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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Frauenveräppelungsgesetz
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Ein neues Gesetz soll dafür sorgen, dass Frauen künftig so viel wie Männer verdienen. Es greift ab Samstag, aber es greift zu kurz - und wird rein gar nichts ändern.

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fördeanwohner 06.01.2018, 14:18
80. -

Zitat von mwroer
"Neue Listen: Ehepaare, die am meisten verdienen - in deiner Nachbarschaft! Namen! Alter! Einkommen!" - titelte das Blatt nach den Weihnachtsfeiertagen, als die Schweden gerade das Geschenkpapier unter den Bäumen weggeräumt hatten. Über die Seiten 30, 32, 34 und 36 zogen sich dreispaltige Listen besserverdienender Ehepaare aus dem Großraum Stockholm. Wenn Sie das für gut halten. Okay - dann pinnen Sie Ihre Gehaltsabrechnung halt an Ihre Haustür. Keiner hält Sie davon ab.
Es ist wohl noch ein Unterschied, ob eine Zeitung Namen veröffentlicht oder jemand selbst in Erfahrung bringen kann, was der Kollege verdient.
Das Aftonblat hat das übertrieben, ja. Aber das spricht trotzdem nicht gegen mehr Transparenz.

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denk.mal.wieder 06.01.2018, 14:30
81. "Gender Pay Gap" Debatte: Was für eine trurige Posse

Das Gesetz bezieht sich (zumindest formal) auf Frauen und Männer!
Manchen Frauen muss man es wohl sagen: Es gibt auch Männer und auch Männer sind Menschen. Das bleibt auch dann gültig, wenn ein Staatswesen mit Quotengesetzen offen gegen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern verstößt. Gleichberechtigung ist nämlich etwas, was sich auf individueller Ebene konstatiert: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes…“ heißt: Es darf keine PERSON x geben für die gilt: x gehört zu M (Klasse der Männer) und x wird benachteiligt weil x zu M gehört. Analog natürlich: Es darf keine Person x geben für die gilt: x gehört zu F (Klasse der Frauen) und x wird benachteiligt weil x zu F gehört. Die einzigen gesetzlichen Regelungen (von gewisser Relevanz) , die dem explizit widersprechen, sind die Quotenregelungen zur Besetzung von Stellen im öffentlichen Dienst. Diese Quotenregelungen stehen im direkten Widerspruch zum Herzstückt unseres Grundgesetzes. Die Auswertung von Statistiken kann Hinweise auf Verletzungen des Gleichheitsgrundsatzes geben. Statistische Unterschiede können hier ein wichtiges Indiz sein. Sie selbst sind aber niemals ein Verstoß gegen die Gleichberechtigung. Dies ist ein sehr wichtiger logischer Unterschied. Logisch denkbar sind zwei Gesellschaften folgender Art:
(A)Alle Positionen, Gehaltsniveaus, Titel, Lebenserwartung, Erziehungsrechte etc. sind statistisch absolut paritätisch auf Frauen und Männer verteilt, aber jede einzelne Person (sowohl Männer als auch Frauen) erfährt immer wieder geschlechtsspezifische Diskriminierung.
(B)Es gibt keinerlei geschlechtsspezifische Diskriminierungen aber es gibt große geschlechtsspezifische statistische Unterschiede zwischen der weiblichen und der männlichen Bevölkerung.
Dies nicht zu sehen ist ein schwerwiegender Denkfehler, der zu großem menschlichem Unglück führen kann. Analoges gilt natürlich auch für viele andere Gruppierungen (Kinder verschiedener Bildungsschichten, Einheimische – Immigranten, Atheisten- Katholiken – Protestanten, Dicke – Dünne, usw.). Die DDR präferierte eine Gesellschaft vom Typ A und verbaute daher häufig Akademikerkindern den Weg zum Studium (nicht allerdings im Falle Frau Merkels).
I

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denk.mal.wieder 06.01.2018, 14:31
82. Nachtrag...

