Forum: Karriere
IT-Fachkräftemangel: Deutschland - einfach zu langsam
Getty Images/Caiaimage

Deutschlands Unternehmen verschlafen die Digitalisierung - und verschärfen damit das Fachkräfteproblem. Hier sprechen ein Headhunter und ein Unternehmensberater über die größten Fehler.

Seite 1 von 10
patberlin 04.03.2019, 09:56
1. Manchmal ist schnell..

...aber auch nicht gut. Ich habe mal in einem Startup gearbeitet - angeschlossen an einem großen Konzern - und die Planungen waren völlig ireal, geradezu phantastisch, so dass das Startup scheitern musste. Das Produkt: Genial, Geschäftsführung: Smart aber völlig unerfahren. Ich glaube so einen Zeitplan hätten die auch in Silicon Valley nicht geschafft. Mit oder ohne Badelatschen :)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Prof. X 04.03.2019, 10:08
2. Oberflächlich

Das Beispiel mit den Badegästen ist nicht sehr durchdacht. Wieso 99 Deutsche? Warum nur 1 Amerikaner? Wieso nimmt keiner die Seilbahn?

Digitalisierung scheitert aus meiner Erfahrung nicht am ängstlichen Produktionsmitarbeiter, sondern am Managment. Die wenigsten oberen in deutschen Konzernen haben einen Bezug zu den Technologien, von Whatsapp und netflix mal abgesehen. Was ich schon Zeit geopfert habe mit PowerPoint pinseln, nur um dem Management irgendwie begreifbar zu machen, was Digitalisierung in der Praxis heißt, was es kosten könnte, was es nutzen könnte, wie riskant es sein könnte... Und immer wieder wird man gestraft mit Unverständnis und Risikoangst. In der Zeit hätte ich schon 3x so viele Projekte einfach umgesetzt. DAS ist der große Bremser in Deutschland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
labuday 04.03.2019, 10:19
3. 2 excellente Experten -

mag sein, daß man in SV sehr innovativ ist, aber die Adaption zur Unterstützung von Geschäftsprozessen ist etwas ganz anderes.
SV ist da der falsche Platz - genauso, wie ein hochinnovatives startup ein Unternehmen digitalisieren kann.
Schonmal registriert, daß die "startups" nur kleinste Teilprozesse optimieren können, aber kein Unternehmen.
Ein Unternehmen zu digitalisieren ist dann schon ein anderes Kaliber.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hpampel 04.03.2019, 10:22
4. Alles alter Hut

Es doch längst bekannt, dass viele deutsche Unternehmen die Zukunft verschlafen. Alleine die seit Jahren viel zu geringe private Investitionsquote spricht doch Bände. Da wird lieber der Schweißer aus Rumänien für 5€ beschäftigt, als in neue Maschinen zu investieren. Höhere Gehälter für Fachkräfte werden gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Und wenn sich abzeichnet, dass sich das Geschäft nicht mehr lohnt, wird das Unternehmen verkauft. Wenn der Preis stimmt auch an China. Indikatoren sind der demographische Wandel und das Abmanagen durch Investitionsabbau. Die Erlöse durch den Verkauf werden in den USA, China und aufstreben kleineren Staaten investiert. In Deutschland wird nur deshalb noch produziert, weil die Politik für die entsprechenden deutschen hegemonialen Strukturen sorgt. Aber dass lässt sich das europäische Ausland eben nicht länger gefallen und die USA schon mal gar nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
robbery 04.03.2019, 10:27
5. Er hat recht

er hat ein wahres Wort gesprochen, mehr machen und weniger planen. Diese digitalen Multi Tier Applikationen die gemeinhin als digitale Revolution darstehen sind eigentlich Modeerscheinungen. Sie basieren auf Datensammeln und Logistik. Wenn da irgendwas nicht mehr erlaubt ist steht der Business Case. Was passieren muss ist digitale allgemeingültige Standards zu bilden! Dann kann die reine Kreativität nur mit SW durchstarten. Und natürlich Programmieren lernen! Das ist das wichtigste!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
testuser2 04.03.2019, 10:27
6. IT fängt in der Schule an

