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Jobprotokoll einer Rettungsschwimmerin: "Viele Gäste stehen nur da und gucken"
DPA

Für 22 Euro pro Tag rettet sie Ertrinkende und kassiert dazu noch blöde Sprüche. Hier erzählt eine Rettungsschwimmerin von ihrem Ehrenamt - und von der Untätigkeit anderer Badegäste, wenn jemand in Not ist.

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alabama110 17.07.2019, 06:00
1. Bravo....

Gut dass es immer noch Menschen gibt, die ihre freie Zeit für uns andere "opfern". Vielen Dank an alle Ehrenamtlichen in allen Bereichen, Ihr macht tolle Arbeit und erhaltet viel zu wenig Dank von uns, der Gesellschaft, dafür.
Zum Thema Hilfe: Ich glaube, viele Menschen bewegen sich nicht weil sie Angst haben, was falsch zu machen und dann zur Verantwortung gezogen werden. Oder der Gedanke: Hier stehen 50 Leute, ich warte bis jemand den ersten Schritt macht, wenn das leider alle 50 denken, bewegt sich da nichts.
Und gerade im Bereich jemanden aus dem Wasser zu holen ist glaube ich die Angst vorhanden, dass man das nicht schaffen könnte, weil man selbst nicht gut genug schwimmen kann.
Alles keine Ausreden, aber Erklärungsversuche

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sven2016 17.07.2019, 06:02
2. Respekt für diese uneigennützige

Arbeit.

Man muss fragen, weshalb es nicht möglich sein soll, den Menschen, die solche verantwortungsvolle Arbeit tun, wenigstens genügend Mittel zur Verfügung zu stellen, damit sie nicht auch noch finanziell draufzahlen.

Eine solide Aufwandsentschädigung steuerfrei kann da zusätzlich helfen.

Irgendwie ist der Sozialstaat in vielen Bereichen unentwickelt.

Danke den Menschen, die trotzdem engagiert helfen!

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schulz.dennis.84 17.07.2019, 06:32
3. Mal ganz sachlich und pragmatisch!

Ich bin ausgebildeter Rettungsschwimmer und kann jeden nur abraten einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu ziehen. Ein Ertrinkender hat Todesangst und klammert sich an alles was sich ihm nähert. Mit dem Effekt, dass dann nicht nur der Ertrinkende zu Tode kommt, sondern im Normalfall auch der Retter. Um einen Ertrinkenden zu retten muss man für solche Notfälle ausgebildet, extrem fit und durchtrainiert sein und oder ein Boot oder ähnliches haben. Es bringt nichts wenn es dann zum Schluss zwei Tode gibt.

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neutron76 17.07.2019, 06:36
4. Ehrenämter im Sanitätsbereich

Respekt, vor allem da hier die Frau auf sich allein gestellt arbeitet. Allgemein beeindruckt es mich auch wie wenig Freizeitsanitäter bei Veranstaltungen kosten.

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awes 17.07.2019, 07:00
5. Ehrenamt stirbt aus

Ich finde, Sie leisten einen tollen Dienst am Menschen und haben eine bewundernswerte soziale Einstellung. Ich bin ehrenamtlich in einem Sportverein tätig. Auch wir müssen uns von Mitgliedern beschimpfen lassen- hier ist es eine ansprüchliche Haltung, warum wir dieses und jenes nicht für die Mitglieder leisten. Obwohl der Mitgliedsbeitrag gering ist, wird eine edel Fitnessclub-Betreuung von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern erwartet. Das kann es geben und wäre tolerabel, bedrückend ist, dass dieses ICH ICH ICH und MEHR MEHR MEHR rasant zunimmt.

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Saure Gurke 17.07.2019, 07:16
6.

Den Ehrenamtlichen sollte man eigentlich danken, selbst wenn man auf ihre Hilfe nicht angewiesen ist. Und vielleicht erreicht so ein Bericht auch diejenigen, die dumme Kommentare von sich geben,

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touri 17.07.2019, 07:23
7.

Mir ist auch schon aufgefallen, das die Anzahl der Rettungsschwimmer abnimmt. Ich denke da sollten sich die Städte/Gemeinden stärker engarieren, 22 Euro Tagesgeld ist schon mehr als dürftig für so einen verantwortungsvollen Job.

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women_1900 17.07.2019, 07:27
8. und von der Untätigkeit anderer Badegäste,

was sollen die denn machen? Ins Wasser springen und sich selbst noch in Gefahr bringen? So einfach istd as nicht, einen Ertrinkenden zu retten. Ich, Ü60, habe im Alter von 16/17 Jahren einen Rettungsschwimmerschein gemacht und traue es mir heute nicht zu, einen ertrinkenden Erwachsenen retten zu können. Im Freibad hatte ich vor 3 Jahren ein kleines Kind aus dem Wasser gezogen. Die billigen Schwimmflügel hatten versagt, die Eltern den Blick starr aufs Smartphone. Alleine dieses Kind entwicklete unglaubliche Kräfte, klammerte und schlug um sich. Achja - nur der Bademeister bedankte sich. Die Eltern sahen es als selbstverständlich an, dass sich andere Badende um ihr Kind sorgen.
Und: an einen Badesee fahre ich mit dem Fahrrad und habe kein Handy dabei. Also was sollte ich tun? Ich kann nur versuchen einen Ast ins Wasser zu werfen.

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claus7447 17.07.2019, 07:34
9.

Zitat von schulz.dennis.84
Ich bin ausgebildeter Rettungsschwimmer und kann jeden nur abraten einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu ziehen. Ein Ertrinkender hat Todesangst und klammert sich an alles was sich ihm nähert. Mit dem Effekt, dass dann nicht nur der Ertrinkende zu Tode kommt, sondern im Normalfall auch der Retter. Um einen Ertrinkenden zu retten muss man für solche Notfälle ausgebildet, extrem fit und durchtrainiert sein und oder ein Boot oder ähnliches haben. Es bringt nichts wenn es dann zum Schluss zwei Tode gibt.
Ich sagte es schon... lassen sie es.

Ich habe das in meiner Jugend ehrenamtlich gemacht. Wir hatten kein Boot, sollten wir die Leute ersaufen lassen? Es gibt genügend Möglichkeiten einen ertrinkenden ohne sich selbst in Gefahr zu bringen raus zu holen.

Lernen sie ihren Job erstmal.

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