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Homosexuelle Netzwerke: Guten Tag, ich bin anders
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Sie sind talentiert und ehrgeizig. Sie schließen sich zusammen, kämpfen für Anerkennung und gleiche Rechte. Eine Menge Spaß haben sie auch und dazu beneidenswerte Kontakte: Homosexuelle sind bei vielen Arbeitgebern hochbegehrt.

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winlen-bay 04.11.2013, 13:43
30.

Zitat von keery
Das standardmäßige Assoziieren von Homosexualität mit bestimmten menschlichen Eigenschaften und persönlichen Fähigkeiten ist ganz einfach Diskriminierung, weil es den betreffenden Menschen die Individualität abspricht und sie doch wieder auf ihre Sexualität als bestimmenden Faktor reduziert. Außerdem setzt es die, die diesen "positiven" Cliches nicht entsprechen wieder unter Druck, weil sie auch hier wieder nicht den Erwartungen und der angeblichen "Norm" entsprechen. Das Arbeitgeber gezielt nach Homosexuellen suchen, weil die bestimmte Eigenschaften besitzen, ist daher unsinnig. Sinn macht es allerdings, Offenheit zu signalisieren und zu leben, um qualifizierten Mitarbeitern das Gefühlt zu geben, dass ihre Person, ihre Arbeit und ihre Qualifikation unabhängig von ihrer Sexualität (die i.d.R. so rein gar nichts mit dem Job zu tun hat) geschätzt und gewürdigt wird. Das *unabhängig* ist das erstrebenswerte, nicht das "genau deswegen" oder das "genau deswegen nicht". Dieses ganze "in ist, wer drin ist" ist auch eine Abgrenzung, die vielleicht manchmal notwendig ist, um zu überleben, die aber keinesfalls als (finaler) Erfolg gefeiert werden sollte.
Einverstanden. Aber ist nicht die standardmäßige Assoziieren von Frauen (positiv) Männer (negativ) mit bestimmten menschlichen Eigenschaften und persönlichen Fähigkeiten ebenso ganz einfach Diskriminierung. Dadurch wird jetzt schon als gesellschaftliche Norm den betreffenden Menschen die Individualität ebenso abgesprochen und sie werden auf ihre Sexualität als bestimmenden Faktor reduziert

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Joerg Neubauer 04.11.2013, 13:53
31. Voller übler Stereotype und Klischees

Leider bin ich in keinem schwulen Netzwerk - obwohl selbst betroffen - könnt ihr straighten Jungs vom SPIEGEL mir da einen Kontakt herstellen? Ihr kennt euch so gut aus.

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hannohonk 04.11.2013, 14:08
32.

Positive Diskriminierung, toll!

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chris4you 04.11.2013, 15:34
33. Ja, neben den Frauen und den Homosexuellen fehlt

ja jetzt nur noch eine Gruppe, die von den anderen (speziell der der Frauen) ausgegrenzt wird. Welche das ist? Die die immer alles falsch machen und für alle Übel der Welt verantwortlich sind...
Zumindest darf man als Mann kein Netzwerk, Pardon, Seilschaft betreiben/beitreten, weil die sind (s. Absatz 1)...
Jeder nach seiner fasson, das gilt für spezielle Gruppen nicht für alle. Dabei könnten alle voneinander lernen, aber wer will das schon .. ;o)

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singlesylvia 04.11.2013, 15:34
34.

Solange aus der Homosexuellen-Nummer immer noch eine Sondernummer gemacht wird, ist im Umgang mit ihnen noch keine Normalität eingekehrt.
Leider behindern Homosexuelle den Normalisierungsprozess auch selber, indem sie immer wieder darauf hinweisen, dass sie homosexuell seien und bitte gleichberechtigt oder sogar sonderbehandelt werden möchten.

Ich weiß auch nicht, was die Diskussion um die sexuelle Orientierung im Berufsleben zu suchen hat, wo doch eigentlich Fachkompetenz das ausschlaggebende Kriterium sein sollte, oder? Also, ich möchte nicht in einer Firma arbeiten, wo Sexualität thematisiert und womöglich das persönliche Ansehen und die Leistungsfähigkeit nach der sexuellen Orientierung bewertet werden.