Ich sehe es so, dass der Fachkräftemangel hausgemacht (die Verantwortliche ist bekannt) schon in der Schule anfängt. Es geht nicht darum, den Schülern Computer hinzustellen, sondern darum, dass Lehrer in einem Schul-Hauptfach Informatik ausgebildet werden. An der Schule unserer Kinder gab es genau 1 Mathelehrer, der über gute Programmierkenntnisse verfügte. Der ist inzwischen an einer anderen Schule und Informatik in der Oberstufe ! konnte nur von Lehrerinnen (Chemie und Biologie) übernommen werden, die nicht programmieren können und sich für die Beurteilung der Hausarbeiten Studenten dazuholen müssen, die ihnen bei der Beurteilung helfen.
Zu versuchen, den Fachkräftemangel politisch mit anderen Dingen zu verbinden und so lösen zu wollen (z.B. mit der Migration) ist lächerlich dumm. Sehr viel sinnvoller ist es, das IT-Wissen selbst in Schulen zu unterrichten und dadurch zu vermehren. Das ist sowohl mittel- als auch langfristig der richtige Weg.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pyros 04.03.2019, 10:31
7. IT Fachkräfte

Als freiberuflicher Softwareentwickler kann ich beim lesen der ganzen Artikel zum IT Fachkräftemangel und den Herausforderungen der Digitalisierung nur den Kopf schütteln.
Eines vorweg: Ich unterstütze die Gesetze zur Eindämmung von Ausbeutung und Scheinselbstständigkeit für Menschen die dafür nur den Mindestlohn bekommen und im Grunde nicht überleben, geschweige denn vorsorgen können! ABER:
Hier werden nun auch sämtliche IT Fachkräft mit in den Topf geworfen und dies hat aus meiner Sicht, im Hinblick auf Innovation, Gründergeist und digitale Transformation, den Standort Deutschland nachhaltig beschädigt. Konzerne und Mittelständler trauen sich nicht mehr für IT Projekte von 1-2 Jahren das Know-how von Selbstständigen einzukaufen. Ich erlebe täglich wie stattdessen, um dem gesetzlichen Rahmen gerecht zu werden, Projekte z.B. an Tata Consulting etc. vergeben werden und heimische IT Spezialisten oft das Nachsehen haben. Das ist fatal. Für beide Seiten! Die freiberufliche Projektarbeit ist aus meiner Sicht eine zentrale Komponente um Unternehmen bei den Herausforderungen zu unterstützen. Der Preis spielt dabei auch eine Rolle aber das Feedback das ich bekomme ist dass der Einkauf vieler Unternehmen nicht mehr temporär auf heimische IT Spezialisten zurückgreifen kann.

Die Politik hat es nicht verstanden einen rechtlichen Rahmen für die IT Industrie zu schaffen ! Viele gute Softwareentwickler aus meinem Bekanntenkreis ohne Familie haben sich längst ins Ausland verabschiedet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
herbert 04.03.2019, 10:33
8. Merkel und IT ? Wir schaffen das (nicht) !

wie soll Germany ein IT Land werden, wenn die Politiker, die das anschieben koennen, noch mit "Bleistift und Radiergummi" arbeiten.
Wo die Schreibkraft den Computer bedienen muss.

Die bedingt einsatzfaehigen Regierungsfleger koennte man dazu benutzen, lernwillige Bundestagsabgeordnete in die Computerzentren der Welt zu fliegen, damit die mal sehen was Sache ist.

Fazit
Diese GroKo verpennt die Zukunft !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arr68 04.03.2019, 10:33
9. Vielleicht war ich zu schlecht,

aber ich habe sehr lange nach meiner Ausbildung als Netzwerker vergeblich einen Einsriegsjob in Norddeutschland gesucht. Überall würde ich abgelehnt wegen fehlender Erfahrung. Nur woher bekommen, wenn keiner einstellt. Daher sage ich aus mei er Erfahrung der sogenannte Fachkräftemangel ist auch durch die Einstellungspolitik der Firmen hausgemacht.Kaum ein Personalchef kennt irgendetwas von seiner IT außer das die komischen Leute seinen Drucker erst nach längerer Zeit einrichten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 10