Forum: Karriere
Herr Schmiedl und die Ingenieure: "Der Fliesenleger hat doch recht"
imago/Photoshot/Construction Photography

Ein Handwerker empfindet Ingenieure als Problemkunden und will nicht mehr für sie arbeiten. Sozialwissenschaftler Fritz Böhle kann den Fliesenleger verstehen - und erklärt, warum viele Akademiker mit der Lebensrealität fremdeln.

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Ein_denkender_Querulant 16.01.2019, 20:03
110.

Zitat von nosferatu
... Ich bin Rechtsanwalt und habe höchsten Respekt vor den Leistungen, die die von mir beauftragten Handwerker erbringen. ...
Als Rechtsanwalt werden Sie den Pfusch in der Regel gar nicht bemerken...

Kleiner Stich am Rande :)

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Ein_denkender_Querulant 16.01.2019, 20:04
111. In sich stimmig

Zitat von curiosus_
... Dass die beiden unterschiedliche Berufsauffassungen haben ist nachvollziehbar.
Ihren Ausführungen ist nicht hinzuzufügen, danke

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53er 16.01.2019, 20:04
112. Klasse,

Professor Böhle setzt den fehlenden Punkt auf das I des Fliesenlegers Schmiedl. Und zeigt damit sehr deutlich, was schiefläuft in vielen deutschen Industrieunternehmen. Die Arroganz der Vorstandsetagen hat die Entwicklungsabteilungen längst erreicht.

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RocketDogs 16.01.2019, 20:04
113. Und mein Heizungsbauer

nimmt keine Grüne als Kunden, warum nur?

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gladwyne 16.01.2019, 20:06
114. was ganz anderes?

ich dachte erstmal das ganze mit neidkultur zu erkaeren, aber vielleicht ist das doch nur ein genereller trend menschen, die gut ausgebildet sind, derzeit als elitaer zu verschreien. Kein intelligenter mensch wird auf bestimmten bauplaenen bestehen, wenn der handwerker erklaert warum das nicht geht (falls es wirklich nicht geht und nicht weil der handwerker keine lust/keine erfahrung hat). es wird jedoch in den letzten jahren, viel mehr die meinung von experten verachtet und durch alternativmeinungen von leuten, die definitiv weniger wissen haben, ersetzt. ich denke an impfdiskussion, homoeopathie- und heilpraktikerdiskussionen. vielleicht ist diese ganze diskussion, falls es sich nicht um einen einzelfall handelt, eine romantische rueckbesinnung auf lebenszeiten in denen weniger intellektueller und wissenschaftlicher imput notwendig war.

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Spiegelpfau 16.01.2019, 20:09
115. Respekt

Ich respektiere Handwerker sehr, erwarte dies ebenso. Nur ein viermal so hoher Stundensatz wie unserer wurmt mich sehr.

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gerds58 16.01.2019, 20:10
116. kleine Welten

Wir bewegen uns immer mehr in unserern kleinen Welten und schaffen es nicht über den Tellerrand zu schauen.
Zuhören, ernst nehmen, Wertschätzung und echte Kommunikation Dort wo das gelingt wird es lebendig und kreativ. Die Qualifikation ist dann Sch... Egal.

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senapis 16.01.2019, 20:12
117. Durchblick?

Zitat von DerBlicker
Die Ingenieure sind zurecht pingelig, und das passt schlampigen Handwerker nicht. Meine Mutter hatte sich das Esszimmer neu fließen lassen, eine Randfließe hatte einen Abstand von mehreren Milimetern zur Wand, sie hat das nicht gestört. Aber ich hätte das so niemals abgenommen, ich habe ihr das auch so gesagt. Daraufhin musste der Fließenleger noch mal ran. Wäre das nicht korrigiert worden , hätte sich die Fliese garantiert nach wenigen Monaten von der Wand gelöst. Zum Glück gibt es beim Bau 5 Jahre Gewährleistung, so dass man lange reklamieren kann.
Fliesen benötigen ringsherum ein Bett aus Fugenmörtel. Dieses gleicht Dehnungen bei Temperaturunterschieden aus und verhindert ein Lösen vom Untergrund oder ein Abplatzen von Teilen der Fliese (die nur mit "s" geschrieben wird!). Speziell bei den Randlagen an der Wand. Hier ist also eine Fehlerquelle nach Reklamation eingebaut worden... Hilfe!

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dasbeau 16.01.2019, 20:16
118. Gedankenspiel

Ich frage mich die ganze Zeit, wie wohl die Reaktionen gewesen wären, wenn der gute Herr Fliesenleger die gleichen schlechten Erfahrungen mit z.B. Ausländern oder Frauen gemacht hätte und diesen gegenüber die gleiche Reaktion gezeigt hätte. Der Aufschrei wäre - völlig zu Recht - gigantisch gewesen. Die Diskriminierung bestimmter Berufgruppen hingegen scheint, den Reaktionen nach zu urteilen, gesellschaftlich absolut akzeptiert zu sein.
Kann mir das jemand erklären?

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testsmtest123 16.01.2019, 20:16
119. Neid der Besitzlosen?

Als ausgebildeter Mechatroniker (mit Facharbeiterabschluss) und Ingenieur (Dipl.Ing.(FH)) kenne ich mich in beiden Welten aus. Selbst ich muss mich in meiner Firma oft über hochnäsige Einkäufer/Vertriebler, oberlehrerhafte Ingeniuer-Berufskollegen als auch, über sich gnadenlos überschätzende Facharbeiterkollegen ärgern.
Die Wertschätzung der Arbeit anderer gilt in allen Fällen maximal im eigenen Betätigungsfeld, alle anderen sind sowieso immer Idioten (und das ist nicht geschlechtertypisch).
Die eigene Arbeit überhöht darstellen und die der anderen runtermachen ist doch ein Grundprinzip unserer Gesellschaft. War es, ist es und wird immer so sein! Hat was mit Gruppendynamik zu tun das dürfte der studierte Mitautor sicher bestätigen.
Also für alle Ingenieure/ Lehrer/ Ärzte/ Rechtsanwälte/ Putzfrauen/ Erzieher/ Schlosser/ Psychologen/ Hilfsarbeiter/ Postboten/ etc. habt Respekt für die Tätigkeit anderer. Niemand kann alles!

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