Forum: Karriere
Heutige Wella-Chefin über Babypause : "Mit dir sind wir in einem Jahr fertig"

"Null Bock" auf eine Frau hatten die Kollegen von Elke Benning-Rohnke, als diese nach der Geburt ihres Sohnes wieder arbeiten ging. Das war vor über 20 Jahren. Heute sitzt sie im Vorstand.

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flexier 15.12.2014, 15:57
60. Wenn ein Meeting ...

Zitat von MutzurLücke
Man könnte umgekehrt zu dem Artikel sagen: "Ja, wenn es so einfach möglich war, die Meetings abzubrechen, wenn der Zeitplan von Frau Benning-Rohnkes Kinderfrau es verlangte, ging es da wohl auch um nichts so irrsinnig Wichtiges." Was also, wenn bei einem Meeting wirklich mal was Kompliziertes und Eiliges zu einem konkreten Ergebnis gebracht werden muss und Frau Benning-Rohnke leider trotzdem nur ihren privaten Terminplan im Kopf hat? Die Welt bitten, mal kurz bis morgen zu warten, bis sie sich weiterdreht?
nicht Zielführend sein kann weil EINE Person nicht anwesend ist (mal abgesehen von Meetings mit 2 Teilnehmern), dann stimmt da etwas nicht.

Ausserdem halten sich gut geführte Meetings an einen zeitlichen Ablauf und wenn ein Punkt nicht im vorgegebenen Zeitrahmen geklärt werden kann, wird er verschoben. Wenn das Probleme in einer Firma erzeugt, dann läuft da was falsch im Management...präzise im Zeitmanagement.

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bonngoldbaer 15.12.2014, 16:13
61.

"Unter meinen Kollegen dort konnte niemand meine Frage verstehen, ob es nicht schädlich sei, wenn die Kinder fremdbetreut aufwachsen."
Es ist nicht schädlich. Aber die Kinder haben dann zu den Betreuungspersonen eine engere emotionale Beziehung als zu den Eltern. Und werden nicht die geringsten Hemmungen haben, später die Betreuung der Eltern ausgebildetem Fachpersonal zu überlassen. Man muss halt wissen, was man will.

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hemithea 15.12.2014, 17:12
62. Probleme werden durch halbgare Gesetze nicht gelöst

Wenn man bedenkt, welche Generation gerade überwiegend in den höheren Führungsebenen sitzt, dann ist es doch nicht verwunderlich, dass sie sowas denken. Das sind doch überwiegend Männer, die eben in einer Zeit aufgewachsen sind, in der die Frauen zu Hause bleiben und die Männer die große Karriere machen. Dieses Gedankengut lässt sich eben nicht per Gesetz "wegmachen" lassen. Für mich (23) wird sich erstmal so viel ändern, dass man gezwungen ist, mich anzustellen.
Jetzt liegt es an meiner Generation, unsere Kinder so zu erziehen, dass Männer und Frauen nicht nach den Geschlechtern entscheiden oder ihr Verhalten den erwarteten Klischees anpassen, sondern nach Ihren Wünschen handeln und ihnen egal ist, wen sie anstellen, solange die nötigen Kompetenzen vorhanden sind. Es ist an uns, die Politik usw so zu formen, dass Kinder nicht mehr als Ballast angesehen werden und Eltern als faule Säcke, die sich um jede Mehrarbeit drücken. Und es liegt an uns Frauen unsere Söhne, so zu erziehen, dass für sich auch selbstverständlich ist, sich in die Familie einzubringen, mehr als nur Geldverdiener zu sein.

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flexier 15.12.2014, 17:32
63. Hmmmmm,...

Zitat von bonngoldbaer
"Unter meinen Kollegen dort konnte niemand meine Frage verstehen, ob es nicht schädlich sei, wenn die Kinder fremdbetreut aufwachsen." Es ist nicht schädlich. Aber die Kinder haben dann zu den Betreuungspersonen eine engere emotionale Beziehung als zu den Eltern. Und werden nicht die geringsten Hemmungen haben, später die Betreuung der Eltern ausgebildetem Fachpersonal zu überlassen. Man muss halt wissen, was man will.
Ich denke schon das eine Fremdbetreuung nicht optimal ist, um es so neutral wie möglich auszudrücken. Und ob fremdbetreute Kinder später ihre Eltern auch fremd betreuen lassen ist auch nicht zwingend logisch.

Gefühlsmäßig haben Sie allerdings völlig recht !!!

