Forum: Karriere
Juristen unter Konkurrenzdruck: Der Anwaltsautomat
Corbis

Rechtsanwälte sind teuer - aber braucht man sie überhaupt für simple Fragen? Das Berliner Start-up Smartlaw ersetzt das anwaltliche Gehirn durch Software: Bei Standardverträgen hilft der Anwaltsautomat.

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Feindbild_Mensch 07.11.2013, 06:50
10. Und wieder mal

... ein Artikel über Juristen im Karrierespiegel. Das fällt direkt auf, wie oft in irgendeinem Zusammenhang diese Berufsgruppe hier vorgestellt wird.

Gefühlt:

Platz 1: Juristen
Platz 2: Ingenieure
Platz 3: BWLer

Es gibt tatsächlich auch Berufsgruppen, die keine Randgruppen sind und etwa öfters hier präsentiert werden könnten oder?

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SIR-ENE 07.11.2013, 09:16
11.

Zitat von Feindbild_Mensch
... ein Artikel über Juristen im Karrierespiegel. Das fällt direkt auf, wie oft in irgendeinem Zusammenhang diese Berufsgruppe hier .....
Freilich, doch kann man den SPIEGLERN durchaus nachsagen, daß ihnen das Wohl unserer Gesellschaft am Herzen liegt und sie sich bevorzugt um das kümmern, was recht viel Gesellschaft gestaltet.

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SIR-ENE 07.11.2013, 09:39
12. Bombige Justiz

Zitat von flowpower22
Der absolute Knaller wäre es, wenn software künftig parallel zu jedem Prozess ein Urteil fällen würde. Dann würde hoffentlich wieder das Prinzip:"im Zweifel für den Angeklagten" gelten. Wenn heute eine Frau einen Mann wegen Vergewaltigung anzeigt, kann der doch gleich einpacken.
Das würde im Grunde irgendwann auf das Selbe hinauslaufen wie das, was wir haben. Hintergrundjuristen nehmen doch jetzt schon ohne Versteckspiele über Internetplattformen Einfluß auf die rasanten Machtverschiebungen, die mit der IT-Ära einhergehen. Software läßt sich noch raffinierter manipulieren wie das Bedürfnis der Vernunftwesen, nie schuld zu sein an Dingen, die schief gelaufen sind.

Eine Konsensplattform wäre ein Knaller, eine, mit der sich die diktatorische Reduzierung auf wenige Machtmenschen demokratisieren läßt. Hier fehlt uns noch die intelligente Verbindung zwischen "Motor" und "Getriebe", damit wir tatsächlich demokratische Verhältnisse bekommen.

Und ein überzeugender Konsens (im besten Fall nahe 99% Übereinstimmung) ist heute dank der modernen Hirnforschung auch nicht mehr so schwierig, daß wir nicht lernen könnten, Denkfehler zu beherrschen. Die beherrschen leider auch die Juristenszene. Wer die Eltern aller Denkfehler kennt, nicht nur den Vater (Confirmation Bias) wie Rolf Dobelli, kann mehr Denkfehler verhindern als den Juristen Recht ist, die jetzt noch hinter ihren Computern schnarchen.

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scribe 07.11.2013, 09:58
13. Automaten-Verträge statt individuellem Rechtsrat?

Solche Verträge bekommt man doch längst auch anderswo, z.B. Mietverträge bei den entsprechenden Verbänden (für viel weniger Geld).
Das Problem ist aber immer dasselbe: Viele hergebrachte Klauseln (im Mietrecht z.B. zu Schönheitsreparaturen, Farbanstrich oder Haustierhaltung) hat der BGH in den letzten Jahren für unzulässig erklärt. Trotzdem kann man solche Dinge immer noch vereinbaren, wenn man es geschickt anstellt (und beide Seiten einverstanden sind) - das geht aber gerade nicht mit solchen vorgefertigten Verträgen (selbst der Versuch, das unter "Sonstige Vereinbarungen" eigenständig zu formulieren, kann scheitern, weil es mit der bloßen Formulierung eben nicht getan ist) - wenn man so etwas wasserdicht hinbekommen will, braucht man eben jemanden, der etwas davon versteht, auf das individuelle Anliegen bezogen (!) Rechtsrat erteilen kann (insb. einem sagen kann, wie man da konkret vorgehen muss).