Ich will eine offene Gesellschaft und behaare darauf, daß Grundrechte sich an Personen und nicht an Gruppen fest macht. Deshalb macht mir die gegenwärtige „Genderdiskussion“ Angst.
Nun zum „Gender Pay Gap“. Es gibt keine Studie, die diesen Gap belegt. Die ernstzunehmenden Studien arbeiten alle nach einem Prinzip, bei dem schrittweise Effekte, die zu Verzerrungen (Ausbildungslevel, Babypause etc…) führen herausgerechnet werden. Nicht für alle Effekte stehen entsprechende Daten zur Verfügung (dies wird in den Studien z.T. auch ausdrücklich erwähnt). Zudem ist nicht ausgemacht, daß wirklich alle relevanten Effekte angedacht wurden. Diese Methodik kann daher schon vom Prinzip her den „Gender Pay Gap“ nicht wirklich kalkulieren sondern lediglich eine obere Schranke abschätzen. Richtiger wäre daher eine Aussage der Art: Gegenwärtige Studien belegen, daß der Gap maximal 6% (+ /- statistische Unsicherheit) beträgt. Letztlich bleibt auch anzumerken, daß sich nicht auf den gesamten Arbeitsmarkt beziehen. All dies lässt sich in den Studien nachlesen. So gesehen handelt es sich bei der Aussage der Gap betrage nachweislich 6% nachweislich um „ Fake News“.
Zu guter Letzt: Warum sollte ein Arbeitgeber Frauen benachteiligen? Es könnte eigentlich nur an einer geringeren Kompetenzanmutung liegen, welche Frauen ausstrahlen. Ich glaube nicht, daß dem so ist. Und wenn dem so wäre, so handelte es sich um einen Wettbewerbsnachteil, den sich solche Unternehmen damit preisgeben. Warum eigentlich spricht in dieser Republik niemand über die immer extremer werdende Gehaltsspreizung im Lande (jenseits des Geschlechts)? Warum sprechen und schreiben so viele über die albernen 6% (wenn sie denn stimmten) und niemand über Einkommensunterschiede von 1000% und mehr? Und wenn das Ganze zu einer Benachteiligungsdebatte hochstilisiert wird: Wer eigentlich gleicht mir als Mann eigentlich die 18 Monate Zwangsarbeit, die ich als Zivi leisten musste aus?

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edds 06.01.2018, 14:32
83.

Zitat von WiderstandsgewächsII
ist nicht zu ertragen, denn mit immer mehr weiblicher Beteiligung geht die Qualität massiv runter. Man muss sich nur mal anschauen, wie Justiz,das Bildungswesen, die Medien immer mehr an Qualität verlieren! Und dies mit immer mehr weiblichen Einfluss. Selbst politisch sind Frauen unfähig, denn wie ist sonst zu erklären, dass immer mehr Frauen nicht in der Lage sind, ausreichend am gesellschaftlichen Wohlstand zu partizipieren? Überall Gejammer, wie schlecht es den Frauen geht und die Gesellschaft soll dafür zahlen! Mehr für Alleinerziehende, mehr Kindergärten, mehr Ganztagsschulen, billigere Dienstleistungen weil die für Männer Haarschnitte ja billiger sind usw. Wenn sich all die Frauen, die was Medien machen, ihre eigenen Medien mal anschauen würden, fällt ihnen vielleicht auf, dass Sie sich im Kreis drehen, ständig unzufrieden sind, aber wenig Arbeit in der Breite leisten! Frauenrechte sind ein Krebsgesschwür der Gesellschaft, weil sie mit dem Feminismus die erste gesellschaftliche Veränderung in Angriff nahmen, die nicht alle Menschheit befreien wollten, sondern halt nur die Hälfte! Das sagt doch alles, oder erklären Sie mir doch einfach mal, warum gleicher Lohn zwischen den Geschlechtern 5 Artikel pro Woche auslöst, der unterschiedliche Lohn zwischen Müllarbeiter und Oberbürgermeister einer Stadt aber nicht! Und dieser Unterschied beträgt nicht nur 6%!
Ihr Beitrag ist wirklich ein hervorragendes Beispiel dafür, warum nicht alle Menschen, die den gleiche Job machen, das gleiche Gehalt bekommen sollten. Hier gibt es intelligente Foristen, die sich sachlich und kritisch mit der Materie auseinandersetzen und die wesentlichen Aspekte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Würden diese Menschen ihre Beiträge beruflich verfassen, sollten sie dafür entsprechend der Qualität ihrer Beiträge gut bezahlt werden.

