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Historisch frühe Weinlese: "Wir müssen die Ernte in die Nacht verlegen"
Privat

Weil die Trauben jetzt schon reif sind, startet die Weinlese in Deutschland so früh wie nie zuvor. Was bedeutet das für die Winzer - und für den Jahrgang? Anruf auf einem Weingut.

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Le Commissaire 06.08.2018, 22:18
1.

Zitat: "Die Weinlese hat sich in den letzten Jahren immer weiter nach vorn geschoben. Als ich noch jung war, so in den Neunzigerjahren, da ging die Ernte noch bis in die erste Novemberwoche."
Dann können die Winzer also schon im Oktober auf die Kanaren und dabei die Hauptsaison umgehen, das ist doch auch schön.

Übrigens: In der mittelaterlichen Warmzeit (etwa 7.-11. Jhd.) wuchs sogar in Südnorwegen Wein, das wird vielleich bald wider möglich sein. Und in Südgrönland wurde Viehwirtschaft betrieben und Getreide angebaut, bis dann die "kleine Eiszeit" der Landwirtschaft dort buchstäblich den Boden entzog.

Ich denke, wir werden mit dem aktuellen Klimawandel gut umzugehen lernen. Formal sind wir noch in einer Eiszeit und damit erdgeschichtlich in einer selteneren kalten Periode.

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fatal.justice 06.08.2018, 23:04
2. Greenland...

Zitat von Le Commissaire
Zitat: "Die Weinlese hat sich in den letzten Jahren immer weiter nach vorn geschoben. Als ich noch jung war, so in den Neunzigerjahren, da ging die Ernte noch bis in die erste Novemberwoche." Dann können die Winzer also schon im Oktober auf die Kanaren und dabei die Hauptsaison umgehen, das ist doch auch schön. Übrigens: In der mittelaterlichen Warmzeit (etwa 7.-11. Jhd.) wuchs sogar in Südnorwegen Wein, das wird vielleich bald wider möglich sein. Und in Südgrönland wurde Viehwirtschaft betrieben und Getreide angebaut, bis dann die "kleine Eiszeit" der Landwirtschaft dort buchstäblich den Boden entzog. Ich denke, wir werden mit dem aktuellen Klimawandel gut umzugehen lernen. Formal sind wir noch in einer Eiszeit und damit erdgeschichtlich in einer selteneren kalten Periode.
... heißt nun nicht direkt Greenland, weil Kronleuchter durch´s Bild schwingen. Es gibt keine logische (menschlich nachvollziehbare) Abfolge der Ereignisse. Die derzeitige Schwitzewelle hat nur von Vorteil, sogar die zapfhahnigsten Blinden zu überzeugen, auch an die Zukunft zu denken. Zwecklos. Niemand kann Säugetiere davon abhalten, Weibchen zu imponieren. Das allgegenwärtige Brrrrummmmmm... ist nur ein Ausdruck der Hilflosigkeit. Auch: Wenn eine Hand frei war.

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fatal.justice 06.08.2018, 23:18
3. Für...

Zitat von Le Commissaire
Zitat: "Die Weinlese hat sich in den letzten Jahren immer weiter nach vorn geschoben. Als ich noch jung war, so in den Neunzigerjahren, da ging die Ernte noch bis in die erste Novemberwoche." Dann können die Winzer also schon im Oktober auf die Kanaren und dabei die Hauptsaison umgehen, das ist doch auch schön. Übrigens: In der mittelaterlichen Warmzeit (etwa 7.-11. Jhd.) wuchs sogar in Südnorwegen Wein, das wird vielleich bald wider möglich sein. Und in Südgrönland wurde Viehwirtschaft betrieben und Getreide angebaut, bis dann die "kleine Eiszeit" der Landwirtschaft dort buchstäblich den Boden entzog. Ich denke, wir werden mit dem aktuellen Klimawandel gut umzugehen lernen. Formal sind wir noch in einer Eiszeit und damit erdgeschichtlich in einer selteneren kalten Periode.
... einen Mitteleuropäer ist Ihre Sichtweise normal. Es ändert nur nichts daran, dass sogar Maximalpigmentierte wissen, wo der Fähranlieger wohnt. ENDLICH sollte man Lösungen suchen - nicht jeden gegen jeden ausspielen. Sogar die Ungarn haben mittlerweile begriffen, dass das eigene Überleben nur Sinn macht, wenn man auch anwesend ist. Mache mir da Sorgen. Die ungarische Fidesz-Propaganda schrammt nicht nur knapp am Endlösungsparadigma vorbei. Die CDU/CSU kennt das Dilemma.

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burgundy 06.08.2018, 23:21
4.

