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Junge Akademiker: Oft zu forsch bei der Bewerbung
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Frisch von der Uni und her mit der Karriere: Eine Studie zeigt, dass junge Akademiker im Bewerbungsgespräch häufig zu ehrgeizig auftreten - und damit Arbeitgeber verprellen.

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vukoff 12.08.2016, 07:16
10.

Ich denke, Auslandserfahrung mag für einige Jobs von Bedeutunf sein aber bei vielen anderen ist es völlig Banane. Also rein vom fachlichen her.
In alles Fällen zeigt es aber einen gewissen Grad an Selbständigkeit außerhalb von Hotel Mama was zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen kann.

Ansonsten: Natürlich sind Absolventen völlig überdreht wenn sie beim Unternehmen aufschlagen. Nach 5 Rhetorikkursen, 7 wie schlage ich mich am besten durch Bewerbungsgespräche - Kursen, der Lektüre von 8 Karriereratgebern und unzähligen Bewerbungsgesprächs Büchern und Seiten im Internet... da muss man erstmal wieder in der Realität ankommen.
Ich halte diese ganzen Kurse und Bücher für verzichtbar. Das ist Fantasylektüre.

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mortusanteportas 12.08.2016, 07:19
11. Monkeys

Überzogene Karriere- und Gehaltsvorstellungen... Ein kritischer Leser fragt sich schon, warum dies weit oben steht. Ist es denn nicht gerechtfertigt, das jemand der Jahre an der Uni, im Ausland, Sprachkenntnisse und in Praktika investiert hat, lange auf Gehalt verzichtet hat möchte dass sich dies finanziell und karriereperspektivisch lohnt? Oder hat es vielleicht auch damit zu tun, dass man Akademiker für "Affenarbeit" die eigentlich kein Studium voraussetzt will und diesen natürlich gemäß der "Affenarbeit" nur Peanuts zahlen will?
Günstige, formal gut ausgebildete Arbeitskraft in die man etwas weniger in die Ausbildung investieren muss und die aufgrund langsamer Karrierepfade am Anfang erstmal relativ wenig kosten...
In der Managementlehre nennt man sowas eine Cash-Cow....

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darkace82 12.08.2016, 07:24
12. Whatever...

Das ganze Blabla zum Thema Bewerbungen erinnert an das Thema Kindererziehung. Hunderte Studien, Tausende Experten und jede Meinung widerspricht den anderen. Selbstbewusst aber bescheiden, den eigenen Wert kennen aber bloss nicht zu viel wollen. Natürlich ist die Balance wichtig. nur ist die bei jedem Chef/Personaler anders. Und sich irgendwo bewerben heisst ja nicht, den Job um jeden Preis zu wollen. Lieber das fordern was man wirklich will und den Job nicht bekommen als sich auf jedes schlechte Angebot einlassen.

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kumi-ori 12.08.2016, 07:25
13. Eine Studie zeigt, ...

Wenn ich diesen Satz lese, schwillt mir meistens schon der Kamm. Ich habe selbst schon an Fragebogenaktionen teilgenommen oder Fragebögen zu verschiedenen Zwecken eingesammelt und weiß daher gut: die Aussagekraft ist nur sehr bedingt bewerten.

Trotzdem glaube ich, dass es tatsächlich so ist. Wenn eine Firma einen Ingenieur für den Außendienst südöstliches Niedersachsen sucht, dann möchte sie jemanden, der im südöstlichen Niedersachsen von Kunde zu Kunde fährt und nicht jemanden, der in drei Monaten die ganze Firma umkrempelt.

Der Bewerber möchte eigentlich auch am liebsten gemütlich im Auto von Kunde zu Kunde fahren und dort die Kühlsysteme warten oder was auch immer seine Aufgabe ist, aber von allerWelt wird ihm eingebläut, dass solch eine Einstellung nicht dynamisch und kompetitiv genug sei. Der Bewerber muss immer die jüngste Fragebogenaktiion gelesen haben und immer einen Verbesserungsvorschlag parat haben, er muss den Trott in Innendienst und Costumer Service mal so richtig aufmischen, die Puppen tanzen lassen und neuen Schwung hineinbringen. Ich bin da, die Party kann losgehen! Es hat ja schließlich dort die letzten fünfzig Jahre nichts funktioniert. Ich habe solche Bewerber auch schon gesehen, wie sie hinter ihrer hyperaktiven Dynamik Show schwitzen. Es tat mir immer sehr Leid, das zu sehen. Welches persönliche Elend muss dahinter stecken. Aber ich habe mich immer für Leute entschieden, die den Eindruck vermitteln, sie möchten genau das tun, was ihre Aufgabe sein soll.

