Forum: Karriere
Jobprotokoll einer Verkäuferin im Einzelhandel: "BHs für 70, 80 Euro landen auf dem B
DPA

Beratung ist ihre Berufung, doch gegen die Wühltischmentalität kommt die Verkäuferin kaum an: Sehen die Kunden Werbung für "20 Prozent auf alles", drehen sie durch.

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Stäffelesrutscher 16.12.2018, 21:05
40.

Der Artikel beschreibt sehr schön, wie sich Karstadt und Kaufhof das Geschäft selber kaputt machen. Offenbar rechnen die Kunden gar nicht mehr damit, jemanden zur Beratung vorzufinden - oder wie sonst ist zu erklären, dass die Verkäuferin auf ihren Ruf "Möchte jemand von mir beraten werden?" keine Antwort bekommt.

Dann dieses: »Es kann also sein, dass ich morgens reinkomme und meine Chefin schickt mich in die Wäsche. Dabei habe ich das gar nicht gelernt. ... Da kommt dann die Wut: Sollen die mich doch einarbeiten. Es wird an den falschen Enden gespart.«
Ähem - was lernt man denn als Textilfachverkäuferin? Nur Jeans, keine BHs?

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ctwalt 16.12.2018, 21:08
41. Einzelhandel....,

Von 1989-1992 gelernt, Während und danach GERN die letzten vier Wochen vor Weihnachten 60h pro Woche gearbeitet weil Kunden,Betriebsklima und Bezahlung den Stress ausgeglichen haben. Ab Ende der 90er ging es dann los mit der www Konkurrenz, Berstung gern umsonst mitgenommen, Geld dann anderweitig ausgegeben. Die Personaler haben dann versucht, mit viel billigem Personal gegenzuhalten. Fähige, eloquente und sachkundige Verkäufer hatten aber wenig Lust darauf und haben gekündigt. Wer sich heute in ein Fachgeschäft begibt, ist bis auf ganz wenige Ausnshmen nach wenigen Minuten genervt. Wie es gar nicht geht, zeigen MediaMarkt und Saturn aber die Götter der Geschäftsleitung wissen immer alles besser!

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Tom Malone 16.12.2018, 21:09
42. @ratz1967 falsch gedacht

Zitat von ratz1967
Wer Abends länger arbeitet, hat morgens mehr Zeit. Mehr als 10:45 arbeiten auch Sie nicht, ansonsten würde sich Ihr Arbeitgeber bei einem Wegeunfall mit haftbar machen! Sie müssten also nur früher in die Puschen kommen ;)
Ich glaube sie denken, dass ich auf Arbeit wohne und keinen Arbeitsweg habe... oder sie kennen nur Großstädte mit engmaschigem ÖPNV.
Ich stehe um 5:30 Uhr auf und bin ca. 7:30-8:00 Uhr auf Arbeit. Da hat noch kein Geschäft offen, um das es hier geht (Kaufhausketten, Bekleidungsgeschäfte usw.). Ich komme zwar meist um ~17 Uhr wieder zu Hause an (hängt von der Bahn ab... Pendlerschicksal) aber wenn wir Hochkonjunktur haben, sieht es damit essig aus. Würde ich 10:45 arbeiten, steht da eine 2 bei der Ankunft bei mir zu Hause ganz vorne ;) Und nun? Soll ich kündigen, damit der Einzelhandel wieder die "guten alten" Öffnungszeiten einführen kann?

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Werner Seltenbrink 16.12.2018, 21:15
43. Und darum kauf ich meine Klamotten beim Herrenaustatter

Da sag ich an was ich brauche, Anzug, Hemden, Krawatte, kurze Anprobe, Auftrag an die Änderungsschneiderei und nach 4 Tage hab ich die abgeänderten Sachen im Haus. Und für allen anderen Kram entweder Internet oder Fachgeschäft. Sagen was man braucht und nach 10 Minuten wieder raus. Leider hält die Unsitte bei Webshops Einzug den Kunden "stöbern" zu lassen. Ein Schuhladen bei dem ich nach Größe filtern kann oder ein Möbelhaus bei dem ich die Möbel nicht nach Maßen sortieren kann. Das ist doch das allerwichtigste!! Sowas wird dann auch nicht stationär besucht, hab keine Lust noch mehr Zeit an den sch... zu verplempern und in der Zeit die ich für "Schnäppchenjagd" bräuchte mach ich dann doch lieber Sachen die unbezahlbar sind.

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capote 16.12.2018, 21:16
44. Lächerlich !

Zitat von Indigo76
Zitat von Sibylle1969 "ich kenne niemanden, der sich Geschäftsöffnungszeiten bis 18:30 bzw. samstags bis 14 Uhr zurückwünscht." Ich kann Ihnen problemlos etwa 120 Personen nennen, die das tun. Sind alles meine Arbeitskollegen.
Wenn ich Geologie studiere, weiss ich, dass ich ein Leben aus dem Koffer vor mir habe. Wenn ich Anlagenfahrer in der Chemie, einem E-Werk, Gas-Werk oder der Wasserversorgung werde, weiss ich, dass ich ein Leben im Schichtdienst vor mir habe. Wenn ich Einzelhandelsverkäufer werde, weiss ich, den 9 to 5 Job gibt es nicht.

