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Karriere: Lohnt sich das Studium noch?
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Nie gab es in Deutschland mehr Studenten als heute. Viele zweifeln deshalb, ob der Abschluss von der Uni tatsächlich noch ein Garant für einen sicheren Job und ein gutes Einkommen ist.

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shotaro_kaneda 19.11.2017, 18:32
10.

Zitat:"Im vergangenen Jahr meldeten Unternehmen der Arbeitsagentur 193.000 Stellenangebote für Hochschulabsolventen - so viele wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. "
Fragt sich nur, ob diese Stellen wirklich ein Studium benötigen. Es gibt eben nicht so viele Stellen für Akademiker, wie immer wieder propagiert wird. Master konkurrieren mit Doktoren und Bachelorabsolventen, diese wiederum mit Technikern usw. Entsprechend kann man die Löhne, trotz allgemein höherer Bildung drücken. Warum soll man einen Kaufmann nehmen, wenn man fürs selbe Geld auch einen Bachelor oder Master bekommt. Damit hat die Reform der Abschlüsse den Unternehmen perfekt in die Hände gespielt, wie die durchschnittliche Reallohnentwicklung seit den 90ern zeigt. Und deswegen wird von den Unternehmen ständig das Märchen vom Fachkräftemangel gestreut. Und bei Pflegekräften mag vielleicht ein Mangel herrschen, höher entlohnen will man aber auch nicht. Da holt man lieber billige Pflegekräfte aus dem Ausland. Wenn ich heutigen Schulabgängern einen Tipp geben kann: macht eine Lehre, arbeitet 1-2 Jahre und sattelt dann Techniker oder Meister obendrauf. Schaut euch bis dahin eure Branche an und ihr werdet merken, ob wirklich studierte Menschen gesucht werden, dann könnt ihr statt Techniker oder Meister auch ein Studium anfangen.

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Wellenreiterin 19.11.2017, 18:35
11. Der Zyklus kippt

Viel zu lange standen BWLler, die von nichts Ahnung hatten als von Zahlen, unrealistischen Renditezielen und amerikanischen Management-Moden, an der Spitze der Gehaltspyramide und machten der produktiven Arbeitnehmerschaft das Leben schwer. Mit PowerPoint-Folien alleine werden keine Werte geschaffen ...

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passiflore 19.11.2017, 18:39
12. Seltsam kindischer Artikel

Ich verstehe den ganzen Artikel nicht. Wie kann man mit einem Bachelor-Abschluss in BWL glauben, man hätte jetzt das große Los gezogen und bekäme seinen Traumjob? Jeder, der eine ordentliche Kaufmannslehre in einer Hamburger Reederei oder in einem Import-Exportgeschäft gemacht hat, lacht sich weg über so einen nutzlosen BWL-Bachelor. Und jeder BWL-er weiß, dass ein Bachelor nicht gerade der Knaller ist.
Und dann dieser schräge Vorschlag des Autors, dass Gehalt "gerecht", zum Beispiel nach Anstrengung, bezahlt werden müsste - Häää?
Es ist also ungerecht, wenn ein Arzt mehr verdient als ein Experte für Keilschrift? Oder ein Ingenieur mehr als ein Sozialpädagoge? Weil beide doch gleich fleißig waren? Ich weiß nicht, ob der Autor sich schon mal überlegt hat, dass die Nachfrage das Gehalt bestimmt. Der Bedarf an ausgebildeten Akademikern, die mir mein gebrochenes Bein oder meinen entzündeten Zahn wiederherstellen, ist nun mal höher als nach Akademikern, die mir dabei aus dem Hammurabi-Kodex vorlesen. Da hab' ich erst mal nicht so viel davon. Wer sich dennoch nach den alten Sumerern verzehrt, darf dies tun, kann aber nicht erwarten, dass das dann auch bezahlt wird.
Und woraus leitet der Autor ab, "dass es honoriert wird, wenn man lernt und in Bildung investiert, Abitur macht, Semester um Semester im Hörsaal verbringt"
Wieso soll das honoriert werden? Zum Selbstzweck zu studieren hat erst einmal keinen finanziellen Nährwert. Es ist vielmehr die freie Entscheidung eines jeden, ob, was und wie lange er/sie studiert. Daraus abzuleiten, die Gesellschaft schulde einem jetzt einen guten Job mit einem ordentlichen finanziellen Gegenwert, weil man sich ja so bemüht habe, ist eine infantile Sicht der Dinge.

