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Job-Umfrage: Deutsche wollen sechs Stunden pro Woche weniger arbeiten
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Wie wollen die Deutschen leben und arbeiten? Eine Umfrage zeigt, wovon die Bundesbürger träumen - und wie die Wirklichkeit aussieht.

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Sponti@abwesend.de 01.12.2016, 10:18
20.

Tja schön wärs ja, ich wollte mal meine Arbeitszeit auf 25-30 Std in der Woche reduzieren , war das ein Kampf...scheinbar sind TZ-Jobs ausgestorben und ungewollt von Arbeitgeber.

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rolli 01.12.2016, 10:20
21.

Zitat von n.wemhoener
Die Deutschen sind mit ihrem Wunsch nach weniger Wochenarbeitszeit der Zeit voraus ! Da menschliche Arbeit in den Industriestaaten unaufhaltsam weniger wird, kommen wir um "Arbeitszeitverkürzung" nicht herum. Von der Politik jedoch hat man dieses Wort bisher nicht vernommen.
Das ist so, weil es bis jetzt keine Lösung dafür gibt, einerseits die Arbeitszeit zu verkürzen und andererseits das Einkommen nicht.
Wenn es eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich geben wird, wird sich Deutschland zu einem Entwicklungsland entwickeln, weil wir ohne hohes Einkommen für Investoren absolut uninteressant sind. Der Staat kann diese Massen an Arbeitslosen nicht ernähren, und ohne dies hat der Staat aber keine Legitimation mehr.

rolli

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Casparcash 01.12.2016, 10:24
22. warum eigentlich?

Zitat von weltretter1
warum eigentlich nicht mehr flexible Teilzeitführungsjobs mit Home Office und 18 Std.-Woche und 87 Urlaubs-/Feier- und Brückentagen bei höchstmöglicher Dotierung und minimaler Verantwortung - und einer schönen Kinderkrippe im Unternehmen und nicht zu hohen (am Ende auch noch kapitalistischen) Zielen. Ach, Michl, das Leben besteht nicht nur aus Diskussionen, Straßenfesten und Grillabenden ....
ihr beitrag hat mich inspiriert.
ich frage mich seit längerem, warum eigentlich der ständige technische fortschritt, der uns die arbeit erleichtern soll, nicht auch die arbeitszeit betreffend ankommt. will sagen, dass es doch eigentlich so sein müsste, dass wir heute, um ebenso produktiv zu sein wie z.b. vor 20 jahren, weniger zeit benötigen. computer, maschinen, was auch immer, machen es möglich.
warum also nicht darüber nachdenken, sich den fortschritt in der wertvollsten aller währungen, nämlich der lebenszeit, auszahlen zu lassen.
stattdessen wird immer nur oben draufgepackt. als wäre das arbeiten ein sinnvoller bestand des lebens, was in den meisten fällen eben nicht der fall ist.
ich glaube, wir müssen uns ein wenig stärker radikalisieren.

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fx33 01.12.2016, 10:25
23. Einfache Antwort

Zitat von bidebotchi
Wir leben angeblich in einem der fortschrittlichsten Länder der Erde. Wenn und dieser Fortschritt aber keine kollektive Erleichterung in Form von mehr Freizeit und weniger Arbeitszeit ermöglicht, was ist er dann überhaupt wert? Dieses System gehört dringend reformiert.
Dieser Fortschritt bringt sehr wohl mehr Freizeit, weniger Arbeitszeit und gleichzeitig mehr Geld.
Aber nicht Ihnen. Und nicht mir. Auch nicht 90% der Bevölkerung.
Ich denke, Reformen reichen nicht mehr. Es wäre wohl eine Revolution nötig, aber da spielen ja idiotischerweise 90% der Benachteiligten nicht mit. Die fühlen sich ganz wohl in ihrer Ausgebeutetenrolle.

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interessierter Laie 01.12.2016, 10:25
24. Da stimme ich ihnen voll zu...

Zitat von hgwxx/7
Alle Arbeitszeitverkürzungsmodelle der Wissenschaft, für Führungskräfte, basieren doch auf der Annahme von Konzernen/Großbetrieben mit einer Vielzahl von MA. Diese Modelle scheitern an der Arbeitswelt in Klein- und Mittelbetrieben, in welchen prozentual sehr viele Menschen beschäftigt sind. Mal sehen wie die Wissenschaft die Teilzeitführungskraft auf dem Bau, in der Gastronomie oder im Friseursalon realisiert.
und implizit erwähnen Sie einen weiteren wichtigen Punkt, nämlich Service vs. Produktion. Viele Mitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie genießen heute schon eine 35-Stunden-Woche, betriebseigene Kinderbetreuung, betriebliche Altersvorsorge und vieles mehr. Wenn ich einen Passat bestelle sagt man mir: Lieferzeit x Wochen. Mitarbeiter im Dienstleistungsbereich arbeiten unter völlig anderen Bedingungen. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ist das gut zu beobachten. Wir regen uns auf, wenn wir abends und samstags überfüllte Innenstädte und Einkaufszentren vorfinden. Aber wie sieht das erst aus der Perspektive eines Mitarbeiters in einem Team von 5-10 aus. Wenn dann noch noch einer krank wird (schließlich liefern die Kunden die Viren frei Haus), brennt die Luft. Und der Beschäftigungstrend geht gerade weg von Produktion und hin zu Dienstleistungen.

