Forum: Karriere
Karriere als Unternehmensberater: Aufwärts immer, abwärts nimmer
Helene Endres

Junge Unternehmensberater erwartet ein Leben mit bester Bezahlung und reichlich Bonusmeilen. Ihre Karriere kennt nur eine Richtung: hinauf. Wer das Tempo nicht mithält, muss gehen.

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spon-facebook-10000003125 17.03.2015, 15:15
30. Außensicht und Innensicht

Wenn ich den Artikel und die Kommentare hier lese, dann gibt es Menschen, die das Beratergeschäft von innen kennen, und solche, die das nicht tun. Die, die von draußen schauen, sind sich einig, dass das alles ganz arg schlimm, nutzlos und ausbeuterisch ist.
Von denen, die schonmal in einer Beratung gearbeitet haben, fühlen sich aber die wenigsten ausgebeutet, im Gegenteil. Die meisten Ex-Berater sagen, dass die Beratungszeit die spannendste und interessanteste Zeit in ihrem Berufsleben war. Aber auch anstrengend und mit einem hohen Zeiteinsatz. Und die meisten dieser Menschen treffen irgendwann die Entscheidung, dass es jetzt reicht und man das Leben aus dem Koffer nicht mehr möchte.
Das ist ein ganz normaler Prozess, dass Menschen mit zunehmendem Alter ruhiger werden und sich Prioritäten verschieben. Dann sucht man sich halt einen Job außerhalb der Beratung mit einem geregelten Feierabend und ohne viel Reiserei. Wenn man das "up-or-out" nennen möchte, bitte.

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albert schulz 17.03.2015, 15:37
31. Banal gesagt

Es gibt eine ganze Reihe sinnvoller Beratungsaufgaben, die sich gerade in kleinen und mittleren Firmen kaum anders als durch Externe lösen lassen. Es geht dabei um Kauf, Bearbeitung, Vertrieb der Produkte, vor allem aber um interne Abläufe und Mechanismen, die dem Geschäftszweck dienen, also um Aufgabenbereiche und Kompetenzen und deren Abschätzung und Optimierung. Bei Firmen ab etwa fünfhundert Mitarbeitern ist es allerdings weit sinnvoller, diese Aufgaben einer hauseigenen Abteilung zuzuweisen, die die Materie sehr viel besser kennt, und auch die Widerstände, die Gruppeninteressen, die Macht und die Funktionen der „Grauen Eminenzen“.

Ein paar Nachteile haben die Externen. Zum einen sind sie reine Betriebs- oder Volkswirtschaftler und haben absolut keine verfahrenstechnischen Kenntnisse, sehen also sämtliche Prozesse unter reinen Kostengesichtspunkten. Diese Perspektive läßt sich aber nur vertreten, wenn die Abläufe unabhängig von personellen und technischen Kapazitäten funktionieren. Zum anderen kennen die Externen selten die wirklichen Abläufe, die tatsächlichen Funktionen und Machtverhältnisse.

Drittens werden sie allzu häufig mißbraucht, um irgendwelche Ziele der Geschäftsleitung legitimierend durchzusetzen. Das bedeutet häufig eben nicht Entlassungen auf den unteren Ebenen, sondern das Rausschubsen von Teilhabern oder eigenwilligen leitenden Angestellten, Umkrempeln von Arbeitsabläufen. Der Unternehmensberater wird also nur benutzt, um Begründungen zu liefern, „objektive“ Erkenntnisse, sachliche Notwenigkeiten. Architekten haben aus Sicht der Investoren eine ähnliche Funktion, oder auch Ärzte für Krankenhäuser.

Die Karriere verläuft wie in vielen freien Berufen üblich, allerdings nur in größeren Läden, egal ob Anwalt oder Architekt. Fünf Jahre Knochenjob mit jeder Menge Überstunden, und dann Teilhaber oder Rauswurf, selten Überwintern auf minimierter Gehaltsebene. Der Beruf hat allerdings eine unvergleichlich positive Eigenschaft. Man lernt eine Unmenge Leute kennen, und man wird bekannt. Und genau das führt zu Möglichkeiten beim Absprung in die Wirtschaft. Bei den Neigungsberufen (und auch Anwälten, Ärzten) ist es nämlich meist vorbei mit der Karriere, wenn sie einmal rausgeworfen werden, und ihre Wechselmöglichkeiten sind sehr beschränkt.

