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Karriere: Soll ich mich weiter ins Büro schleppen - oder endlich kündigen?
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Der richtige Zeitpunkt für den Absprung ist oft schwer zu finden. Eine Expertin erklärt, wie man ihn ausmacht - und wann man doch besser bleibt.

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escherischiacoli 10.05.2019, 14:00
1. Sofort weggehn

ich bin selbst jahrelang von einem Abteilungsleiter gemobbt worden. Und nur weil ich fachlich sehr gut war, konnte man mir nichts grösseres anhängen. Als ich dann nach 12 Jahren mit über 60 Patenten gegangen bin, habe ich noch nicht einmal einen Händedruck von den Problembären bekommen. Ich kann nur empfehlen, zu gehen, wenn man sich nur noch so hinschleppt. Sich verantwortlich fühlen wird so gut wie nie honoriert. Einen Grund muss es ja geben, wenn halb Deutschland in den vorgezogenen Ruhestand flüchtet.

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krautrockfreak 10.05.2019, 14:20
2. Das Problem ist in der Regel eine schlechte Führung durch Personen,

die durch Ehrgeiz, Beziehungen o. ä. zu ihrem Job gekommen sind, aber im Prinzip unfähige Chefs sind, d. h. schlechte Führungskräfte. Die Folgen sind Demotivation, Frust usw. Dies ist meine langjährige Erfahrung, zu 90% liegt es nur daran. Einfachste menschliche Verhaltensweisen werden da missachtet, nicht gelobt (kostet null Euro), kurzum, es sind die falschen Personen an der Macht. Die Folgen kennt man ja, über 50% haben innerlich schon gekündigt. Warum wohl?

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GyrosPita 10.05.2019, 14:37
3.

Zitat von krautrockfreak
die durch Ehrgeiz, Beziehungen o. ä. zu ihrem Job gekommen sind, aber im Prinzip unfähige Chefs sind, d. h. schlechte Führungskräfte. Die Folgen sind Demotivation, Frust usw. Dies ist meine langjährige Erfahrung, zu 90% liegt es nur daran. Einfachste menschliche Verhaltensweisen werden da missachtet, nicht gelobt (kostet null Euro), kurzum, es sind die falschen Personen an der Macht. Die Folgen kennt man ja, über 50% haben innerlich schon gekündigt. Warum wohl?
Ich bin im vergangenen Jahr nach Jahren des Frusts und des Ärgers in einem Unternehmensbereich in dem jahrelang nur Figuren wie oben beschrieben das Sagen hatten in einen anderen Bereich gewechselt. Unser Konzern ist gottlob so groß das der interne Stellenmarkt immer wieder gute Gelegenheiten bietet. Im Nachhinein ärgere ich mich schwarz das ich mir so einen Sch..... so lange mitgemacht habe, aber in meiner alten Arbeitsumgebung herrschten halt sado-masochistische Tendenzen in Verbindung mit der Sehnsucht nach dem Heldentod. Dem kann man sich nur schwer entziehen wenn da alle so gepolt sind, das merkt man erst wenn man da weg ist wie bescheuert und hirnverbrannt das ganze Getue da war...

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meresi 10.05.2019, 14:40
4. Spannendes Thema

Bin zwar kein Experte auf diesem Gebiet hatte aber meine eigenen Regeln für das Verbleiben in einer Firma. Ab meinem 25. Lebensjahr machte ich am Jahresende eine Liste mit plus und minus meinen Arbeitsplatz betreffend. Überwog minus, war es Zeit nachzudenken über den Verbleib. Zuerst mal sachlich und konstruktiv Kritik oder Wünsche angebracht, wenn das nicht gefruchtet hat, den Stellenmarkt sondiert und Bewerbungen versandt und auch gleich beworben bei Antworten die mein Interesse weckten. Hatte ich 2-3 Zusagen die meinen Vorstellungen entsprachen und neue Perspektiven eröffneten, nochmals mit dem Zuständigen gesprochen, traf keine Veränderung ein, wurde gekündigt. Und siehe da, plötztlich waren sie hellwach die Chefs und kamen mit Konzessionen an. Bei einer Firma wurde mir sogar das Gehalt innerhalb der Kündigungsfrist 3x erhöht und ein Firmenwagen obendrauf geworfen. Ich ging trotzdem, denn die neue Firma für die ich mich entschieden hatte war weltweit tätig. Und wenn sie nicht nach 9 Jahren am Rande der Pleite gewesen wäre, hätt ich dort wahrscheinlich meine Pension angetreten. Textilindustrie...die Auslagerungen der Maschinen vieler Kunden Richtung fernen Osten brach vielen Herstellern das Genick. Fazit: Man muß es Handhaben wie der Personalchef, man legt eine Akte an über die Firma für die man tätig ist: stellt eine Liste der Kriterien auf (ähnlich Personalakte) und überprüft am Jahresende. Den das Leben ist zu kurz um sich durch die Arbeit zu quälen. Mein größtes Plus ohne Zweifel war meine Fähigkeit mich auch räumlich zu verändern. Ich ging dort hin wo es Spaß machte und gutes Geld für Leistung bezahlt wurde.

