Forum: Karriere
Grenzgänger: Zum Schlachten nach Dänemark

Ein Job im hohen Norden: Täglich fahren Tausende Deutsche über die Grenze nach Dänemark und kehren nach Feierabend zurück. Manche bleiben für immer. Was macht den Arbeitsmarkt dort so attraktiv?

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Bernhard Fuchs 28.04.2011, 07:24
10. Netter Artikel...

...aber was hat das Zitat mit der 'Kollektivschuld' darin verloren?
.
Sowas passt ja eher in die "Psychologie Heute"...?

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heinz.mann 28.04.2011, 10:05
11. Ach du meine Güte...

"Er entschied sich dagegen, aus Pflichtgefühl, die deutsche Kollektivschuld am Zweiten Weltkrieg mittragen zu müssen, wie er sagt."

Sind wir jetzt 70 Jahre später immer noch Kollektivschuld an einem Krieg?

Ich war da nicht dabei, mein Vater auch nicht.
Insofern frage ich mich, ob man da nicht anders denken sollte.
Oder sollte ich mich auch schuldig fühlen für den 30 jährigen Krieg? Oder den Kampf gegen Napoleon?

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fsven 28.04.2011, 12:52
12. Immobilien in DK als Deutscher

Zitat von R1181
die Dänen. Eine gute Freundin (promovierte Biologin mit fester Stelle an einer dänischen Uni) hat vor drei Jahren einen Dänen geheiratet. Sie wollten in Dänemark leben. Dann stellte sich heraus, dass es ein Gesetz .......
Wie schon einige Debattanten hier im Forum festgestellt haben, ist es kein Problem als EU-Bürger in DK Immobilien zu erwerben. Vorraussetzung ist eine Aufenthaltsgenehmigung und die damit folgende unikke Personennummer (CPR-Nummer), die hier im Lande der Schlüssel zum Leben ist (im Übrigen eine Sache, die in Deutschland nicht nur wegen der schärferen Datenschutzbestimmungen dort kaum durchführbar wäre) , einen festen Wohnsitz in DK, sowie Kreditwürdigkeit bei Banken und Realkreditinstituten (eine Art Hypotekenbank, die bis zu 80 % des Immoblienwertes finanzieren kann). Letzteres setzt ein Einkommen durch Arbeit voraus). Ist man mit einem / einer Dänin verheiratet gibt es überhaupt keine Probleme - auch nicht beim Erwerb eines Sommerhauses. Beide würden als Eigentümer im Grundbuch aufgeführt sein.

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fsven 28.04.2011, 13:31
13. Etwas rosiger Artikel

Zitat von sysop
Ein Job im hohen Norden: Täglich fahren Tausende Deutsche über die Grenze nach Dänemark und kehren nach Feierabend zurück. Manche bleiben für immer. Was macht den Arbeitsmarkt dort so attraktiv?
Es stimmt schon - der dänische Arbeitsmarkt funktioniert anders und vielleicht etwas entspannter als der Deutsche. Aber rosig ist hier gar nichts. Das gelobte Flexicurity-Modell ist dabei, ausgehöhlt zu werden. Kündigungsschutz gibt es nicht pr Gesetz, nur gesetzliche Kündigungsfristen für Angestellte; einzelne Tarifverträge bei Stundenlöhnern beinhalten jedoch Klauseln in Sachen Jobsicherheit (Ankündigungsfristen bei Entlassungen, Entschädigungen, Hilfe bei Weitervermittlung und Nachbildung etc).
Die Mitte-Rechts-Regierung hat das soziale Sicherheitsnetz, insbesonders auf dem Gebiet der Arbeitslosenversicherung, grobmaschiger gemacht. Somit ist die Laufzeit der Transferleistungen kürzlich halbiert geworden - und die Bürokratie ist gewachsen. Daneben versucht die Regierung eine Mehrheit für die Abschaffung einer Vorruhestandsregelung zu finden - zur Zeit ein Wahlkampfthema.
Der dänische Arbeitsmarkt ist generell über Tarifverträge (Rahmen-, Branchen- und Haustarifverträhe) nach Verhandlungen (alle 2-3 Jahre) geregelt. Konsensuskultur heisst hier also gegenseitige Anerkennung seitens der Gewerkschaften und den Arbeitgeberorganisationen von Verhandlungsrecht und -pflicht. Aber auch dieser Konsensus ist keine Selbstverständlichkeit. Einerseits gibt es einen Mitgliederschwund bei den Gewerkschaften, andererseits gibt es viele Arbeitgeber, die nicht in den verhandlungs-berechtigten Arbeitgeberorganisationen Mitglied sind - und damit auch keiner Verhandlungspflicht bzw der Pflicht einer Anerkennung von Tarifverträgen nachkommen müssen.
Das Beispiel Danish Crown ist hier im Forum diskutiert - es ist korrekt, dass besonders in der Fleischbranche das deutsche Lohndumping über Werkverträge mit dubiosen Arbeitsvermittlern und vorwiegend osteuropäischer Arbeitskraft mit dazu beigetragen hat, dass Danish Crown verstärkt in Deutschland investiert und produziert. Das hat hier in DK mehrere tausend Schlachterjobs gekostet. Auf Grund dieser Fakten hat Danish Crown ja auch von seinen Mitarbeitern den Akzept einer Lohnreduktion gefordert.
Fairerweise muss man sagen, dass Danish Crown auch weiter in DK investiert - so soll eine neue Rinderschlachterei gebaut werden- das gibt neue Jobs, aber werden es dänische, deutsche oder...rumänische Schlachter sein, die dort arbeiten werden? Und zu welchen Bedingungen?
Konsensus am Arbeitplatz - das ist soweit korrekt, die Mitarbeiter werden hier überwiegend mit in die Entwicklungsprozesse des Unternehmens einbezogen. Auch nimmt man hier mehr Rücksicht auf familiäre Verhältnisse. Ein Unternehmensberater hat kürzlich - im Zusammenhang mit der Definition der Unterschiede in den Unternehmenskulturen in DK, Deutschland und Schweden - gesagt, dass man in DK alle Mitarbeiter und Führungskräfte mit in den Entscheidungsprozess einbezieht, nach langen Diskussionen dann auch eine Entscheidung trifft - und dann doch ganz was anderes macht. Und das war nicht nur als Witz gemeint.

