Forum: Karriere
Jobprotokoll einer Verkäuferin im Einzelhandel: "BHs für 70, 80 Euro landen auf dem B
DPA

Beratung ist ihre Berufung, doch gegen die Wühltischmentalität kommt die Verkäuferin kaum an: Sehen die Kunden Werbung für "20 Prozent auf alles", drehen sie durch.

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Indigo76 16.12.2018, 20:03
30.

Zitat von mori1982
Der Kunde ist König
Ich arbeite auch im Einzelhandel. Kunden, die mit diesem blöden Spruch ankommen, erinnere ich immer wieder gern an das Schicksal von Ludwig dem 16. An der Reaktion erkennt man dann den Bildungsgrad des Kunden (zur Erinnerung: der olle Ludwig wurde von seinem Volk geköpft).
Allerdings bin ich in der bequemen Position, dass mein Chef meistens hinter mir steht wenn ich unverschämte Kunden zum Teufel schicke.

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josef2018 16.12.2018, 20:09
31. Solche

Schlachten sind keine Erfindung unserer Zeit. Ich erinner mich, das ab den 60er Jahren die Hausfrauen beim Sommer-und Winterschlußverkauf ebenfalls alles niederwalzten, was ihnen im Wege stand.
Ich persönlich habe mich immer von solchen Orten fern gehalten, ging auch nie an Samstagen in die Innenstadt, genau so wie ich am Kalten Buffet abwarte, bis der erste Ansturm vorbei ist. Das hat mir nicht wirklich das Gefühl gegeben etwas versäumt zu haben.
Aber viele Menschen sind durch alle gesellschaftliche Schichten eben gierig, ob es um Schnäppchenjäger geht oder um Millionäre und Milliardäre, die auch immer noch mehr haben wollen.

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max-mustermann 16.12.2018, 20:13
32.

Na so ganz neu ist dieses Phänomen nun aber auch nicht. Kann sich noch jemand an den berühmt berüchtigten Sommerschlußverkauf erinnern ? Da ging es ganz genau so zu.
Außerdem ist der Konsum nun mal der heilige Gral des Kapitalismus und um diesen zu befeuern wird der Kunde mit allen Mitteln auf allen Kanälen rund um die Uhr mit Werbung bombadiert und "gedrillt" da darf mann sich über solche Kolatteralschäden wie im Artikel beschrieben halt nicht beschweren.
Ach ja und wenn keiner mehr in den Einzelhandel kommt ist es übrigens auch nicht recht da wird dann wieder über das "böse" Internet geschimpft. Irgendwas ist halt immer.

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Sibylle1969 16.12.2018, 20:34
33.

Zitat: „die Deutschen sitzen doch sowieso um 18 Uhr am Abendbrottisch, ich versteh nicht, warum wir die zwei Stunden noch für die paar Kunden aufhaben“.
Also ich arbeite in der Regel noch um 18 Uhr, und wüsste nicht, wie ich unter der Woche einkaufen könnte, wenn die Geschäfte schon um 18:30 Uhr schließen würden. Wir haben 2018 und nicht 1995. Die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten im Jahr 1996 war schon damals überfällig, ich kenne niemanden, der sich Geschäftsöffnungszeiten bis 18:30 bzw. samstags bis 14 Uhr zurückwünscht.

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remedias.cortes 16.12.2018, 20:40
34. Da steht das Problem......

" Oft sind wir nur zu zweit auf 980 Quadratmetern. Während meine Kollegin versucht, die Garderobe aufzuräumen, hänge ich Bügel auf, ordne den Wühltisch neu oder stelle Rabattschilder auf. Dabei bin ich eigentlich zur Beratung "da.meine Mutter war auch Verkäuferin für Damenoberbekleidung und für ca. 45 qm verantwortlich - in den Achzigern.

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Schubidubiduu 123 16.12.2018, 20:41
35. Traurig aber war

sowohl der Artikel als auch viele der Kommentare. Kaufen und wegwerfen ... und heulen, dass die Welt im Müll ersäuft.

