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Jobs: "Vitamin B" ist bei jeder dritten Stelle ausschlaggebend
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Stellenbörse, Headhunter, Zeitungsannonce - wie finden Firmen neue Mitarbeiter? Am besten läuft es über persönliche Kontakte, die Erfolgsquote der Arbeitsagenturen ist mickrig.

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forumgehts? 23.08.2017, 16:03
90. "Vitamin B"

Zitat von Kurt-C. Hose
Ich kenne wenige, die das am schlimmsten fanden. Ansonsten gilt der schöne alte Satz: Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat. Das war zu allen Zeiten und überall auf der Welt so, und es wird zu allen Zeiten überall auf der Welt so sein, weil wir einfach soziale Wesen sind und wenn wir nur einen Funken Empathie haben, es immer Menschen gibt, die uns näher stehen, als andere, und denen wir bereit sind, zu helfen, oder sie zu unterstützen. Daran ist gar nichts Schlechtes.
muss nicht unbedingt anrüchig sein. Der Arbeitgeber hat einfach Vertrauen in die Urteilsfähigkeit und den Sachverstand des Empfehlenden. Und den muss man sich erst einmal erwerben. Aber wenn mir eine vertrauenswürdige Person einen geeigneten Bewerber vorschlüge, warum sollte ich den nicht einer Person vorziehen, die mir absolut unbekannt ist? Auch ich habe schon Empfehlungen ausgesprochen - oder eben nicht. Auf jeden Fall musste ich mir nie anhören "was für einen Versager haben Sie mir denn da empfohlen?" Denn mit einer falschen Empfehlung ist der EIGENE Ruf sofort ruiniert. Bei der berüchtigten "Vetterleswirtschaft" sind sowieso ganz andere Kriterien entscheidend.

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forumgehts? 23.08.2017, 16:24
91. Einmal

habe ich mich sogar selbst empfohlen - und wurde sofort akzeptiert. Warum? Mein zukünftiger Vorgesetzter kannte meine Arbeitsweise von einem anderen Geschäftsbereich in der Firma, bei dem ich aus persönlichen Gründen nicht bleiben konnte.

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ansv 23.08.2017, 17:05
92.

Ich habe gerade eine Stellenanzeige, die wir erst am Montag schalten werden, an einen Bekannten geschickt, dessen Sohn recht frisch eine entsprechende Qualifikation erworben hat. Ist das schon "Vitamin B"? Aus meiner Sicht ist es reiner Eigennutz, denn wir suchen einfach dringend jemanden, der richtig gut passt.

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der_weisse_wal 23.08.2017, 19:05
93.

Zitat von steffen.ganzmann
Zitat von Little_Nemo "[...] Wie sollte ein Sproß von Billiglöhnern sich wohl Beziehungen aufbauen? Damit also: Adieu Chancengleichheit!" Wenn man es nur will, bekommt man während des Studiums viele Kontakte, seien es Kommilitonen, seien es Leute, die man bei den verschiedenen Praktika kennenlernt. Oft ist so jemand, wenn man mit dem Studium fertig ist, schon eine entscheidende Stellung (mein Stationsarzt in der Chirurgiefamulatur, war mittlerweile Oberarzt, dadurch, dass ich in einer bestimmten Klinik in der Anästhesie famulierte, versprach mir der Chefarzt, zufällig auch der "Häuptling" der Notärzte unserer Bezirksärztekammer, wenn ich jemals Notarzt werden wolle, brauche ich nur bei ihm anrufen. Und dem war auch so, ich wurde schon Notarzt, lange bevor ich die volle Approbation - ich bin aus den AiP-Jahrgängen - natürlich durfte ich den "Arzt für Notfallmedizin" erst mit der Vollapprobation tragen) bekommen hatte. Ergo: Wenn man nicht völlig empathielos und ungesellig ist, bekommt man gerade im Studium genügend Beziehungen! Aber es ist auch nicht schlecht, sich schon als Berufsanfänger in seinem Fach einen guten Namen zu machen! In Freiburg bekam ich zum Beispiel zwei "Stellenangebote", die gar keine Angebote waren, diese Orthopäden wollten lediglich den neuen in der Stadt kennen lernen. Ich war da allerdings auch nicht besser, obschon ich gerade eine Arbeitsvertrag unterschrieben hatte, fuhr ich dennoch zu einem Vorstellungsgespräch, einfach nur, weil ich diesen deutschlandweit bekannten Orthopäden treffen wollte - und auch schon wieder eine Beziehung mehr! Könnte ich noch arbeiten und Prof. W. bräuchte einen Oberarzt, bin ich mir sicher, nur ein Anruf würde schon reichen ...
Ernsthaft? Sie empfehlen Kindern von Billiglöhnern Kontakte "im Studium" zu knüpfen?
Ich weiß nicht, auf welcher orthopädischen Astralebene Sie schweben, aber Kindern aus HarztIV-Familien sind solche Karrieren meist schon ab der Grundschule verwehrt.
Wie wäre es mit einem kleinen Aufbaukurs in Soziologie? Dann wüßten Sie, wie es um die Bildungschancen und die Bildungsgrade im HartzIV-Elend liegt. Es gibt auch genug Studien und Artikel zu diesem Thema.
Sie erinnern mich an diese Aristokraten des 17. Jahrhunderts, die sich völlig verständnislos darüber beschwerten, dass nach einer Missernte hungernde Erntearbeiter in den Straßen herumlungerten, statt gefälligst ihr Brot durch Arbeit zu verdienen.

