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Jobs im Ausland: Die größten Fallen für Rückkehrer
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Für die Firma in die Ferne - das ist oft ein Karrieresprung. Doch was, wenn bei der Rückkehr die alte Position futsch ist? Oder das Gehalt sinkt? Arbeitsrechtler André Kasten verrät, wie Expatriates böse Überraschungen vermeiden.

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SchneiderG 24.02.2015, 06:23
1. Führungskräfte ?

Wer als Führungskraft / Partner so blauäugig ist sich einer Kündigung und eines neuen Vertrages (oder ähnlicher Konstellationen) gefallen zu lassen, hat sich meiner Meinung nach als Führungskraft bereits disqualifiziert.

Hinterher dann zu jammern und Gerichte wegen der eigenen Unfähigkeit in Anspruch zu nehmen ist schon traurig.

Apropo, ich bin auch im (asiatischen) Ausland tätig.

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ruebergemacht 24.02.2015, 06:37
2. Alles muss durchdacht werden

ansonsten waere ja ein Risiko einzugehen, wenn man ins Ausland geht. Moeglichst wenig in die neue Kultur im Ausland eintauchen, man geht ja eh wieder zurueck und hat auch sichergestellt dass nichts anbrennen kann waehrend man weg ist. Nur zu dumm, dass man eigentlich gar nicht richtig weg ist mit solcher Denke, und nicht aus dem Deutschen rauskommt und nur darauf wartet wieder zurueck zu kommen. Internationale Schule fur die Kinder, Selbstmitleid Clubs fuer den Ehepartner usw. Ein bisschen Risiko schadet nichts, das Leben ist zu kurz um nicht etwas Neues auszuprobieren.

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jujo 24.02.2015, 06:39
3. ...

Man darf sich eben nicht auf "Treu und Glauben" verlassen, ohne einen entsprechend formulierten "backletter" geht eben nichts!

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cburgdorff 24.02.2015, 07:21
4. Alles graue Theorie

Die Realität sieht meist anders aus. Man kann nur jedem raten, sich jeden Punkt, der für die persönliche Situation wichtig ist, beharrlich zu verfolgen - und zwar solange bis die Antworten hinreichend sind. Ansonstem ein heisser Tipp: Progressionsvorbehalt bei der steuerlichem Betrachtung verstehen lernen und gegensteuern. Das spart mehr als nur ein paar Mark.

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tssd47 24.02.2015, 07:26
5. völlig richtig

Ich habe so viele Expats gesprochen, die unzufrieden wurden, weil die Firma sich nicht an Absprachen hielt. Gerade diejenigen im mittleren Management, die noch weitere Ambitionen haben, wollen bei der Entsendungsverhandlung nicht kleinkariert wirken. Ganz schnell haben sie dann eine naive Brille auf. Ist ein bisschen wie beim heiraten. Wer will schon zum Besiegeln der Liebe, die ja zu 100 Prozent aus Vertrauen besteht, Regelungen für eine Beendigung des Verhältnisses aufstellen? Bezüglich Job ist es ja so, dass man immer ein zweites Eisen im Feuer haben sollte. Bei Xing und Linkedin preisen sich ja alle tollen Mittelmanager an. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Bewerbungsgespräch nach Extern wohltuend hinsichtlich Wertschätzung sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Bezug auf die Aufgabe sein kann.

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lindenbast 24.02.2015, 08:54
6.

Zitat von SchneiderG
Wer als Führungskraft / Partner so blauäugig ist sich einer Kündigung und eines neuen Vertrages (oder ähnlicher Konstellationen) gefallen zu lassen, hat sich meiner Meinung nach als Führungskraft bereits disqualifiziert. Hinterher dann zu jammern und Gerichte wegen der eigenen Unfähigkeit in Anspruch zu nehmen ist schon traurig. Apropo, ich bin auch im (asiatischen) Ausland tätig.
Wenn man gehalten ist, die eigene Firma zuallererst einmal als Gegner zu sehen, der einen nach Kräften über den Tisch zu ziehen gedenkt: welche Loyalität kann eine solche Firma von ihren Mitarbeitern erwarten? Und von ihren Führungskräften?

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Dette 24.02.2015, 09:11
7. Haben Sie...

Zitat von lindenbast
Wenn man gehalten ist, die eigene Firma zuallererst einmal als Gegner zu sehen, der einen nach Kräften über den Tisch zu ziehen gedenkt: welche Loyalität kann eine solche Firma von ihren Mitarbeitern erwarten? Und von ihren Führungskräften?
...überhaupt Erfahrungen in dieser Hinsicht?
Das mit dem Vertrauen ist lange, lange her.

Der brave Expat wacht morgens auf und hört im Radio, daß seine Firma in Deutschland verkauft wurde/Pleite ist/übernommen wurde/eine neues Management bekommen hat, etc. - dann kommt Freude auf.

Wenn die Firma jemanden dringend im Ausland braucht geht bisweilen alles ganz schnell und vollblumige Versprechungen werden gemacht. Wenn die Arbeit dann halbwegs gemacht ist oder gar die Rückkehr ansteht, hat der Mohr ausgedient.
Grundsätzlich ist gerade der gemeine Expat um ein vielfaches loyaler, als der Daheimangestellte. Wann ist ein Expat krank oder schaut auf die Stunden?

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poobear 24.02.2015, 10:10
8. Wo Licht ist, ist auch Schatten

Zunächst einmal: Ich habe 6 Jahre im Ausland für einen deutschen Arbeitgeber verbracht - 2 Jahre in Tschechien, 4 Jahre in Kanada.

Vorausgesetzt man macht keine Fehler beim Vertrag:

Licht: Wer sich auf das Abenteuer einlässt, wird es finden und sich selbst positiv weiterentwickeln. Ein Auslandsaufenthalt weitet den Horizont und lehrt sich schnell auf neue Situationen einzustellen.

Schatten: Der Karriere in der gleichen Firma bringt es meist nichts. Die "Daheimgebliebenen" haben bessere Karten beim Netzwerkausbau, sind dichter an Stellenvakanzen dran und damit auch meist schneller. Der Expat ("aus den Augen, aus dem Sinn") hat es da schwerer. Noch dazu sind viele Expat-Assignments Krisenbewältigungsjobs - da kann auch mal was schiefgehen. Der Karriere hilft das auch nicht.

Fazit: Soll man ins Ausland gehen? Wenn man der Typ dafür ist, auf jeden Fall. Nach der Rückkehr rate ich dazu sich schnellstmöglich extern umzusehen. Vor allem, wenn man auf eine gut klingende Stabsfunktion gesetzt wird, die vorher irgendwie noch nicht da war. Die ist nämlich auch schnell wieder weg.

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sitiwati 24.02.2015, 10:25
9. 8 Jahre Ausland

da gibts 2 Möglichkeiten.endweder man hat genug Kontakte und geht als freelancer oder man wechselt den Arbeitsplatz nach 8 Jahren ist man versaut sag ich mal, Papa hat einen Managerjob oder eben gehobenen Fahrer und Auto stehen vor der Türe, Mama hat ihre Dienstmädchen, treibt sich zumeist in irgenwelchen Momsclubs rum, die Kinder gehen auf die internationale Schule dann zurück in den grauen deutschen Alttag , Papa wieder im Grossraumbüro Mama muss selber Hausarbeiten machen Kinder schlagen sich in den öffentlichen Schulen rum, und vor allem das Geld jetzt ist man nicht mehr steuerfrei, das Geld wird knapper!

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