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Job-Umfrage: Deutsche wollen sechs Stunden pro Woche weniger arbeiten
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Wie wollen die Deutschen leben und arbeiten? Eine Umfrage zeigt, wovon die Bundesbürger träumen - und wie die Wirklichkeit aussieht.

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Phil2302 01.12.2016, 10:33
30. Das ist falsch

Zitat von bidebotchi
Wir leben angeblich in einem der fortschrittlichsten Länder der Erde. Wenn und dieser Fortschritt aber keine kollektive Erleichterung in Form von mehr Freizeit und weniger Arbeitszeit ermöglicht, was ist er dann überhaupt wert? Dieses System gehört dringend reformiert.
Bitte einmal über den Tellerrand gucken, dann sehen sie einmal, wie unglaublich viel in 3. Welt Ländern gearbeitet wird. Die Menschen dort arbeiten von morgens bis abends körperlich hart, oft schon Kinder, nur damit genug zu essen auf dem Tisch steht. Wir leben hier schon im Paradies, auch verglichen mit unseren Großeltern. Ich frage mich daher immer, warum es eigentlich hier so viele Burnoutfälle gibt. Was war denn früher, als die Menschen noch viel härter gearbeitet haben? Zum Thema, auch zum Artikel auf bento: Länder wie China lachen sich darüber kaputt und unsere Wirtschaftskraft - und damit unser Lebensstandard - würde rapide bergab gehen, wenn plötzlich nur noch 32 Stunden gearbeitet wird. Wer soll eigentlich den einen Tag die Woche, den ich nicht da bin, das Projekt leiten?

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yvowald@freenet.de 01.12.2016, 10:38
31. Deutsches Lohnniveau viel zu niedrig

Zitat von rolli
Das ist so, weil es bis jetzt keine Lösung dafür gibt, einerseits die Arbeitszeit zu verkürzen und andererseits das Einkommen nicht. Wenn es eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich geben wird, wird sich Deutschland zu einem Entwicklungsland entwickeln, weil wir ohne hohes Einkommen für Investoren absolut uninteressant sind. Der Staat kann diese Massen an Arbeitslosen nicht ernähren, und ohne dies hat der Staat aber keine Legitimation mehr. rolli
In Deutschland ist das Lohnniveau - im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn - deutlich zu niedrig.
Was hat dies zur Folge? Daß die Gewinne der Unternehmen gerade in Deutschland exorbitant hoch sind.
Also sollten wir Arbeitnehmer alles daransetzen, unsere wöchentlichen Arbeitszeiten auf maximal 30 Stunden zu reduzieren - und zwar ohne jede Lohnminderung.
Die Arbeitgeberseite würde dann zwar Zeter und Mordio rufen, aber Fakt ist, daß die Lohnstückkosten hier noch immer ausgesprochen konkurrenzfähig sind und bleiben.
Die deutschen Gewerkschaften müssen zwar erst zum Jagen getragen werden.
Aber Nichtstun führt zu einem noch größeren Mitgliederschwund. Ob die Gewerkschaftsspitzen dies wirklich wollen?

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mymindisramblin' 01.12.2016, 10:39
32. Man muss eben Prioritäten setzen

Ich bin 51 und bin bestimmt 15 Jahre meines Lebens durch die Welt gereist. Seit 10 Jahren habe ich einen 2/3 Arbeitsvertrag, arbeite 8 Monate Vollzeit, bzw 7, Urlaub ist ja auch noch dabei, und von Dezember bis März bin ich in den Tropen. Allerdings fahre ich kein Auto, nur 2 alte Motorräder, habe keinen Flat-Screen TV, mein Haus ist kein Neubau, sondern ein kleiner Altbau in der Altstadt der zum Großteil noch mit Holz beheizt wird und, ich geb es zu, Kinder habe ich auch nicht ( wobei das nicht geplant war, hat sich einfach irgendwie nie ergeben). In unserer kapitalistischen Gesellschaft werden den Menschen Bedürfnisse suggeriert, Wünsche nach völlig blödsinnigen Sachen werden von der Werbung generiert ( wer braucht schon ein Auto für 40 000€ wenn es für die alltäglichen Bedürfnisse jeder gebrauchte Kleinwagen tut), und so gehen die Arbeitsbienen brav malochen und verkonsumieren ihr hart erarbeitetes Geld im Sinne der Industrie. Und sind unglücklich dabei! Aber Leute - ihr habt es selbst in der Hand da auszusteigen, so machtlos seid ihr nicht und dieser Alltagstrott ist nicht alternativlos. Es erfordert nur ein bisschen Mut und Fantasie um gegen den Strom zu schwimmen...

