Überstunden als Frauen. Wo bleibt ein Gesetz, das dies verbietet? Warum kann ich als Mann nicht fragen, wie viel Überstunden die liebe Kollegin X bereits geleistet hat? Und falls Kollegin X weniger Überstunden hat, muss SIE länger im Büro bleiben. Von Gesetz wegen. Quelle zu Überstunden: http://www.spiegel.de/karriere/maenner-machen-mehr-ueberstunden-als-frauen-a-922191.html
Ich kann ebenso rhetorisch sein wie Sie. Frauen sind aufgrund ihrer vielfältigen, nicht nur auf den Job fokussierten Tätigkeiten schneller und effizienter in der Abarbeitung ihrer beruflichen Aufgaben. Müssen sie auch sein, denn sonst käme das familiäre und gesellschaftliche Leben zum Erliegen. Daher sind sie nicht erpicht, etwas vor sich her zu 'schieben'.

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rka001 06.01.2018, 16:29
107.

Warum muss ein Staat eigentlich ein Gesetz erlassen, um eine angebliche Ungerechtigkeit zu berichtigen, von der man nicht mal weiss, ob die bereinigten 6%
a) wirklich etwas mit Diskriminierung zu tun haben (die Originalarbeiten sprechen durchweg von nicht erhobenen/unbekannten Variablen, niemals von erkannter Diskriminierung)
b) nicht doch reines statistischen Rauschen darstellen?

Der unbereinigte GPG ist ja nicht mal stabil über die Regionen hinweg, im Osten verdienen fast durchweg Frauen mehr als Männer.
Und daß in der Erhebung der gesamte öffentliche Dienst fehlt, in denen Frauen niemals benachteiligt werden, obskuriert die Debatte noch mal mehr.


Frauen sind tatsächlich, das zeigen Studien, dann benachteiligt, wenn sie ihren Lohn selber aushandeln müssen. Dagegen kann kein Gesetz was machen, bzw. der liberale Staat sollte hier gar nicht erst eingreifen.

Ach, und Respekt für die Nutzung des bereinigten GPGs.

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rugall70 06.01.2018, 16:36
108. Haben Sie auch Quellen?

Zitat von krause.bettina
Ich kann ebenso rhetorisch sein wie Sie. Frauen sind aufgrund ihrer vielfältigen, nicht nur auf den Job fokussierten Tätigkeiten schneller und effizienter in der Abarbeitung ihrer beruflichen Aufgaben. Müssen sie auch sein, denn sonst käme das familiäre und gesellschaftliche Leben zum Erliegen. Daher sind sie nicht erpicht, etwas vor sich her zu 'schieben'.
Die Zahlen, auf die ich mich beziehe, stammen aus einer Studie vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Worauf fußen denn Ihre Behauptungen, wenn ich fragen darf?

(Meine Quelle: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Gd74.html;jsessionid=CB3BF1A44E5A7213F502CC5D9C7B9 933.1_cid389)

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Neandiausdemtal 06.01.2018, 16:44
109. Was wird das denn, liebe Redaktionsforenbetreuer?

Ich beklage mich in aller Kürze bei der Kommentatorin über diese herabwürdigende Überschrift und frage, ob ihr gar kein Gesetz als der bessere Weg erscheint und ihr habt mit der Veröffentlichung ein Problem? Ich hoffe, das war nur ein Versehen!

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