Forum: Karriere
Heutige Wella-Chefin über Babypause : "Mit dir sind wir in einem Jahr fertig"

"Null Bock" auf eine Frau hatten die Kollegen von Elke Benning-Rohnke, als diese nach der Geburt ihres Sohnes wieder arbeiten ging. Das war vor über 20 Jahren. Heute sitzt sie im Vorstand.

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kfp 17.12.2014, 12:10
80. Sie haben es nicht verstanden!

Zitat von flexier
Sie haben mich nicht verstanden... --- Zitat von lindenbast: "Das Sonnenduschen kann man aufschieben. Die Kinder kann man aber schlecht stundenlang vor der Kita warten lassen." --- Die Prioritäten setzt jeder Arbeitnehmer für sich. Und für einen Kinderlosen ist die Priorität des Sonnenduschens vermutlich höher als die seines Kollegen der seine Kinder von der Kita abholen muss. Und der Sonnenduschende ist deswegen nicht unsozial.
Derjenige, der die Kinder von der Kita abholen muss, kann nicht willkürlich "Prioritäten" setzen: Die Kita macht zu einer festen Zeit zu, und die Kinder müssen abgeholt werden, ob ihm das passt oder nicht. Der Sonnenduscher dagegen kann sich aussuchen, ob er morgens vor der Arbeit, in der Mittagspause, spätabends oder am Wochenende zur Sonnenbank geht. Zur Not kann er die Sonnenbank auch mal ausfallen lassen und dafür bei nächster Gelegenheit einmal öfter hingehen...

Wenn der dann solche "Prioritäten setzt", dass er unbedingt um 16:30 zur Sonnenbank will, so dass sein Kollege mit Kindern genau dann die Arbeit fertig machen muss, wenn die Dreijährigen allein vor der Kita stehen und ausprobieren, wie oft man über die Straße rennen kann, bis ein Auto einen umfährt, verhält er sich in der Tat unsozial.

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kfp 17.12.2014, 12:33
81.

Zitat von hemithea
Und es liegt an uns Frauen unsere Söhne, so zu erziehen, dass für sich auch selbstverständlich ist, sich in die Familie einzubringen, mehr als nur Geldverdiener zu sein.
Erstens: Wie wollen Sie Ihre Söhne vorwiegend erziehen, wenn Sie gleichzeitig 200% Ihrer Zeit der Karriere widmen müssten, um dort ernst genommen zu werden? (Keine theoretische Frage, ich versuche es seit über 5 Jahren, mit dem Ergebnis, dass ich sowohl auf der Arbeit unten durch bin, wenn ich im Schnitt wohl 1-2mal pro Woche früh genug gehen muss, um auch mal den Kleinen von der Kita abzuholen, und im Jahr meist bis zu 3 Kinderkrankentage nehmen muss. Während dem Kleinen trotzdem von Kita-Erzieherinnen, Großeltern usw. genau all das eingetrichtert wird, was ich für fatal halte. Aber zu Protest bin ich nicht berechtigt, weil ich ja nicht diejenige bin, die sich den lieben langen Tag um den Kleinen kümmert, also muss man den wirklichen Betreuern dankbar sein und Klappe halten...)

Zweitens: Egal was Sie Ihrem Sohn beibringen: Wenn er dann erstmal mit seiner zukünftigen Partnerin auf AG trifft, die 200% Einsatz verlangen dafür, dass die beiden überhaupt ihre befristeten Stellen verlängert bekommen, bleibt ihnen in vielen Fällen keine Wahl, als wieder auf das Alleinverdienermodell zurückzufallen. Und da die Gehaltslücke dann sicher immer noch existiert, da sie ja heute lieber wegdiskutiert (bzw. durch Rechentricks auf 2%, also angeblich "nichts", heruntergehandelt wird) als sinnvoll angegangen wird, wird es vermutlich seine Frau sein, die Babypause machen muss, während er zu nennenswerter Beteiligung an Haushalt und Familie keine Zeit hat, da der Erhalt seiner Stelle und damit des Familieneinkommens schon jedes Quäntchen seiner Kraft benötigt...

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bekkawei 17.12.2014, 15:52
82.

Zitat von kfp
Gerade hier ist doch das Problem die extreme Unflexibilität bei dt. Arbeitgebern. Wo wäre denn das Problem, im Supermarkt, bei der Altenbetreuung usw. Stellen mit festen Schichten anzubieten, so dass jemand mit Familie eben zu Kita-Öffnungszeiten arbeiten ........
Tja, aber auch "Eulen" haben Kinder und wollen meistens nicht den Abend an der Supermarktkasse, trotz - sowieso vorgeschriebenem - Nacharbeitszuschlag verbringen.

Und was soll das "ein Kind um 6.30 in der Schule abgeben"?
Erwarten Sie dann, dass der Lehrer dort ist um das Kind zu betreuen?