Wenn aber jemand einen Text wie den Ihrigen verfasst, dann reicht eine leistungsgerechte Bezahlungen wohl kaum zum Überleben.

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ketzer2000 06.01.2018, 14:37
84. Andere Perspektive

Ich arbeite bei einem großen Dax Unternehmen als Teamleiter mit 9 Mitarbeitern. Das Team ist grob gesagt aufgabenmäßig in zwei Teile getrennt. Ich habe nur Mitarbeiter(innen) im Tarifbereich von denen einer mehr verdient als ich. Aufgrund des Tarifvertrags und der Eingruppierung meiner Stellen ist die Handlungsfähigkeit beim Thema Gender Pay Gap stark eingeschränkt. Änderungen der Eingruppierungen sind äußerst schwierig aber möglich und ich habe das zur Förderung meiner Mitarbeiterin (1 von 3) auch wahrgenommen. Auf der anderen Seite habe ich zwei "low performer" Männer, deren Bewertung und Bezahlung auf der Ebene der Kollegin liegen, nicht jedoch die Leistung. Die Handlungsoptionen eine leistungsgerechte Bezahlung herbeizuführen, ist so gut wie nicht vorhanden und scheitern spätestens am Betriebsrat. Da ich bereits mehr als 30 Jahre Beruferfahrung habe, gehe ich davon aus, dass solche Mechanismen im Tarifbereich obligatorisch sind. Mein Rat an andere Führungskräfte wäre lediglich, Höhergruppierungen und Beförderungen oder bessere Bezahlung ausschließlich an Leistung zu koppeln. Mehr kann man einfach nicht tun. Anders sieht das selbstverständlich im außertariflichen Bereich oder bei leitenden Angestellten aus. Beide handeln ihr Gehalt grundsätzlich selbst aus innerhalb des Rahmens der für die Position vorgegeben ist. An dieser Stelle könnte der Unterschied in der Bezahlung signifikant unterschiedlich sein. Und zwar genau so wie zwischen Vertrieb und Produktion. Wer sich besser verkauft oder über das bessere Netzwerk verfügt, der setzt sich durch, heisst verdient mehr Gehalt. Trotz des neuen Gesetzes sehe ich nicht, wie das bei der Reduzierung des Gender Pay Gap helfen soll. Ohne eine Änderung der relativ statischen Methoden der Bewertung von Arbeit wird sich nichts ändern und wenn, dann wird man sich auf dem niedrigeren Niveau einpendeln.

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krause.bettina 06.01.2018, 14:50
85.

Zitat von twister13
Wenn Frauen weniger verdienen bei gleicher Qualifikation und Arbeitseibsatz wären Unternehmer ja blöde Männer einzustellen. Unternehmer sind aber nicht blöde. Eine Frau kann sich jederzeit in Mutterschaft verabschieden, in Erziehungsjahre auch gerne mehrmals hintereinander. Und dann? Die Kosten die dann entstehen berücksichtigt natürlich keiner. Unternehmerische Kosten wird dann achselzuckend gesagt. Solange daa nicht anders geregelt ist werden due Kosten eben auf den Verursacher, die Frau abgewälzt. Daran ändern auch irgendwelche komischen Gesetze von Frau Schwesig nix dran.
Normalerweise beantworte ich keine Beiträge mit mehr als 5 Rechtschreibfehlern, aber Ihnen sei gesagt: In Deutschland existieren sog. Umlagegesetze in der Sozialversicherung, die sehr wohl die unternehmerischen Kosten für Schwangerschaften etc. kalkulatorisch abfedern.

