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Herr Schmiedl und die Ingenieure: "Der Fliesenleger hat doch recht"
imago/Photoshot/Construction Photography

Ein Handwerker empfindet Ingenieure als Problemkunden und will nicht mehr für sie arbeiten. Sozialwissenschaftler Fritz Böhle kann den Fliesenleger verstehen - und erklärt, warum viele Akademiker mit der Lebensrealität fremdeln.

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peterle3 16.01.2019, 16:56
1. Zwei Klischees.

Zunächst einmal finde ich es gut und mutig, dass der Fliesenleger sich da so positioniert. Er hat wohl seine Erfahrungen gemacht. Das darf man aber nicht so einfach generalisieren, sonst wird das zum Klischee. Das andere, gegenläufige Klischee ist bekanntermaßen das vom Pfusch am Bau, da hat auch jeder so seine Beispiele. Wie Prof. Böhle das sagt: Die Dinge miteinander bereden und klären. Im Mittelalter sagte man: "Ein Bauer und ein Doktor wissen mehr als ein Doktor." Und nicht vergessen: Die Verantwortung liegt beim Handwerker, das muss man halt im Zweifelsfall nachweisen.

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wi_hartmann@t-online.de 16.01.2019, 17:08
2.

Akademiker fast alles Erbsenzähler und belehren Handwerker
auf deren Fachgebiet.
Deshalb sagt die Erfahrung diese Klientel meiden.

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syracusa 16.01.2019, 17:10
3. Unterschied zwischen Theorie und Praxis

Der Artikel bringt mich zur bekannten Frage, was denn nun der relevante Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist. Die simple Antwort: In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, in der Praxis aber schon.

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hegoat 16.01.2019, 17:12
4.

Da macht es sich der Herr Sozialwissenschaftler aber ein bisschen einfach. Es geht nicht um eine eingebildete bessere Expertise der akademischen Auftraggeber oder deren Weltfremdheit, es geht vielmehr darum, dass solche Menschen sei es qua Ausbildung oder qua Intelligenz relativ penibel bei der Bewertung von Leistungen oder Sachverhalten sind. Ich will auch keine schiefe Küche oder unsaubere Fugenarbeiten haben, aber ich kenne genug Leute, denen sowas egal ist. Der Fliesenleger des Artikels kann ja gerne bei denen Fliesen legen.

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Luke1973 16.01.2019, 17:12
5. falsche Diskussion

Ich glaube die Diskussion hier geht völlig am eigentlichen Problem vorbei. Der Gegensatz ist hier nicht Akademiker - Facharbeiter, sondern es kommt darauf an womit sich jemand beruflich beschäftigt und ob er denkt, er könne das auf alle anderen Bereiche übertragen.
Mit einem Bauingenieur wäre dem Fliesenleger das jedenfalls nicht passiert, denn der hätte gewusst, dass es für "Toleranzen im Hochbau" eine Norm gibt, die genau vorgibt wie groß Maßabweichungen sein dürfen. Und die sind bei Fliesen relativ groß. Kann auch gar nicht anders sein. Leitspruch hier: "Millimeter ist kein Baumaß!"
Der Maschinenbauingenieur bei Audi hingegen ist gewohnt im Bereich von Zehntel- oder gar Hundertstelmilimeter zu arbeiten. Und die Facharbeiter dort setzen das auch so um. Aber eben an der Dreh- und Fräßmaschine - nicht bei Fliesen.
Ich habe schon erlebt, dass ein befreundeter Facharbeiter aus dem metallverarbeitenden Gewerbe (Werkzeugmacher) die Holzbalken für den heimischen Dachstuhl mit der Schieblehre nachgemessen und sich dann beschwert hat, dass der Sparren gar nicht 80x160 sondern nur 79x158 war.
Oder ein anderer, der seine Fliesen selber legen wollte und dann alle aussortiert hat, die nicht maßhaltig sind. Es waren nicht mehr viele übrig....

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rockogranata 16.01.2019, 17:12
6. Pauschalisierung bringt niemand weiter

Weder den Fliesenleger, die Ingenieure oder Herr Böhle. Ganzen Berufsgruppen pauschale charakterliche Defizite zu unterstellen disqualifiziert von selbst.

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Gut Reden 16.01.2019, 17:15
7. Problemkunden

Manchmal bin ich auch ein Problemkunde, weil es der Handwerker, das Produkt etc. (meiner Meinung nach) so erfordert. Aber ich kann den Herrn gut verstehen. Viele Zu-Gutverdiener sind doch oft etwas weltfremd. Und genau deshalb übrigens auch gerne voll sozial (wenn es nicht gerade den eigenen Handwerker betrifft/das eigene Konto sichtbar direkt)

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ericausdemNorden 16.01.2019, 17:19
8.

Der Herr Schmiedl hat nicht alle Ingenieure als Kunden abgelehnt, sondern ganz bestimmte.

Da ich Audianer ganz gut kenne, kann ich ihn gut verstehen. Nur ist somit die Analyse des Herrn Höhle obsolet, Thema verfehlt.

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olli47 16.01.2019, 17:21
9. Ja, und die Herren Professoren...

...müssen wohl auch zunächst einige Sprachübungen machen, anstatt inhaltsleere Sprechblasen abzusondern. Zitat: "Natürlich sammeln auch weiterhin viele Ingenieure praktische Erfahrungen, das will ich gar nicht pauschalisieren." (?)
Da habe ich dann die Lektüre dieses Artikels beendet.

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