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SIR-ENE 07.11.2013, 10:43
14. Marktlücke Rechtsverwirrung

Zitat von scribe
Solche Verträge bekommt man doch längst auch anderswo, z.B. Mietverträge bei den entsprechenden Verbänden (für viel weniger Geld). ...
Jede Vereinfachung wird helfen, und wenn Smartlaw tatsächlich rechtswidrige Passagen au§en vor läßt, ist das sehr nützlich für eine Gesellschaft, die sich rechtlich kaum noch orientieren kann!

Wer sich über Juristen beklagt, sie verspottet, hat zu wenig Grundwissen über Recht und Gerechtigkeit, ließ sich von der Macht der §§ verwirren. Wenn nicht mal Juristen Verträge gestalten können, kann man sich vorstellen, was hier mit dem Start-up in Bewegung kommen kann. Es ist ja gerade der Clou der Jurisprudenz, Einfaches so kompliziert aufzublasen, daß Ohnmächtige (Unwissende!) schnell ihr Portemonaie zücken, um sich Trouble vom Leib zu halten. Ohne Interesse vieler werden Mächtige, also all jene, die etwas bieten, worauf viele scharf sind, (Vermieter, Produzenten, Arbeitgeber …) auf dieses Machtinstrument kaum verzichten! Mit Rechtsverwirrung kann man heute sogar Menschen regelrecht erpressen! Auf SWR3 durfte vor einiger Zeit ein Rechtsexperte Smartphonern erzählen, sie müßten vor dem Abschluß eines Vertrages auch mal 60 Seiten Kleingedrucktes lesen, um bei Problemen nicht ausgenommen zu werden wie Weihnachtsgänse …

Juristerei ist die Kunst, menschliche Maßlosigkeit in Geld zu verwandeln. Sie wird mit dem Gewaltmonopol im Rücken zum Kinderspiel, mit der Rechtsblindheit vieler zur Farce und mit der Ignoranz aller zum Hinrichtungsbeschluß "scheindemokratischer" Gesellschaften! Juristen verfügen alleine über exklusives Herrschaftswissen, bis "Knechte" begreifen, daß Demokratie nicht entsteht, wenn 80 Mio. kleine Volksherrscher sich einen Hermelin umhängen, bei Wahlen auf den Thron klettern und sich die Krone zurechtrücken lassen von Parlamentariern. Demokratie ist nicht, wenn man trotzdem lacht. Demokratie entsteht, wenn Bürger kapieren, daß Gerechtigkeit höchste Leitlinie für Politik und Justiz ist. Erst wenn sie das Zepter in die Hand nehmen und wenigstens mal fragen, worum es eigentlich geht, werden wir den "G-Punkt" menschlicher Gesellschaften so maßvoll kitzeln können, daß viel Zufriedenheit für alle entsteht. Recht kann so einfach sein, wenn man Mächtigen nicht erlaubt, es zu verkomplizieren.

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jurawel 07.11.2013, 10:49
15. Eher ein Ersatz für die Richterschaft

Als einen Ersatz für Anwälte halte ich das nicht, denn Anwälte beraten fachkundig und individuell auf den Einzelfall bezogen. Es könnte aber einen Ersatz für die heutige junge Richtergeneration an Zivilgerichten - zumindest an Amtsgerichten - sein, in der sogenannte Prädikatsjuristen häufig versuchen jeden Sachverhalt in das Korsett aus auswendig gelernter höchstrichterlicher Rechtsprechung zu quetschen ohne sich irgendwelche Mühe mit den Details eines realen Einzelfalls zu machen und Zeugen, zumal präsente Zeugen, nur stören und ein schon im Kopf fertiges Urteil nur "unnötig" verkomplizieren. In zweiter Instanz, sofern die Berufungssumme erreicht ist, kann dann ja ein erfahrener Volljurist mit Lebenserfahrung die gröbsten Patzer ausbügeln.

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MiriamAZ 07.11.2013, 10:58
16. Neu? Gibt es seit 15++ Jahren; hier Insider-Info

