Forum: Karriere
Homosexuelle Netzwerke: Guten Tag, ich bin anders
DPA

Sie sind talentiert und ehrgeizig. Sie schließen sich zusammen, kämpfen für Anerkennung und gleiche Rechte. Eine Menge Spaß haben sie auch und dazu beneidenswerte Kontakte: Homosexuelle sind bei vielen Arbeitgebern hochbegehrt.

Seite 3 von 5
Schäfer 04.11.2013, 11:44
20. nachahmenswert

Zitat von sysop
In ist, wer drin ist, und so erregen die perfekt vernetzten Regenbogen-Freimaurer bisweilen sogar den Neid der Heteros.
Für Neid gibt es sicher keinen Grund, wenn man als Mitglied eines solchen "Netzwerks" homosexuell sein muss.

Gleichwohl halte ich solche Verbindungen, in denen die Mitglieder einander begünstigen, für eine gute Idee. Die sollte es auch für andere Gruppierungen geben (Hochintelligente, Gläubige, Rassisten etc.). Dass dies bisher ein Privileg der Rotarier und Freimaurer war, ist ein Anachronismus. Über das Internet sind solche Institutionen inzwischen, auch über Distanzen hinweg, leicht zu organisieren. Exklusivität kann mit dem richtigen Konzept praktisch immer zum Erfolg führen.

Ich vermute, dass solche Entwicklungen inzwischen verbreitet sind, nur, dass andere Gruppen damit nicht hausieren gehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
experiencedsailor 04.11.2013, 11:57
21. Mit 45, leichtem Bauch und ergrauenden Haaren

ist man nicht in der Augen der eigenen Homo-Comminunity nicht mehr der coole Gay-Hipster, sondern ein alternder Mann, der das beste wohl hinter sich hat. Sich bei der Arbeitssuche jetzt noch als Gay zu outen, führt unweigerlich zur Disqualifikation. Welcome in Germany, not in Utopia.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
slimchasy 04.11.2013, 12:06
22. Klischees aus dem letzten Jahrtausend

"Schwule sind die besseren Frauen. Gebildet, engagiert, kreativ, demütig, gut gekleidet - und das alles ohne Kinder!"

Soll das Ihr Ernst sein?
Das ist beleidigender als alles, was ich in den letzten Jahren zum Thema Nicht-Gleichstellung von CDU/CSU gehört habe.
Schwule sind genau so ungebildet, phlegmatisch, einfallslos und schlecht gekleidet wie andere Männer auch, nur das sie dabei trotzdem mehr und besseren Sex haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cburgdorff 04.11.2013, 12:21
23. Die Welt änder sich noch immer

In meiner aktiven Zeit in einem großen britischen Unternehmen sind mir sämtliche Formen der Diskriminierung begegnet: Sei es der britische Chef, der sich im Kreise seiner Untergebenen abwertend über einen seiner Direct Reports äußerste (man wurde in dem Zusammenhang auch gerne mal als Teutone bezeichnet oder es wurde darauf hingewiesen, dass in jedem German ein "germ" innewohnt), oder der mittelmeerländische Chef, der nach außen hin liberal auftrat, aber im Zweifelsfall seine homphobe Seite brutalst offenbarte, oder der australische Kollege, der mit unverhohlener Ablehnung reagierte, oder die (mehr oder weniger hilflose) Personalabteilung, die sich auch eher selten für Diversity einsetze, und dann nur, wenn es von oben befohlen war, oder wirklich nicht anders ging, oder die Ethics Hotline, auf die man beim Anrufen zuerst auf den lokalen Pförtner stieß (!) etc. etc. Die Liste ist lang und noch länger, aber nicht überall wo Diversity drauf steht ist auch Diversity drin. So kann ich es nur begrüßen, dass es Firmen gibt, die sich ihrer Vorreiterrolle bewußt sind. Dass diese Firmen eher im anglosächsischen Sprachraum anzufinden sind, hat sicher auch etwas mit übertriebener bzw. falsch verstandener Political Correctness zu tun. Generell vermute ich, dass es wohl immer noch so ist wie es immer war: Für Schwule ist in den männlich dominierten Führungsetagen nicht viel Platz. Und da sollen sich doch bitte mal die Menschen mit ihrer Kritik etwas zurückhalten, die sich noch nie wegen ihrer Sexualität rechtfertigen mussten bzw. wo das überhaupt ein Thema gewesen ist. Zeitlebens halte ich es mit dem simplen Ansatz: Ich rede von meinem Mann oder meinem Ehegatten, erwähne den Namen, nenne uns "wir", mache es zur Selbstverständlichkeit, sowohl nach oben als auch nach unten in der Hierarchie. Wenn ich dann in das verdutzte Gesicht meines Gegenübers schaue und diesen gewissen ungläubigen Ausdruck sehe, dann merke ich, dass ich schon etwas erreicht habe. Und das ist in 9 von 10 Fällen positiv.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MILK Freund 04.11.2013, 12:34
24. bisschen auch um Heteros...