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estiikay 01.12.2016, 10:26
25. Weniger arbeiten = weniger Geld?

Ich bin nicht der Ansicht, dass weniger Arbeiten = weniger Geld bedeuten muss.
Durch die immer weiter voranschreitende Automatisierung unserer Arbeit haben wir bereits viel zu wenig Arbeitsplätze für die Menschen. Siehe z.B. die Automobilindustrie - wo früher tausende Menschen gearbeitet haben, übernehmen fast zu 100% Roboter die Arbeit. Es sind nur noch eine Handvoll Leute nötig, um die Prozesse zu überwachen und die Roboter zu warten. Selbst die Roboter werden mittlerweile durch Roboter gebaut. D.h. es gibt nicht mehr genug Arbeit für uns. Die Automatisierung erreicht sogar die IT-Dienstleister - die sich quasi selbst abschaffen, indem sie Automatisierungen entwickeln (ich bin einer davon ^^).

Daher sind viele Gelehrte der Ansicht, dass die Arbeit anders und neu bewertet und strukturiert werden muss. In Skandinavien gibt es bereits Pilotprojekte dafür.

Das wäre schon ein großer gesellschaftlicher Wandel. Allerdings wäre dies zum Nachteil für die Konzerne, daher wird das sicher nicht durch die aktuelle Politik durchgeführt, da diese ja für die Konzerne arbeitet und nicht für die Menschen (es ist im Grunde so, ich nehme kein Blatt vor den Mund).
Das jetzige System wird noch lange so weitergehen, bis die "kritische Masse" erreicht wird und es in irgendeiner Form einen "Knall" gibt ... oder es geschieht ein Wunder, und das "vernunftbegabte Wesen" kommt zum Vorschein.

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Robert M 01.12.2016, 10:27
26. Mir würde es schon reichen

wenn ich es näher hätte, auch eine 35h Woche würde ich natürlich nicht ablehnen. Aber so bin ich im Schnitt 11h von Haustür zu Haustür unterwegs. Da bleibt einfach wenig Zeit wenn Mann noch etwas im Haushalt etc. tun soll.
Da bleibt's halt bei Kleinigkeiten. Was hilft's wenn die Arbeitsplätze Stunden entfernt sind, die Strassen mehr Baustellen als Grüne Ampelphasen und die Verkehrsbetriebe unzuverlässig sind. Gerade habe ich einen Artikel über Wien gelesen wo ernsthaft die Industrie in der Stadt gehalten wird. Eben um so etwas zu vermeiden.

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erfolg32 01.12.2016, 10:27
27. Einfach mal über den Sinn der Arbeit nachdenken und an Frau Klovert - Sie sollten kündigen

Ich habe den Artikel gelesen. Ist ganz nett, aber der Redakteurin macht ihr Job selbst keinen Spaß. Daher mache ich Ihnen den Vorschlag, Frau Klovert verlassen Sie am besten noch heute den Spiegel. Das sollten Sie tun!
1. Ich habe meinen Beruf gefunden, der mir Freude bereitet und Sie werden es nicht glauben - Frau Klovert - ich arbeite gerne und das werden Sie mir auch nicht glauben - mir ist die Anzahl der Stunden total egal. Ich arbeite jetzt nicht mit Beruf = Berufung, aber die Arbeit hat für mich nicht den alleinigen Sinn Geld zu verdienen, sondern gibt mir viel Energie, sie fordert mich heraus, sie inspiriert mich und ist ein Teil meiner Lebensqualität.
2. Meine Freunde und meine Kunden spüren sofort, der liebt seinen Job und diese Freude überträgt sich auf mein Umfeld. Ich jammere nicht wie viele bei ihren Kollegen, Kolleginnen, Partnern, Partnerinnen etc. wie schlimm die Arbeit heute war oder höre mir auch nicht Moderatoren in Radiosendungen an, die mit "Endlich kommt das Wochenende, Du hast es geschafft" die Stimmung gegen die Arbeit weiter erhitzen.
3. Wenn der Sinn im Leben nur Familie oder Gammeln sein soll, na dann gute Nacht. Wenn Menschen nicht Ihrer Passion gefolgt wären, würden es heute viele Dinge nicht geben, die heutzutage für uns selbstverständlich sind. Ich kenne auch sehr viele Menschen, die wenn Sie ganz ehrlich ist sagen "Mist durch die Kinder habe ich viel Zeit verloren und konnte nicht so leben wie ich wollte".
Wenn die Zahl 32 Stunden in der Woche als maximale Arbeitszeit stimmen sollte, behaupte ich, dann haben diese Menschen null Bock zu arbeiten. Sie funktionieren einfach nur und nerven ihre Umgebung mit ihrem persönlichen Frust. Zudem hat jeder die Chance sein Leben in eine andere Bahn zu lenken und seine berufliche Erfüllung zu finden. Aber bitte nicht über die Bundesagentur für die Arbeit, sondern nur seinem Herzen folgen und sich nicht von außen irritieren lassen.
Frau Klovert - da Sie in keinster Weise die Freude in der Arbeit sehen und darstellen, behaupte ich, Sie sind eine komplett frustierte Person ohne jegliche Inspiration und Visionen. Daher kündigen Sie bitte sofort und leben Sie Ihren Frist allein aus.

