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Immer mehr Einsätze: Notärzte in Not

Die Zahl der Notfalleinsätze in Deutschland steigt stark an. Den Arbeitstag der Retter verändert das drastisch. Ihnen bleiben kaum Momente zum Durchatmen.

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ecbert 27.12.2015, 09:04
1. Verbesserung der Situation:

Da viele Menschen den Rettungsdienst rufen weil die Transporte nichts kosten, also billiger als das Taxi sind und es zudem keine Wartezeiten bei Ärzten gibt die sogar noch kostenlos sofort ins Haus kommen muss dringend eine entsprechende Selbstbeteiligung von ca. 50 Euro eingeführt werden. Dann wird die Zahl der Einsätze im Rettungsdienst auch wieder massiv zurückgehen und nur für die wirklichen Notfälle da sein !

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Tubus 27.12.2015, 09:07
2. mit Methode

Ca die Hälfte aller Notarzteinsätze sind aus eigener Erfahrung Bagatelleinsätze. Ein Grund wurde genannt, es kostet nichts! Die anderen Gründe sind komplexer und rühren daher, dass andere Versorgungsebenen nicht bzw. nicht mehr funktionieren. Hausärzte machen keine Hausbesuche mehr und der kassenärztliche Bereitschaftsdienst funktioniert vielerorts mehr schlecht als recht oder überhaupt nicht. Dazu gibt es keine Heimärzte mehr für Alten-und Pflegeheime mehr und im Ernstfall ist der Hausarzt für diese Patienten fast nie erreichbar. So kommt es, dass der Hubschrauber für die Sterbebegleitung 90jähriger Demenzkranker ins Pflegeheim alarmiert wird. D.h. der Irrsinn hat im Rettungsdienst Methode!

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wollexxxx 27.12.2015, 09:40
3.

alles nur Folge der zunehmenden Wegrationalisierung der hausärztlichen Kompetenzen

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großwolke 27.12.2015, 10:23
4.

Zitat von wollexxxx
alles nur Folge der zunehmenden Wegrationalisierung der hausärztlichen Kompetenzen
Ich bin nicht sicher, ob das tatsächlich ein aktiv fehlgesteuerter Rationalisierungsprozess ist. Ich sehe es eher so, dass unser System mit der relativen Freiheit für die Ärzte bei der Niederlassung so langsam an seine Grenzen gerät. Um dem entgegenzuwirken, müssten eigentlich die gesetzlichen Krankenkassen als Eigentümer und Betreiber von Arztpraxen auftreten, ähnlich, wie es in England gemacht wird (nur dass es da keine Krankenkassen gibt). Und was keine Planpraxis ist, darf halt auch nicht mehr bei den gesetzlichen Kassen abrechnen. Klar, wie sowas gehen soll bei der Unzahl an Kassen, die wir haben, weiß ich auch nicht. Aber entweder wollen wir ein Hausarztmodell, dann muss das irgendwie zentral gesteuert werden, oder wir leben halt damit, dass Notarzt und Krankenhäuser in Zukunft den Job der Hausärzte ans Bein genagelt bekommen.

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Swido 27.12.2015, 10:27
5. Vollkaskomentalität

In meiner Tätigkeit im hausärztlichen Besuchsdienst habe ich leider eine massiven Missbrauch der Ressourcen durch die Patienten erlebt, die einfach zu Faul sind in eine Praxis zu gehen. Da ist man als Arzt stundenlang unterwegs nur um einen Schnupfen zu behandeln. Während dann im medizinischen System die Ressourcen fehlen um rechtzeitig einen Schlaganfall zu behandeln. Eine angemessene Selbstbeteiligung der Patienten bei Beanspruchung des Medizinischen Systems ist überfällig. Nur dann wird das Gehirn eingeschaltet bevor zum Handy gegriffen wird.

