Forum: Karriere
Karriere als Unternehmensberater: Aufwärts immer, abwärts nimmer
Helene Endres

Junge Unternehmensberater erwartet ein Leben mit bester Bezahlung und reichlich Bonusmeilen. Ihre Karriere kennt nur eine Richtung: hinauf. Wer das Tempo nicht mithält, muss gehen.

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crewmitglied27 18.03.2015, 06:55
50. Der Artikel könnte genauso

über einen Strukturvertrieb geschrieben worden sein.

Natürlich kommen nur die nach oben, die am besten abliefern, was der Arbeitgeber möchte, oder die, die andere, für den Arbeitgeber relevante Fähigkeiten besitzen.

In der 1. Bundesliga spielen auch nur vielleicht 5% aller Spieler und in jedem anderen Unternehmen gibt es auch nur vielleicht 10% Führungspersonal. Was ist daran besonders?

Wenn es nicht den Bedarf gäbe Verantwortung auf externe Unternehmen abzuwälzen, gäbe es keine Unternehmensberatungen. Die Auftraggeber, die am meisten Geld für externe Beratung ausgeben, sind Bundesministerien. Das sollte mal genauer hinterfragt werden.

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der.tommy 18.03.2015, 08:23
51. @skoodge

Sie haben leider unrecht. Dass die beraterbranche die umsatzstärkste in Deutschland sei, taucht tatsächlich nirgends im Artikel auf. Und sie ist es auch nicht. Umsatz 2014 betrug knapp 25 Mrd. €. Ich mach mir jetzt mal nicht die Mühe, Ihnen ad hoc 5 Unternehmen aus Deutschland zu nennen, die mehr Umsatz machen. Das können sie selbst recherchieren.

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heinerkarin 18.03.2015, 09:11
52. 3-K-Company

Wir nannten diese geklonten Armani-Bubis nur 3-K-Company

kommen
klugscheissern
kassieren

In der Regel lief das so ab:
Die Bubis wollen von den Mitarbeitern wissen, welche Veränderungen in der Firma vorgenommen werden sollten. Die besten Vorschläge aus diesen Interviews wurden dann der GL als eigene Ergüsse vorgestellt und in der Regel auch umgesetzt. Wenn ich meine Vorschläge direkt bei der GL eingebracht hätte, wären diese nie akzeptiert worden. Aber so kamen sie ja von der 3-K-Company.

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labudaw 18.03.2015, 09:55
53. ihnen hat wohl einer schonmal ans Bein gepinkelt oder ?

Zitat von Spiegelwahr
Unternehmensberater ist kein geschützter Begriff. Unternehmensberater kann sich jeder nennen. Das sagt schon alles aus über die Qualitätsbreite von Unternehmensberater. Von Mieß bis Top. So ein Unternehmensberater kommt meist ohne Produktkenntnisse mit viel BWL in ein Unternehmen und sieht alles anders. Frei von Sachkenntnis kann er garnicht beurteilen, ob der kostenintensive Produktionsschritt notwendig ist, ob eine Auslagerung nicht nur Kosten spart, sondern auch Qualität spart. Da ein Unternehmensberater nur kurze Zeit im Unternehmen ist, kann man ihn auch schlecht für Fehlentscheidung und dumme Vorschläge in Haftung nehmen und die Dreijahresmanager haben einen, dem sie ihr eigenes Versagen überhelfen können. Ein Blick von aussen kann sinnvoll sein, wenn man seine eigene Betriebsblindheit überwinden will, nur die Suppe auslöffeln muss man immer selber. Ein Unternehmensberater ist kein Gott, kein Halbgott sondern nur ein unbeteiligter bezahlter Experte und so sollte man ihn behandeln. Die Entscheidung liegt immer beim Unternehmen selber.
Völlig zu Recht !

Als Berater braucht man KEINE Produktkenntnisse - man schaut sich nur denn DB1 und - wenn es dann noch Sinn macht - weitere Faktoren.

Wenn allerdings keine Kosten-/DB-Rechnung vorhanden ist, muß der Berater erst eine schaffen.

Gute BWL-Kenntnisse reichen, um die "Qualität" eines Produktes zu beurteilen - man muss das Produkt gar nicht kennen.

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labudaw 18.03.2015, 10:09
54. Die DAKK hat den Ö.D. untersucht - Berater sind i.d.R.