"Bei der Karrieremesse Sticks & Stones wird in Berlin vor allem um Homosexuelle geworben und ein bisschen auch um Heteros"... Ein bisschen Frau Endres? Ein Drittel unserer BesucherInnen sind hetero. Wir sind sowas von Heterofriendly :-) Nach ihrer sexuellen Orientierung fragt sie übrigens keiner auf der Messe #EinhörnerLiebenAuchHeteros

Beitrag melden Antworten / Zitieren
daniöla 04.11.2013, 12:40
25. Fröhlich ist gut

Zitat von carolane
War ja schon immer klar. Wer mit Frau Kinder verantwortlich aufzieht ist schuld an der Überbevölkerung, Umweltverschmutzung und pampersgefüllter Übellaunigkeit. Besser ist es sich aus all dem rauszuhalten, hip und beneidenswert zu sein, viele Kontakte zu haben, billig in Berlin zu leben und natürlich nur spaßig feiern und fröhlich sein, was ja das deutsche Wort für gay ist. Seltsam, wenn es denn so fröhlich toll ist, so andersartig zu sein, warum wird in den Medien auf Teufel komm raus versucht diese fröhliche Andersartigkeit in den schönsten Regenbogenfarben nervig anzupreisen. Wer weiß das schon. Vielleicht ist es aber nicht jedermans Sache so verzwungen extrovertiert jedem seine fröhliche Andersartigkeit unter die Nase reiben zu wollen. Mich errinert diese aufgedrehte Dauerfröhlichkeit an das aufgesetze Dauerlächeln in Werbung und Politik.
Das ist wieder einer der nur Schlechtes über andere Menschen denkt. Warum ist es denn so falsch fröhlich zu sein? Wenn die eben immer fröhlich sein wollen. Und wenn ich mir die Politiker anschaue, so könnten die ruhig ein bisschen mehr lächeln, so wie die das in Amerika machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
keery 04.11.2013, 12:55
26. Homosexualität sagt nichts über Fähigkeiten

Das standardmäßige Assoziieren von Homosexualität mit bestimmten menschlichen Eigenschaften und persönlichen Fähigkeiten ist ganz einfach Diskriminierung, weil es den betreffenden Menschen die Individualität abspricht und sie doch wieder auf ihre Sexualität als bestimmenden Faktor reduziert. Außerdem setzt es die, die diesen "positiven" Cliches nicht entsprechen wieder unter Druck, weil sie auch hier wieder nicht den Erwartungen und der angeblichen "Norm" entsprechen.

Das Arbeitgeber gezielt nach Homosexuellen suchen, weil die bestimmte Eigenschaften besitzen, ist daher unsinnig.

Sinn macht es allerdings, Offenheit zu signalisieren und zu leben, um qualifizierten Mitarbeitern das Gefühlt zu geben, dass ihre Person, ihre Arbeit und ihre Qualifikation unabhängig von ihrer Sexualität (die i.d.R. so rein gar nichts mit dem Job zu tun hat) geschätzt und gewürdigt wird.
Das *unabhängig* ist das erstrebenswerte, nicht das "genau deswegen" oder das "genau deswegen nicht". Dieses ganze "in ist, wer drin ist" ist auch eine Abgrenzung, die vielleicht manchmal notwendig ist, um zu überleben, die aber keinesfalls als (finaler) Erfolg gefeiert werden sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
merkel123 04.11.2013, 13:18
27. Im oeffentlichen Dienst

