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Jupiter Jones über das Musikgeschäft: Rocken auch fürs Bankkonto
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Geld wie Heu, Autos, jede Menge Groupies: Im Musikbusiness winken Ruhm und ewiger Wohlstand? Ein Märchen - davon kann die Band Jupiter Jones ein Lied singen. Gitarrist Sascha Eigner erklärt, wovon er lebt. Und zürnt über die Attacken ahnungsloser Piraten aufs Urheberrecht.

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nordschaf 04.05.2012, 15:59
100.

Zitat von soulless72
Es ändert sich also absolut nichts am aktuellen Modell abgesehen davon das nicht mehr der Verlag ihre Arbeit vorfinanziert in der Hoffnung mit den Rechten Gewinn zu machen sondern das Sie genug Fans finden müssen die ihre Arbeit vorfinanzieren.
Verstehe ich das richtig, dass Ihnen also nicht die GEMA, sondern vor allem die Musikindustrie ein Dorn im Auge ist? Aber: darf man denn den Künstlern vorschreiben, auf welchem Wege sie die Früchte ihrer künstlerischen Arbeit ans Ohr bzw. Auge des geneigten Publikums bringen? Ist es legitim, ihnen vorzuschreiben, dass sie nicht etwa funktionierende Wege einer Industrie nutzen, sondern gefälligst alle über Kleinkonzerte und youtube oder analoge Wege bekannt zu werden haben? Genauso könnte man doch z.B. den Bauern vorschreiben, sie dürften nicht mehr bei Monsanto und Co. kaufen, sondern hätten gefälligst ihr Saatgut selbst zu produzieren und über bäuerliche Tauschbörsen kostenlos zu erweitern. Halten sie derlei Eingriffe in die Selbstbestimmung des Einzelnen für legitim? Letztlich würden wir ja auch alle profitieren, wenn Monsanto und Co raus wären, weil selbst produziertes oder getauschtes Saatgut vermutlich billiger wäre. Dies besonders vor dem Hintergrund, dass immer mehr Saatgut von den großen Bio-Chemie-Firmen so verändert wird, dass es gar keine keimfähigen Früchte mehr bildet.

Überwiegt hier also das Interesse der Allgemeinheit an billigem Saatgut bzw. billiger Kunst/Musik/Filmen gegenüber der Selbstbestimmung des Bauern oder des Künstlers bzgl. der Ausübrung ihres Berufs?

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sschuste 04.05.2012, 16:01
101.

Zitat von liberalebasis
Eine gute Software oder Online-Technologie zu entwickeln ist harte Arbeit, wenn man es ernst meint.
Jaja, das weiß ich, weil ich damit mein Geld verdiene. Verschon mich.
Zitat von liberalebasis
Viele von uns geben die Software sogar ganz umsonst ab.
Das ist sehr freundlich und ich finds ganz toll. Aber das allerbeste daran ist die Tatsache, dass diejenigen, die ihre Software verschenken, sich zu diesem Vorgehen ganz allein entschieden haben, ohne fremde Hilfe und ohne externen Druck. Niemand hat es von ihnen verlangt, es ist ihnen einfach danach.

Hab ich vor 25 Jahren auch mal gemacht. Dann bekam ich plötzlich Hunger.

Zitat von liberalebasis
Und trotzdem coden wir. Und machen das Internet zu dem, was es ist. Einige von uns schaffen es, damit Geld zu verdienen. Die meisten eher nicht.
Wenn ich die Möglichkeit habe, mit meiner Musik Geld zu verdienen, dann werde ich das tun. Ich werde meine Musik nicht verschenken, und jeder sollte diese Entscheidung einfach respektieren anstatt alles einfach rammbamm kleinzureden und zu entwerten.

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saitenhexer 04.05.2012, 16:01
102.