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yvowald@freenet.de 01.12.2016, 10:43
33. Sehr erkenntnisreich

Zitat von fx33
Dieser Fortschritt bringt sehr wohl mehr Freizeit, weniger Arbeitszeit und gleichzeitig mehr Geld. Aber nicht Ihnen. Und nicht mir. Auch nicht 90% der Bevölkerung. Ich denke, Reformen reichen nicht mehr. Es wäre wohl eine Revolution nötig, aber da spielen ja idiotischerweise 90% der Benachteiligten nicht mit. Die fühlen sich ganz wohl in ihrer Ausgebeutetenrolle.
Eine der wenigen Kommentare, die von Durchblick und Erkenntnisreichtum zeugen.
Rund 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung verhält sich wie die Schafe im Pferch.
Sie lassen sich von den Hütehunden (Wirtschaftsverbände) kujonieren und drangsalieren, anstatt aufzubegehren.
Und der Reichtum der Unternehmer, also der Multimillionäre und Milliardäre, steigt und steigt.
So wie in den USA. Und die Proletinnen und Proleten dort wählen auch noch einen Milliardär zum Präsidenten. Mehr Dummheit geht wohl nicht mehr, oder?

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loncaros 01.12.2016, 10:49
34.

Zitat von behemoth1
Wenn man danach geht, was einer will und was notwendig ist, dann geht die Schere oft weit auseinander. Ich habe stets mindestens 8 Stundentag gehabt, oft kamen dabei unbezahlte Überstunden hinzu und auch Samstags bin ich erreichbar gewesen und ging meiner Tätigkeit nach. Wir sollten daran denken, dass man mit Minisjobs vielleicht mehr Arbeitsplätze schaffen könnte, dabei kämen dann aber auch Minigehälter und Minirenten heraus und somit erhöht sich auch zwangsmäßig die Altersarmut.
In die Altersarmut rauschen auch so schon genug mit 40-Stunden-Woche.

Der hochgefragte Experte jedoch, der kommt auch mit 10 Stunden pro Woche aus, wenn er grad keine Lust hat.

Hat also nichts mit der Arbeitszeit zu tun.

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rolli 01.12.2016, 10:49
35.

Zitat von yvowald@freenet.de
In Deutschland ist das Lohnniveau - im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn - deutlich zu niedrig. Was hat dies zur Folge? Daß die Gewinne der Unternehmen gerade in Deutschland exorbitant hoch sind. Also sollten wir Arbeitnehmer alles daransetzen, unsere wöchentlichen Arbeitszeiten auf maximal 30 Stunden zu reduzieren - und zwar ohne jede Lohnminderung. Die Arbeitgeberseite würde dann zwar Zeter und Mordio rufen, aber Fakt ist, daß die Lohnstückkosten hier noch immer ausgesprochen konkurrenzfähig sind und bleiben. Die deutschen Gewerkschaften müssen zwar erst zum Jagen getragen werden. Aber Nichtstun führt zu einem noch größeren Mitgliederschwund. Ob die Gewerkschaftsspitzen dies wirklich wollen?
Richtig, und das hat letzendlich in die Bankenkrise geführt, denn die Wirtschaft hat nicht mehr ins Kerngeschäft investiert, sondern in Finanzprodukte, und weil das ganze ein Ponzi Schema war und ist, konnten die Banken die versprochenen Renditen nicht mehr erwirtschaften. Der Lohnverzich führt direkt zur Bankenrettung.

rolli

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artis 01.12.2016, 10:55
36. schön ist es weniger zu Arbeiten

und mehr Freizeit zu haben. Deshalb sollte man den heutigen Rentnern auch die Rente können denn die mußten mehr arbeiten, auch Sonnabends und hatten weniger Freizeit. Es ist nicht immer wie beschrieben das die jungen die Rente für die alten zahlen. Was die alten geschaffen haben um das Land wieder aufzubauen sind Werte wie sie nie wieder entstehen werden.

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gandalf446 01.12.2016, 10:56
37.

