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Karriere nach der Bundeswehr: Warum Unternehmen ehemalige Soldaten rekrutieren
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Versandhändler, Logistikunternehmen, öffentlicher Dienst: Zahlreiche Arbeitgeber sprechen gezielt Soldaten an, wenn sie neue Mitarbeiter suchen. Was fasziniert die Firmen an den früheren Uniformträgern?

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salomohn 02.04.2019, 10:39
1. Grundausbildung

Die Werbung der BW mit Berufsmöglichkeiten ist leider nur eine Seite der Medaille. An der Wehrpflicht habe ich immer geschätzt, daß alle Teilnehmer einen Einblick erhielten in geregelte Abläufe, Hierarchien und vielfältige Berufsbilder. Zudem bekamen alle viele Eindrücke von Menschen aus unterschiedlichen Kreisen. Schade, daß es diese "Schule der Nation" in der Form nicht mehr gibt.

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ingbeti 02.04.2019, 10:45
2. Berufshinderungsdienst

wurde der BFD schon zu meiner Zeit vor über 30 Jahren genannt, die Qualität der Berater war auch damals schon fragwürdig. Man muss sich selbst kümmern! Ich hatte nach 12 jähriger Dienstzeit mein Ingenieur Studium gegen den Widerstand des BFD erfolgreich abgeschlossen. Hilfreich waren meine sehr wohlwollende Vorgesetzten, um Urlaub und Dienst freie Tage ansammeln und so legen zu können, dass ich mein Studium pünktlich beginnen konnte, gegen den Widerstand des BFD...

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b1964 02.04.2019, 10:48
3. Was soll dieser Unterton?

Schon beim Lesen der Überschrift und dem Einleitungstext bekomme ich "einen Hals". Was soll dieser Unterton, als ob Menschen, die Soldat bei der Bundeswehr waren, irgendwie suspekt sind. Ich habe als Wehrpflichtiger gedient und bin stolz darauf. Zumindest habe ich auch damit geliebäugelt, mit als Zeitsoldat (damals zwei Jahre) zu verpflichten, um Reserveoffiziert zu werden. Das habe ich gemacht, weil ich meine Mitwirkung an der Landesverteidigung als meine selbstverständliche bürgerliche Pflicht angesehen habe. Mir ist im Übrigen die Bergpredigt bekannt und - auch als bekennender Atheist - erlebe ich, dass ich von christlicher Nächstenliebe offenbar mehr verinnerlicht habe, als so mancher "Links-Bewegter" (siehe G20-Krawalle in Hamburg). Die Bundeswehr - jedenfalls in den 80er Jahren - hatte sich zwar einerseits noch auf die Tradition "deutscher Armeen" berufen, verwirklichte aber gleichzeitig glaubhaft das Bild des "Staatsbürgers in Uniform". Das wird heute alles weggewischt, in Verdrehung historischer Wahrheiten einerseits und in der sehr bequemen, geradezu naiven Vorstellung, dass man Sodaten nicht mehr braucht. Hat der Autor eigentlich gedient? Warum sagt man "gedient"? Weil es ein Dienst am Vaterland war und ist, für welches man in unserem freiheitlich demokratischen Land Respekt und Anerkennung bekommen sollte und nicht nur diesen geradezu unverschämten Unterton.

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exHotelmanager 02.04.2019, 11:08
4. Der wichtigste Grund

ist, dass sich der Soldat an seine Weisungen hält und nicht permanent alles in Frage stellt und kaputt diskutiert.

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Luchs 49 02.04.2019, 11:12
5. Unternehmen stellen also ehemalige Soldaten ein...

Vor 30 Jahren waren Verwaltungen verpflichtet Bewerber aus den Reihen der Soldaten kurz vor Dienstende zu nehmen. Den besten Ruf genossen diese ehemaligen Zeitsoldaten in den zivilen Verwaltungen nicht.
Noch heute sind ehemalige Zeitsoldaten in den Verwaltungen nicht sehr Kundenfreundlich - oder sie haben ihre militärische Vergangenheit abgelegt - im Idealfall haben sie die klaren Strukturen aus der Kaserne behalten (das zeichnet sie aus).

