Forum: Karriere
Ingenieure: Fachkräftemangel? Kommt. Später. Vielleicht.
DPA

Gehen Deutschland die Ingenieure aus? Für 2015 berechnete das Institut der Deutschen Wirtschaft eine Riesenlücke - die nicht kam. IW-Forscher Axel Plünnecke warnt trotzdem: Der wirklich große Fachkräftemangel stehe erst noch bevor.

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forumgehts? 09.06.2015, 17:57
140. Es

wird für eine gewisse Übergangszeit einen je nach Branche grösseren oder kleineren Fachkräftemangel geben, dann sind alle fach- und arbeitskraftintensiven Wirtschaftszweige nach Asien abgewandert, wo ihre grössten Märkte liegen. Für das, was die alten und saturierten europäischen Märkte benötigen, schickt man alle drei Monate ein Containerschiff rüber. Etwas überspitzt formuliert, aber ich wäre trotzdem froh, wenn mich jemand vom Gegenteil überzeugen könnte.

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japhet 09.06.2015, 18:01
141. Mythen des Alltags

@ dasistmeinname (#2): Es gäbe keine deutschen IT-Fachkräfte, und deshalb müßten Inder, Chinesen oder Ukrainer importiert werden - das ist einer der modernen Mythen des Alltags. Der einzige wirkliche Grund, dass immer stärker auf Mitarbeiter aus den genannten Ländern zurückgegriffen wird, ist der signifikante Unterschied in den Gehaltsvorstellungen. Eine erfahrene deutsche IT-Kraft, welche ggf. sogar ein Studium absolviert hat, wird kaum für 40.000 brutto arbeiten wollen. Menschen aus Indien, der Ukraine oder aus der Slowakei tun das aber. Und das kann ich aus eigener Erfahrung als IT-Berater berichten.

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freespeech1 09.06.2015, 18:01
142.

Wenn der Mangel so groß ist, dann müssten nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage die Gehälter massiv steigen, besonders auch die Einstiegsgehälter.

Ist das so?

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picard95 09.06.2015, 18:01
143.

Zitat von dipl.inge82
im Bereich MINT besteht sowohl aus Absolventen wie aus Berufserfahrenen im Job, die gerne wechseln würden. Es klagen jedoch alle über die selben Themen. Hinter den wenigsten Stellenangeboten steht tatsächlich ein offener Job. Wenn überhaupt was geht dann projektbezogen bei Dienstleistern. Perspektive Fehlanzeige.
Ich war 9 Monate auf Jobsuche, nachdem meine IT-Firma "umstrukturierte". Das war jetzt meine vierte IT-Firma, die entweder großflächig umstrukturierte oder gleich Insolvenz anmeldete bzw. von der Mutterfirma geschlossen wurde. Jedesmal mit Entlassungen bis hin zum hohen dreistelligen Bereich. Kaum zu glauben wieviele "dringend benötigte" Fachkräfte dabei meistens freigesetzt werden.

Ich habe bei diversen Firmen und Personalvermittlern interessante Gespräche führen dürfen.
Die Bewerberzahlen waren meistens sehr hoch, die Auswahl ging in den meisten Firmen über Wochen, teilweise über Monate.
Vom Gehalt her waren viele Angebote in etwa so hoch wie bei meinem ersten Job nach dem Informatikstudium...nur dass wir jetzt 2015 haben und nicht mehr 1997.

Jetzt arbeite ich in Hamburg. Das Gehalt ist mehr als ok, die Arbeitskollegen sehr nett und hilfsbereit und es ist ein unbefristeter Vertrag.

Letztes Jahr hätte ich allerdings nicht gedacht wie schwer es werden würde, wieder einen guten Job zu finden im IT Bereich.

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bernd.stromberg 09.06.2015, 18:02
144.

Zitat von scheckala
...wonach I = dQ/dt ist. Bei Einstellungsgesprächen wird diese Ableitung gefragt, wobei I (t) ist. Wird diese Funktion vorgebeben, sind die meisten nicht in der Lage abzuleiten nach dt. An mehreren Vorstellungsgesprächen haben ich schon mehrer IT-Leute, z. T. Ü 50 und Familienväter daran scheitern gesehen. Das ist direkt peinlich, dass man dann nach Worten ringt, wenn Schluss ist mit der Vorstellung.
IT-Leute ist ein weit gefasster Begriff.

Ein Software-Entwickler hat in der Regel wenig Ahnung von Elektrotechnik.

Wenn Sie diese Aufgabe einem Systemintegrator oder Systemelektroniker stellen, dann sollten die das beantworten können, ja.

Ich wette aber wenn Sie die 100 besten C++ oder C# Entwickler fragen wird nur eine Minderzahl das wissen.