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bauigel 23.08.2017, 22:12
94. Schlechter Journalismus

Wieder mal so ein Beitrag der ein völlig falsches Bild vermittelt und die Neiddiskussion anfacht.
Viatmin B bedeutet im Volksmund, dass der Bewerber die Stelle nur bekommen hat, weil er eben besondere persönliche Beziehungen zur Firma hat. Dieser Prozentsatz ist aber verschwindend gering. Vielmehr ist es so, dass in den meisten hier berücksichtigten Fällen die Firma Mitarbeiter oder Bewerber anspricht und bittet, ob sie nicht jemanden kennen würden der für die Stelle geeignet ist, weil sie entweder niemanden finden oder sich die Kosten für die Suche ersparen möchten. Das hat nichts mit dem klassischen Vitamin B zu tun.
Fake News kann ich dazu nur sagen.

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Krokodilstreichler 23.08.2017, 23:09
95.

Zitat von steffen.ganzmann
Der Geldadel, den es zugegebenermassen gibt, akzepiert auch Menschen aus dem "Bildungsadel", selbst wenn diese nicht über viel Geld verfügen! Im Gegenteil, der Geldadel sieht sich oft sogar dem Bildungsadel als unterlegen an, zur Zeit schön zu sehen, wie Leute vom derzeitigen POTUS gegangen werden, weil sie geistig dem Geldadligen Dump überlegen sind ...
Und wenn der Bildungsadel schon mehr als ein halbes Jahrtausend alt ist und noch etwas Schwertadel in der Familie hat, dann gilt das um so mehr.

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Krokodilstreichler 23.08.2017, 23:12
96.

Zitat von der_weisse_wal
Ernsthaft? Sie empfehlen Kindern von Billiglöhnern Kontakte "im Studium" zu knüpfen? Ich weiß nicht, auf welcher orthopädischen Astralebene Sie schweben, aber Kindern aus HarztIV-Familien sind solche Karrieren meist schon ab der Grundschule verwehrt. Wie wäre es mit einem kleinen Aufbaukurs in Soziologie? Dann wüßten Sie, wie es um die Bildungschancen und die Bildungsgrade im HartzIV-Elend liegt. Es gibt auch genug Studien und Artikel zu diesem Thema. Sie erinnern mich an diese Aristokraten des 17. Jahrhunderts, die sich völlig verständnislos darüber beschwerten, dass nach einer Missernte hungernde Erntearbeiter in den Straßen herumlungerten, statt gefälligst ihr Brot durch Arbeit zu verdienen.
Also, ich hatte es im Studium als Akademikerkind nur mit Kleinbürger- und Niedriglohnempfängerkindern zu tun. Gut, an meiner Uni wurde auch stark nach Abinote ausgewählt, da sie sehr beliebt ist. Aber ich hatte es gerade mal mit einem anderen Akademikerkind, einem Arztsohn, zu tun. Mit Kontakten konnte ich den Kommilitonen aber auch nicht dienen, Ärzte können Wirtschaftler nicht so mit Vitamin B versorgen.

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labuday 24.08.2017, 09:24
97. Grosse Firmen legen sogar Bonusprogramme auf,

bei denen eine Vermittlung von passenden Freunden oder Bekannten eine Kopfprämie gezahlt wird - Prämien bis zu 5000 € - allemal günstiger als ein Headhunter.

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ansv 24.08.2017, 09:42
98.

Zitat von der_weisse_wal
Ernsthaft? Sie empfehlen Kindern von Billiglöhnern Kontakte "im Studium" zu knüpfen? Ich weiß nicht, auf welcher orthopädischen Astralebene Sie schweben, aber Kindern aus HarztIV-Familien sind solche Karrieren meist schon ab der Grundschule verwehrt. Wie wäre es mit einem kleinen Aufbaukurs in Soziologie? Dann wüßten Sie, wie es um die Bildungschancen und die Bildungsgrade im HartzIV-Elend liegt. Es gibt auch genug Studien und Artikel zu diesem Thema. Sie erinnern mich an diese Aristokraten des 17. Jahrhunderts, die sich völlig verständnislos darüber beschwerten, dass nach einer Missernte hungernde Erntearbeiter in den Straßen herumlungerten, statt gefälligst ihr Brot durch Arbeit zu verdienen.
Es mag sein, dass die Welt schlechter geworden ist - aber ich bin Kind einer alleinerziehenden Sekretärin und wenn ich meine Erfahrungen mit anderen vergleiche, dann kamen die größten Hemmnisse auf dem Weg zu Abitur (1990) und Studium eher aus dem privaten Umfeld und gar nicht aus der Schule.

Während meine Mutter ganz selbstverständlich erwartet hat, dass ich weitermache so lange es gut läuft (und meine Hausaufgaben immer erledigte), wurde meine beste Freundin von Onkels und Tanten ständig gefragt "lohnt sich das denn?" und "glaubst Du wirklich, das ist was für Dich?". Das hat sie so ausgebremst, dass sie beinahe die Schule verlassen hätte.

Man darf nicht vergessen, die Opferrolle ist auch sehr bequem. Denn, ja, ich musste mich durchaus auf den Hosenboden setzen und für mein Abitur arbeiten. Denn eines, was ich von meiner Mutter geerbt habe, ist die absolute Talentfreiheit im mathematischen Bereich. Aber wenn man dafür mit einem guten Sozialverhalten ausgestattet wurde, findet man immer den einen oder anderen Mitschüler für eine Lerngruppe.

Mein Fazit ist daher: Kontakte aus Schule und Studium sind möglich und hilfreicher als 200 Facebookfreunde.

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thequickeningishappening 24.08.2017, 16:17
99. Gute Jobs sind in Guten Haenden

Ein guter Kontakt ist mehr Wert als 1.000 Bewerbungen und ein Netzwerk an Kontakten Die ultimative Arbeitsplatz Garantie!!!

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