Forum: Karriere
Internationale Karrierefrauen: "Ohne Nanny geht es nicht"
TAV Istanbul

Sie führen Hunderte Mitarbeiter, sitzen in mehreren Aufsichtsräten und ziehen nebenher auch noch Kinder groß. Wie machen sie das nur? Sechs Frauen aus sechs Ländern berichten.

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fitzefatz 30.07.2015, 20:03
70. Veraltete Denkmuster

Bei einem nicht unerheblichen Anteil der Kommentare sieht man, wieviele Leute an einem tradierten Familienbild kleben.
Wenn jemand zu 100% für seine Kinder zu Hause sein möchte, bleibt ihm/ihr das ja auch unbenommen. Nur, was soll daran ethisch (nicht moralisch,herummoralisieren kann jeder) so verwerflich sein, seine Kinder auch von anderen Menschen aus der Gesellschaft (mit) aufziehen zu lassen, die dann halt auch zu Bezugspersonen werden. Sei es nun Kita, Nanny oder sonst noch was, auf diese Weise fließt auch wieder ein Teil des Reichtums zurück in die Gesellschaft. Sei es durch die Gehälter der Betreuer/innen, sei es durch die Kinder selbst, die sich an der Volkswirtschaft beteiligen. Oder ist es etwa besser, als Besserverdiener am besten durch eine Zweckehe schön Steuern zu sparen und möglichst wenig an die Gesellschaft zurückzugeben, nur weil's der CDU/CSU-wählenden Eltern mal wieder nicht passt, dass es auch andere Formen von Lebensweisen gibt..?

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madita-mia 30.07.2015, 20:38
71. Wer gewinnt?!

Zitat von remcap
Wer genug Kohle verdient, hat natürlich mehr Optionen bei der Kinderbetreung. Das der Normalederdiener nicht die gleichten Möglichkeiten hat ist doch klar. Wieder mal so ne Story aka Reich vs. Arm...wer gewinnt...
Genau daran scheiden sich doch hier die Geister - von Wohlstandsverwahrlosung der Nanny-betreuten Kinder ist die Rede, von Müttern, denen aus Gründen beruflicher Zielorientierung praktisch das Recht abgesprochen wird, Kinder zu bekommen vs. positiven Erfahrungen von in der Kita-oder von Tagesmüttern/Nannies -betreuten Kindern berufstätiger Eltern, die so zufrieden sind wie ihre Kinder. Und wenn der Kita-Ausbau in D nicht so schleppend voranschreiten würde, hätte jeder Normalverdiener bei Bedarf und Wunsch die Möglichkeit, seinen Nachwuchs dort wohlbehalten unterzubringen...

Also eher nicht "so eine Story aka reich vs arm", sondern eine darüber, welche Akzeptanz in der Gesellschaft vorhanden ist bzw. sein müßte, damit Eltern einschließlich Mütter ihr volles Potential entfalten und trotzdem ein für sie erfülltes Familienleben führen können. Und das ist nun einmal eine subjektiv zu bewertende Angelegenheit. Trotzdem besteht in diesem Forum eine große Tendenz dazu, Eltern, die es anders machen als man selbst, harsch zu verurteilen. Fazit: Keine Akzeptanz in unserer Gesellschaft, die anderen machen zu lassen, was sie für richtig halten......

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MaliMali 30.07.2015, 20:39
72. Ach ja, all die boesen Stimmen...