Zitat von AndyDaWiz
Ich kann weder besonders gut singen noch besonders malen. Ich wuerde aber trotzdem gerne davon leben koennen. Kann ich meinen Nachbarn zwingen, meine Produkte zu kaufen ? Oder bin ich dazu zu wenig Elite ?
Nien, Sie können Ihn selbstverständlich nicht dazu zwingen ihr, wie auch immer geartetes Werk zu kaufen! Sie können aber, wenn er sich für Ihr Werk interessiert, die Zahlung einer von ihnen festgelegten Summe € an Sie zur Bedingung machen, dass Ihr Nachbar Ihr Werk Kaufen, oder im Falle von Musik das Recht zum Konsum des Werkes erwerben kann.
Wenn ihr Nachbar Ihr sich jetzt aber der Bedingung die Sie festgelegt haben Widersetzt, das Werk also Stiehlt bzw. sich unrechtmäßig dazu Zugang beschafft (etwa durch den Download des Werkes) dann ist das nicht in Ordnung!

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hagionpneuma 04.05.2012, 16:05
103.

Zitat von nordschaf
Vielen Dank für diesen wertvollen Erkenntnisgewinn. Lassen Sie mich Ihnen entsprechend antworten: Quelle: wikipedia
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, und nicht alles, was schief ist, ist eine Metapher. Es gibt eben gerade keine Aehnlichkeit zwischen einem Kopiervorgang und einer Wegnahme.

Ist es auch "Diebstahl", wenn ich die Zeitung meines Gegenueber in der Strassenbahn lese? Wenn ich die Musik des neben mir Sitzenden mithoere? In Deutschland wimmelt es nur so von Dieben, wenn man Ihre metaphorischen Massstaebe anlegt...

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Tom Joad 04.05.2012, 16:11
104. Kommt drauf an

Zitat von soulless72
*jammer *heul ... wo bleibt der Artikel darüber das ich von meinem Hobby nicht Leben kann wegen dieser blöden Gesellschaft die sich einfach weiterentwickelt und für Hobbyphilosophen kein Geld übrig hat?
Haben Sie denn schon einmal etwas veröffentlicht? Vielleicht selbstfinanziert - im Eigenverlag? Und wie fänden Sie es, wenn jemand Ihr Buch (an dem Sie lange Zeit gearbeitet haben und dessen Druckkosten Ihnen gerade die letzten Ersparnisse wegfressen) einfach kopieren und ins Internet stellen würde?

Unter diesen Umständen dürften Sie tatsächlich jammern.

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melkor23 04.05.2012, 16:11
105. Urheberrecht

Wenn Jupiter Jones das Urheberrecht in seiner heutigen Form gut finden, beteiligen sie sicherlich auch die Nachkommen von Robert Arthur Jr an Ihren CD-Einnahmen. Denn der hat Jupiter Jones schließlich erfunden: http://en.wikipedia.org/wiki/Three_Investigators#Characters

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ayee 04.05.2012, 16:27
106.

"Und niemand, der sich ein Album runtergeladen hat, geht zwei Wochen später in den Laden und kauft es sich"
Und im nächsten Satz stellt er wahrscheinlich noch die Behauptung auf, dass jeder Download ein entgangener Verkauf ist. Sehr eindimensionale Aussagen in dem Artikel, die so direkt auch aus der Presseabteilung eines Majors hätten kommen können.

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dinnyc 04.05.2012, 16:29
107.

Ich glaub, der gute Mann hat nicht allzuviel verstanden - seine teuren Videos, seine teuren Nightliner etc kommen natürlich aus seinem eigenen Budget. Immer noch aktuell: The Problem With Music :Negativworldwidewebland - das sollte jede Band lesen, bevor sie sowas verbreiten

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soulless72 04.05.2012, 16:30
108.

Zitat von nordschaf
Verstehe ich das richtig, dass Ihnen also nicht die GEMA, sondern vor allem die Musikindustrie ein Dorn im Auge ist? ..... Überwiegt hier also das Interesse der Allgemeinheit an billigem Saatgut bzw. billiger Kunst/Musik/Filmen gegenüber der Selbstbestimmung des Bauern oder des Künstlers bzgl. der Ausübrung ihres Berufs?
Mir ist weder das eine noch das andere ein Dorn im Auge. Was mir ein Dorn im Auge ist ist dieses ständige Gejammere weil sich durch das Internet alles ändert und die bisherigen Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren.