Zitat von harwin
Na ja, das kennen wir ja immer höher schneller weiter, und wer zu schwach ist fliegt. Da ist es doch interessant wie solche Leistungen zu schaffen sind. die DAK hat doch gerade die Umfrage Doping am Arbeitsplatz herausgebracht. Und solche Menschen haben dann das sagen, und beraten Firmen?
privat versichert.

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Dirk-D. Hansmann 18.03.2015, 10:23
55. Der studierte Teil der Branche...

Die Wahrheit über diese "studentisch orientierten Kaderschmieden" liegt darin vergraben, dass weder individuelle Lösungen entstehen können, noch Fehler gefunden werden, die nicht aus den Charts raus springen.

Auf der anderen Seite ist der Dünkel enorm. Wer vor vier Jahren die Uni verlassen hat, der darf heute Experten aus Unternehmen die Kündigung überreichen. Schon bei diesem Bild sollte dem Betrachter etwas klar werden.

Doch stellen wir die Frage anders: Wie stellt jemand ohne eigene betriebliche Erfahrungen fest, ob ein Wissen für den Betrieb erhalten bleiben muss?

Lustiger und listiger Weise kann es sich dabei um Personen aus der Produktion handeln oder aus leitenden Funktionen. Dabei wird ja nicht nach inhaltlichen Kriterien entschieden, sondern über die Personalkosten gerechnet.

Gut für den Mitarbeiter, wenn nach der Abreise der "Berater" der Persoanlchef bei ihnen anruft und ein Angebot über die Wiedereinstellung unterbreitet. Meistens verbunden mit einer Gehaltserhöhung.

Für mich ist der Standesdünkel ebenfalls nicht nachvollziehbar.

Ein Berater hat sowohl die Gesamtschau, wie auch Details im Auge zu haben. Dieses muss dann mit dem Markt verglichen werden. Die langfristigen Interessen von Investoren spielen dabei natürlich eine ebenfalls wichtige Rolle.

Mir ist nicht bekannt, dass die KollegInnen in den großen Beratungsunternehmen dieses tatsächlich lernen können. Sie sind ja auch nicht dort um eine berufliche Entwicklung zu machen. Es geht um Karriere auf Kosten der Unternehmen und im Zweifel auf Kosten derer Mitarbeiter.

Ich mache keinen Millionenumsätze. Auch nicht im sechs stelligen Bereich. Dafür nehme ich mir die Freiheit Beratung als seriöse Arbeit zu betreiben und nicht wie ein wild gewordener Teenager auf dem Rummel am Schießstand rum zu ballern.

Ich wünschte mir tatsächlich, dass die Kunden ein anderes Bewusstsein für die Möglichkeiten der Problemanalyse gewinnen. Aus eigener Anschauung kenne ich auch DAX-Unternehmen. Selbst die würden durch eine handwerklich orientierte Beratung häufig mehr profitieren, als das heute der Fall ist.

Der so gern zitierte Herr Einstein hat einst auf die Problematik der Problemlösung damit verwiesen, dass man ein Problem nicht mit der Logik lösen kann, die zur Entstehung geführt hat. Das mag nicht immer so sein. Doch sollte man durchaus mit Rücksicht auf die eigene Marktposition darüber nachdenken.

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glen13 18.03.2015, 13:01
56.

Zitat von JJJT
Es ist schon schade zu sehen, wie die sogenannten Top (Strategie-)Unternehmensberatungen den Ruf der ganzen Branche kaputt machen. Von diesen Powerpoint-Jonglierern die ausser guten Noten und dummschwätzen keinerlei Qualifikationen mitbringen halte ich auch nicht viel. Ich bin bei einer (deutschen) Unternehmensberatung aus dem IT-Bereich mit mehreren tausend Mitarbeitern tätig und das im Artikel genannte trifft auf keinen dieser zu... @vogt27 Meine Tätigkeiten sind vielfältig. Erstmal werde ich in Kundenprojekten eingesetzt, diese können von wenigen Monaten bis mehreren Jahren dauern. Meine Gebiet ist der Test von Softwareprodukten welche die Kunden entwickeln (lassen). Dazu gehört einiges an koordinativen Tätigkeiten, Planung, Steuerung aber auch Programme zu schreiben welche die meist sehr komplexe Software automatisiert Prüft, manuelle Tests durchführen etc. Kurzum, ich fahre in das vom Kunden zur verfügung gestellte Büro und arbeite die vereinbarten 40 Stunden. Natürlich gibt es Phasen da werden es auch mal 50-60 Stunden, aber zum Glück werden bei uns die Überstunden aufgeschrieben (nicht Branchenüblich) und mit Freizeit (ausdrücklich vom Arbeitgeber priorisiert) oder Notfalls auch finanziell ausgeglichen. Der Artikel ist leider sehr einseitig geschrieben und betrachtet nur einen kleinen Teil des Berufes "Unternehmensberater", und leider den aus meiner Sicht unseriösen Teil
Sie sind als IT - Berater außen vor. Wir reden von den Unternehmensberatern, die "optimieren".