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donadoni 17.03.2015, 15:43
32. Es hat mal ein erfolgreicher Mittelständler gesagt....

....dass er keinen "Berater" in seinen Betrieb lässt, der mit Powerpointpräsentation kommt.

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Wer als Unternehmer nicht in der Lage ist, ohne fremde Berater seinen Betrieb zu führen, der ist ohnehin zum Untergang verdammt.

Diese "Berater" mit Nadelstreifen und Kostümen gleichen Versicherungsvertretern, die ebenfalls mit viel "Schein statt Sein" den Kunden ums Ohr hauen.

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skoodge 17.03.2015, 15:52
33. schnitteuk

das war wohl ein klassischer Griff ins Klo! "Die Aussage, die Beraterbranche sei die umsatzstärkste Branche in Deutschland, würde sich im Beitrag finden lassen, findet sich in dem Kommentar beim besten Willen nicht!" X-D doooohh.. bedenklich, dass manche Leute ihr ganzes wissen wohl aus Spiegel Artikeln beziehen..

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schnitteuk 17.03.2015, 16:01
34.

Zitat von skoodge
das war wohl ein klassischer Griff ins Klo! "Die Aussage, die Beraterbranche sei die umsatzstärkste Branche in Deutschland, würde sich im Beitrag finden lassen, findet sich in dem Kommentar beim besten Willen nicht!" X-D doooohh.. bedenklich, dass manche Leute ihr ganzes wissen wohl aus Spiegel Artikeln beziehen..
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in Deutschland Wirtschaftszweige gibt, die höhere Gesamtumsätze erzielen als die Beraterbranche.

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n.laus 17.03.2015, 16:12
35. Blindfische

Wir hatten mal in unser Behörde einen Satz sogenannter Berater, die alle unter 30 Jahre alt waren. Haben die einen Scheiß erzählt. Die wussten nicht mal den Unterschied zwischen Betriebsverfassungsgesetz und Personalvertretungsgesetz, bzw. dass ersteres für Behörden nicht gilt. Aber viel Geld haben sie für ihren Nonsens kassiert.

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albert schulz 17.03.2015, 16:21
36. X für ein U

Zitat von donadoni
Es hat mal ein erfolgreicher Mittelständler gesagt.... ....dass er keinen "Berater" in seinen Betrieb lässt, der mit Powerpointpräsentation kommt. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Wer als Unternehmer nicht in der Lage ist, ohne fremde Berater seinen Betrieb zu führen, der ist ohnehin zum Untergang verdammt. Diese "Berater" mit Nadelstreifen und Kostümen gleichen Versicherungsvertretern, die ebenfalls mit viel "Schein statt Sein" den Kunden ums Ohr hauen.
Eine höchst laienhafte Bemerkung. Wenn ein Berater seine Aufgaben nicht erfüllt, spricht sich das blitzschnell rum. Auch wenn es noch jede Menge Idioten oder besser Betrüger gibt, die miserable Leistungen und Produkte loben, weil sie selbst dafür gelatzt haben (ganz schlimm bei kulturellen Erzeugnissen).

Gerade Mittelständler sind regelmäßig sehr interessierte und versierte Menschen, die häufig als Meister oder Techniker angefangen aber immer dazugelernt haben. Sie kennen aber auch ihre Grenzen und wissen exakt, wann sie externe Beratungen benötigen, egal ob Anwalt, Steuerberater, Bankvertreter, Ingenieurbüro oder eben Unternehmensberatung, die allerdings eine Unmenge verschiedener Aufgabenstellungen abdecken zu können behauptet. Sie wird allerdings nur in den seltensten Fällen den gesamten Betrieb auf zahlreiche Faktoren hin untersuchen, weil das viel zu teuer und aufwendig ist. Bestenfalls laienhafte Erben werden diesen Weg gehen, und dann wohl eher, um das Teil abzustoßen oder umzuwandeln. Es ist allerdings weit preiswerter und sinnvoller, wenn der Käufer diese Arbeit selbst übernimmt.
Powerpoint kann ebenfalls sinnvoll sein. Besuchen Sie einfach mal eine technische Vorlesung oder Weiterbildung. Wenn ein Vortragender nicht absolut wissenswerte und belastbare Daten herzeigt, ist er blitzschnell weg vom Fenster. Früher hieß das Ding übrigens Overheadprojektor.

