Forum: Karriere
Infografik der Woche: So gestresst sind deutsche Angestellte
SPIEGEL ONLINE

Ich hab' Rücken, Nacken, Schulter! Jeder zweite Deutsche klagt über Schmerzen bei der Arbeit. Die Ursache ist fast immer die gleiche.

Seite 1 von 2
upalatus 05.06.2016, 14:13
1.

Vielleicht mag man es nicht glauben, aber das sog. bore out spielt bei dem Thema manchmal auch eine Rolle.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dreg1691 05.06.2016, 14:30
2. Arbeit

Ich, 55 Jahre (männlich) sage nach meinen 35 Berufsjahren " Arbeit hat mich krank gemacht!". Kfm. Angestellter im Autohaus eines deutschen Premiumherstellers.
In den letzten 10 Jahren hat sich im Kfz. Servicebereich vieles geändert. Druck vom Hersteller, Arbeitgeber und Kunden.
In dieser Zeit habe ich mir Pausen abgewöhnt bzw. abgewöhnen lassen.
Folge Rückenschmerzen, Depressionen, private Probleme etc.
9 Jahre keine Krankmeldung. JETZT hole ich die Ernte ein. In 2015 5 Wochen psychosomatische Reha. In 2016 liege ich jetzt gerade mit meinem 2. Hörsturz innerhalb von 3 Monaten im Krankenhaus.
Ich bin leider schon 55. Den jungen Menschen kann ich nur raten" Lasst euch nicht zu sehr einbinden und ausnutzen.Achtet auf eure Gesundheit!!"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
uhrentoaster 05.06.2016, 15:15
3. Freizeit, Gewerkschaften

Wären alle Berufstätigen in einer Gewerkschaft, hätten die Gewerkschaften mehr Macht und würden dafür sorgen, dass sich die Sklaverei der Arbeitgeber nicht weiterverbreitet.
Möglicherweise haben auch weniger Freizeit und die zunehmende Bequemlichkeit mit dem Problem zu tun. Steht weniger Freizeit zur Verfügung, gibt es weniger Möglichkeiten für einen Ausgleich durch Sport. Dank Smartphones wird eine fehlerhafte Körperhaltung auch noch in der Freizeit weitergeführt.
Nur wenige Menschen sind in der Lage, Grenzen zu setzen. Dabei wäre es doch so einfach:
Bin ich daheim, gehe ich per Desktop-PC ins Internet und telefoniere über das Festnetz. Mehr ist nicht nötig.
Bin ich unterwegs, brauche ich das nicht. Wozu auch? Lediglich für den Notfall würde ein stinknormales Mobiltelefon genügen.

Solange sich viele Menschen von der Mehrheit abhängig machen, anstatt ihr eigenes Ding durchzuziehen, werden diese Menschen auch weiterhin leiden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spiegelleser987 05.06.2016, 15:21
4.

Das hat sich in den vergangenen 15 Jahren so entwickelt. Die Entscheider und "modernen" Manager sind nur noch Juristen oder Kaufleute. Mit Zusammenhängen kennen die sich nicht mehr aus. Da zählen nur noch Begriffe und Termine. So ist es auch beim Staat. Wir sind nur noch ein Anwaltsstaat. Dadurch hat die Bürokratie und der Stress zugenommen. 2007 wurde das stark kritisiert. Damals nahm die Bürokratie in der Medizin zu. Ärzte mussten einige Krankenschwestern abschaffen und die anderen mussten mehr arbeiten. In der Elektronikindustrie war das noch schlimmer, weshalb viele Firmen dicht machen mussten. Dafür hat der Staat mehr Geld abkassiert und damit mehr Hartz-IV-Empfänger erzeugt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
olfnairolf 05.06.2016, 15:24
5. Leben macht krank

Wenn ich am Rechner sitze bekomme ich Verspannungen, auf dem Bau kaputte Knie und Rücken, als Hausfrau einen Nervenzusammenbruch und als Arbeitsloser Depressionen.
Und mein Arbeitgeber muss jetzt darauf achten dass mein Bildschirm richtig ausgerichtet ist und ich Pausen mache. Ich muss ein ganz schöner Depp sein wenn ich das selbst nicht hinbekomme.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spiegelleser987 05.06.2016, 17:52
6.