Im übrgien haben die Heteros ein Problem, nämlich, dass sie unfähig sind, Nicht-Heteros einfach nur mal in Ruhe zu lassen.
Was ist das für eine brutale und unsoziale Gesellschaft, in der Nicht-Heteros angefeindet werden für etwas, das sie sich nicht ausgesucht haben und somit auch nichts dafür können? Ist das ein Relikt der Religonseinflüsse, oder sind Heteros schlicht zu dumm oder haben zu viel perverse Phantasien? Warum wird immer noch ein schwules Paar als eher pervers, ein lesbisches Paar aber eher als erotisch betrachtet?

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montaxx 04.11.2013, 15:58
35. Also.

"Wahnsinnig gut würden sie alle auch noch aussehen".Das alte Vorurteil:Alle Schwulen als potentielle Kandidaten für den BOSS-Laufsteg.Mal unter uns:Unter Schwulen gibt es prozentual ebenso viele Schöne und Hässliche wie unter Heteros.Indirekt aber spricht der "Spiegel" etwas durchaus Zutreffendes an:Nicht nur der Gang mit offenen Augen durch den Alltag,sondern auch wissenschaftliche Studien bestätigen,dass Gutaussehende,ob Mann oder Frau,im Durchschnitt deutlich bessere Aufstiegschancen haben als weniger Hübsche (was nicht ausschließt,dass es auch weniger Ansehnliche ganz nach oben schaffen).Das ist einer der Gründe,warum bei den großen Firmen die "Good looking people" so massiert vertreten sind.Nicht ihre sexuelle Orientierung,homo oder hetero,sondern das bessere Aussehen bei gleicher Leistung bringt sie - objektiv ungerechterweise - schneller nach oben.Wir Menschen haben wohl irgendwie ein Gen in uns,das uns denken lässt,schöne Menschen seien besser und klüger als weniger von der Natur verwöhnte Zeitgenossen.

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Schäfer 04.11.2013, 16:38
36. lieber nicht

Zitat von sysop
Sie sind talentiert und ehrgeizig. Sie schließen sich zusammen, kämpfen für Anerkennung und gleiche Rechte. Eine Menge Spaß haben sie auch und dazu beneidenswerte Kontakte: Homosexuelle sind bei vielen Arbeitgebern hochbegehrt.
Wenn Homosexuelle bei Arbeitgebern hochbegehrt sind, bspw. als Friseur oder Balletttänzer, kann man das noch hinnehmen. Dort kommt es nicht auf die Qualifikation an. Spätestens aber, wenn homosexuelle Gynäkologinnen präferiert werden, wird das ganze delikat.

Arbeitgeber, die etwas anderes als die Qualifikation bevorzugen, sollte man grundsätzlich boykottieren.

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payton_m 04.11.2013, 16:52
37. Wirkt auf mich ein wenig anachronistisch

Zitat von sysop
Sie sind talentiert und ehrgeizig. Sie schließen sich zusammen, kämpfen für Anerkennung und gleiche Rechte. Eine Menge Spaß haben sie auch und dazu beneidenswerte Kontakte: Homosexuelle sind bei vielen Arbeitgebern hochbegehrt.
Vielleicht liegt es ja daran, dass ich in Frankfurt wohne und arbeite, davor in London, Köln und München... aber irgendwie finde ich diesen Artikel aus der Zeit gefallen.


Ich steige jeden Tag in die U-Bahn und 40 min später aus der S-Bahn - gemeinsam mit Chinesen, Indern, Polen, Franzosen, Afghanen, Russen, Schwedern, Türken, Äthiopiern, Frauen, Männern, Schwulen, Lesben, Bisexuellen, mir Krawatten, mit Nasenringen, mit Anzügen, Miniröcken, mit Burkas, mit Eintracht-Shirts, mit fast nix an. Am Arbeitsplatz sind die Kollegen ebenfalls aus 100 verschiedenen Ländern, darunter Inder mit französischen Nachnamen und fließend deutsch sprechenden US-Amerikanerinnen mit Schweizer Pass und Koranern mit japanischem.


Und es interessiert keinen Menschen, was wer wann mit wem macht.


