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Informatiker: "Unser Wissen ist in 18 Monaten nichts mehr wert"

Mit 35 zu alt für die IT-Welt? Quatsch! Deutsche Software-Spezialisten sehen sich auch jenseits der 40 noch als gefragte Fachleute. Vier Informatiker berichten, wie sie sich gegen jüngere Kollegen behaupten.

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troy-mc-lure 29.04.2013, 09:15
1.

"Neues Wissen ist in 18 Monaten nichts mehr wert."
Tut mir leid aber diese Aussage ist absoluter Blödsinn.

Die Dinge entwickeln sich in der IT natürlich immer weiter, oft auch rasant und man muss damit Schritt halten können und wollen aber wie erklärt mir der Herr von Manger, dass viele der gebräuchlisten Programmiersprachen schon wesentlich mehr als 10 Jahre auf dem Buckel haben?

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ijf 29.04.2013, 09:27
2. @troy-mc-lure: bin kein ITler

Sondern muss nur mit deren Ergebnissen arbeiten, aber ich vermute, von Manger sprach von content, nicht von form(at)...

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waldos 29.04.2013, 09:36
3. Die Leute haben Recht

ich kann den vorgestellten Herren nur zustimmen. Ich bin vor 21 Jahren mit 38 in der IT eingestiegen und bin immer neugierig geblieben. Das hat sich voll und ganz ausgezahlt, nicht nur in Geld, sondern auch darin dass auch ich mehrmals im Jahr Anfragen bekomme, ob ich nicht noch Kapazitätet frei hätte. Wenn ich noch 3 mal geklont werden würde, hätte ich immer noch genug zu tun.

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and_over 29.04.2013, 09:50
4. kann ich

soweit bestätigen. Ich bin 48 und habe keine Angst vor Jobverlust. Im Gegenteil, mir geht es wie Herrn Dillenberger, ich bekomme regelmässig Anfragen.

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gfaw01 29.04.2013, 09:50
5.

Zitat von waldos
ich kann den vorgestellten Herren nur zustimmen. Ich bin vor 21 Jahren mit 38 in der IT eingestiegen und bin immer neugierig geblieben. Das hat sich voll und ganz ausgezahlt, nicht nur in Geld, sondern auch darin dass auch ich mehrmals im Jahr Anfragen bekomme, ob ich nicht noch Kapazitätet frei hätte. Wenn ich noch 3 mal geklont werden würde, hätte ich immer noch genug zu tun.
Dies kann ich als Mitt-Fünfziger nur bestätigen. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht 2-3 mal mein Mobil - Phone klingelt und jemand nach Unterstützung bei einem Problem nachfragt. Wenn man sich dann die Anlegenheit näher betrachtet, hat häufig ein meist jüngerer ITler die Sache der Firma eingebrockt...

Besonders im Rechenzentrums - Umfeld mit den komplexen Strukturen sind junge Kolleg(inn)en oft überfordert. Das war ich vor 20 Jahren auch mal ...

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lawgiver74 29.04.2013, 09:53
6. Alter Wein in neunen Schläuchen ...

... trifft es sehr gut. Ich bin zwar kein hauptberuflicher ITler, kann aber selbst auf rund 25 Jahre Hobby-Erfahrung zurückblicken. Mir gefällt deswegen der Vergleich mit dem Soduku echt gut: Programmieren ist für mich das spannenste und kreativste Rätsel, dass ich mir vorstellen kann und auch heute noch nutze ich meine Freizeit immer wieder gerne hierfür. Fakt ist jedenfalls, dass sich die Grundlagen in den letzten rund 40 Jahren nicht wirklich geändert haben, nur die Hardware und die zur Verfügung stehenden APIs und Frameworks unterliegen ständigen Veränderungen (und natürlich neue Programmierprachen, die hinzukommen). Wer aber einmal die Grundlagen verstanden hat, der kann sich recht schnell an diese Veränderungen anpassen. Im Hauptberuf bin ich übrigens Rechtsanwalt und habe in meiner bisherigen juristischen Laufbahn ca. 5 große Reformen erlebt (StGB, Schuldrecht, ZPO, Mietrecht, Familienrecht) und habe mich natürlich auch angepasst ... das gilt übrigens für jeden Beruf ... oder käme jemand auf die Idee zu sagen, dass ein Anwalt, Arzt, Notar, Steuerberater über 35 nichts mhr taugt?

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chaps 29.04.2013, 10:06
7. Warum sollte sich Erfahrung auch nicht auszahlen?

Die sogenannten Digital Natives, welche heute in den Projekten arbeiten, besitzen meistens nicht das nötige Grundlagenwissen. Die nennen sich zwar Digital Natives, sind aber mit Maus und Windows aufgewachsen und eigentlich meistens nur versierte Anwender. Ich fing vor 30 Jahren mit Computern an, mit Betriebssystemen, welche die Jungen nicht mehr kennen. Wir alten, wir sind die Digital Natives. Und wir haben Erfahrung, was Auftraggeber auch honorieren.

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doulos 29.04.2013, 10:07
8. 18 Monate oder 3 Stunden

.. ist beides Unsinn. Die Grundlegenden Konzepte haben sich in meiner gesamten Laufbahn als Software-Entwickler (20 Jahre) kaum geändert. Wer bereit ist, kontinuierlich dazuzulernen und auch die eine oder andere Modeerscheinung mitzumachen, sollte keine Probleme haben. Dass man aber das Programmieren von Apps in 3 Stunden lernen kann, ist echter Unsinn. Die Grundkonzepte sind, wie gesagt, immer gleich - aber die schiere Menge an Details kann auch einen ausgebufften Experten schnell ein paar Monate binden. Da kann es schon schwer werden, gegen einen Jüngling anzustinken, der gerade dieses (aber eben nur dieses) Thema zu seinem Jugendhobby gemacht hatte.

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GoaSkin 29.04.2013, 10:09
9. der Altersdurchschnitt wächst mit

Mit 40 war man vor ein paar Jahren zu alt für IT, weil es sich bei vielen Arbeitgebern einfach um junge Startups mit einem jungen Team handelte.
Zu dem wurden IT-Ausbildungsberufe eingeführt, die es vorher nicht gab - wer im IT-Bereich gelernt hat, war daher ebenfalls sehr jung.

Mittlerweile sind aber alle Informatiker älter geworden, die in den 1990er Jahren noch zwischen 20 und 30 Jahre alt waren. Und darum ist man heute auch mit 40 nicht mehr zu alt für IT.
Man wollte früher einfach nicht so gerne Leute im Betrieb haben, die 20 Jahre älter sind, als der Rest - und damit die Eltern der übrigen Belegschaft sein könnten.

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