Wenn ich Sie in Ihrem ersten Beitrag richtig verstanden habe haben Sie etwas Ahnung von IT? Dann sollten Sie ja wissen das sich in den heutigen Zeiten das Kopieren von Daten nicht mehr kontrollieren lässt ohne eine Totalüberwachung.
Jedes DRM-System lässt sich umgehen. Jeder Kopierschutz lässt sich umgehen. Egal was gemacht wurde, es fanden sich immer neue Möglichkeiten Daten im Netz zu kopieren, seit den Massenabmahnungen in den P2P-Netzen leider über Filehoster wo dann irgendwelche Leute Geld damit machen etwas zu verkaufen das die Menschen wollen ohne das die Produzenten davon profitieren da es die Verwerter nicht schaffen zu liefern was die Konsumenten wollen (DRM-freie Filme, Serien am Tag nach der Erstausstrahlung, Filme und Serien in Originalsprache, komplette Alben um sich den Künstler mal anzuhören bevor man Geld dafür ausgibt oder auf das Konzert geht zu dem man eingeladen wurde etc. usw.)

Im Internet kann man dieses kopieren also nur unterbinden indem man den Netzverkehr beim Kunden lückenlos überwacht. Und selbst das verhindert nur das im Internet sichtbare. Diejenigen, die externe Festplatten untereinander tauschen und an einem Abend mal kurz mehrere TB nebenher kopieren sieht man gar nicht, und das sind auch viele.

Fakt ist also das sich das massenweise kopieren von vorhandenen Daten nicht verhindern lässt. Die Digitalisierung hat dazu geführt das kopieren nahezu kostenlos und in einer hohen Geschwindigkeit vonstatten geht.

Die Frage ist also eher ob das Freiheitsrecht der Allgemeinheit mehr wiegt als das Recht einiger Künstler an ihrem Geschäftsmodell festzuhalten.

Und darauf kann ich Ihnen nur eine Antwort geben: Schade für die Künstler das sie ihr Geschäftsmodell, das die paar Jahrzehnte von Erfindung der Vervielfältigung bis zur Erfindung der kostenlosen Vervielfältigung, funktioniert hat, nicht mehr weiterführen können. Aber so ist das Leben. Ständig ändert sich alles. Ständig muss man sich an neue Begebenheiten anpassen. Nichts bleibt so wie es ist.

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MashMashMusic 04.05.2012, 16:30
109.

Zitat von hagionpneuma
Kostenlos nicht, aber sie wird so billig, dass sich das "Raubkopieren" nicht mehr lohnt. Wenn man fuer eine CD die 1,50E nimmt, die die Band angeblich erhaelt, und dann noch fuer Studiomiete, Produktion usw. einen Euro draufschlaegt, kommt man auf 2,50 pro Album. Das ganze Brimborium mit PR-Kampagne, Handelsmarge, Gema-Gebuehr kann man sich dann sparen.
Wenn ich immer sehe, wie sich Leute über Kostenkalkulation äußern, kann einem echt schlecht werden, vor allem, weil die gleichen Leute behaupten, man schlabbere sich dann ja noch Unmengen von Geld dabei rein.

Sie bedenken schon, dass bei der Kalkulation der Staat auch noch seinen Teil möchte? Dass so eine CD auch produziert werden muss? Das ist gerade bei nicht ganz so großen Mengen nicht unbedingt günstig.
Was kostet ein CD-Cover? Finden Sie einen Layouter, der das für 55,90Euro macht? Und ohne PR kaufen die Leute es nun mal nicht. Sorry, ist so. Unter PR fällt nicht nur Dauerberieselung im Radio. Unter PR fällt auch Musterversand an Radiostationen, Presse, sonst wen. Wer macht das? Ist das alles umsonst?

Woher soll man wissen, wann wer eine neue Platte gemacht hat? Jetzt kommen Sie und sagen "Digital!" Ja. Muss aber auch wer machen. Betreiben Sie eine Webseite, will der Provider Geld sehen.
Was kostet eine Studioproduktion? Was das Mischen und Mastern?

Also: mit 1,50 für die Band und noch einem Euro für den Rest kommen Sie nicht weit.

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