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Job weg wegen Krankheit : "Ein schlechtes Immunsystem ist ein Kündigungsgrund"
Corbis

Krankheit schützt vor Kündigung? Ein Mythos, sagt Arbeitsrechtler Alexander Birkhahn. Er weiß, wie Firmen Dauerkranke und Blaumacher loswerden.

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eunegin 09.03.2015, 06:41
1. nicht vergessen: oft zulasten Dritter

Aus eigenen Erfahrung: zu viel Nachsicht des Unternehmens schadet nicht nur dem Betrieb, sondern auch den Kollegen, die diese Fälle über lange Zeit auffangen und mittragen müssen. Ich freue mich, wenn mein Arbeitgeber Konsequenz zeigt, vor allem bei denjenigen, die nicht wollen - nicht können ist ein etwas anders gelagerter Fall. Ich fand es gar nicht lustig, über 3 Jahre (!) einen nicht oft anwesenden Kollegen ständig vertreten zu müssen. Doppelte Arbeit, gleicher Lohn, viel Stress, wenig Zeit für die eigene Familie (die mir wichtiger ist als ein dauerhaft leistungsschwacher Kollege...).

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marthaimschnee 09.03.2015, 06:51
2.

"Bei der Verhältnismäßigkeitsprüfung werden die Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegeneinander abgewogen"

Und das sieht heute wie aus? Der Standpunkt des Arbeitgebers ist klar und die Folgen für ihn sind auch seit hundert Jahren die gleichen. Was ist jedoch mit dem Arbeitnehmer? Dessen Bedingungen haben sich nach der Kündigung dank des ganzen Reformpaketes rund um Rente und Arbeitsmarkt rapide verschlechtert. Wer wirklich krank ist, hat gute Chancen in die Grundversorgung zu fallen und da nie wieder rauszukommen. Die Folgen sind also praktisch existenzvernichtend und in Zusammenhang mit einer schlechteren medizinischen Versorgung dadurch praktisch sogar lebensverkürzend. Die Rechtssprechung müßte das kompensieren, sie hat den Zustand schließlich auch herbeigeführt!

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bronck 09.03.2015, 06:52
3. Meschenmaterial

Zitat von
Beispielsweise ist man nach 20 Jahren am Band einfach verschlissen. Das ist ein soziales Problem. Rein arbeitsrechtlich wäre eine Kündigung wirksam.
Wie zynisch kann man eigentlich sein. Erst die Gesundheit des Mitarbeiters ruinieren und ihn dann vermittels solcher "Rechtsgelehrter" elegant loswerden...

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grommeck 09.03.2015, 07:00
4. Das ist die richtige Denke!!

Bravo ihr Arbeitgeber, ihr seid schon tolle Typen mit euren Superanwälten. Da lohnt der Einsatz im Job so richtig. Weiter so!!

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LorenzSTR 09.03.2015, 07:09
5. Toll

Supi Interview, so fröhlich frei heraus, maximal asozial - gibt bestimmt Pluspunkte vom Arbeitgeber für Herrn Birkhahn. In der neoliberalen, wahrlich kranken Welt ist der Mann gut aufgehoben. Ansonsten müsste man hinterfragen, wie jemand mit dieser Geistehaltung ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft sein kann.

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AndreHa 09.03.2015, 07:10
6.

In unserer Rechtslandschaft tanzen die faulen Arbeitnehmer den Betrieben auf der Nase herum. In aller Regel bekommen sie Drückeberger und Krankmacher nicht los, wenn diese erst einmal einen unbefristeten Vertrag haben.

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Nox Harrington 09.03.2015, 07:14
7.

Genau. Mir kommen die Tränen, Herr Experte. Die Arbeitgeber haben einfach zu viel soziale Verantwortung. Das muss sich möglichst rasch ändern, nicht wahr?? Schwachstelle Mensch. Kotz!

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mila67 09.03.2015, 07:22
8. zynisch!

Ich hatte unfassbaren Glück! In nun 20 Arbeitsjahren komme ich noch nicht mal auf die 6 Wochen. Aber ist das eine Leistung? Kann es nicht morgen schon anders sein? Zur riesen Belastung schwer krank zu sein, käme dann auch noch die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Ok, der Mann tut seinen Job, er vertritt die Interessen der Arbeitgeber. ich empfinde ein solches Denken als überaus zynisch und kalt. Übrigens: mich selbst betrifft das nicht, bin Beamtin.

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irukandji 09.03.2015, 07:37
9. Und Selbstherrlichkeit der Untergang vieler Mittelständler

wer hat die Blaumacher denn mit seiner Menschenkenntnis eingestellt

wer hat denn in seiner Firma die Leute so geformt wie die dann sind.

Hey, es sind Menschen keine Schraubendreher mit Hirn

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