Es ist bezeichnend, das AMAZON und die Deutsche Bahn angeblich ehemalige Soldaten einstellen. Die legen Wert auf klare Unterstellungen und das Anweisungen exakt ausgeführt werden.AMAZON und die DB werden es nicht gern hören: Sie sind wie alle Großunternehmen eher eine Behörde - starr organisiert, keine Eigeninitiative gewünscht. Die Mitarbeiteraktionen auf diesem Feld sind eher ein Witz.

In den meisten kleineren Unternehmen passt das nicht - hohe Eigenverantwortung, flexibel reagieren.
Und Kraftfahrer gibt es längst nicht mehr so viele beim Bund wie früher. Feuerwehren und zivile Speditionen müssen inzwischen selbst ausbilden.

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barrakuda64 02.04.2019, 11:50
6. Genau so ist es!

Zitat von exHotelmanager
ist, dass sich der Soldat an seine Weisungen hält und nicht permanent alles in Frage stellt und kaputt diskutiert.
Es kommt ja nicht von ungefähr, dass hier (in BMW Land) außergewöhnlich viele Zeitsoldaten nach ihrem Dienst und Studium genau bei BMW eine lukrative Anstellung z. B. als Wirtschaftsingenieure gefunden haben. Gleiches gilt für einen sehr bekannten Hersteller von Funkanlagen und Meßtechnik in München, der auch sehr viel militärisches Equipment liefert. Der Hauptgrund ist sicher der, dass die ehemaligen Soldaten als gelernte "Befehlsempfänger" sehr bequeme Mitarbeiter sind, die sich nahtlos in das System, speziell bei großen Firmen, einfügen (lassen). Der andere Grund ist die gegenseitige Verbandelung nach dem Motto "ich kaufe Dir Geräte zu überhöhten Preisen ab, dafür nimmst Du meine Männer nach ihrer Dienstzeit". Der zweite Faktor verliert an Bedeutung, aber ein ineffizienter Mitarbeiter, der alles ausführt ist für die Vorgesetzten angenehmer, als jemand der ständig alles hinterfragt, damit aber oft auch effizienter ist, weil das eine Voraussetzung ist, um alte Denkstrukturen aufbrechen zu können. Das eine muss das andere nicht immer ausschließen, genauso wie das eine das andere nicht immer einschließt.

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Blackbeard 02.04.2019, 11:54
7. Fragwürdig aber verstänlich

Einerseits ist es fragwürdig, dass Ex-Soldaten noch dafür belohnt werden Werkzeug eines Kriegstreibers gewesen zu sein. Überhaupt sollte es viel weniger respektiert sein als glorifizierter Mörder zu dienen oder dazu bereit zu sein. Da ist zum Beispiel die Werbung in Schulen und Universitäten das letzte.
Andererseits ist es verständlich, dass Unternehmen sich Mitarbeiter wünschen die ohne Kommentar alle Anweisungen entgegennehmen. Leider auch eine traurige Entwicklung, da wir uns vom diktatorischen Unternehmensführungsstil weg-entwickeln sollten.

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gigi76 02.04.2019, 11:56
8. Brainwashed

Kann mir vorstellen, dass jahrelange Bundeswehrerfahrung die Menschen psychisch auch extrem beeinflusst und verändert. In klar hierarchiegeprägten Unternehmen mit Linienstruktur scheinen sie vielleicht zurechtzukommen. Wo anders jedoch nicht, gerade dort, wo mehr gefragt ist als Befehle zu empfangen und umzusetzen.

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benhadschiomar 02.04.2019, 12:04
9. Thema lautet: Warum Unternehmen Soldaten rekrutieren

In dem Artikel geht es mehr um die Berufsförderung als um das Thema - welches verfehlt ist. Vermutlich hat der Autor nie gedient, sonst wüsste er mehr über die der Soldaten schreiben. Zielorientiertheit, Disziplin, Konsequenz, strategisches Denken und Führen sind Merkmale, die manchem Politiker und Zivilisten fehlen. Warum ist Helmut Schmidt so berühmt geworden? Weil er bei der Flutkatastrophe in Hamburg klar und schnell die richtigen Entscheidungen getroffen und nicht rumgeeiert hat. Ein bisschen mehr Bundeswehr täte vielen heute gut.

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