Peinlich finde ich eher dass Sie "IT-Leute" nicht weiter spezifizieren. Als ob das nicht ein Oberbegriff für Dutzende, achwas hunderte unterschiedliche Berufsbilder und Fachrichtungen ist.

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forumgehts? 09.06.2015, 18:06
145. Es

wird für eine gewisse Übergangszeit einen je nach Branche grösseren oder kleineren Fachkräftemangel geben, dann sind alle fach- und arbeitskraftintensiven Wirtschaftszweige nach Asien abgewandert, wo ihre grössten Märkte liegen. Für das, was die alten und saturierten europäischen Märkte benötigen, schickt man alle drei Monate ein Containerschiff rüber. Etwas überspitzt formuliert, aber ich wäre trotzdem froh, wenn mich jemand vom Gegenteil überzeugen könnte.

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Referendumm 09.06.2015, 18:07
146.

Zitat von cabeza_cuadrada
die einen arbeitslosen Ingenieur kennen und es deshalb keinen Fachkräftemangel geben kann. Und natürlich ist die Behauptung, es fehlen Ingenieure viel zu allgemein gehalten. In welchen Fachrichtungen fehlen die denn? Laut wikipedia gibt es über 100 Fachrichtungen für Ingenieure. Bsp, fehlen zum Beispiel derzeit viele Ingenieure für Biotechnologie, nutzt das arbeitslosen Ingenieuren für Weinbau und Oenologie oder Theatertechnik reichlich wenig. Ähnlich kann man das bei Facharbeitermangel ausführen.
Sie kennen doch sicherlich das Motto / Lied von den Ingenieuren:
Und geht nicht dies, so geht doch das.

Und das trifft es exakt. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass sich ein guter Ingenieur (kein Genie oder ähnliches) nicht in wenigen Wochen in andere, teils hochkomplexe Aufgaben einarbeiten kann, oder etwa doch?

Das Studium eines Ingenieurs ist sehr breit gefächert; Ja, irgendwann schlägt man eine Spezialeinrichtung ein; aber das bedeutet doch nicht, dass man von heut auf morgen keine Ahnung mehr von Mathe, Physik, Thermodynamik, Elektronik, Chemie etc. hat. Das ist doch völliger Quark.

Aber wenn ein Unternehmen, exakt einen Ultra-Hyper-Spezialisten braucht und nur genau diesen einen haben will, ja, dann gibts eben dort einen Mangel.

Leider ist es immer noch so: Die meisten Unternehmen suchen 25-jährige Ingenieure mit mindestens 10 Jahren Berufspraxis und dieser darf dann höchstens 30 T€ im Jahr kosten.

Seltsamerweise hat bspw. Dänemark oder die Schweiz nicht so große Probleme Fachkräfte zu bekommen. Dort wird allerdings auch gut bezahlt. Hmm, hat alles seine Gründe.

Aus meiner Erfahrung heraus, könnte ich hier noch ne kleine Studie abliefern, aber es ist absolut müßig; die Ursachen sind alle bekannt und dieses Gejammere bzgl. Fachkräftemangel höre bzw. lese ich seit Jahrzehnten. In Deutschland nix neues; ist wie ne Schallplatte mit Sprung.

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Diskutierender 09.06.2015, 18:09
148. Unverschämtheit

Zitat von irobot
Dann gibt es drei Möglichkeiten. Entweder haben Sie vor 10 Jahren zum letzten Mal was dazu gelernt, irgendwas stimmt bei Ihnen nicht oder Sie erzählen Blödsinn. Und kommen Sie mir nicht mit Ihren 40 Jahren an. Ich selber hab noch mit 46 ohne Probleme eine neue Stelle gefunden.
Bitte sparen Sie sich derartige Bemerkungen über Arbeitslose, die verzweifelt eine Stelle suchen. Ich selbst habe als promovierter Physiker trotz Industrieerfahrung und BWL-Aufbaustudium in Deutschland keine Stelle gefunden. Zu meinem Glück kam dann die rettende Hand aus der Schweiz.

Das Gerede, dass die Arbeitslosen selbst Schuld sind an ihrer Situation, ist einfach nur widerwärtige Propaganda von Arbeitgebervertretern. Mich sehen Deutsche Unternehmen so schnell jedenfalls nicht wieder.

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japhet 09.06.2015, 18:10
149. IT ist nicht (nur) Physik

@ scheckala (#135): Ich habe oft eine gewisse Arroganz der studierten Physiker festgestellt, die nur ihr Fach als vernünftige Basis für einen Beruf im IT-Bereich ansehen. Wer als ITler im Bereich der Finanzdienstleistungen tätig werden will, sollte sich eher mit anderen Dingen - soft skills - auskennen als mit elektrischen Ladungen. Vielleicht würden Sie nach Luft ringen, wenn Sie den Unterschie zwischen einem CDS und einem FX-Forward erklären sollten?

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