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JackGerald 10.05.2019, 15:13
5. Schon die Überschrift ist Mumpitz -

- als würden alle Menschen "im Büro" arbeiten. Außerdem fehlt ein wichtiger Punkt: Wie soll man denn sicher sein, dass es mit einer neuen Stelle nicht noch schlimmer wird? In jedem Beruf und in jedem Arbeitsverhältnis dürfte es hin und wieder Ärger geben - es arbeiten eben unterschiedliche Menschen zusammen, und keine Roboter. Aber man sollte nicht vergessen: Was man hat, das hat man - und was man bekommt, dass weiß man in der Regel nicht.

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BigData Rocks 10.05.2019, 15:21
6. In Zeiten von Fachkräftemangel eine einfache Entscheidung ...

die gleiche Wertschätzung, die einem ein Arbeitgeber (repräsentiert durch die Führungskräfte) entgegenbringt, sollte man auch der Firma, bzw. einem Verbleiben in der Firma entgegenbringen.
In meiner alten Firma sind aus 28 Leuten meiner Abteilung in zwei Jahren 26 abgewandert, fast alle zur direkten Konkurrenz. Übrig ist der Chef und ein 63-jähriger Teilzeitmitarbeiter, die meisten Kunden sind inzwischen auch weg. Dass die Firma den Abteilungsleiter noch immer nicht entsorgt hat, spricht für sich ...

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70-200er_f2.8 10.05.2019, 15:24
7. Bloß kündigen....

...ab dem Tag wo die Katze aus dem Sack ist, geht es Ihnen besser. Es wird sich für die da nichts ändern. Die Zeit für Gespräche können sie sich sparen.

Wo in Deutschland wirklich Fachkräftemangel herrscht, ist auf Führungsebenen. Da findet man leider nur sehr selten Führungspersönlichkeiten sondern meistens Fachidioten und noch viel öfter Narzissten. Das ganze System Führung spült zuverlässig genau diese beiden Gruppen mit hoher Zuverlässigkeit in Führungspositionen.

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harald441 10.05.2019, 16:02
8. Bereits bei den Ratschlägen

fiel mir auf, daß andauernd der Begriff "Spaß" auftauchte, der bei der Arbeit ein grundlegend falscher ist. Spaß gehört zu einer Geisterbahnfahrt mit der Freundin oder zu einer total lustigen Silvesterparty. Arbeit ist zuallererst einmal das Erfüllen einer notwendigen Pflicht, damit ich mich und meine Familie ehrlich ernähren kann. Wenn diese mir nach einer Einarbeitungszeit das Gefühl der Zufriedenheit vermittelt, weil ich etwas erreicht habe, dann ist das begrüßenswert und gut, denn in der Regel bedeutet ja Arbeit, daß man diese an die vierzig Jahre tun muß.
Nur: Mit Spaß hat das nichts zu tun. Aber ich wundere mich nicht, daß die in Kindergarten und Schule ("Lernen muß Spaß machen" - auch so ein Unsinn) zur Spaßgesellschaft erzogene Jugend von heute bei Arbeitsproblemen dazu neigt die Flinte in's Korn zu werfen, anstatt diese zu lösen versuchen, denn es gibt immer einen Weg.

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lug&trug 10.05.2019, 16:07
9. Schreiberei

Zur korrekten Schreibung ein bisschen Klugschiss:

1. "Gab es ein Ereignis, seitdem ..."
Da müsste wohl "seit dem" (also "seit welchem") gemeint sein. D.h. das Ereignis war zuerst und seither ist etwas anders.
So bedeutet der Satz das Gegenteil. Das Ereignis traf ein, seit(dem) etwas anderes passiert ist.

2. Die Expertin freut sich sicher, wenn man ihre (d)englische Berufsbezeichnung im Steckbrief korrekt schreibt, also "Resource" auf Englisch mit nur einem s.

Gern geschehen.

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