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flyforcash 18.03.2015, 13:37
57. Bin 2 Jahre lang als Fahrer eingesetzt gewesen...

...und habe die jungen "Talente" vom Flughafen abgeholt und viele interessante Gespräche geführt. Fazit: Wer auf die "Expertise" solcher weltfremden Theoretiker angewiesen ist hat offensichtlich so wenig Ahnung von der Branche in der er tätig ist, dass es sicher kein Verlust ist wenn die Firma von der Bildfläche verschwindet und die Angestellten in funktionierenden Betrieben unterkommen, die nicht auf die "Hilfe" solcher Beratungsparasiten angewiesen sind.

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grafjuval 18.03.2015, 13:58
58. Interessant, dass...

... Artikel zu Unternehmensberatern immer die gleichen Reflexe auslösen. Immer melden sich irgendwelche Ex-Berater, die endlos froh sind, ausgestiegen zu sein, und von Restrukturierungsprojekten betroffene, die Berater zu hassen scheinen, und der ganzen Branche die Daseinsberechtigung absprechen. Und wie üblich ist der Artikel auch nur teils korrekt.

Zum letzten Punkt - 400 Tausend Euro - das ist bei McKinsey, Bain, BCG das Gehalt eines Partners im ersten Jahr. Zielgehalt ist üblicherweise das der jeweiligen direkten Kunden. Wer DAX-Vorstände berät, verdient in ähnlichen Dimensionen wie sie, bis zu 2 Mio und mehr. in der Tat beginnt das eigentliche Beraterleben erst als Partner. Dann folgen viele zugegebenermaßen intransparente Stufen, bis man Senior Partner oder Direktor wird, und auch das ist noch nicht das Ende des Weges.

Und zur Aussage, die Welt bräuchte keine Berater: Wenn Unternehmen für all die Dinge, die Berater so tun, etwa Strategien ausarbeiten, neue Strukturen, Markteintrittsansätze, Kostensenkungen usw. immer eigene Leute, mit entsprechender Erfahrung aus ähnlichen Aktivitäten vorhalten würden, dann könnten sie sicher einen Teil der Beratungsleistung ersetzen, das stimmt wohl. Die Aussenperspektive, das Hinterfragen der Innensicht, des "das haben wir immer schon so gemacht", die Benchmarks, das, was andere besser machen, das würde fehlen... Viele der erfolgreichsten Unternehmen der Welt arbeiten nicht ohne Grund viel mit Beratern, auch mit McKinsey, BCG...

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der.tommy 18.03.2015, 14:56
59. @graftjuval

Es gibt aber auch Gegenbeispiele, auch bei McKinsey: die waren mal in der Firma in der mein dad tätig ist. Haben zwei Wochen umhergeschaut nach optimierungspotentialen und was sie halt so machen, "Strategien" entwickelt, bla bla. Dann kam die super PowerPoint Präsentation. Und die war so gut, dass der Geschäftsführer nach 10min abgebrochen hat und diese "Talente" rausgejagt hat, weil sie dinge vorgeschlagen haben, die so fernab jeglicher Realität und Umsetzbarkeit sind, dass man nur drüber lachen konnte. Fazit war: diese Berater haben die internen Arbeitsabläufe nicht im Ansatz verstanden, sich da aber auch gar keine Mühe gegeben das zu ändern. Nichtsdestotrotz erdreisten sie sich dann, Empfehlungen und Strategien selbstbewusst zu präsentieren. Da gehört schon einiges an chuzpe dazu.

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