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mitsuko 12.08.2016, 07:36
14. Jeden Tag was neues

Erst waren die Bewerber zu alt, also her mit Bologna, dann zu unerfahren, dann zu angepasst und jetzt also zu forsch. Spannend. Morgen heisst es vermutlich, dass meine Generation sich nix zutraut. Und was ist eigentlich aus dem vielbesungenen Fachkräftemangel geworden, der Firmen angeblich zwingt, Bewerber zu hofieren? Scho wieder vorbei? Dann wird's höchste Zeit für einen neuen Bewerberratgeber!

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HansPa 12.08.2016, 07:40
15. Mint?

Da wird gejammert ohne Ende es gäbe keine Fachkräfte! Junge Menschen werden haufenweise in die MINT Fächer getrieben. Und schon beim Vorstellungsgespräch kommt dann die eigentliche Botschaft: Arbeiten, Maul halten, bescheiden sein. Wenigstens ehrlich. Aber langsam dürfte klar sein was hinter alledem steckt! Nichts anderes alles billige Arbeitskräfte!

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rtfm 12.08.2016, 07:53
16. Wie es in den Bewerber-Wald hineinruft...

Das derzeitige Auftreten der Bewerber ist ein hausgemachtes Problem der Unternehmen. Dieser Trend wird sich auch nicht ändern, solange die Wirtschaft mit unrealistischen Anforderungen auf Mitarbeitersuche geht. Ich bin mir sicher, eine überwältigende Mehrheit der Absolventen und Bewerber allgemein wird mir zustimmen, dass es in erster Linie die Unternehmen sind, die zu forsch auftreten. Stellenanzeigen sind meist extrem überladen mit Anforderungen, welche natürlich auch nicht priorisiert werden. Ob ein Kandidat wirklich verhandlungssicheres Englisch braucht oder ob Kenntnisse im Fachbereich XYZ nur ein Nice-to-have sind wird nicht verraten. So liest sich dann manche Stellenanzeige, dass ein intrinsisch motivierter Kandidat mit überdurchschnittlichem Abschluss und einer über das Studium hinausgehender, tiefer Kenntnis eines Fachgebiets doch nur Mittelmaß ist, weil Kenntnisse in irgendeiner beliebigen proprietären Software (von der es natürlich keine Studentenversion gibt) fehlen.
Liebe Unternehmen: Ja, es gibt diese makellosen Kandidaten, die alles können und das direkt nach der Uni. Aber nein, ihr könnt mit diesen Leuten nicht euer Unternehmen füllen, dafür sind es wirklich zu wenige.

Realismus und die Mäßigung können nur Einzug halten, wenn beide Seiten in diese Richtung arbeiten.

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Zaphod 12.08.2016, 08:03
17. Vergesslichkeit

Offensichtlich scheinen viele ihre eigene Berufsanfängerzeit vergessen zu haben. Natürlich ist man am Anfang immer etwas forsch und denkt, man weiss es besser als viele anderen. Auch erscheint jeder Traum der Karriere noch realisierbar. Es ist unter Umständen ein harter Prozess, am Anfang des Berufslebens in der Realität aufzuwachen.

Aber gerade weil es jedem so geht, sollte man diese Eigenschaften mit Nachsicht belächeln und trotzdem versuchen, die geeignetsten und besten Bewerber für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Ein guter Vorgesetzer wird auch versuchen, den Sturz in die Realität nicht allzu hart werden zu lassen. Die eigenen Erfahrungen sollten stets auch dazu dienen, es zukünftig und für andere Menschen besser zu machen!

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Jota.Nu 12.08.2016, 08:08
18. Selbstreflexion ...

...heißt das Zauberwort - kann man allerdings fast niergendwo finden. Auch nicht bei den Personalern, die diese jungen Menschen einstellen.

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Plasmabruzzler 12.08.2016, 08:11
19. Karriereberatung mal anders

Auch in SPON Artikeln wird regelmäßig gepredigt, dass man forsch auftreten sollte - nun das Gegenteil. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Es kann bspw. nicht sein, dass man als diplomierter Ingenieur im Maschinenbau 30.000 EUR als Anfangsgehalt geboten bekommt (obwohl man ggf. als Geselle schon mehr bekommen hat), dem Personaler den Vogel zeigt und der sich dann beschwert, dass man zu fordernd sei. Wohlgemerkt: es gibt die Probezeit, um jemanden kennen zu lernen, von daher zieht es nicht, wenn man behauptet, das Anfangsgehalt wäre ja nur zum Kennenlernen. Es gibt sehr viele Akademiker, die jedes Jahr auswandern. Ich glaube kaum, dass diese zu fordernd auftreten, sondern ihren Preis kennen und der woanders gezahlt wird.

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