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FocusTurnier 15.12.2014, 17:42
64. Ein ziemlich selbstherrlicher Kommentar

Zitat von hemithea
Wenn man bedenkt, welche Generation gerade überwiegend in den höheren Führungsebenen sitzt, dann ist es doch nicht verwunderlich, dass sie sowas denken. Das sind doch überwiegend Männer, die eben in einer Zeit aufgewachsen sind, in der die Frauen zu Hause bleiben und die Männer die große Karriere machen. Dieses Gedankengut lässt sich eben nicht per Gesetz "wegmachen" lassen. Für mich (23) wird sich erstmal so viel ändern, dass man gezwungen ist, mich anzustellen. Jetzt liegt es an meiner Generation, unsere Kinder so zu erziehen, dass Männer und Frauen nicht nach den Geschlechtern entscheiden oder ihr Verhalten den erwarteten Klischees anpassen, sondern nach Ihren Wünschen handeln und ihnen egal ist, wen sie anstellen, solange die nötigen Kompetenzen vorhanden sind. Es ist an uns, die Politik usw so zu formen, dass Kinder nicht mehr als Ballast angesehen werden und Eltern als faule Säcke, die sich um jede Mehrarbeit drücken. Und es liegt an uns Frauen unsere Söhne, so zu erziehen, dass für sich auch selbstverständlich ist, sich in die Familie einzubringen, mehr als nur Geldverdiener zu sein.
Man wird gezwungen, Sie anzustellen? Ich habe herzlich gelacht. Kein Unternehmen ist gezwungen, SIE anzustellen. Per Quote werden ein paar abgehalfterte Politikerinnen in die Wirtschaft geschwemmt. Es gibt also doch ein Gesetz, mit dem man "Gedanken wegmachen" kann.

Als zweifacher Vater (Sohn/Tochter) finde ich es allerdings etwas befremdlich, daß Sie sich die Umerziehung von Jungen (Mädchen kommen in ihrer Aufzählung ja nicht vor) auf Ihre elterliche Pflichtenliste gesetzt haben. Ihre Generation spielt bei der Geburtenentwicklung in diesem Land bisher ja noch keine große Rolle und es ist auch nicht zu erwarten, daß sich die Geburtenzahlen in den nächsten 5 bis 10 Jahren dramatisch ins Positive verändern. Denn dazu bräuchten Frauen (im Normalfall, jedenfalls bis jetzt) auch einen Mann, der bereit ist, eine Familie unter diesen Umständen mitzuerwägen. Und die gibt es wohl immer seltener.

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sabinaz 15.12.2014, 18:18
65. Ja, das kann man.

Zitat von bekkawei
Man kann als Frau, wenn man richtig Karriere machen will, jemanden einstellen, der das Kind/die Kinder komplett von morgens bis abends betreut. Mit allem Drum und Dran. Und zwar so, dass man nie ein Meeting abbrechen muss, um nach Hause zu eilen. So, dass man vollkommen ruhig auch 10 Stunden Tage schieben kann. Und wenn das Kind krank ist, hat die Person alles fest im Griff. Diese Betreuung kostet natuerlich was. Aber wenn man Karriere macht, verdient man ja auch genug und kann sich das leisten. Und ein "ach so wichtiges Meeting", wie Sie so herablassend schreiben, und damit wohl eine unnuetze Besprechung meinen, das gibt es an wichtigen Positionen selten. Da geht es meistens um was dringendes.
...und dann wird ein Kind doch so krank, dass es die Mama, den Papa sehen will. Und ”ach so wichtige Meetings” habe ich genug erlebt, danke schön. Die Hälfte davon war unnötig und / oder viel zu lang. Also, es ist nicht so einfach. Und darauf muss die Arbeitswelt mehr Rücksicht nehmen. Und das sage ich, die keine Kinder hat, aber Kolleginnen, die ebenfalls gut verdienten, erstklassige Betreuung haben. Trotzdem. Es ist schwierig.

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hemithea 15.12.2014, 20:02
66. an Focus (#64)

Sie haben Recht, meine Gedanken haben sich überschlagen und dann kam sowas raus.

Also, ich meinte, wäre ich in der Position, dass ich mich auf ein Aufsichtsratposten bewerven könne, wäre dann der Chef eventuell dazu gezwungen, mich zu nehmen, wenn sein Unternehmen die Quote noch nicht erfüllt. Da kann er noch so viel denken, dass die Frau ans Herd gehört, er würde mich wegen des Gesetzes einstellen müssen. (ich hoffe, ich habe mich jetzt klarer ausgedrückt)

Ich habe einen Sohn, fast 2 Jahre alt, und ich möchte ihn nicht umerziehen, wir möchten ihn einfach vernünftig erziehen. Also, was wir als vernünftig betrachtet. Ich würde mir wünschen, dass unser Sohn später, einen gemeinsamen Haushalt eben als "gemeinsam" empfindet. Ob er sich später für Kinder, Ehe, Lebenspartnerschaft entscheidet, ist für uns erstmal nebensächlich. Aber wir würden uns wünschen, dass - falls unser Sohn und seine Partnerin/sein Partner gleichberechtigt arbeiten und einen gemeinsamen Haushalt führen, dass er sich darin beteiligt. Genauso aufräumt, einkaufen geht, kocht und sich für seine Kinder interessiert und sie auch erzieht. Ich würde mir wünschen, dass er solche Arbeiten nicht als "Frauenarbeit" abtut, dass er mit seiner Partnerin/seinem Partner vernünftig sich einigen kann. Da mein Partner (auch der Vater des Kindes) mich bei sowas unterstützt, denke ich, dass er auch das möchte, was ich. Bei streitigen Themen haben bisher immer Kompromisse gefunden.
Würde das Zweite Kind ein Mädchen sein, würde ich mir Mühe geben, dass unser Mädchen keine verwöhnte Zicke wird, sondern auch weiss, dass sie im Haushalt einen gewissen Beitrag bringen MUSS, damit das Zusammenleben funktioniert.

