Forum: Karriere
Jobs: "Vitamin B" ist bei jeder dritten Stelle ausschlaggebend
imago

Stellenbörse, Headhunter, Zeitungsannonce - wie finden Firmen neue Mitarbeiter? Am besten läuft es über persönliche Kontakte, die Erfolgsquote der Arbeitsagenturen ist mickrig.

Seite 2 von 10
helmut.alt 22.08.2017, 13:14
10. Vitamin-B Stellen

klingen anrüchig, sind es aber nicht. Jeder Personalchef wird froh sein über verlässliche Empfehlungen (Vitamin-B), weil diese seine Einstellungs-Entscheidungen erleichtern. Eine Firma, aber auch der Bewerber, haben die Möglichkeit sich in der Probezeit von einander zu trennen, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. Je seltener dies passiert desto positiver für beide Seiten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon_3627094 22.08.2017, 13:19
11.

1.
Bei einer Erfolgsquote der Arbeitsagenturen von nur 5 % ist der Aufwand der staatlichen Arbeitsvermittlung nicht zu rechtfertigen. Die staatliche Vermittlung zumachen und das Geld sparen. Oder investieren in sinnvolle ! Qualifizierung.

2.
Daß kleinere Betriebe größere Schwierigkeiten haben, Personal zu finden, liegt eben auch daran, daß sich Arbeitnehmer in kleinen Betrieben nicht verstecken können. Mangelnder Wille oder mangelnde Fähigkeit zur Leistung wird in kleinen Betrieben schnell offenbar. Das scheuen die von solchen Mängeln betroffenen Arbeitnehmer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
foxtrottangohamburg 22.08.2017, 13:20
12. Die Argumente der AG sind auch die Gründe für die Schwierigkeiten

Wenn die Anforderungen der Arbeitgeber ständig steigen, sodass potenzielle Arbeitnehmer mit der Weiterbildung nicht hinterher kommen, wäre das ein wesentlicher Punkt, warum es schwierig ist, passende Kandidaten zu rekrutieren. Dabei sind Qualifizierungen und Weiterbildungen eben kein Gütesiegel, sondern Ausschusskriterium. Woran es vor allem fehlt, ist Flexibilität auf Arbeitgeberseite. Wenn man sich dort etwas mehr darum bemühen würde, das Potenzial von Quereinsteigern oder Menschen mit unkonventionellem Lebenslauf zu erkennen und entsprechend durch gezielte Weiterbildung nutzbar zu machen, gäb es das Genöle vom Pseudofachkräftemangel nicht. Da aber stets die Eier legende Wollmilchsau gesucht wird, die topqualifiziert sein soll, jahrelange Berufserfahrung haben und nichts kosten soll, wird´s so natürlich nichts. Die Arbeitgeber wie üblich in der Opferrolle und am Arbeitsmarkt nur Luschen. Was für eine monotone Darstellung. Ihr Artikel ist da genauso informationsarm und oberflächlich, weil er im Grunde nur an der Oberfläche kratzt und nicht in die Tiefe geht. Boulevardqualität.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
allesbanane1 22.08.2017, 13:21
13. Vitamin B klingt schlimm, ist es oft nicht

"Vitamin B" klingt so, als ob man an bestimmte Stellen nur über Vitamin B kommt. Hat einen so negativen Beigeschmack, als hätte man geschmiert um die Stelle zu erhalten. "Persönliche Kontakte" klingt bereits besser, und umfaßt auch einen großen Bereich (aus meiner Erfahrung) bei dem der Arbeitgeber aktiv seine Kontakte durchsucht, und auf mögliche Bewerber zugeht. Dabei werden oft auch die Mitarbeiter befragt, ob die noch jemand passenden kennen. Fällt letztlich alles unter "persönliche Kontakte", ist jedoch weit davon entfernt als Unfähiger an Stellen zu kommen, für die andere Bewerber viel geeigneter wären.
Letztlich eine effekthaschende Überschrift ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freifrau von Hase 22.08.2017, 13:22
14.

"Denn damit wird im allgemeinen angedeutet, dass jemand aufgrund persönlicher Beziehungen einem anderen, i.d.R. geeigneteren, Bewerber vorgezogen wird. "

Der andere Bewerber kommt eben gar nicht mehr zum Zug, da die Stelle nicht ausgeschrieben wird. Sie wurde also - dank Vitamin B - an den Bekannten vergeben, ohne dass Dritte von einer möglichen offenen Stelle erfahren hätten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chlorid 22.08.2017, 13:24
15. Teil des Jobs

Vitamin B. So kann man das nennen und gibt der Sache damit einen negativen Anstrich. Andererseits ist es doch völlig klar, dass man bei der Stellensuche auch persönliche Beziehungen mit einschließt. Alles andere hieße den menschlichen Faktor ausschalten. Menschen kennen andere Menschen und die kennen wiederum Menschen. Natürlich werden da auch Kontakte vermittelt. Ist das schlecht? Wir haben über eine solche persönliche Empfehlung in unserem Unternehmen schon einmal eine hervorragende Mitarbeiterin eingestellt. Klar hatte die bei der Bewerbung den Vorteil, dass wir schon viel Gutes über sie erzählt bekommen hatten. Und es hat gestimmt, war also eine sinnvolle und für beide Seiten richtige Sache. Wenn ich Leute kennenlerne stelle ich mir oft die Frage, ob wir irgendwann irgendwie nützlich füreinander sein könnten.Ich empfinde das als Teil meines Jobs.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Akademiker11 22.08.2017, 13:29
16. Das ist schon lange so....