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grumpy53 01.12.2016, 10:28
28. große Überraschung

Dass die Deutschen, angesichts völlig anderslautender Umfragen, weniger arbeiten wollen, überrascht mich jetzt schon. Angesichts der Überstundenzahlen, angesichts der Überlegungen, von 35-Stunden-Woche, von 36-Stunden-Woche und ähnl. Modellen lieber wieder zurück zu3 38 oder gar 40 Stunden in der Woche. Vielleicht meinen ja einige, wenn man 40 Stunden für die gleiche Menge an Arbeit hätte, würde der Druck sinken. Das einzige, was dann wirklich sinkt, ist wiederum die Anzahl von Vollbeschäftigten. Durch die Überstunden, die übrigens viele gerne zur Finanzierung von Urlauben oder Konsum langfristig einrechnen (dabei wäre dann noch zu prüfen, liegt das an den ungerechten Löhnen und Gehältern oder eher daran, dass man sich an dieses "zweite" Einkommen, gewöhnt hat, so braucht man keine Arbeitskämpfe um gerechte Bezahlung zu führen und den Chef freut es, denn der braucht keine weiteren Leute ausbilden und einstellen, auf wessen Kosten (Migranten, eigene Kinder in Perspektivlosigkeit, Niedriglöhner, prekäre Beschäftigungsverhältnisse...) geht das denn wirklich? Im Vergleich zu anderen Ländern der dritten Welt läuft unsere Wirtschaft nicht nur wegen der gut ausgebildeten Fachkräfte so gut, sondern auch, weil die Infrastrukturen (technische Ausstattungen, Verkehrswege, Ressourcen, Maschinen) eben bestens sind. Wenn dann der Effekt Arbeit 4.0 zum tragen kommt, wird nur dann kurz gestutzt, wenn man selbst betroffen ist. Alle anderen werden weiterhin bis zum umfallen schuften, anstatt zu realisieren, dass der Zeitpunkt radikal - und vielleicht dann auch mit finanziellen Opfern umzusteuern, fast schon versäumt ist. Na klar, das vierte Smartfon für das Kindergartenkind, der Skiurlaub und der noch größere Fernseher kurbeln die Wirtschaft an - und gehören natürlich zum Status. Wer Zeitungen im Dritt-Job austragen muss, wer Pfandflaschen sammeln muss, hat halt vielleicht bei seinem beruflichen Werdegang was falsch geplant - das ist doch kein gesellschaftliches Problem und keine Frage von Grundeinkommen oder Mindestlohn? Kann wohl nicht jeder Bereichsleiter mit entsprechendem Gehalt sein, oder? Dass Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrpersonal oder Teilzeiter in "einfachen" industriellen Tätigkeiten nicht so gut bezahlt werden, wie Bonus-Abschöpfende Banker ist halt deren persönliches Schicksal. Manchmal kann man gar nicht so viel essen, wie man... Die Schere zwischen arm und reich klafft, wer hat, der kann Steuern sparen, wer nix hat, muss halt die Decke strecken - und wenn dann die mit den einfachen populistischen Versprechen kommen, wundert man sich, wie die Wähler generieren, oder auch nicht. Also ran an das Thema fair bezahlte Arbeit für alle - und dann kann man sich Neid-Debatten auch sparen.

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yvowald@freenet.de 01.12.2016, 10:32
29. Gewerkschaften sind inzwischen viel zu schwach

Es wäre wünschenswert, wenn die Politik sich bereitfinden könnte, eine Änderung der Arbeitszeitgesetze zu beschließen, damit die Möglichkeit geschaffen wird, diese Mehrheitsvorstellungen durchzusetzen.
Denn die Gewerkschaften sind bekanntlich inzwischen viel zu schwach, um beispielsweise eine 30-Stunden-Woche, maximal eine 34-Stunden-Woche durch Arbeitskämpfe zu erzwingen.
Auch hier wird wieder einmal deutlich, auf wessen Seite die "staatstragenden" Parteien (CDU, CSU, SPD, FDP) stehen: Auf Seiten des Kapitals, also der Arbeitgeber. Und die Beschäftigten haben bekanntlich keine starke Interessenvertretung mehr, weil die Politik zu Gunsten des Kapitals die Gewerkschaften in die Knie gezwungen hat.
Woher kommt die Partei- und Politikverdrossenheit? Gute Frage!

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