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Jobstart: Vier von zehn neuen Mitarbeitern werden befristet eingestellt
Bernd von Jutrczenka / DPA

Wer eine neue Stelle anfängt, der bekommt zunächst gerne mal einen Vertrag, der auslaufen kann. Arbeitsmarktforscher haben ausgewertet, welche Unternehmen besonders gern auf Befristungen zurückgreifen.

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_oliver_ 10.09.2019, 13:27
1. sozial ungerecht, gehört abgeschafft

Befristete Arbeitsverträge sind sozial ungerecht. Menschen die sich eine Existenz aufbauen wollen, werden so lange in einer Warteschleife gehalten, bis man sie nicht mehr braucht. In der Zwischenzeit kann nicht geplant werden für die Zukunft, also weder eine Immobilie erworben werden noch die bewusste Entscheidung für einen Kinderwunsch getroffen werden. Wer gute Arbeit macht, soll sie auch behalten dürfen und für seine Zukunft vorsorgen können. Eine Frechheit wie hier unternehmerisches Risiko auf Menschen ausgelagert wird, die dadurch nie Vermögen aufbauen können, weil Planungssicherheit nicht vorhanden ist und jeder Umzug wieder Geld kostet. Ein Unternehmer geht bewusst Risiken ein, die sich meistens auch auszahlen. Aber der Sinn hinter einer abhängigen Beschäftigung ist doch gerade, dass man diese Risiken nicht eingehen muss. Sonst kann man sich ja gleich selbstständig machen.

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Sleeper_in_Metropolis 10.09.2019, 13:33
2.

Ich sehe in dieser Praxis kein Problem, laufen doch die meisten dieser anfänglichen Befristungen letztlich auf einen unbefristeten Vertrag hinaus. Ist in dem Unternehmen, in dem ich arbeite genau so : Jeder neu eingestellte erhält erst mal zwei auf jeweils ein halbes Jahr befristete Verträge, im Anschluß daran dann i.d.R. einen unbefristeten Vertrag. Sollte es bei einem Kandidaten doch mal zu unerwarteten Problemen kommen, muß sich das Unternehmen nicht mit aufwändigen Kündigungs- und ggf. Abfindungsregelungen herumschlagen, der Vertrag läuft dann einfach aus und fertig.

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SusiWombat 10.09.2019, 13:47
3. Fachkräftemangel also

Da verlängert man die Probezeit und schafft keinen Anreiz zum Bleiben? Komisch.

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stolte-privat 10.09.2019, 13:49
4. Eine einmalige Befristung...

...von maximal 6 Monaten sollte genügen. Dann kann man beiderseits feststellen, ob der Mitarbeiter zum Job passt und umgekehrt. Alles andere ist Lohn- und Sozialdumping. Leider wird solch eine Praxis auch noch vom Staat unterstützt. Firmen wie VW nutzen das weidlich aus und behandeln die Mitarbeiter dann jahrelang als "Manövriermasse", die hin und her geschoben und bei Flaute einfach entlassen werden. Eine Zukunfts- oder gar Familienplanung ist dabei nicht drin, auch die Gehälter sind eher mickrig.

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Botox 10.09.2019, 14:01
5. Befristung hat nichts mit Probezeit zu tun......

Den während der befristung muss der Arbeitgeber keine Tariflöhne zahlen, sondern nur den entsprechenden Mindstlohn. Auf den Baustellen sieht man fast nur noch "Befristete" . Tariflöhne werden nur selten gezahlt.

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_oliver_ 10.09.2019, 14:03
6.

Ich rede eigentlich auch nicht von den top Fachkräften, die es selten gibt und die super arbeiten. Klar die mag jedes Unternehmen gern langfristig an sich binden, sonst sind die schnell wieder weg. Und genauso wenig meine ich die Leute, die schlecht arbeiten, faul und/oder unzuverlässig sind, der Tätigkeiten eher oft zu finden sind am Arbeitsmarkt. Klar, solche Leute mit einer solchen Arbeitseinstellung müssen weg. Aber dafür gibt es auch die Probezeit und Vorstellungsgespräch vorher. Ich meine diese Taktirereien, schauen wir uns den lieber nochmal 2 Jahre an und dann schmeißen wir den raus und stellen neu ein bevor wir gesetzlich verpflichtet sind zu entfristen. Solche Dinge meine ich,die mit Arbeitsleistung nichts zu tun haben, sondern quasi angewandtes Risikiomanagement bei Verträgen meint. Sowas zerstört doch Familien und Leben.

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MichaelJackson 10.09.2019, 14:08
7. gut so...

ganz ehrlich, wenn ich mir unsere Generation Z so ansehe, dann würde ich als Unternehmer mir auch sehr genau ansehen wollen, wen ich mir da ins Nest hole.
Wenn alles passt, geht das ganze sowieso in ein unbefristetes Verhältnis über...

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zausi 10.09.2019, 14:08
8. Wird schamlos ausgenutzt..

Gibt Arbeitnehmer die ständig in der Luft hängen gelassen werden. Aussagen wie "melden sie sich weil beim Arbeitsamt"sind nicht selten und das unterhalb der 6Wochen vorher melde Pflicht!!

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kayakclc 10.09.2019, 14:11
9. Befristung = mangelnde Berufserfahrung

"Außerdem verzichten Unternehmen bei befristeten Neueinstellungen häufiger auf Berufserfahrung als Einstellungsvoraussetzung. " lesen wir. Dann wird doch klar, warum man mit einer Befristung startet. So kann man bei einem angespannten Arbeitsmarkt jemanden länger eine Change geben, sich selbst ohne die nötigen Qualifikationen zu entwicklen, als ihn oder sie schon nach 6 Monaten Probezeit aus einem unbefristeten Vertrag zu entlassen. Ein Win-Win für beide Seite als Folge der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen. Was "unsozial" an einer Anstellung in einm Beruf sein soll, wo die Qualifikation vielleicht nicht reicht, wie ein Forist schreibt, erschlissst sich mir nicht.
Betriebe suchen händeringend fähige Leute, könne es sich aber nicht leiste, Leute von der rest der Belegschaft mitziehen zu lassen, die die Arbeit nicht verrichten können. Das wäre wirklich unsozial als Arbeitgeber gegenüber den anderen Mitarbeiter!

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