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The Doctor 19.11.2017, 18:40
13. Studium lohnt sich nicht...

... besonders wenn man nicht nur einen Master/ Diplomabschluss sondern promoviert hat, dann ist man überall "überqualifiziert" und wird gar nicht erst zu Bewerbungsgesprächen eingeladen. Das Geschrei nach "Fachkräften" ist nur Propaganda. Ehrlicherweise müsste man sagen es gibt (wie immer) einen Bedarf an billigen Arbeitskräften. Besonders im öffentlichen Dienst möchte man auch keine gebildeten Mitarbeiter. Ich kann niemanden empfehlen zu studieren, da man mit einer Ausbildung ungleich bessere Jobchancen hat.

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Nordstadtbewohner 19.11.2017, 18:40
14. Eine ehrliche und harte Antwort zugleich

"Eigentlich, dachte Kandil Uluc, müsste sie sich keine Sorgen machen. Einen Bachelorabschluss in BWL in der Tasche, Notenschnitt passable 2,3"


Ich möchte mich zu diesem Thema mal ganz persönlich äußern, da ich ebenso wie Kandil BWL studiert habe. Hier mal mein Lebensweg: BWL mit Schwerpunkt Taxation and Accounting (Steuern und Rechnungslegung). Ich habe einen BA und einen MA. Heute Mitarbeiter in einer Wirtschaftsprüferkanzlei.

Was mich jedoch von Kandil erheblich unterscheidet: Mein MA hatte ich bevor ich 30 wurde. Kandil hat mit 30 gerade mal einen BA. Kandil hat einen Notenschnitt von "passablen" 2,3. Sorry, aber das ist bei der hohen Zahl an BA-Absolventen eher unteres Mittelmaß. Da muss schon eine 1 vor dem Komma stehen. Im Artikel steht nicht, welche Spezialisierung Kandil hatte. Wenn auch nach 2 Jahren nichts gefunden wurde, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie sich auf Leichtgewichte wie "Marketing" oder "Unternehmensführung" spezialisiert hat. Wer so wie ich Taxation and Accounting, oder wie andere Controlling, KMU oder FA vorweisen kann, hat schon vor dem Abschluss einen unterschriebenen Arbeitsvertrag.

Der Artikel selbst dreht sich nur um die Frage, studieren oder nicht. Aber er stellt nicht die Frage, welches Studium und welche Spezialisierung Sinn macht und welches nicht.

BWL ist ein Studium mit vielen Spezialisierungen. Aber Kandil und Co fallen schon deshalb durch den Rost, weil sie zwar irgendwie einen Durchschnitts-Abschluss haben, der aber auf Grund der hohen Absolventenzahlen keinen Wert hat.

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Miere 19.11.2017, 18:40
15. Vitamin B, und sich gut selbst verkaufen können