ist es besonders einfach, homosexuelle Mitarbeiter aus Leitungsfunktionen fernzuhalten bzw. zu entfernen.
Da der oeff. Dienst ein Monopol hat und keiner Konkurrenz ausgesetzt ist, kann er getrost auf qualifizierte Mitarbeiter verzichten, wenn sie, zB. wg. sex. Orientierung, nicht ins Raster passen.
Die damit verbundenen Kosten spielen ebenso keine Rolle, da diese ja vom Steuerzahler aufgebracht werden muessen und die Verantwortlichen keinen Regress zu fuerchten haben.
Habe in meinem Bekanntenkreis einen frueheren hoeheren Beamten, der nach Bekanntwerden seiner sex. Orientierung jahrelang von jeder angemessenen Taetigkeit ausgeschlossen wurde und schliesslich - gewissermassen als Kompromissloesung - mit Anfang Vierzig kerngesund in die vorzeitige Pension verabschiedet wurde...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mastermason 04.11.2013, 13:19
28.

Zitat von fk85
Ich gege ihnen Recht. Dieser Artikel kann nur von einer nicht-homosexuellen Frau geschrieben worden sein. Hier wird böses Gift gegen Homosexuelle erzeugt. Ich denke die Frau ist nicht einmal in der Lage das zu bgreifen. Andererseits sind Aufnahmerituale mancher elitärer Clubs tatsächlich rein homosexuell. Selbst eine große Bruderschaft die den meisten bekannt sein dürfte, pflegt homosexuelle Rituale. Deswegen wird darauf geschaut, möglichst junge Männer für die Bruderschaften zu begeistern.
Darf ich fragen, welche Bruderschaften Sie meinen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Eva K. 04.11.2013, 13:29
29. Hypsch bunt

IBM Deutschland hat, so auf die Schnelle nachgelesen, ca. 21.000 Mitarbeiter. Wenn ich davon ausgehe, daß bei geschätzten 3 bis 5 Prozent Lesben und Schwulen in der Bevölkerung nicht alle Lesben LKW fahren und alle Schwulen als Friseur ihr Geld verdienen, sondern sich diese Zahlen quer durch die Arbeitswelt widerspiegeln, so sind 70 Aktive bei Eagle schon recht dürftig. Da sollte man doch eher die zehnfache Zahl erwarten, die sich für ihre Interessen vernetzen.

Natürlich gibt es mehr Lesben und Schwule bei IBM und in anderen Unternehmen, und die verstecken sich auch nicht alle vor den Kollegen. Aber die meisten davon sind einfach nur Indianer, die ihren Job machen, keine Ambitionen auf einen Häuptlingsposten haben und nach Feierabend die Firma einfach nur hinter sich lassen - samt Netzwerken und Karrieresprungbrettern.

Insofern plustert der Artikel das Thema lesbischer und schwuler Karrierenetze unpassend auf und arbeitet noch dazu mit sprachlichen Klischees, die einfach nur saublöd daher kommen, daß es mir die Fußnägel hochrollt:

Zitat von Helene Endres
Der 34-jährige IBM-Manager sitzt in einem schlichten Konferenzraum, der Pullover in ähnlich abgetöntem Blau wie seine Augen und der Teppich
Zitat von Helene Endres
Etzner ist Firmenkundenbetreuerin bei der Deutschen Bank in Berlin, war mal hetero.
Die Idee des Diversity-Managements und queerer Netzwerke in Firmen ist sicherlich okay, aber gegen das dumpfbackige Büro-Fußvolk, daß sich über alles und jedes jenseits ihres engen Horizonts das Maul zerreißt, hilft das alles nicht viel. Vorne werden schöne Worte gemacht und Feiertagsreden gehalten, hintenrum werden weiter dumme Sprüche gekloppt. Mir kann keiner erzählen, daß das bei IBM anders ist als bei der DTAG, bei der ich zehn Jahre gearbeitet habe. Und das queere Netzwerk war ein kleiner Haufen, den ich nach dem Motto gewogen und zu leicht befunden ganz schnell als mostly harmless abgehakt habe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 5