Lieber Commiassaire, Sie reden mir aus der Seele. Übrigens schadet nicht das Klima dem deutschen Wein, sondern die allgemeine Nachlässigkeit seiner Winzer. Wenn ich bedenke, wieviel Fürsorge JEDEN Tag ein burgundischer Winzer seinen Rebstöcken angedeihen lässt (das Ergebnis kann dann immer noch mittelmässig sein oder gar enttäuschend bis hin zu den Grand Crus) und dann sehe, wie selten der Winzer bei seinem Weinberg hier vorbeischaut (gerade, dass er seine Reben anbindet und gelegentlich zum Spritzen vorbeifährt), dann weiss man, wo Qualität wenigstens angestrebt wird und wo nicht. Dazu muss man dann nicht spektakuläre Nachtaktionen während der Ernte durchführen, denn die wahre Arbeit im Weinberg geschieht das ganze Jahr über. So gesehen sind die meisten billigen (aber leider auch die teuren) Weine in Deutschland deutlich überteuert (was nicht bedeutet, dass dies nicht auch woanders zutreffen kann, aber eben nicht von vornherein systematisch darauf angelegt ist).

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midnightswim 06.08.2018, 23:36
5. Jaja le Commissaire

Sie sind sich nicht zu schade, Propaganda zu betreiben. Sicherlich sind Sie auch der Meinung der Klimaverleugner, dass wir nur die Warmzeit vor der Eiszeit haben. Aber so schnell? Zack und da ist mal in drei Jahren ne Warnzeichen, oder? So nicht. Das Klima verändert sich, weil wir es verändern. Alles andere ist nur Wunschtraum und Sie sollten aufhören mit dem Traum.

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sethur 06.08.2018, 23:50
6. Mittelalterliche Warmzeit

Wikipedia:
Es gab während der mittelalterlichen Warmzeit mit hoher Sicherheit einige Regionen, die damals in etwa so warm waren wie gegen Mitte, teilweise auch Ende des vergangenen Jahrhunderts. Die Wärmeperioden des Mittelalters waren aber uneinheitlicher als die seit dem letzten Jahrhundert weltweit gleichzeitig voranschreitende Erwärmung. Seitdem hat sich die Erde weiter erwärmt, die mittleren Temperaturen der letzten dreißig Jahre, mindestens der Nordhalbkugel, sind wahrscheinlich inzwischen höher als die aller gleich langen Zeiträume im Mittelalter.

Wir sind jetzt schon wärmer dran als damals, also demnächst Weinanbau am geografischen Nordpol und Wüste Sahara bis zu den Alpen? Ich weiß (nicht denke oder glaube!) das meine Kinder sicher in einer anderen Welt aufwachsen und ziemlich sauer auf uns sein werden.

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flo_bargfeld 06.08.2018, 23:53
7. Erinnerungen an 2003 werden wach

Ich erinnere mich noch gut: Die Weine des Hitzesommers 2003 sollten ja auch ganz großartig werden. Stattdessen entstanden vor allem Weine von öliger Konsistenz mit sehr niedrigen Säuregraden und hohem Alkoholgehalt. Besonders den deutschen Rieslingen, die von sortentypischer Leichtigkeit und vom Säure-Frucht-Spiel leben, bekam das eher schlecht. 2003er-Jahrgänge von deutschen Weinen werden darüber hinaus auf dem Sammlermarkt auch nicht besonders hoch gehandelt. In den 18er-Jahrgang würde ich daher keine besonders hohen Hoffnungen setzen.

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beeblebrockx 06.08.2018, 23:53
8.

in den 70ern bevorzugte man schwere süße weine die man aus edelfaulen trauben erntete und deshalb erst im november las.
inzwischen geht der trend zu leichten, klaren und eleganten weinen mit feinem säurespiel. dazu muss man die trauben generell früher ernten, kein problem soweit.
wenn man aus den terminen der weinernte nun daten für den klimawandel ablesen möchte, liegt man vermutlich auf dem holzweg.
man könnte auch sagen: unwissenschaftlicher gehts nicht mehr.

der letzte ähnliche sommer ist 15 jahre her !!! damals hiess es auch, dass sowas jetzt viel öfter kommt, danach gab es super regenreiche und eher durchschnittlich warme sommer, erst 2007 und 2011 war es wieder etwas trockener.
vielleicht einfach mal die wetterdaten von damals darstellen, sind beim weininstitut sicher abrufbar, statt hier panik zu verbreiten.

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rainer_d 07.08.2018, 01:08
9.

Zitat von Le Commissaire
Zitat: "Die Weinlese hat sich in den letzten Jahren immer weiter nach vorn geschoben. Als ich noch jung war, so in den Neunzigerjahren, da ging die Ernte noch bis in die erste Novemberwoche." Dann können die Winzer also schon .....
Ja, das wäre alles nicht so schlimm - wenn nicht der sibirische Permafrostboden auch auftauen würde, und zwar ziemlich schnell.
Da kommt dann das dicke Ende.
Ich denke mal, die von Ihnen erwähnte Warmzeit hatte eine etwas längere Vorlaufzeit?

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