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schnabelnase 06.01.2018, 14:51
86. Ein Satz hat genügt

Die Autorin gibt sich mit dem alles entscheidenden Satz die Antwort auf alle themenbezogenen Fragen selbst. Sie fragt, was sei schon gleichwertig, wenn es um Jobs bzw. Tätigkeiten in einem Betrieb geht. Wenn sie diese Erkenntnis besitzt, kann die Autorin auch nur zu dem Schluss kommen, dass es genau deshalb auch keine gleiche Bezahlung geben kann, völlig unabhängig davon, um welches Geschlecht es geht. Das ist das Problem.

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rugall70 06.01.2018, 14:56
87. Gender TIME Gap liegt bei 23 Prozent

Frauen arbeiten im Schnitt 9 Stunden weniger als Männer. Der so genannte Gender TIME Gap liegt laut WSI Report bei 23 Prozent.

Warum wird dagegen denn nicht mit gesetzlichen Mitteln vorgegangen? Warum werden Frauen nicht verpflichtet, mehr zu arbeiten? Dann wäre der viel beschworene Gender Pay Gap auch rasch eliminiert.

Quelle zum Gender Time Gap: https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_22_2015.pdf

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t.gehrmann 06.01.2018, 15:00
88. Die böse Welt

Es ist löblich, dass hier nicht die üblicherweise genannte Zahl von 20 + x Prozent für einen Gender-Pay-Gap herangezogen wird. Aber leider wird die Verwendung dieser Metrik auch mit realistischeren Zahlen nicht weniger widersinnig. Ich kann mir beliebige gesellschaftskritische Metriken stricken:

Ethnien-Pay-Gap, Behinderungs-Pay-Gap, Gesundheitszustands-Pay-Gap, Alters-Pay-Gap, Attraktivitäts-Pay-Gap, Migrationshintergrund-Pay-Gap, Ossi-Pay-Gap, etc. etc.

Aber was mache ich damit?

3rd wave Feministinnen ziehen den Schluss aus dem Gender-Pay-Gap, dass dieser eine Manifestation der Diskriminierung durch das Patriarchat sei. Eine steile These, die sie leider nie belegen konnten. Um das am Kollektiv der Frauen verübte Unrecht zu heilen, werden dann Sonderprivilegien für Frauen eingefordert, die in letzter Konsequenz nichts anderes sind als eine - nun nicht nur gefühlte sondern reale - Diskriminierung gegenüber der Gruppe, gegen die man sich abgrenzt.

Man darf nicht einfach die Begriffe Nachteil und Diskriminierung vertauschen. Wenn z.B. jemand schlechtere Jobchancen hat, weil er eine Behinderung hat, einen Nachteil, ist das nicht automatisch eine Diskriminierung durch die Gruppe der Nichtbehinderten. Es ist vielleicht einfach so, dass man als Blinder einfach viele Berufe gar nicht ausüben kann. Soll die Gesellschaft einem Blinden zur Bereinigung dieses Nachteils ungeachtet seiner Qualifikation ein Durchschnittseinkommen zahlen? Was ist mit Mitfünfzigern, was ist mit Asiaten, was ist mit Fettleibigen, was ist mit Kindern Alleinerziehender?

Wir beobachten die Auswüchse einer Opfer/Anspruchshaltungs-Kultur, die versucht, die Verantwortung für sich selbst anderen zuzuschieben.

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murksdoc 06.01.2018, 15:04
89. Keine Kunst

Island hat übrigens um die 435 000 Einwohner, weniger als Stuttgart, und 72,3% leben vom Fischfang. Das ist, als wenn wir ein Gesetz gegen den Walfang machen würden - just a show.

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