Jetzt uralte Klischees plötzlich ins scheinbar Positive zu wenden und zu postulieren, Schwule (Juden, Schwarze, Zwerge, Zigeuner, Gehbehinderte, Blinde etc.) seien die besseren Menschen und seien von modernen Chefs besonders geschätzt ist der gleiche Blödsinn wie ehedem die gegenteilige Haltung. Moderne Chefs interessiert letztlich nur das Arbeitsergebnis. Und da es alle Leistungen, Arbeitseinstellungen und Charaktereigenschaften in allen genannten Gruppen gibt, ist es auch unsinnig, statt auf Qualifikation und Ergebnis zu achten plötzlich die sexuelle Orientierung zu achten.


Cum grano salis, denn es gibt Branchen, wo es doch einen Einfluss haben könnte. Ein schwuler Bekannter von mir arbeitet für ein italienisches Modehaus und sagt, die meisten seiner Kollegen seien schwul. Das liegt aber daran, dass Schwule sich mehr für Mode interessieren als Nichtschwule. Wie bei Frisören, wo Schwule auch überrepräsentiert sind. Alles statistisch gesehen. Über den Einzelfall sagt das Ganze dennoch nichts.


Der Artikel wäre vor 30 Jahren revolutionär gewesen. Vor 15 Jahren hilfreich. Jetzt ist er imho nur noch überflüssig. Und ehrlich gesagt: Bemühte Zuschreibungen wie "Schwule haben eine Menge Spaß ... und dazu beneidenswerte Kontakte" klingt für mich bemüht und peinlich. So wie es eine zeitlang gängig war, Schwarzen zu bescheinigen, sie seien sinnlich oder von Natur tanzbegabt. Letztlich ist das genauso Rassismus und Klischeedenke wie ehedem.


Payton

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polarisierer 04.11.2013, 19:45
38. Netzwerke helfen jedem

Sich zu organisieren ist gut. Und wenn Firmen sich ein wenig breiter aufstellen wollen um ihr Kapital besser zu generieren, dann scheint es sich um rein ökonomische Determinanten zu handeln....aber der Glaube versetzt ja anscheinend auch hier Berge. mir persönlich ist am Arbeitsplatz völlig Latte was mein Gegenüber mit wem wo gemacht hat, Hauptsache er oder sie labert mich nicht voll. Das ist dann nämlich ein Eindringen in meine Privatsphäre.

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großwolke 04.11.2013, 20:01
39. optional

"Homosexuelle sind bei vielen Arbeitgebern hochbegehrt." Wenn ich solche Sätze lese, kriege ich Wutanfälle, und zwar nicht, weil ich eine abschätzige Meinung zur Homosexualtität hätte (ich habe eigentlich überhaupt keine), sondern weil mich der verantwortungslose Umgang von Journalisten mit Wörtern so maßlos ärgert. Richtig heißt es in Anbetracht der im Artikel geschilderten Fakten doch wohl, dass es einige Arbeitgeber gibt, die für einige wenige Positionen die Einstellung Homosexueller ausdrücklich in Betracht ziehen. Das ist schonmal ein himmelweiter Unterschied. Für die ganz große Masse der Jobs ist es schlichtweg scheißegal, welche sexuelle Präferenz einer hat, und zumindest in meiner Firma erzeugt das Bekanntwerden so einer Tatsache im Großen und Ganzen nur Schulterzucken. Dazu kommt noch, dass eine nachvollziehbare Bevorzugung egal welcher Gruppe Menschen schlicht nicht AGG-konform ist. Gerade Großkonzerne wie die im Artikel erwähnten werden aufpassen wie der Teufel, dass nicht einmal im Ansatz der Eindruck entsteht, sie würden irgendeine Form von Diskriminierung betreiben, sonst stehen nähmlich gleich die Berufskläger mit einer Handvoll Stellenangebote von der Firmen-Webseite in der Tür und lächeln maliziös. Und zu guter Letzt noch ein Nachsatz, den sich die manager-Magazin-Verblendeten nochmal hinter die Ohren schreiben sollten: Großkonzerne beschäftigen zwar pro Firma viele Mitarbeiter auf einmal, aber der Mittelstand in Summe noch viel mehr. Weil der sich selbst aufblähende Wasserkopf in manchen Unternehmen seltsame Blüten treibt, ist das noch lange kein Grund zum Schreiben von Artikeln, die beim Leser den Eindruck erwecken, sowas sei repräsentativ für die gesamte Wirtschaft oder auch nur häufig anzutreffen. Das ist schlicht nicht der Fall.

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