(1) Ab etwa 1995 gab es Billig-Softwarepakete in diesem Sinn für den eigenen PC. - (2) Insider-Info: Automatisierte Dienste wie beschrieben wurden als EU-Mittel Förderantrag eingereicht 2000 bei ANVAR, Frankreich, sodann 2001 (nach Umzug) nun deutschsprachig bei der IBB Förderbank, die als Landesförderbank das regionale Monopol der Fördermittelverteilung hat. - Abgelehnt, Begründung "unverständlich". - (3) "unverständlich"... ? ... Wenige Wochen später entstand in Fußweg-Entfernung von eben dieser Förderbank mit eben diesem Konzept die Firma F., die genau dies seither profitabel betreibt mit einigen 100 Verträgen. Zu besichtigen als Service im Online-Auftritt einer der angesehensten deutschen Tageszeitungen - "ein kluger Kopf" findet es bestimmt. - (4) Der abgelehnte Erst-Konzeptor rächte sich, indem er etwa 2010 software-automatisierte Dienste schaffte, mit denen man für jedes und alles die im Internet verfügbaren KOSTENLOSEN Vertragspakete findet. Seither geht Kostenpflichtiges hierfür kaum noch, und das war der Sinn der Rache. Zu besichtigen (ausnahmsweise mal eine Adresse in einem Kommentar genehmigungsfähig, weil Schlüsselinfo?): aha7.com - (5) Wieso Förderbanken ein Totalversager sind und Potemkinsche Dörfer, meint zu belegen der Autor einer Parodienserie, zu finden durch Google-Suche nach diesem Code: ecbjw-humor -(6) Im Fall von Interesse der SPON-Redaktion am zugehörigen investigier-geeigneten Hintergrund: Sie finden an den Fundstellen Mail-Adressen (und meine sowieso bei den Benutzerdaten). - (7) Wünsche für viel Erfolg an Startup Smartlaw - hatte also schon mal das erste Glück, die Finanzierung des Startup zu deckeln. Von 10 Verträgen bis zum Unternehmen ist ein weiter Weg...

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flowpower22 07.11.2013, 11:00
17.

Zitat von SIR-ENE
eine, mit der sich die diktatorische Reduzierung auf wenige Machtmenschen
Wohl wahr! Stellen sie sich ein Internet-Plattform vor, auf der so etwas stattfände! Politik und Justiz könnten dann nicht mehr ganz so ungestört agieren.
Zitat von
Und ein überzeugender Konsens (im besten Fall nahe 99% Übereinstimmung) ist heute dank der modernen Hirnforschung auch nicht mehr so schwierig, daß wir nicht lernen könnten, Denkfehler zu beherrschen. Die beherrschen leider auch die Juristenszene. Wer die Eltern aller Denkfehler kennt, nicht nur den Vater (Confirmation Bias) wie Rolf Dobelli, kann mehr als den Juristen Recht ist, die jetzt noch hinter ihren Computern schnarchen.
Es hapert doch nicht an Denkfehlern. Schon ein 12 jähriger Gymnasiast kann doch bessere Urteile fällen als unsere ach so unabhängigen Richter. Es ist schiere Machtgeilheit und Faulheit. Heutzutage werden ja kaum noch Urteile gefällt, weil, im Gegensatz zu einem Vergleich, dann der Richter tasächlich arbeiten müsste und ein Urteil diktieren müsste.

Und nur wenn ich gegen jede Vernunft urteile, kann ich mich meiner "absoluten" Macht vergewissern.

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tizian 07.11.2013, 11:03
18. Konkurrenz für wen?

Zitat von sysop
Rechtsanwälte sind teuer - aber braucht man sie überhaupt für simple Fragen? Das Berliner Start-up Smartlaw ersetzt das anwaltliche Gehirn durch Software: Bei Standardverträgen hilft der Anwaltsautomat.
Ehrlich gesagt sehe ich die Konkurrenzsituation anders. Da wird den Verlagen Konkurrenz gemacht, die solche Formulare bereits jetzt herausgeben.

Übrigens viel Spass bei der Haftung, den Anspruch rechtssichere Verträge rauszugeben, kann auch dieser Herr nicht erfüllen, weil er gar nicht weiss, wie sich Rechtssprechung entwickelt, da hat er dasselbe Problem wie besagte Verlage und Juristen, die Verträge auf Auftragsbasis ausarbeiten.

Übrigens nur mal so, aus dem Automat kommt auch nur ein 08/15 Vetrag, was einzelne Klauseln bedeuten etc. das muss der Anwender dann auch wieder beim Anwalt erfragen.

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wolfganghrmüller 07.11.2013, 11:08
19. optional

So schön es klingen mag, das Automaten subsumieren und damit subjektive Beeinflussung auf das Ergebnis verringert werden kann, so darf neben der Haftungfrage nicht vergessen werden, dass Rechtsberatung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) nur in einem geringen Umfang durch Nicht-Juristen geleistet werden darf. Das hier vorgestellte Programm dürfte dem RDG zuwider handeln.

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