Forum: Karriere
Karriere mit Knick: "Schwächling, Niete, Taugenichts"

Seinen*Job ist er los und er hat kaum Geld, ein Infarkt brachte*Michael Brenner auf die Intensivstation. Doch ausgerechnet die Herzattacke gab*dem*Gastronomie-Leiter jene Freude am Leben zurück, die ihm sein Chef genommen hatte - mit einer Serie von Abmahnungen wegen kleinster Fehler.

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kba5 29.09.2011, 15:29
30. Ja wir würden alle unsere Rechte bis zum Letzen erkämpfen

Ist mir leider nur allzu gut bekannt. Und entgegen der vielen Meinungen hier im Forum ist es das weder Fiktion noch unverständlich. Wer es noch nicht erlebt hat (bei sich oder Kollegen sollte dankbar für seine Chefs sein.

Wer in einem Abhängigkeitsverhältnis steht - aufgrund von Alter, geringer Mobilität, Werdegang, Familie - und noch längerfristig auf ein regelmäßiges Einkommen angewiesen ist, den kann man auch klein bekommen.

Selbst wenn man dabei die Flut an "beweisbaren" Fehlverhalten/Mobbing gerichtlich entgegentreten kann (in diesem Fall Abmahnungen), so ist es die Haltung der Vorgesetzten, Kollegen, das Betriebsklima (jeden Tag wieder!) und das allgemein zerrüttete Vertrauensverhältnis, die einen schleichend psychisch in den Abgrund treiben.

Man darf auch nicht vergessen, dass ein (eher mehrere) Rechtsstreitigkeiten einen genauso klein bekommen können und daher der ganz harte Weg oftmals gemieden wird.

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KTScholz 29.09.2011, 15:36
31. voreiliger Schluss?

Zitat von discuss
Es ist Fiktion. Und zwar so offensichtlich, dass es dem Leser schier ins Gesicht springt. Das "Opfer" ist in einer der härtesten Branchen supererfolgreich, hat mehrere hochkarätige Stationen in seinem Berufsleben durchlaufen und merkt nicht, dass der unfähige Geschäftsführer ihn mobbt? Die Story ist so was von konstruiert; unglaublich.
Na ja, wie sind die üblichen Behandlungen in der Branche? Vielleicht war es einfach nur ein gechillter Laden der wieder auf normales Branchenmaß gebracht wurde.

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testthewest 29.09.2011, 15:47
32. Titel

Zitat von sysop
Als das jüngste endlich das Abi hatte, ging seine Frau wieder auf Vollzeit, und der Gastronomiechef flüchtete in die Freiheit.
Man fragt sich, warum diese Änderung im Leben erst so spät durchgeführt wurde. Wieso kann eine Frau, deren jüngstens Kind 15 ist nicht vollzeit arbeiten, damit der mann nicht in den gesundheitlichen Ruin getrieben wird. Zumal er als Gastronom sicher auch den heimischen herd hätte schmeissen können...

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sappelkopp 29.09.2011, 15:47
33. Der Artikel wirft Fragen auf...

...die Kommentare hier aber auch.
Da fragt man sich, warum sich jemand so fertig machen lässt, ohne zu gehen? Warum wehrt der Mann sich nicht? Im Zweifel eben "amerikanisch" - wie es hier im Forum anklang: Also loyal bleiben, Dienst nach Vorschrift und neuen Job suchen.

Interessant war die Feststellung eines Foristen, das jemand ein Querulant sein müsse, wenn er sich denn gegen Abmahnungen wehre. So etwas meine ich, wenn ich von mangelnder Solidarität unter Arbeitnehmern spreche.
Ich bekam so einen neuen Chef auch mal, nachdem ich 15 Jahren in einem Unternehmen gearbeitet hatte. 27 Abmahnungen - in vier Monaten - hat mein Anwalt zerpflückt, nicht eine war rechtens. Bei mir dauerte es allerdings nicht Jahre, sondern acht Monate, dann kam die Kündigung, dann landeten wir vor dem Arbeitsgericht. Die sprachen mir meinen Job wieder zu, allerdings war das Verhältnis völlig zerrüttet, so gabs halt ein bisschen Asche. Einen Job hatte ich übrigens auch schon recht schnell.
Mein Tipp: Wer in so eine Situation kommt: Sofort einen neuen Job suchen, die Gesundheit ist wichtiger. Und spart nicht an der Rechtschutzversicherung!