Hier wird wieder mal klar, dass was man nicht kennt, auf jeden Fall erst mal verurteilenswert ist. Ich gehoere in die gleiche Kategorie Mutter, nur dass ich keine grosse Karriere anstrebe, sondern einfach meine 8 Stunden taeglich arbeiten gehe. Allerdings tue ich das in Westafrika und hier schliessen die Kindergaerten zu einer Zeit, wo ich eine Nanny einstellen muss, damit die Kinder beaufsichtigt sind, bis ich nach Hause komme. Sie haben keine Ahnung, was das fuer eine Wohltat ist, eine Nanny zu haben. Ich bin mit Leib und Seele Mutter und fuer meine Kinder da, aber wuerde das nicht 24 Stunden am Tag durchhalten (ja, ja, schreien Sie ruhig "Rabenmutter"). Ich geniesse es, arbeiten gehen zu koennen und mich nicht um den Haushalt und den ganzen Kram kuemmern zu muessen. Wenn ich nach Hause komme, hab ich Zeit fuer meine Kinder. Und muss nicht erst anfangen zu putzen. Oder mich ueber das Chaos aufregen, das die Kinder hinterlassen haben. Ich kann mal auf Geschaeftsreise gehen oder auch mal mit meinem Mann abends ausgehen und habe jemanden, den die Kinder kennen und lieben. Deswegen lieben meine Kinder mich nicht weniger, sie wissen naemlich sehr wohl zwischen der Nanny und der Mutter zu unterscheiden. Und dass ich weitaus entspannter bin, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, als wenn ich den ganzen Tag mich um allen Mist kuemmern muss, das wissen auch sie zu schaetzen. Machen Sie mal spasseshalber ne Umfrage zu der Liebe von Jugendlichen in Westafrika (von denen ganz viele mit Nanny aufwachsen) zu ihrem Verhaeltnis zu ihrer Mutter und vergleichen Sie die Ergebnisse mit denen deutscher Jugendliche. Sie werden sich wundern...

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Rainer Helmbrecht 30.07.2015, 20:44
73.

Zitat von Listkaefer
... mit dem klassischen Familienmodell: Einer / eine arbeitet und der / die andere übernimmt zeitweise allein die Kinder. Geht, und macht alle glücklich, besonders die Kinder. Das Weniger an Geld lässt sich verschmerzen.
Ich weiss ja nicht wie sich bei Anderen das Leben so abspielt. Meist entwickelt sich das Leben aus den Gegebenheiten. Mit anderen Worten, man hat wenig Einfluss auf das Leben.

Man heiratet und hat einen Kinderwunsch, plötzlich beginnt der Mann eine Kariere und die Frau versucht alles unter einen Hut zu bekommen. Dann kommt die Zeit, in der die Frau denkt, dass sie einen Halbtagsjob annehmen könnte. Dann geht es immer weiter, der Job macht spaß und wenn ein Job spaß macht, hat man auch Erfolg.

Plötzlich ist da die Frage, wer von Beiden seinen Job einteilen kann, offt keiner. Dann bietet es sich an, den Kindern "Verantwrtung" zu überantworten. Noch plötzlicher wird ein Kind Wichtig für die Familie, alles läuft prima, nur die Kinder werden überfordert und die Kinder wollen Freiheiten, von denen man früher gesagt/gedacht hat dazu sind sie zu klein/zu jung.

Dann geht die Familie den Bach runter und man fragt sich warum man damals die Mutti auf die Arbeit geschickt hat. Für die Familie? die ist ja den Bach runter. Für den Mann? aber der ist doch weg.

Alles gewußt, trotzdem in die Falle gegangen. Nicht konsequent genug auf sich und die Familie geachtet.

MfG. Rainer

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carlitom 30.07.2015, 21:07
74.

Zitat von madita-mia
Schön, dass von diesen ebenso erfolgreichen und zufriedenen Frauen geschrieben wird - sie können ein tolles Rollenmodell darstellen für viele junge Frauen, die sich verunsichert fragen, ob sie sich zwischen Familie und Verfolgen ehrgeiziger beruflicher Ziele entscheiden müssen. Die Antwort ist offenkundig: Nein, das müßt Ihr nicht!
Die Antwort ist: Doch, müsst Ihr. Denn mindestens eins von beidem kommt zu kurz. Im Fall der von Ihnen so verehrten ERFOLGREICHEN Frauen sind das die Kinder. Im Falle von etwas weniger erfolgreichen Damen sind es vermutlich Kinder UND Beruf.
Man gaukelt sich was vor, wenn man sich einredet, es sei toll und o.k., wenn die Kinder zwar die eigenen, aber ständig fern von einem sind.
Auch die Mär der "Qualitätszeit", statt der Quantität ist Unsinn. Wer Kinder hat, kennt das: die Bedürfnisse der Kinder lassen sich nicht auf die wenige Zeit reduzieren und verschieben, in der sich Mami und Papi mal ein bisschen den Kindern zuwenden (falls sie das überhaupt können, nach dem anstrengenden Arbeitstag). Je kleiner die Kinder, um so unmittelbare das Bedürfnis. Wer dann da ist, muss dieses befriedigen, ob es Essen, Nähe, Kuscheln, Liebe oder frische Windeln betrifft. Nur das schafft eine Bindung.
Alles andere ist Legende.