Meine Guete, diese Kinder aber auch, laestig, laestig, bringen das ganze Leben durcheinander und machen nur Stress.

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bekkawei 17.12.2014, 15:54
83.

Zitat von kfp
Derjenige, der die Kinder von der Kita abholen muss, kann nicht willkürlich "Prioritäten" setzen: Die Kita macht zu einer festen Zeit zu, und die Kinder müssen abgeholt werden, ob ihm das passt oder nicht. Der Sonnenduscher dagegen kann sich aussuchen, ob er morgens vor .....
Hier irren Sie.

Der "Sonnenbankbenutzer" hat nicht weniger Rechte als der Elternteil mit Kind in der Kita und er ist nicht unsozial, wenn er auf die Rechte pocht.

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kfp 17.12.2014, 21:14
84.

Zitat von bekkawei
Tja, aber auch "Eulen" haben Kinder und wollen meistens nicht den Abend an der Supermarktkasse, trotz - sowieso vorgeschriebenem - Nacharbeitszuschlag verbringen.
Nicht alle Eulen haben Kinder, und es gibt auch Leute mit Kindern, die abends sogar eher als tagsüber bereit sind, die Kinder im Gewissen, dass sie beim Partner bestens betreut sind, anderen zu überlassen. Der Punkt ist, dass viele Menschen eben besser zu bestimmten, eingeschränkten Zeiten der Arbeit zur Verfügung stehen können, weshalb es völlig unsinnig ist, pauschal von allen 7-22 Uhr Bereitschaft zu verlangen. Da sowieso niemand die volle Zeit 7-22 Uhr arbeiten darf, warum lässt man AN nicht ihre Wunschschichten machen bzw. regelt das bei Schieflagen durch Extrabezahlung bei den wenig populären Zeiten?

Zitat von
Und was soll das "ein Kind um 6.30 in der Schule abgeben"? Erwarten Sie dann, dass der Lehrer dort ist um das Kind zu betreuen?
Offenbar erwartet das der AG, da die keine Pflegekräfte haben wollen, die nicht um 6:30 auf der Matte stehen können. Aber die alleinerziehende (verwitwete) Mutter eines Sechsjährigen kann das eben nicht, egal wie hochmotiviert sie in ihrem Beruf sonst ist. Ergebnis: Sie muss von H4 leben, da es um 6:30 eben weder Kinderbetreuung gibt noch irgendein AG bereit ist, von der Forderung mit Schichten jederzeit zwischen 6:30 bis 22 Uhr (und natürlich auch Wochenendbereitschaft) abzurücken.

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kfp 17.12.2014, 21:16
85.

Zitat von bekkawei
Hier irren Sie. Der "Sonnenbankbenutzer" hat nicht weniger Rechte als der Elternteil mit Kind in der Kita und er ist nicht unsozial, wenn er auf die Rechte pocht.
Bei der Kinderbetreuung geht es aber eben nicht um Rechte, sondern um Notwendigkeiten. Ja, der Sonnenbankbenutzer hat ebenso Recht auf Freizeit, aber es ist ein Unterschied, ob man sich diese Freizeit weitgehend frei einteilen kann, oder ob die Zeiten eben von außen vorgegeben sind wie bei der Kita-Schließzeit.

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SabineHäberle 18.12.2014, 08:40
86.

Zitat von Scheidungskind
Das mag so sein, den Preis zahlen aber die Kinder ihr Leben lang. Welche Zukunft uns die frühe Fremd- und Gruppenbetreuung bringt, läßt sich bereits heute in Frankreich mit seiner langen Tradition distanzieerter Eltern - Kind-Beziehungen besichtigen: http://www.zeit.de/2013/37/frankreich-kinder-staatliche-fruehfoerderung/seite-2
Ein Beispiel aus meiner Familie:
Urgroßmutter 1: 12 Kinder, Bauernhof, um die Jahrhundertwende geboren.
Urgroßmutter 2: 'nur' 5 Kinder, Näherin.
Großmutter 1: 4 Kinder, während des 2. Weltkrieges, dann Kriegerwitwe, arbeitete als Näherin in einer Firma.
Großmutter 2: ein überlebendes Kind, ebenfalls Witwe, arbeitete als Angelernte in einer Elekrofirma.

Glauben Sie allen Ernstes, diese Mütter hatten Zeit für Babyschwimmen, Mutter-Kind-Turnen oder simple Spiel-Zeit?

Auch da waren die Kinder fremdbetreut, durch ältere Tanten, Großmütter, oder auch Nachbarn. Meine Mutter war bei einer alten Nachbarin, während meine Großmutter am Band gearbeitet hat.
Glauben Sie wirklich, das war besser als eine Betreuung durch ausgebildete Erzieherinnen?

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