Zitat von olfnairolf
.... Und mein Arbeitgeber muss jetzt darauf achten dass mein Bildschirm richtig ausgerichtet ist und ich Pausen mache. Ich muss ein ganz schöner Depp sein wenn ich das selbst nicht hinbekomme.
Das dürfen Sie nicht hinbekommen, zumindest zählt das nicht. In unserer bürokratischen Welt ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass der Arbeitgeber das kontrolliert und anschließend prüfen der TÜV und andere Kontrollbehörden, ob ihr Arbeitgeber das kontrolliert hat und der Bildschirm richtig eingestellt ist. Ich erinnere mich auch an eine andere gesetzliche Vorschrift vor etwa 5 bis 10 Jahren. Der Abstand zwischen Tastatur und Schreibtischkante ist auch gesetzlich festgelegt und muss kontrolliert werden. Der TÜV bekommt für so eine Kontrolle "nur" 20000 Euro.

Solche Kontrollen sind genial und erinnern mich auch noch an etwas anderes. Um den Stress abzubauen und mit etwas Humor die Arbeit zu erleichtern hier ein Erlebnis aus den 1990er Jahren. Ein Handwerker kriecht auf dem Fußboden herum und verlegt Fließen. Dann kommt eine Kontrollbehörde und sagt zu dem "Du zeigen Ausweis". Der reagiert nicht. Dann kommt mehrmals "Du Ausweis". Der reagiert noch immer nicht. Doch plötzlich dreht er sich rum und sagt "Ich bin kein Ausweis. Ich kann auch nur richtiges Deutsch. Das andere verstehe ich nicht."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
antonnymos 06.06.2016, 06:22
7. hier drückt der Schuh

"Diese jungen Generationen sind von der Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt besonders stark betroffen", sagt Gerd Herold, Arbeitsmediziner der pronova BKK. Viele jüngere Arbeitnehmer identifizierten sich besonders stark mit ihrem Job"

Der letzte Satz gibt Aufschluss: Diese "jungen" Leute leiden einfach noch under der Wahnvorstellung das sie der Job irgendwie erfüllen müsse oder dass sie gar Karriere machen.
Angefeuert wird das noch über die sozialen Medien, weil sie den Eindruck haben jeder müsse ein Superstar sein.

Als Auslaufmodell dieser Generation, der seine Lektionen gelernt hat hier mein Fazit:

Richtige Karriere ist für 99% Schwachsinn ebenso wie die Idee außer Geld irgendeine Erfüllung oder gar einen Sinn im Job zu haben - beides gibt es in der Familie (was besonders tragisch ist, weil es bei Frauen teils aber auch bei Männern mit Ende 30 zu spät dafür ist).

Der Arbeitgeber will seinen Gewinn optimieren - dass sollte der Arbeitnehmer möglichst auch tun - Überstungen sind das Gegenteil (da in der Regel unbezahlt) - wenn ihr was könnt dann dürft ihr auch gerne Forderungen stellen - der Arbeitgeber wird euch nicht entlassen, weil ihr euch an eure vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten haltet - ansonsten muss er mehr Geld abdrücken - punkt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
infooverdose 06.06.2016, 06:45
8. Statista

Mich stört, dass die Firma Statista Daten im Internet von anderen sammelt, die diese auf eigene Kosten erhoben haben und der Spiegel sie einfach übernimmt statt sich ausschließlich auf die Primärquelle zu stützen. Will man die Daten bei Statista einsehen, muss man sich registrieren oder sogar ein kostenpflichtiges Konto einrichten. Und das, obwohl die Daten anderswo gratis und ohne Anmeldung zu haben sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
unaufgeregter 06.06.2016, 14:59
9. Notbremse

Im Laufe der Jahre habe ich diverse Krankheiten durchlaufen (Verspannungen im Nacken, Kopfschmerzen, Burnout). Das Burnout hat mir die Augen geöffnet und ich bin aus dem Hamsterrad ausgestiegen. Eine Aufgabe wird nach der anderen erledigt und nein, ich muss mir nicht jeden Tratsch in der Behörde anhören. Die Aufgaben werden nacheinander erledigt und heute mache ich immer eine Mittagspause, wenn ich mal länger im Büro bleibe. Außerdem habe ich meine Arbeitszeit reduziert und erkannt, dass das wertvollste, was ich besitze, die ZEIT ist. Mein Motto lautet: Erst komme ich, dann der Job. So werde ich die wenige Jahre bis zu meiner Rente noch gut aushalten können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2