Forum: Karriere
Globetrotter mit Festanstellung: "Mein Job reist immer mit"
privat

Zwölf Kilo wiegt Alicia Limas Koffer - darin steckt alles, was sie besitzt. Das ganze Jahr über reist sie um die Welt. Ihren 40-Stunden-Job erledigt sie an Bistrotischen: wahlweise am Bosporus, unterm Eiffelturm oder am Nil.

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CT.Bauer 22.04.2015, 13:47
1. Arme Frau.

Tausende von Bekannten, aber letztlich heimatlos. Freunde sind Menschen, bei denen man nicht nur mal eben aufkreuzt, sondern die wollen auch mal was von einem selber. Und dann nie dasein??

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tipaac 22.04.2015, 14:08
2. Schöne, neue Arbeitswelt?

Für weniger als den deutschen Mindestlohn? Also für ca. 7-8 € die Stunde? Und dann von Karriere machen reden? Bei ner 40 Stunden Woche macht das schlappe 1100-1300 € im Monat, davon 600€ für Unterkunft, mehrere 100€ für diverse Flüge? Und dann noch jeden Tag 8 Stunden im Kaffee sitzen und Espresso trinken und Quiche essen? Wie soll das denn bitte funktionieren? Kein Wunder, das alles was sie besitzt nur 12kg wiegt......und wo bleiben Freunde, Familie, soziales Leben etc. Digital Nomad ohne Anhang, alle Fäden abgeschnitten, was bleibt wiegt 12kg und begleitet einen in der Einsamkeit. Aber hey! Schließlich mal die Welt gesehen...."Wenn etwas besonders schön ist, nehme ich ein kurzes Video auf und schicke es über WhatsApp, so bleibe ich mit meinen beiden Brüdern, Eltern und Freunden in Kontakt"

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mickk 22.04.2015, 14:17
3.

Ich habe 15 Jahre als Berater gearbeitet. Vorteil war, dass man gut verdient hat, der Nachteil war, dass man keine große Auswahl hatte, wohin es einem verschlägt. Ich war in Miami, Orlando, New York, Washington, Singapur, Hong Kong, Sydney, London, Istanbul und auf den Cayman Islands. Für ne Zeit ist das auch ok. Mir wurde es dann irgendwann lästig. Man hat viel Erfahrung aber man kann meist nur einen kleinen Freundeskreis aufrecht erhalten. Andererseits würde ich die Zeit nicht gerne missen.

Empfehlen kann ich ein solches Leben Leuten unter - sagen wir - 35 Jahren. Das ist auch gut, weil man seinen Horizont erweitert. Dann sollte man sich entscheiden, wo man sein Leben verbringen will. Das muss nicht Deutschland sein. Aber letztlich hat es mir hier am besten gefallen.

Das mit dem Mindestlohn hört sich für mich nach Ausbeutung an. Ich habe schon mit Israelis gearbeitet. Das sind Opportunisten. Man kann da gut verdienen. Ich würde mich nicht so ausnutzen lassen. Also entweder fordernder werden oder sich weiter umsehen. Wenn das Spielfeld die Welt ist, findet man immer was.

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michlauslöneberga 22.04.2015, 14:19
4. Eigentlich bin ich kein Bedenkenträger,

aber was macht die Dame bei einer Krankheit ab einer Woche Bett aufwärts? Hört sich alles ganz toll an, viele Bekannte, frei und ungebunden, aber wahrscheinlich doch ziemlich einsam.

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brooklyner 22.04.2015, 14:21
5.

Habe ich auch einige Zeit gemacht und so Südostasien, das Baltikum, Nordamerika und Skandinavien gründlich erkundet, gearbeitet wurde vor Ort an Laptop und Grafiktablett. Das Beste was man machen kann, wenn und solange einem so etwas möglich ist. Und unterwegs kamen immer mehr Business- und Sozialkontakte zusammen, die schon viele Jahre halten und den Schritt in die Selbständigkeit sehr erleichterten.

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Handschlag 22.04.2015, 14:36
6. Freiheit: das tun, was man will

An alle skeptischen Foristen, die sagen werden: "arme Frau".

So wenig, wie die Frau Euch vorwirft, ein biederes Leben zu führen, solltet ihr Euch gegen sie stellen.

Es gibt Leute, die freier sind als ihr. Vielleicht verdient ihr das Doppelte. Vielleicht habt ihr Eure Freunde aus der Grundschule um die Ecke, weil ihr Euer Dorf nur verlasst, wenn ihr nach Mallorca fliegt. Ist doch schön für Euch.

Lasst die anderen doch ein anderes Leben führen und glaubt nicht, überlegen zu sein. Ihr seid es nicht.

Niemand zwingt Euch, die risikolose Ecke mit EUR 2000 netto und Büro in Kleinstadt-Süd zu verlassen. Hat einer Lust auf Welt und freut sich auf Liebhaber in Paris und Thailand, Eindrücke aus Polen und Amsterdam und sucht sich Mittel, dies zu realisieren, dann lasst ihn doch genießen.

Euch fehlt der Mut für die Welt? Mir auch. Aber ich gönne jedem seine Wahl.

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DieMatrix666 22.04.2015, 14:45
7. Netter Artikel aber so toll ist das ganze nur für eine weile

Fuer rastlose Geister (wie ich es selber mal war) ist so ein Job für ein paar Jahre ganz gut. Aber irgendwann hat man genug von den andauerenden Tapetenwechsel. Und einen Mitarbeiter zwingen nach dem Time Zone des Chefs zu arbeiten ist eigentlich eine Frechheit.

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Fair_bleiben 22.04.2015, 14:46
8. Auch langfristig denken

Ich arbeite seit über 10 Jahren im Export Maschinenbau. Reise vielleicht nicht ganz so frei durch die Welt wie Alicia, arbeite meist 60 und mehr Wochenstunden und tue das an weniger einladenden Orten als netten Cafés.

Dafür kommt aber auch ein Vielfaches des deutschen Mindestlohns heraus, ich bin sozialversichert und reise mit dem Komfort, der einem das Reisen langfristig angenehm erhält.

Dennoch: Respekt für Alicias Entscheidung - das erfordert Mut und Verzicht; und eine Erinnerung daran, dass der Mensch nicht ewig Anfang/Mitte 30 ist. Langfristig denken!

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diboudo 22.04.2015, 14:52
9. Keine aufdringlichen Kellner, bitte!

Schließlich will man ja seine Ruhe haben auf Arbeit - da stören die nur...

Als Café-Betreiber würde ich mich über solche Gäste ja freuen...

Verweildauer: 8 Stunden
Umsatz: 2 Espresso + 1 Quiche

Trinkgeld ist bestimmt auch top!

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