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capote 16.12.2018, 20:45
36. Aufreissen

Zitat von widower+2
Wie die Kunden und insbesondere die Kundinnen sich wie die Vandalen auf angebliche Sonderangebote stürzen und absolutes Chaos hinterlassen. Gut zu beobachten auch immer bei den Discountern, wenn die mal Kleidung im Angebot haben. Statt so ein Teil zu kaufen oder nicht, wird jede Packung aufgerissen, das Kleidungsstück geprüft und dann irgendwo hingeschmissen. Es wird gedrängelt was das Zeug hält und die Ellenbogen werden ausgefahren ohne jede Rücksicht. Dabei steht dann der Einkaufswagen so quer im Gang, dass garantiert niemand mehr daran vorbei kommt. Ein einziges Grauen!
Ich wundere mich auch immer, wenn es am Donnerstag neue Ware bei einem Discouter gibt, ist spätestens um 10.00 Uhr von jedem Ding eine aufgerissene Packung da. Es muss Menschen geben, die da extra früh hingehen zum Aufreissen, wenn Sie zu spät kommen, gibt es nichts mehr aufzureissen.
Was ich nicht verstehe, dass diese Discounter nicht eine Mannschaft haben, die jede Woche einen anderen Laden als Kunden getarnt überwacht und die Aufreisser herausfischt und denen Hausverbot erteilt. Wenn Sie wieder erwischt werden, eine Klage wegen Hausfriedensbruchs. Das lässt sich abstellen! Hier hatte ein Laden eine neue Rolltreppe mit Not-AUS Knöpfen, in der ersten Woche stand die ein paar mal am Tag.Inzwischen haben alle Lausbuben mal auf den Knopf gedrückt und nun ist gut, das sind nicht unüberschaubare Heerscharen, das sind ein dutzend Leute, die man des Ladens verweisen muss und dann ist Ruhe im Karton.

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Indigo76 16.12.2018, 20:47
37.

Zitat von Sibylle1969
ich kenne niemanden, der sich Geschäftsöffnungszeiten bis 18:30 bzw. samstags bis 14 Uhr zurückwünscht.
Ich kann Ihnen problemlos etwa 120 Personen nennen, die das tun. Sind alles meine Arbeitskollegen.

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ondrana 16.12.2018, 20:52
38.

Zitat von capote
..... ist vorbei ! Geliefert wird, was bezahlt wird. Offensichtlich rechnet sich der Verkauf mit Beratung nicht mehr. Die Kaufhäuser haben noch ein anderes Problem, da Sortiment geht an der Kundschaft vorbei. Geordert wird Textiles für Männer: Kein "S", 1 X "M", 2 X "L", 2 X "XL", 4 X "XXL". Das "M" ist am ersten Tag verkauft, ein "L" in der ersten Woche, das zweite innnerhalb der Saison und am Ende der Saison sind noch alle 4 "XXL" vorhanden. Es ist nicht zu verstehen, mit der modernen Datenverarbeirung könnte man per Internet jeden Abend aus ganz Deutschland abfragen, was verkauft worden ist und sehen, dass "M" überall in der ersten Woche ausverkauft ist, macht man aber nicht. Wozu Verkäferinnen, die Gebetsmühlenartig nur sagen können "ham wir nicht" ?
Das kann ich nur bestätigen. Ich benötige XL und das ist relativ schnell ausverkauft. Wenn man frag,t warum es das eine oder andere Stück nicht in der Größe gibt, kommt die Antwort: "Das wird halt nicht so nachgefragt."
Ja, wenn's nicht nachgefragt würde, wäre es ja vorrätig, oder?

Was mich jedoch noch mehr nervt:
Wollte man früher eine weiße Bluse kaufen, ging man zu den Blusen, die nach Größe und nach Farbe sortiert auf einem Ständer hingen. Man suchte durch, nahm 3-4 mit in die Kabine und probierte an. Wenn keine Verkäuferin da war (meistens war jedoch eine da), hängte man die nicht benötigten Sachen wieder dazwischen oder zumindest an den Ständer.

Heute kommt man in den Laden und muss eine Schnitzeljagd über die Fläche eines Fußballfeldes starten, denn überall hängen gemischt irgendwelche wilden Kombinationen, Verkäuferin (wenn überhaupt da): "Weiße Bluse? "Da muss ich erst mal suchen!".
Ist keine Verkäuferin da und die Schnitzeljagd war wirklich erfolgreich, kann man sich überhaupt nicht mehr erinnern, wo man was weggenommen hat.
Ich habe zu diesen Suchaktionen dazu keine Lust und ziehe halt die Bluse von vor 5 Jahren weiterhin an. Ist auch nachhaltiger.

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wilfried.becker.50 16.12.2018, 20:56
39.

Zitat von Indigo76
Ich kann Ihnen problemlos etwa 120 Personen nennen, die das tun. Sind alles meine Arbeitskollegen.
Meine Frau arbeitet seit über 40 Jahren im Einzelhandel.
Was sich geändert sind die Zeiten, also z.B. von 6 bis 14.30 oder vn 14.00 bis 22.30. Die Stunden-Arbeitszeit ist gleich geblieben.

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