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Hebammenmangel in Deutschland: Achtung, Baby
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In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren. Doch viele Schwangere und junge Mütter finden keine Hebammen. Geburtsstationen müssen schließen, Geburtshelfer klagen über unhaltbare Zustände. Eine gefährliche Entwicklung.

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r_dawkins 03.04.2018, 11:35
1. das kam ja nicht über Nacht

Diese Entwicklung ist ja schon seit Jahren abzusehen.
Politik und Versicherer haben jedoch die Hebammen im Stich gelassen. Und jetzt stehen wir wiedermal vor dem Scherbenhaufen.
"Plötzlich" sind nicht mehr genug Hebammen verfügbar.

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rt325 03.04.2018, 11:42
2. Deutschland spart sich ab

tolle Entwicklung - politisch mal wieder eine Glanzleistung was unser Arbeitsverweigerer hier geschafft haben.
Aber dafür ist bestimmt auch einfach nur kein Geld da! Schade, früher ging das auch mit der Hausgeburt, also ihr Deutschen, Augen zu und durch, immer heißes Wasser zur Hand (wozu das auch immer gut sein soll....) und viel Spaß bei den Geburten. Wahrscheinlich sollen wir uns auch nur an die Umstände anderer Länder anpassen, schöne neue Welt in der doch gerne leben möchte.

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spon-tan 2012 03.04.2018, 11:47
3. Übernahme der Versicherung

Warum ist es in D nicht möglich, die Haftpflicht einheitlich über die Krankenkassen laufen zu lassen und die Hebammen frei zu stellen. Wenn der Mangel bekannt ist, muss halt jemand über seinen Schatten springen. Immer werden nur Formalien gegeneinander gestellt und gesagt, das geht nicht. So ein Blödsinn. Wo der politische Wille ist, da muss auch einen Weg geben, alles andere nix als Versagen.

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Henk-van-Dijk 03.04.2018, 11:47
4. Weil sich lieber über Symbolpolitik Gedanken gemacht wird...

...und über Formulierungen, wann wie welche Religion zu Deutschland gehört. Wenn es aber um die wirklich zukunftsweisenden und existenziellen Entscheidungen geht - und die Situation der Hebammen ist schon seit Jahren verheerend - da ist nix zu hören.

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mapcollect 03.04.2018, 11:49
5. Hebammen-Ausbildung gehört reformiert

Nicht nur die schlechte Bezahlung schreckt viele ab. Der Berufsstand hat einen starken Hang zur Esoterik und das schlägt sich auch in den Lehrbüchern wieder. Hatte sowohl privat als auch beruflich viel mit Hebammen zu tun und fand es immer erstaunlich, wie selbstverständlich irgendwelche homöopathischen Kügelchen verabreicht wurden oder von energetischen Störfeldern gefaselt wurde.

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gutschilla 03.04.2018, 11:51
6. Danke für den Artikel

Er beschreibt die Situation derzeit gut. Wenn Deutschland den guten Trend zum Kinderkriegen fortsetzen will, sollte man sich überlegen, ob an der Geburtsversorgung gespart werden muss. Ich glaube, dieses Land kann es sich leisten, dass alle werdenden Mütter ihre Kinder unter würdigen Bedingungen gebären können.

Meine Frau ist selbst Hebamme, hat aber den Beruf an den Nagel gehängt. Der Reiz des "schönsten Berufs der Welt" wiegt nicht auf, dass irgendwoher das Geld kommen muss. Im Büro verdient sie nun deutlich mehr bei familienfreundlicheren Arbeitszeiten und ohne tagtäglich den Folgen der Sparwut in Deutschen Krankenhäusern ausgesetzt zu sein. Ein Jammer, für alle Beteiligten.

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spon-1179341691406 03.04.2018, 11:52
7. Nicht nur Gehalt oder Versicherungen...

Nicht nur Gehalt und Versicherung sind Schuld daran das es immer weniger Hebammen gibt.
Ab 2019/20 wird es zb hier in Kiel nicht mehr möglich sein den beruf der Hebamme als Ausbildungsberuf zu erlernen, da es dann nur noch als Studium möglich sein wird.
Es heißt man möchte diesen Beruf aufwerten, was aber garantiert nicht passiert wenn man den Zugang nur noch Abiturientinnen gewährt und noch mehr auf Praxisarbeit verzichtet im Studium.
Ich habe selber 4 Kinder zur Welt gebracht und würde mir eher eine Hebamme mit Praxiserfahrung wünschen als jemand der erstmal 5 Jahre studiert hat.

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heinrich-wilhelm 03.04.2018, 11:54
8. Risiko-Haftpflicht

Was hat dich denn verändert. Der Geburtsvorgang bestimmt nicht,der läuft genau noch do ab wie in der Steinzeit. Aber die Risiken,die einer Geburt und der Zeit danach anhaften sicher. Das selbstverständliche und kenntnisreiche und fürsorgende Umfeld,ist weggebrochen und lässt Schwangere und junge Mütter mit ihren Ängsten und Sorgen allein. Und das alles sollen immer weniger Hebammen ausgleichen und die auch gestiegenen Erwartungen der jungen Frauen auffangen und für alle Risiken auch noch den Kopf hinhalten,getrieben im Fall eines Falles von Urteilen praxisferner Richter mit Urteilen,die die Versicherungsprämien in die Höhe jagen und Hebammen und auch die Kliniken zur Aufgabe der Geburtshilfe zwingen. Viele Stellschrauben,aber alle wären im Konsens der Betroffenen lösbar. Nur,man muss es wollen und mit gegenseitigem Anerkennen des Möglichen und Machbaren angehen.

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schmuella 03.04.2018, 11:57
9. Es läuft es grundsätzlich schief

Der "Hebammenmangel" ist nur ein Beispiel für verfehlte politische und gesellschaftliche Entwicklung. Anfügen könnte man Pflegenotstand, Altersarmut, zu wenige Kitas, marode Schulen, zu wenig Lehrer ... die Liste ist lang.
Im Sozialwesen, Bildungs- und Pflegebereich gibt es großen Nachholbedarf. Wo bleiben die Lösungsvorschläge aus der Politik und der Druck aus der Gesellschaft?

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