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Johanna.1.15 28.04.2011, 16:05
14. ....

hätte er die dänische Staatsbürgerschaft annehmen können ... Er entschied sich dagegen, aus Pflichtgefühl, die deutsche Kollektivschuld am Zweiten Weltkrieg mittragen zu müssen, wie er sagt. Trotzdem findet er: "Ich bin vom Herzen her ein bisschen mehr dänisch als deutsch."
Der Brüller des Tages! Er will "die Kollektivschuld" mittragen! Herrlich. Wie unangenehm, dass seine Steuern allerdings nach Dänemark gehen und er die "Kollektivschuld" nicht auch noch finanziell mittragen muss.

Irgendwie dachte ich mir doch, dass an dem Mann was faul ist, als ich von seiner Doktorarbeit in "2 Jahren" las. Noch ein Fall für's gutenplag-wiki...?

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Dragorion 01.05.2011, 10:07
15. Was ist hier blos los?

Ist schon komisch....Die meisten Beiträge hier sind eher negativ gegenüber die dänische Arbeitswelt eingestellt. Ja man bekommt den Eintrag es wird überall "gesucht" wie schlecht es wirklich ist in Dänemark zu arbeiten...Arbeitet ihr alle für das deutsche Arbeitsagentur? Oder LVA? Habt ihr Angst das die ausgebeuteten in diesen Land womöglich kein Geld in die Arbeitslosenversicherung oder Rentenkasse einzahlen?
Ach! Ausfall von Steuergelder? Nicht die direkten Steuern...die Steuern auf das tägliche Konsum. Ein Mensch der hier in D keine 7 Euro verdient hat schlicht einfach nichts zu verlieren...
Bevor wir hier jetzt fast "verzweifelt" versuchen das dänische Modell schlecht zu reden sollten wir mal überlegen warum ein Maurer hier in D der zwar nicht so schlecht verdient aber in Dänemark fast das doppelte verdient beschliesst Dänemark den Verzug zu geben. Es ist ein ganz einfaches Rechenbeispiel: Maurer in Deutschland verdient "relativ" gut aber bezogen auf das Verhältnis Lohn:Maloch:Abgaben:Rente ist ein absolutes Minusgeschäft hier in D überhaupt noch zu "malochen" Die chance als Maurer zB das Rentenalter überhaupt zu erreichen ist ziemlich unwarscheinlich..Ergo Minusrente....Bei Schlachter ist es warscheinlich ähnlich wenn nicht sogar schlimmer...Übrigens mein erste erlernter Beruf war Maurer..und wenn man aufem Bau noch Überstunden kloppt schlägt der Fiskus gnadenlos zu...Die Verlogenheit in diesen "Gutmenschenrepublik" ist echt zum k...Ich halte übrigens die Zuwanderung von Hochquali's aus der EU nach dem ersten Mai für illusorisch...Hat sich rumgesprochen das sich "Leistung nicht lohnt"
Wer hat hier aufem Bau oder in eine Schlachterei gearbeitet?
Und Leute ich meine nicht euren Jobberei als Student

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