Vitamin B bzw. persoenliche Kontakte spielten in Dtlnd schon lange eine grosse Rolle bei Einstellungen. Ich erlebte das vor knapp 20 Jahren gerade auch in groesseren Unternehmen der Chemieindustrie in Dtlnd. Das ist eher noch schlimmer geworden seither, nicht weniger. Es hat auch mit der Groesse des Landes und der Bevoelkerungsdichte zu tun - Dtlnd ist einfach klein genug, damit Vitamin B bei Stellenbesetzungen eine grosse Rolle spielt. Das Tragische daran ist, dass qualifizierte Leute ohne ausreichend Vitamin B dann notgedrungen in andere Taetigkeitsfelder abwandern, wo es noch mehr Jobs gibt (z.B. IT) oder ins Ausland abwandern (Stichwort brain drain). Ich gehoere zu der letzteren Gruppe und fand letztendlich einen guten Job als promovierter Akademiker in Unternehmen in den USA, wo ich seit knapp 20 Jahren lebe. Deutschland ist nur noch Urlaubsland fuer mich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fliflaklawitter 22.08.2017, 13:30
17. Neuausrichtung der Arbeitsagenturen

Seitdem sich die Arbeitsagenturen zu Abqualifizierungsagenturen gewandelt haben, deren vornehmlichstes Ziel die Organisation und Beförderung des sozialen Abstiegs ist, steht die eigentliche Arbeitsvermittlung nicht mehr primär im Fokus. Stattdessen geht die gesamte Arbeitskraft in die meistmögliche Verhängung von Sanktionen, Durchleuchtung sowie sonstiger Drangsalierung der Bittsteller. Da wundert die desaströse Vermittlungsquote nicht sonderlich. Die ist aber auch nicht wesentlich, denn Haupsache die Quote an Leistungskürzungen stimmt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Spiegelleserin57 22.08.2017, 13:31
18. was bedeutet zu wenige Bewerber....

wenn 10 Leute sich bewerben reicht das aus! Man muss dann mit denen Bewerbungsgespräche führen. Die Zeiten wo sich Arbeitgeber nach Belieben die Leute aussuchen konnten sind vorbei. Auch sind die Einstellungsvoraussetzungen in vielen Betrieben extrem hoch und daher reduziert sich die Anzahl der Bewerber automatisch. Ideal wäre da wohl Alter 30 Jahre ,20 Jahre Berufserfahrung, Fachpersonal.mit Auslandserfahrungen und einem Gehalt von 700€ Dass dies eine Illusion ist dürfte klar sein.
Der Markt wo der Arbeitgeber DER Herr über alle war ist vorbei und nun haben auch die Arbeitnehmer Forderungen da sie von dem Gehalt leben wollen und dies auch gut und nun wissen sie auch um ihren Wert.
Man verkauft sich selbst und hat wird natürlich hart verhandelt wobei wie besagt jeder 2. Job unter Hand vergeben wird, die Anzeigen erscheinen dann nur noch pro Forma!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ccpollux 22.08.2017, 13:31
19.

Zitat von spon_3627094
1. Bei einer Erfolgsquote der Arbeitsagenturen von nur 5 % ist der Aufwand der staatlichen Arbeitsvermittlung nicht zu rechtfertigen. Die staatliche Vermittlung zumachen und das Geld sparen. Oder investieren in sinnvolle ! Qualifizierung. 2. Daß kleinere Betriebe größere Schwierigkeiten haben, Personal zu finden, liegt eben auch daran, daß sich Arbeitnehmer in kleinen Betrieben nicht verstecken können. Mangelnder Wille oder mangelnde Fähigkeit zur Leistung wird in kleinen Betrieben schnell offenbar. Das scheuen die von solchen Mängeln betroffenen Arbeitnehmer.
Möglich. Eher wahrscheinlich ist aber, dass kleine Betriebe keinem Tarifvertrag unterliegen und in der Regel die schlechteren Konditionen bieten. Meiner persönlichen Erfahrung nach werden Mitarbeiter in kleinen Betrieben eher mal ausgenutzt/ausgebeutet, da sie in der Regel ja nicht mal einen Betriebsrat haben, an den sie sich wenden können.

Bezüglich der Arbeitsagentur kann ich die Aussage nur bestätigen, als Arbeitssuchend gemeldete Personen bekommen "Vermittlungsvorschläge", da wird einem Angst und Bange ob der geistigen Gesundheit des Sachbearbeiters. Aber klar, die zahlen müssen stimmen. Wo im öffentlichen Dienst kann man sonst ohne Studium in den gehobenen Dienst aufsteigen? In der Arbeitsagentur!

Grüße

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 10