Warum sind solche Frauen nicht einfach konsequent und lassen das Kinderkriegen bleiben? Wäre für alle Beteiligten die bessere Lösung.

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carlitom 30.07.2015, 21:09
75.

Zitat von bekkawei
Nicht unbedingt. Kinder können sich auch an eine andere Person als Mama oder Papa gewöhnen, sie lieben, sich auf sie einlassen. Das kann auch eine Nanny sein.
Klar. Aber diese wechseln evtl. Das wiederum ist suboptimal fürs Kind.

Und dann muss man sich auch die Frage gefallen lassen: wenn das so gelöst werden soll, warum dann überhaupt Kinder?

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carlitom 30.07.2015, 21:11
76.

Zitat von alsterherr
Sind diese Frauen dank Quote oder durch eigenes Können, Wille und Antrieb in ihren jetzigen Job gekommen? Und welche Meinung haben Feministinnen dazu?
1. inwiefern passt die Frage zum Thema?
2. inwiefern übertragen Sie diese Frage auch auf jeden Mann, der Karriere gemacht hat?
Welche Meinung hat der Provokateur dazu?

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carlitom 30.07.2015, 21:16
77.

Zitat von Stella_25
PS: Ich arbeite heute in einer Unternehmensberatung und finde es vorbildlich, wie hier auch Männer z.T. "nur" 60-80% Arbeiten um Zeit mit ihrer Familie zu verbringen.
Unternehmensberatung mit 60 bis 80 Prozent? Niemals. Das glaubt Ihnen keiner.

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carlitom 30.07.2015, 21:19
78.

Zitat von madita-mia
in welchem Freundeskreis ich mich bewege. Bingo: Gleich und gleich gesellt sich gerne, wir bewegen uns weitgehend (aber nicht ausschließlich) unter Akademikern. Und auch dort fällt Besagtes auf: Ausschließlich zu Hause betreute Kleinkinder brauchen für gewisse soziale und sprachliche Fertigkeiten ein bißchen länger. Diese Unterschiede nivellieren sich sicher bis spätestens der Einschulung - aber was ich zum Ausdruck bringen möchte, ist, daß ein Kleinkind in der KiTa nicht per se schlechter aufgehoben ist als in der ausschließlichen Elternbetreuung
Meine Erfahrungen sind genau umgekehrte. Und jetzt?

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carlitom 30.07.2015, 21:23
79.

Zitat von lincoln33t
Versuchen hier wieder das Betreuen der Kinder durch andere sei es Kitta Nany etc. Komplett schlecht zu reden und die Eltern als Rabbeneltern darzustellen. Besser wäre diese Leute behielten Ihre Meinung einfach für sich selbst. Zum Glück ist das jedem selber überlassen wie er mit der Erziehung seiner Kinder umgeht. Hat den schon jemand von den moralischen Schwätzern eine Kita von Ihnen gesehen, wie dort mit Kinder umgegangen wird, und wie glücklich die Kinder dort sind? Wahrscheinlich nicht!
1. jeder darf seine Meinung haben und äußern, auch wenn sie Ihnen nicht genehm ist.
2. jedem ist es natürlich selbst überlassen, wie er und vor allem wer seine Kinder erzieht. Aber auch jeder kann dazu eine Meinung haben, ob das den Kindern jeweils gut tut.
3. in den Kitas fällt häufig auf, dass viele Kinder (jedes hat andere Bedürfnisse) unter dem ewigen Trubel und vor allem der Lautstärke leiden (auch die Erzieher, übrigens). Das ist nicht für jeden das Richtige. Und dass Kinder nun in der Kita glücklicher sein sollten als daheim, dazu finden nicht mal Sie eine passende Studie.

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