Das ist die deutsche Krankheit: "Man hat es ja gar nicht nötig, man hat alles nicht nötig!" Das ist noch nicht mal das Schlimme, nur muss man wirklich jeden Kunden die Rolle des Bittstellers drängen, weil man es ja gar nicht nötig hat, erwas zu verkaufen nd das auch noch deutlich zeigen muss ?

Jeden Abend der gleiche Wettbewerb im Kaufhaus: Wer von den Verkäufern steht als erstes auf der Strasse ? Kassensturz macht man möglichst 1/2 Stunde vor Ladenschluss. Ich habe vor 30 Jahren einen Buchladen in Offenburg erlebt, die schalteten einfach das Licht im Laden 20 Minuten vor Geschäftsschluss aus und auf Notbeleuchtung, damit die Kunden endlich gehen. Ein Haushaltwarenladen machte am Samstag um 10.00 Uhr zu, weil man offenbar genug verdient hatte, den gibt es heute nicht mehr, der Buchladen hat noch rechtzeitig die Kurve gekriegt und existiert noch.

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jens.kramer 16.12.2018, 21:18
45. Kann man die Bevölkerung

Kann man der gesamte Bevölkerung nicht mal eine Schulung gönnen: "Leben und nicht nach Geld und Rabatten jagen. Mitmenschlich handeln."

Ich wäre auch lernwillig...

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tmayer 16.12.2018, 21:21
46. Das nächste Gejammer

wieder haben wir eine Berufsgruppe gefunden, die am jammern ist. Mal waren es die Erzieherinnen, mal die Lockführer. Jetzt haben wir die Verkäuferin als Opfer ausgemacht. Ich habe selber jahrelang im Baumarkt als Veräufer gearbeitet. Hier mussten 25kg schwere Säcke geschleppt werden. Dagegen sind die paar Klamotten, die sie rumtragen muss, ein Kinderspiel. Zudem ist es normal, als Verkäufer/in den ganzen Tag zu stehen. Und wer im Verkauf zu tun hat, hat mit Menschen zu tun....eben auch mit schlecht erzogenen. Lassen sie sich umschulen und machen sie einen Bürojob. In Deutschland herscht freie Berufswahl!
Soll ich ihnen was sagen? Ich bin jetzt Betriebsleiter in der Garten- und Landschaftspflege, verantwortlich für 70 Mitarbeiter. Meine Jungs müssen bei jedem Wetter raus. Bei Hitze/Kälte/Regen/Schnee. Sie dagegen arbeiten in einem klimatisierten Verkaufsraum. Heute morgen hatten wir einen Winterdiensteinsatz. Meine Mitarbeiter mussten schon um 4 Uhr raus (am Sonntagmorgen!). Gejammert hat da keiner. Die Arbeit muss halt gemacht werden. So einfach ist das.

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nadelstich 16.12.2018, 21:28
47.

Ich kann absolut nachvollziehen was die Verkäuferin hier schildert.
Und deswegen hasse ich "shoppen"; insbesondere Bekleidung.
Vor allem wenn es ein Laden ist in dem Frauen und Männerbekleidung zusammen verkauft werden. no offense die Damen.

Für mich ist das die Hölle und ich gehe immer, allein(!), mit einer ganz klaren "Beuteliste" in einen Laden.
zB eine Hose, zwei Hemden, Socken. Farben und Größen vorher geklärt.

Ziel Ansteuern . Anprobieren. JA NEIN? Kasse. raus.
Alles was nicht auf der Liste steht wird konsequent ignoriert.

Und nun kommen wir zu dem/ der Verkäufer/in.
Ja; ihr dürft mir sagen was wo liegt oder mir eine Größe aus dem Lager holen wenn die nicht da ist; aber sonst wenn ich Danke sage dann heisst das nein danke ...

Und NEIN ich bin kein Arschloch.
Durch meine Frau kenne ich das mit den Farbstickern seit langem. Wenn man mich in Ruhe lässt mache ich, wenn in Sichtweite, meist noch einen Abstecher zu der Dame / dem Herrn und lasse sie/ihn ihren Sticker kleben.

Wir sind alle nur Menschen.
Und trotzdem total unterschiedlich...

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DD77 16.12.2018, 21:35
48. Ein Gück

.... dass ich vor ein paar Jahren aus dem Einzelhandel raus bin. Kaum noch Personal, gestresste Kunden und keine Wertschätzung mehr.

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numbat3 16.12.2018, 21:47
49. Ich glaube der Dame alles,

was Sie sagt. Sie erlebt es tagtäglich und weiß, wovon Sie spricht.
Ich kaufe fast alles in Warenhäuser und erlebe das so fast gar nicht.
Dabei meide ich aber auch Rabatttage, wie Black Fridays, etc.
Ich wünsche der Dame und all Ihren KollegInnen, dass Sie das durchhalten und hoffe, dass sich die Kunden wieder irgendwann einmal besinnen werden.

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