Ein Studium ist schon seit Jahrzehnten keine Garantie für ein hohes Einkommen oder einen sicheren Job. Im Bereich Übersetzen&Lektorat arbeiten Freiberufler oft weit unter Mindestlohn und sind froh, überhaupt Aufträge zu kriegen. Ich kenne mehrere arbeitslose Ingenieure und Physiker. Die meisten Biologen, die ich kenne, arbeiten fachfremd, von Buchhandlung bis Feinkostladen. Was in Ihrem Artikel noch fehlt: Sie schauen nur auf die Fachrichtung und Ausbilding. Aber Sie vergessen die Kontakte. Wer seine Ausbildung in einer Firma macht, ist dort bekannt und lernt vielleicht auch andere Firmen (Kunden, Zulieferer) kennen, in dem Sinn, dass er dort dann kein Fremder ist, falls er sich dort bewirbt. Er hat Kontakte. Er kennt den XY von daundda, oder den Lehrling vom letzten Jahr der jetzt bei Firma soundso ist, und ein gutes Wort für ihn einlegen kann. Er hat den richtigen Stallgeruch. Wer von der Uni kommt und sich als Fremder ohne Kontakte in seiner Branche einen Job suchen soll, hat es schwerer. Neben Beziehungen/Kontakten sind auch Auftreten und Dresscode wichtig, und auch das lernt man an der Uni nicht. Hier jedenfalls nicht. Die besseren Unis in England und USA bringen angeblich den Studenten all sowas bei, und stellen auch gezielt Kontakte zu Unternehmen her.

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noalk 19.11.2017, 18:47
16. Wer nichts wird, wird Wirt

Wer gar nichts wird, wird Bahnhofswirt. Und ist auch dieses nicht gelungen, dann macht er in Versicherungen ... als BWLer. Ein entfernter Verwandter von mir hat sich mehr schlecht als recht durch die Schule gemogelt, dann eine Lehre als Sanitär- und Heizungsbauer gemacht, daran eine Elektriker-Lehre angeschlossen, in beiden Berufen noch den Meister drangehängt und sich dann selbständig gemacht. Ich wage zu bezweifeln, dass es viele Akademiker über sein Einkommensniveau schaffen.

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Peter Meyer01 19.11.2017, 18:47
17. andere Seite

Auf der anderen Seite wird für immer mehr Stellen ein Abschluss verlangt. Die Ansprüche für das Papier sinken, also muss man hochgehen welche Papiere man verlangt. Früher stellte man Hinz und Kunz ein um die Briefe rumzutragen. Heute stellt man nicht mal mehr Bürokaufleute oder Bürokommunikationsspezialisten für sowas ein (solange die "nur" eine Lehre gemacht haben). Ein Bachelor in "Mailroom Sciences" muss es schon sein.

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Sibylle1969 19.11.2017, 18:50
18.

Ich habe Mathematik studiert und arbeite seitdem in der Softwarebranche. Für mich hat sich das Studium auf jeden Fall finanziell gelohnt, ich profitiere hier von der Knappheit auf dem Arbeitsmarkt und verdiene heute mehr als 3mal so viel wie beim Berufseinstieg 1997. Aber: ein MINT-Studium ist sehr schwer, das schafft nicht jeder. Ein Studium lohnt sich in vielen Fällen finanziell, aber nicht immer. Wenn man mit etlichen anderen Absolventen um Einsteigerjobs in den Bereichen Marketing, Werbung, Medien usw konkurriert, dann drückt das die Gehälter. In der IT-Branche hingegen werden den Einsteigern die roten Teppiche ausgerollt, auch in finanzieller Hinsicht. Das Problem der Überqualifizierung (in Spanien haben wohl viele Verkäuferinnen im Einzelhandel einen Hochschulabschluss) könnte dazu führen, dass Leute mit Ausbildung teilweise verdrängt werden und der Run auf die Hochschulen noch größer wird.

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rfriedfe 19.11.2017, 18:51
19. Dem kann ich nur absolut zustimmen!

MisterD heute, 17:46 Uhr

1. Sie gehen falsch an diese Sache heran...



ich kann jedem, der dazu in der Lage ist, nur dringendst(!) zum Studium raten. Denn ein Studium wird in einer sich immer schneller ändernden Welt nicht mehr ein Garant für einen sicheren Job und ein gutes Einkommen sein... ein Studium wird in der Zukunft nötig sein, um überhaupt noch einen Job zu finden bzw. überhaupt noch ein Einkommen oberhalb des Exstenzminimums zu erzielen...

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