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lemontree 27.12.2015, 10:50
6. Notfallsanitäter

Die Novelle des Rettungsdienstgesetzes durch die Schaffung des Berufs des Notfallsanitäters könnte dem Problem entgegen wirken. Bei 3-jähriger Ausbildung (Rettungsassistent dauert 2) sollte der NotSan mehr Kompetenzen haben (Gabe div. Medikamente), die dann den Einsatz des Notarztes in einigen Notfällen (nicht allen) "überflüssig" macht. Da das Gesetz Ländersache ist werden die Kompetenzen der NotSans vor Ort durch den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst festgelegt. Oft möchte dieser aber viele Medikamente nicht freigegeben. Das Problem ist also der bis zu einem gewissen Grad auch ein hausgemachtes. Im übrigen leiden aber auch nicht nur die Notärzte sondern das gesamte Rettungsdienstpersonal unter den steigenden Einsatzzahlen.

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Spiegelleserin57 27.12.2015, 11:21
7. so einfach ist es nicht!

Zitat von ecbert
Da viele Menschen den Rettungsdienst rufen weil die Transporte nichts kosten, also billiger als das Taxi sind und es zudem keine Wartezeiten bei Ärzten gibt die sogar noch kostenlos sofort ins Haus kommen muss dringend eine entsprechende Selbstbeteiligung von ca. 50 Euro eingeführt werden. Dann wird die Zahl der Einsätze im Rettungsdienst auch wieder massiv zurückgehen und nur für die wirklichen Notfälle da sein !
das hat mit Geld nichts zu tun! Die Zahl der echten Hausärzte ist deutlich eingeschränkt. Wer nicht laufen kann kann nicht zum Arzt. Es gibt kaum noch Hausärzte die Hausbesuche machen. Besonders auf dem Land und auch in stadtnahen Gebieten ist es ein Problem ohne Auto zum Arzt zu kommen. Übrigens verdienen Notärzte sehr sehr viel bis 500 € pro Dienstag, ein sehr lukratives Geschäft. Man braucht da slo nicht zu jammern, außerdem ist es ihr JOB.
Beim Arzt heute einen Termin zu bekommen ist extrem schwer da auch viele für Privatpatienten geblockt werden und so mal wider die Zweiklssenmedizin zum Tragen kommt.
Was soll der Betrag von 50€? Viele Mencshen sind Renter und können diesen Betrag auch nicht aufwenden. Außerdem kenne ich bereits 2 Fälle in denen es zu todesfällen kam weil die Leitstelle falsch reaigert hat und keinen Arzt geschickt hat , es waren junge Paitenten die schwerstkrank waren, einer davon mit Herzinfrakt.
Wer mal hinter die Kulissen schaut erkennt schnell wie marode das System ist. auch interessant ist wer alles diesen Notdienst fährt, man kann da auch mit Augenärzten rechnden die gerne diese hohe Entlohnung mitnehmen. Ich habe schon Mund-Kiefer und Gesichtschirurgen gesehen die diesen Dienst absovielren. Die Zahl der echten Notärzte ist bei weitem nicht so groß.
Diese Dienste sind ein sehr lukratives Geschäft!

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Spiegelleserin57 27.12.2015, 11:23
8. sorry...

Zitat von Swido
In meiner Tätigkeit im hausärztlichen Besuchsdienst habe ich leider eine massiven Missbrauch der Ressourcen durch die Patienten erlebt, die einfach zu Faul sind in eine Praxis zu gehen. Da ist man als Arzt stundenlang unterwegs nur um einen Schnupfen zu behandeln. Während dann im medizinischen System die Ressourcen fehlen um rechtzeitig einen Schlaganfall zu behandeln. Eine angemessene Selbstbeteiligung der Patienten bei Beanspruchung des Medizinischen Systems ist überfällig. Nur dann wird das Gehirn eingeschaltet bevor zum Handy gegriffen wird.
aber da habe ich ganz andere Erfahrungen. Wir hatten sdchon 23 Todesfälle weil kein Arzt kam.
Scheinbar haben Sie ein anderes Klientel.

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elblette 27.12.2015, 11:27
9. Rettungsgasse

Wird das in der Fahrschule nicht mehr gelehrt? Ich habe das in Hamburg schon so oft erlebt, dass von hinten ein Notarztwagen kommt, und die Autofahrer sich einfach nicht bewegen, total pomadig. Wissen die nicht, dass man zur Seite fahren muss?

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