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ksail 29.09.2011, 16:16
34. Abmahnungen

Zitat von sappelkopp
Interessant war die Feststellung eines Foristen, das jemand ein Querulant sein müsse, wenn er sich denn gegen Abmahnungen wehre...
Oh Mann. So unverständlich hatte ich mich doch nicht ausgedrückt. Ich hatte nur die Frage gestellt, ob es denn angemessen ist, auch möglicherweise berechtigte Abmahnungen gleich mit dem Anwalt zu beantworten. Das wurde dann mit "Ja" beantwortet.
Ja, Leute, dann macht das halt so, wenn Ihr meint, dass das Arbeitsklima dann besser wird.

Mein Stil ist das nicht, ich schaffe es aber auch, Abmahnungen im Vorfeld zu vermeiden. Wahrscheinlich bin ich auch der einzige hier, der sich einen pampigen Einwurf wie "Müssen wir jetzt jedes Tässchen zählen?" in einem sowieso angespannten Verhältnis verkneifen würde.

Aber Ihr habt sicher völlig Recht, wenn Ihr das für eine total normale konnotationsfreie Frage haltet.

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fatherted98 29.09.2011, 16:24
35. Mit...

Zitat von stanislaus2
Immer freundlich und loyal zum Chef und einen neuen Job in der Hinterhand.
...über 40 ist das in Deutschland aber leider nicht mehr möglich...da keiner mehr einen soooo "alten Sack" mehr will.

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Toe Jam 29.09.2011, 17:00
36. no title

Zitat von hadroncollider
Ich stehe noch mitten im Arbeitsleben und kenne keine Mobbingfälle. Ich gehe davon aus, dass "Mobbing" eine Erfindung der Industrie ist, genauer: des Dienstleistungsgewerbes. In hundert Prozent der "Mobbing"-Fälle, die ich in meinem Berufsleben kennengelernt ......
Zum Teil gebe ich Ihnen recht, ich halte die meisten "Mobbingopfer" auch für einfach schwierige, teilweise einfach faule Menschen.
Aber: Auch mit denen muss ein guter Vorgesetzter auch umgehen können!
Ich hatte einen Kollegen in der EDV, Wissensstand mindestens 15 Jahre hinterher, ein absoluter Verweigerer und Pedant, aber sehr schwer kündbar.
Mein damaliger Chef bat mich, ihm Aufgaben zu geben, an denen er scheitern müsste, um die Chancen eines begründbaren Rauswurfs zu erhöhen.
Ich lehnte ab und schlug vor, ihm stattdessen endlich mal klar umrissene Aufgaben zu geben, und gerade in den Bereichen, in denen er überfordert war, Unterstützung zu gewähren. Also mal bei den Ursachen seiner Nicht-Leistungen anzusetzen.
Ergebnis: Die Arbeitsleistungen und Zufriedenheit aller Beteiligten sind erheblich gestiegen. Klar, aus dem Mitarbieter wurde kein supertalented Arbeter, aber auch er konnte schließlich mit etwas mehr Motivation seinen Aufgaben erledigen.

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Samuel Hastrim Klepp V 29.09.2011, 17:08
37. einen Titel ein

Zitat von hadroncollider
Ich stehe noch mitten im Arbeitsleben und kenne keine Mobbingfälle. Ich gehe davon aus, dass "Mobbing" eine Erfindung der Industrie ist, genauer: des Dienstleistungsgewerbes. In hundert Prozent der "Mobbing"-Fälle, die ich in meinem Berufsleben kennengelernt......
Sie sehen es als berechtigte Lösung an, "unzumutbare Mitmenschen" mehr oder weniger fertig zu machen?
Sie suchen gar nicht erst den Kontakt oder die Aussprache?

Mit Ihrem Insiderwissen, dass alles nur erfunden ist, sollten Sie sich schnellstens an das Dimdi wenden, bevor Arbeitsplatzphobie in den ICD-Katalog aufgenommen wird.

Beste Grüße

PS Mobbing ist zwar eine gern gewählte Ausrede von Idioten, allerdings ist es auch das Mittel der Wahl von Idioten.

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kfp 29.09.2011, 18:47
38. ...

