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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Frauenveräppelungsgesetz
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Ein neues Gesetz soll dafür sorgen, dass Frauen künftig so viel wie Männer verdienen. Es greift ab Samstag, aber es greift zu kurz - und wird rein gar nichts ändern.

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Chris_7 06.01.2018, 13:37
70. 6 Prozent sind keine Diskriminierung

Immerhin, es werden mal die 6% genannt. Und nicht die falschen 21%. Aber auch bei den 6% steht noch dran, dass es sich um weitere sachlich begründbare Faktoren handeln kann, man nur aufgehört hat weiter zu untersuchen. Und selbst wenn nicht. 6% sind in vielen Vergütungstabellen die an Tarifverträgen hängen genau eine Dienstaltersstufe. Und das ist bei einer Einstellung von Bewerbern mit Vorerfahrung eben dann durchaus Ermessenssache. Da geht es dann danach, was vom Bewerber als Vergütung gefordert wird. Fordert er weniger, dann gehe ich als Einstellender eben eine Stufe runter. Fordert er mehr, dann gehe ich eben eine Stufe höher. Und auf dieser Stufe bei Einstellung werden dann alle zukünftigen Regel-Erhöhungen gerechnet. Also bleibt diese höhere/ niedrigere Stufe bei Einstellung bis zum Rente. Ich hatte letztens auch den Fall, dass ich auf zwei Stellen zwei Bewerberinnen eingestellt habe. Beiden unegfähr gleich alt. Beide ungefähr gleich viel Berufserfahrung. Beide das selbe Studium. Tätigkeit recht ähnlich. Eine hat das als Gehaltswunsch angegeben, was im Mittelfeld der nach Einstufung der Stelle (tarifgebundenes Unternehmen) möglichen Bandbreite liegt (wäre also noch mehr möglich gewesen). Die andere Stelle, gelich bewertet. Die Kandidatin hat so wenig gefordert, so wenig hätte ich nach Tarif für die Tätigkeit gar nicht bezahlen können. Also habe ich ihr deutlich mehr in den Vertrag schreiben lassen als sie gefordert hat. Aber sie verdient dennoch immer noch deutlich weniger, als ihre zeitgleich eingestellte Kollegin. Ist aber dennoch glücklich damit. Denn sie bekommt ja mehr als sie wollte. Ist das nun ungerecht? Nein. Das nennt sich Markt. Und mein Job als Chef ist es nicht, die SUper-Nanny zu spielen und den Bewerbern jede Verantwortung abzunehmen. Die Alternative wäre Sozialismus. Alle bekommen das selbe....

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Amadís 06.01.2018, 13:39
71.

Zitat von josifi
Das gilt für den gesamten öffentlichen Dienst.
Stimmt. Und das wirklich interessante ist, der gesamte Öffentliche Dienst wird in den Studien zur Paygap zumeist ausgespart (übrigens genauso wie Leiharbeiter und Werkverträge. Und jetzt raten Sie mal das Geschlechterverhältnis bei diesen Beschäftigungsformen).

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Jimmy.B. 06.01.2018, 13:45
72.

"Sechs Jahre nachdem die SPD-Fraktion ,,,"

Wieder so ein Weltverbesserungsgesetz aus dem SPD-Li-la-Laune-Land.

In keinem Tarifvertrag und in keiner AT-Regelung wird zwischen Männer und Frauen unterschieden, Frauen verdienen nicht weniger weil sie Frauen sind, sondern weil sie ihre Gehaltsforderungen nicht in gleicher Weise artikulieren wie Männer.

Um und was für ein beklopptes Gesetz, Frauen erhalten Auskunftsanspruch auf über Durchschnittsgehalt einer männlichen Vergleichsgruppe (und umgekehrt). Warum gekommt nicht jeder einen Auskunftsanspruch auf das Durchschnittsgehalt einer Vergleichsgruppe (ohne Unterteilung nach Mann und Frau).

Ich arbeite z.B. in einer "männerdominierten" technischen Abteilung eines Großbetriebes, von ca. 50 Kollegen sind 8 Frauen, die natürlich z.T. unterschiedliche Aufgaben haben. Selbst da wird es wohl nichts mit dem Anspruch, selbst in einem Großbetrieb.

Summa Summarum, wie ein Gesetz das keinem wirklich hilft und nur Verwaltungsaufwand generiert.

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held_der_arbeit! 06.01.2018, 13:48
73. Falscher Ansatz

Die Debatte krankt daran, dass eine systematische Diskriminierung aufgrund des Geschlechts angenommen wird, die es so nicht gibt. Diskriminiert werden *Berufsgruppen* in denen vornehmlich Frauen arbeiten (v.a. helfende Berufe) und Verhaltensweisen die vornehmlich Frauen zeigen (Bescheidenheit, Harmoniebedürfnis statt Konkurrenz). Männer die diese Berufe wählen und sich so verhalten verdienen AUCH sehr wenig. Es gibt nur eben im Schnitt viel weniger von ihnen. Genauso scheffeln die (wenigen) weiblichen IT Spezialisten ebenso viel wie ihre männlichen Kollegen. Solange wir hier nicht ansetzen (notfalls mit staatlichen Eingriffen in den Markt, zB Flächentarifverträge) wird sich an der Situation nichts ändern und man wird weiter gegen Windmühlen kämpfen ("das Patriarchat" usw)...