Zitat von interessiertermensch
wenns immer nach Wunsch gehen würde... ein paar Bekannte werden gerade von der glorreichen Vergangenheit eingeholt. In der Jugend die Welt sehen, Indien, Afrika etc. Jetzt reicht die Absicherung vorn und hinten nicht. Es muss gearbeitet werden bis ins hohe Alter. Da strecke ich mich dann aus. Schlau?
Ob das schlau war? Von Ihren bekannten mMn JA, von Ihnen mMn NEIN.
Die Antwort auf Ihre Frage hängt aber sehr stark davon ab, was man selbst von sich und seinem Leben erwartet, bzw. wie man sein Leben gestalten will. In jungen Jahren hat man oftmals noch mehr Möglichkeiten, Dinge zu machen und zu erleben, die man im höheren Alter so nicht mehr machen kann. Wenn man also in seinem Leben den größtmöglichen Spaß haben will, haben es Ihre Bekannten schlau gemacht, wenn man eher darauf aus ist, im Alter maximal abgesichert zu sein, haben Sie es schlauer gemacht.
Ich für meinen Teil bin 28, habe mittlerweile einen weit überdurchschnittlich bezahlten Job und fange jetzt an, die Welt zu bereisen. Ich habe es wohl eher so gemacht, wie Sie und habe mit zuerst eine sichere berufliche Perspektive aufgebaut, und fange erst dann an, das Leben zu genießen. Wenn ich aber sehe, was ehemalige Mitschülerinnen und Schüler aus der Abi-Zeit schon alles gesehen und erlebt haben, würde ich mir manchmal wünschen, früher mit dem Reisen angefangen zu haben.
So hat aber letztlich jeder seinen eigenen Lebensplan, den er / sie verfolgt.

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Phil2302 01.12.2016, 11:07
38.

Zitat von gandalf446
Ob das schlau war? Von Ihren bekannten mMn JA, von Ihnen mMn NEIN. Die Antwort auf Ihre Frage hängt aber sehr stark davon ab, was man selbst von sich und seinem Leben erwartet, bzw. wie man sein Leben gestalten will. In jungen Jahren hat man oftmals noch mehr Möglichkeiten, Dinge zu machen und zu erleben, die man im höheren Alter so nicht mehr machen kann. Wenn man also in seinem Leben den größtmöglichen Spaß haben will, haben es Ihre Bekannten schlau gemacht, wenn man eher darauf aus ist, im Alter maximal abgesichert zu sein, haben Sie es schlauer gemacht. Ich für meinen Teil bin 28, habe mittlerweile einen weit überdurchschnittlich bezahlten Job und fange jetzt an, die Welt zu bereisen. Ich habe es wohl eher so gemacht, wie Sie und habe mit zuerst eine sichere berufliche Perspektive aufgebaut, und fange erst dann an, das Leben zu genießen. Wenn ich aber sehe, was ehemalige Mitschülerinnen und Schüler aus der Abi-Zeit schon alles gesehen und erlebt haben, würde ich mir manchmal wünschen, früher mit dem Reisen angefangen zu haben. So hat aber letztlich jeder seinen eigenen Lebensplan, den er / sie verfolgt.
Das Problem ist aber, dass es diese Leute sind, die dann meinen, im Alter anfangen zu können, sich darüber zu beschweren, wie unfair die Gesellschaft und die Welt im allgemeinen doch sind. Für jeden sollte die persönliche finanzielle Absicherung an erster Stelle stehen. Warum soll ich sonst dafür einspringen, wenn diese reiselustigen Menschen im Alter verarmen? Ich saß schließlich am Schreibtisch als sie ihre Weltreise gemacht haben.

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mam71 01.12.2016, 11:07
39.

Zitat von bidebotchi
Wir leben angeblich in einem der fortschrittlichsten Länder der Erde. Wenn und dieser Fortschritt aber keine kollektive Erleichterung in Form von mehr Freizeit und weniger Arbeitszeit ermöglicht, was ist er dann überhaupt wert? Dieses System gehört dringend reformiert.
Dann schauen Sie sich mal die Arbeitsbedingungen vor 50 oder 100 Jahren hierzulande oder die in wenig entwickelten Ländern hierzulande. Mit 35h/ Woche Arbeit ein Wohlstandsniveau wie bei uns (inkl. sozialer Absicherung etc.) plus 20-25 Jahren Rentenzeit zu erwirtschaften, davon können und konnten die allermeisten Menschen zu den meisten Zeiten nur träumen.

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