Augenwischerei ist selbstredend ein fundamentaler Bestandteil der Wirtschaftwissenschaften. Kaufen und Verkaufen läuft immer ideologisch ab, und diese Wissenschaften sind nachgerade umfassende Labyrinthe des Nichtwissens und Behauptens, ganz ähnlich wie Theologie und Psychologie, mit denen sie viel gemein haben. Es gibt da nur einen kleinen Haken. Kein Mittelständler würde einen solchen Zirkus in seinem Laden akzeptieren. Ein Klugschwätzer flöge stante pede raus. Das weiß der aber schon vorher.

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LDaniel 17.03.2015, 16:55
37. Oh je

Zitat von iconoclasm
In welcher Branche dürfen denn Leute weiterarbeiten die "nicht mithalten"? Ach ja, im Journalismus.
Journalistenbashing ist ja grad total modern, aber hier machen Sie sich lächerlich.

Haben Sie eine Ahnung, wie viele Leute in die Top-Häuser wie Spiegel, SZ, FAZ wollen??? Es gibt dort viel Konkurrenz und dort fliegen sie auch sehr schnell wieder raus, wenn sie nicht gut sind.
In Medienhäusern ist das Wort "Minderperformer" nicht bloß etwas, was in Artikeln auftaucht... .

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Wolffpack 17.03.2015, 19:01
38.

Zitat von ramuz
... Was ja nichts anderes bedeutet als dass Sie in Ihrer Consulter-Zeit permanent an den Realitäten vorbei konsultiert hatten, weil... ja weil.. ?? ... Sie schlicht keine Ahnung von der Realität hatten, wie im Übrigen Ihre Consulter-Kollegen auch? Oder weswegen? Danke - so prägnant hat das noch keiner auf den Punkt gebracht! Alle (Vor-?) Urteile in einem Rutsch bestätigt!
?? Das war so absolut nicht das, was der von ihnen zitierte geschrieben hat (auch nicht unbewusst). Aber es soll ja Menschen geben, die tun und glauben alles um ihre Vorurteile zu bestätigen.

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JJJT 17.03.2015, 19:01
39. Ich bin ein sogenannter Unternehmensberater...

Es ist schon schade zu sehen, wie die sogenannten Top (Strategie-)Unternehmensberatungen den Ruf der ganzen Branche kaputt machen.
Von diesen Powerpoint-Jonglierern die ausser guten Noten und dummschwätzen keinerlei Qualifikationen mitbringen halte ich auch nicht viel.

Ich bin bei einer (deutschen) Unternehmensberatung aus dem IT-Bereich mit mehreren tausend Mitarbeitern tätig und das im Artikel genannte trifft auf keinen dieser zu...

@vogt27
Meine Tätigkeiten sind vielfältig. Erstmal werde ich in Kundenprojekten eingesetzt, diese können von wenigen Monaten bis mehreren Jahren dauern.
Meine Gebiet ist der Test von Softwareprodukten welche die Kunden entwickeln (lassen).
Dazu gehört einiges an koordinativen Tätigkeiten, Planung, Steuerung aber auch Programme zu schreiben welche die meist sehr komplexe Software automatisiert Prüft, manuelle Tests durchführen etc.

Kurzum, ich fahre in das vom Kunden zur verfügung gestellte Büro und arbeite die vereinbarten 40 Stunden. Natürlich gibt es Phasen da werden es auch mal 50-60 Stunden, aber zum Glück werden bei uns die Überstunden aufgeschrieben (nicht Branchenüblich) und mit Freizeit (ausdrücklich vom Arbeitgeber priorisiert) oder Notfalls auch finanziell ausgeglichen.

Der Artikel ist leider sehr einseitig geschrieben und betrachtet nur einen kleinen Teil des Berufes "Unternehmensberater", und leider den aus meiner Sicht unseriösen Teil

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