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oceang 06.01.2018, 13:54
74. Sieh an...

Jetzt , wo das Gesetz raus ist, redet man plötzlich nur noch von (den korrekten) 6%. Davor wurde nur laut aufgrund der 20% geschrien, dass was geändert werden muss. Für die richtigen 6% (die aber vorher leider nie in den Mainstreammedien poslutliert wurden, ganz im Gegenteil, wer das richtigstellen wollte mit Hinweis auf anderenInformationen im Internet, wurde den FakeNews zugeordnet.) wäre das Gesetz nie verabschiedet worden. Leute...ihr seid derart durchschaubar, dass es wehtut....ehrlich.Und da wundert ihr euch echt, dass sich immer mehr Leute von den Leitmedien abwenden?

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a.maassen 06.01.2018, 13:54
75. Achtung, der Median ...

ist KEIN MITTELWERT!
Der Median ist der Wert, der in der Mitte einer geordneten Zahlenreihe liegt, Beispiel:
7 Kollegen, sie verdienen 1200.-, 1250.-, 1400.-, 1480.-, 1490.-, 1520.-, und 9280.- €.
Dann ist der Mittelwert ca. 2520.- €, der Median aber 1480.- €.

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spiegelleser987 06.01.2018, 13:56
76. Immer wieder fehlt etwas...

Zitat: "Für Arbeitgeber wird es leicht sein, sich hier herauszuwinden: Der Herr Meier trägt doch mehr Verantwortung! Und der Herr Schmidt hat schließlich mehr Kundenkontakt! "

Das erinnert mich gerade an eine RTL-Sendung vor einigen Jahren. In der wöchentlichen Sendung ging es immer um Löhne. In der einen Sendung sagte eine angestellte Frau plötzlich so in etwa: "Wieso kriegt der weniger als ich. Der ist doch ein Mann." Der Mann war als Handwerker angestellt und bekam 1800 Euro. Die Frau arbeitete im Büro und bekam monatlich 4000 Euro.

Über die Post haben wir ähnliches erfahren.
http://durchschnittseinkommen.net/postzusteller-gehalt/
Dort steht:
"Das Postzusteller-Gehalt beträgt in Deutschland im Durchschnitt 2.564 Euro (Männer) bzw. 2.663 Euro (Frauen) monatlich brutto (Quelle: stern 13/2013 bzw. Statistisches Bundesamt, Verdienststrukturerhebung 2010)."

Heute wird es sich vielleicht geändert haben, weil die Zusteller zumindest hier in Berlin) fast nur noch aus dem Ausland kommen und bestimmt weniger verdienen. Das sind doch (männliche) Neueinsteiger. Dafür hat die Gewerkschaft Ver.di die Senkung der Löhne durchgesetzt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/einigung-mit-gewerkschaft-post-zahlt-einsteigern-niedrigere-loehne-a-790381.html

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warholandy 06.01.2018, 14:01
77. hmm

Interessant auch, das der unzureichend bereinigte GPG von 6% laut Destatis sich auch dann nicht ändert, wenn Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung in die Berechnung einbezogen werden ... hmhmhm.

Was sagt uns das? Nun, selbst in komplett tarifvertraglich strukturierten großen Arbeistfeldern gibt es offensichtlich Einflussfaktoren, die zu Lohnunterschieden führen und nichts mit Diskriminierung zu tun haben. Q.e.d.

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yetanotherdude 06.01.2018, 14:06
78.

Zitat von b.w.s
Zitat: „Und keine Branche ist von diesem Missstand ausgenommen.“ Doch, wenn man die Gruppe der Beamtinnen und Beamten als „Branche“ bezeichnet, dann schon! Dort verdienen alle, ob Frau oder Mann, bei gleicher Besoldungsstufe exakt gleich viel.
Ich würde die Branche "Öffentlicher Dienst" nennen. Da werden auch die Angestellten nach Tarif bezahlt. Allerdings: Es gibt mehr Geld, je länger man da ist. Und da spielen Schwangerschaften/Kindererziehung sicher noch eine Rolle, aber das ändert das Auskunftsrecht nicht.

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warholandy 06.01.2018, 14:07
79. hmm

Zitat von spieler73
mir als mann ist es egal ob ein produkt oder eine dienstleistung von einem mann oder einer frau angeboten wird. ich gehe nach bedarf und qualität. hätte auch mein handy wenn es von steffi jobs wäre. nutzt doch einfach eure möglichkeiten und wartet nicht darauf, dass es irgendjemand für euch macht!
tun sie ja, aber mit unlauteren Mitteln insofern, dass sie die auf Grundlage von Halbwahrheiten und handfesten Lügen die Wirklichkeit vernebeln, Stimmung machen, und so politisch wirksam sind.

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