Zitat von Toe Jam
Zum Teil gebe ich Ihnen recht, ich halte die meisten "Mobbingopfer" auch für einfach schwierige, teilweise einfach faule Menschen. Aber: Auch mit denen muss ein guter Vorgesetzter auch umgehen können! Ich hatte einen Kollegen in der EDV, Wissensstand mindestens 15 Jahre hinterher, ein absoluter Verweigerer und Pedant, aber sehr schwer kündbar. Mein damaliger Chef bat mich, ihm Aufgaben zu geben, an denen er scheitern müsste, um die Chancen eines begründbaren Rauswurfs zu erhöhen. Ich lehnte ab und schlug vor, ihm stattdessen endlich mal klar umrissene Aufgaben zu geben, und gerade in den Bereichen, in denen er überfordert war, Unterstützung zu gewähren. Also mal bei den Ursachen seiner Nicht-Leistungen anzusetzen. Ergebnis: Die Arbeitsleistungen und Zufriedenheit aller Beteiligten sind erheblich gestiegen. Klar, aus dem Mitarbieter wurde kein supertalented Arbeter, aber auch er konnte schließlich mit etwas mehr Motivation seinen Aufgaben erledigen.
Volle Zustimmung. Kommt mir sehr bekannt vor. Der Kollege aus meinem Team: nicht besonders fähig, fiel besonders dadurch auf, diverse Arztbesuche grundsätzlich nur in der Arbeitszeit durchführen zu können, ständig herumzumosern und -sticheln, immer auf den unwichtigsten Kleinigkeiten herumzureiten und wie ein Schießhund aufzupassen, ob irgendeinem Teammitarbeiter irgendein kleiner Fehler unterlaufen sein könnte, den man dann lautstark im ungünstigsten Moment anprangern kann. Eben genau die Persönlichkeit, bei der auch jeder Neue nach spätestens 5 Minuten merkt, dass man um den lieber einen weiten Bogen macht, und der so in den meisten dt. Firmen sofort in Grund und Boden gemobbt würde...

Das war allerdings in den USA, wo Political Correctness gerade am Arbeitsplatz kompromisslos durchgesetzt wird. Und so sehr man übertriebener PC kritisch gegenüberstehen kann und sollte (was haben mich diese Amis oft fast zur Verzweiflung getrieben, wenn man von denen nur ihr scheißfreundliche Platitüden, aber keine klare Aussagen/ Fakten kriegt), in dem Fall war es dringend nötig und sehr vorteilhaft... So gab es außer "jaja, der Ken ist halt schon etwas 'eigen'" praktisch keinen Kommentar. Außer dieser allgemein erwarteten Zurückhaltung half es aber natürlich, dass die Chefin es sehr erfolgreich verstand, ihm klar definierte Aufgaben zu geben, die ihm lagen, und ihm durch Lob dafür im richtigen Moment beim Mosern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und auch wenn keiner gerne mit ihm zusammenarbeitete, wurde dann jeder reihum immer wieder mal durch ihre Anweisung dazu verdonnert, in stillem Einvernehmen "ok, klar ist der schwierig, aber du wirst es überleben, dich mit ihm für diese Aufgabe irgendwie zu arrangieren". Und ja, wir haben es alle überlebt, er hat seinen Teil zum Projekt beigetragen (z.T. genau die Kleinarbeit, die den meisten anderen von uns am wenigsten Spaß gemacht hätte, in der er aber voll aufging), die Arbeit verlief ohne nennenswerte Störungen, alle waren zufrieden... Er war am Ende vermutlich (so weit man das aus der Variation seiner Moser-Rate erkennenkonnte) stolz, seinen Beitrag geleistet zu haben, und wir konnten am konkreten Beispiel lernen, wie man selbst die schwierigsten Dauernörgler erfolgreich in ein Team integriert...

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autocrator 29.09.2011, 19:32
39. der witz

der witz dabei ist:
statt einen steuer- und abgaben-zahlenden arbeitnehmer hat man jetzt einen unvermittelbaren Hartz4-ler oder frühpensionär.
Schön für den betroffenen aus dem artikel, dass er jetzt ein glückliches, erfülltes leben abseits der arbeitswelt gefunden hat.

die zeche zahlt - eben nicht der mobbende chef ... nein, weit gefehlt:
die zeche zahlt - der steuerzahler, die allgemeinheit.

ein weiterer fall von privatisierung der gewinne (senken der kaffeemenge pro tasse von 8,1 auf 8,05 gramm = mehrere tausend euro abfindung für den chef, der dann wegen "differenzen" per goldenem handschlag gegangen wird) und
sozialisierung der verluste (hartz4-kosten für den aussortierten).

Wie lange will sich eigentlich der steuer- und abgaben-zahler diese frechheit noch bieten lassen?

und der nächste witz ist:
die ach so unabhängigen richter machen dieses spiel noch mit.

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