Was uns aber bei allen unseren Kinder wichtig ist, dass sie so selbstständig werden, dass sie unabhängig ihres Geschlechtes handeln, sondern ihre Interessen, ihre Talente, ihre Wünsche beachten. Und v. A. Würde ich mir für sie wünschen, dass sie in einer Welt leben, in der es egal ist, ob man ein Mann, eine Frau ist, sondern in einer Welt, in de es ausschließlich nach Kompetenz, Können und Charakter geht. Ich wünsche mir, dass es irgendwann selbstverständlich sein wird, dass auch Väter sehr wichtig sind und Elternzeit nehmen (mein Partner hat es gemacht).

Aber jemand, der wie viele heutige um die 50-jährige, in einer Gesellschaft aufgewachsen sind, in der die Frau nicht gearbeitet hat, sondern Hausfrau war, denkt nun mal aber anders. Und das kann man auch per Gesetz nicht ändern.
Gleichbehandlung fängt im Kopf an. Und was Feminismus heute rauhaut, ist es nicht. Genauso wie die Machos.

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FocusTurnier 15.12.2014, 21:32
67. Im Grunde.....

Zitat von hemithea
Gleichbehandlung fängt im Kopf an. Und was Feminismus heute rauhaut, ist es nicht. Genauso wie die Machos.
....Stimme ich Ihren Ausführungen zu, kann aber beim Thema "Quote" kein Vorleben von positiven, freien Rollenbildern erkennen, sondern sehe eine Diskriminierung einer ganzen Generation von jungen Männern (nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch in der Schule/Universität) zugunsten des gesamten weiblichen Geschlechts. Ich könnte meinen Kindern zur Zeit nicht schlüssig erklären, warum meine Tochter aufgrund ihres Geschlechtes in vielen gesellschaftlichen Bereichen das Fortkommen erleichtert wird (was mich als Vater freut), meinem Sohn diese gesellschaftliche und politische Unterstützung aufgrund seines Geschlechtes aber großteils verwehrt wird (was mich als Vater und Mann ärgert). Ihre Ausführungen zum Arbeitsmarkt halte ich ehrlich gesagt für sehr optimistisch. Sollte es jedoch wirklich so eintreten, daß Diskriminierungen von Männern auf dem Arbeitsmarkt weiterhin als "positiv" angesehen werden, können Sie sich schonmal überlegen, was Sie Ihrem Sohn dazu später mal sagen.

Gleichbehandlung fängt im Kopf an. Und mein Kopf sagt mir, daß Diskriminierung keine Gleichbehandlung ist.

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hemithea 16.12.2014, 06:20
68. An FocusTurnier.

Ich persönlich bin gegen die Quote, da ich finde, dass es dabei nicht um Kompetenz geht, sondern um die Bevorzugung von Frauen.
Ich persönlich will nicht, dass man mich als Frau von irgendwelchen Pflichten entbindet, ich bin ja schließlich nicht blöd.
Die Frauenquote war in meinen Augen bloß ein Projekt, um Wählerstimmen zu fangen. Was machen nun Betriebe, die nicht genug Frauen finden?
Ausserdem ist diese Quote in meinen Augen der einfachste Weg, Probleme, die unsere Gesellschaft hat, zu beseitigen. Ich bin mir sicher, dass es in Deutschland genug Frauen gibt, die die richtige Ausbildung haben, um sich im fairen Wettbewerb messen zu können, wenn die richtigen Rahmenbedingungen geben sind. Es ist nun mal so, dass nur Frauen Kinder kriegen können und dass sie dann erstmal raus aus dem Job sind. Das kann man nicht ändern. Aber man kann die Familienpolitik soweit ändern, dass das kein Hinderungsgrund ist. Das würde aber viel Zeit und Geld erfordern.
Dabei fordere ich nicht, dass alles die Gemeinschaft übernimmt, nein, nur ne sinnvolle Planung. Soweit scheint die Politik aber nicht zu denken. Da ich aber auch nicht die Möglichkeit habe, in diesem Land politisch mitbestimmen zu können, muss ich mich wohl oder übel mit so einem Murks abfinden.

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tennislehrer 16.12.2014, 07:14
69. Dieses Gejammere

Geht mir extrem auf den Zeiger! Jeder schafft es nach oben, wenn er sich bemüht. Zudem hat der Verdienst auch sehr viel mit Verhandlungsgeschick zu tun!

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