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Karriere-Tipps: Alle schuften bei uns bis zum Umfallen. Muss ich mitmachen?
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Wo bin ich hier gelandet? In einer Firma voller Workaholics kann man sich dem Arbeitswahn schwer entziehen. Svenja Hofert hilft und sagt, wie man Verbündete findet. Und wann man besser geht.

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uventrix 15.07.2015, 08:55
90.

Zitat von Jom_2011
Das ist eine der Ursachen, warum es in der Wirtschaft anders zugeht. Einer muß diesen ÖD-Spaß ja auch bezahlen.
In der Wirtschaft wird vor Allem nach Feierabend etwas getrunken. ;)


Na Spaß bei Seite - in der sog. freien Wirtschaft wird auch nicht so heiß gegessen wie gekocht. Muss ich immer wieder feststellen.
In vielen Unternehmen gibt es mittlerweile flexible Arbeitszeitenmodelle und dass im öD die Arbeitszeitgesetze eingehalten werde hat eine notwendige Vorbildfunktion für die ach so tolle freie Wirtschaft. Fachkräftemangel ist übrigens auch ein Produkt der freien Wirtschaft aber da wendet man sich wieder plärrend an Vater Staat der soll was tun. Komisch. Wenn man nicht ausbildet hat man irgendwann keine Fachkräfte mehr und wenn dann die Fachkräfte sich lieber in den öD absetzen, weil die Bezahlung lausig und die Arbeitszeiten eine Frechheit sind, dann sollte die tolle freie Wirtschaft sich mal überlegen was da falsch läuft.

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dickebank 15.07.2015, 09:27
91. öd

Zitat von uventrix
In der Wirtschaft wird vor Allem nach Feierabend etwas getrunken. ;) Na Spaß bei Seite - in der sog. freien Wirtschaft wird auch nicht so heiß gegessen wie gekocht. Muss ich immer wieder feststellen. In vielen Unternehmen gibt es mittlerweile flexible Arbeitszeitenmodelle und dass im öD die Arbeitszeitgesetze eingehalten werde hat eine notwendige Vorbildfunktion für die ach so tolle freie Wirtschaft. Fachkräftemangel ist übrigens auch ein Produkt der freien Wirtschaft aber da wendet man sich wieder plärrend an Vater Staat der soll was tun. Komisch. Wenn man nicht ausbildet hat man irgendwann keine Fachkräfte mehr und wenn dann die Fachkräfte sich lieber in den öD absetzen, weil die Bezahlung lausig und die Arbeitszeiten eine Frechheit sind, dann sollte die tolle freie Wirtschaft sich mal überlegen was da falsch läuft.
Die personalintensiven Bereiche des ÖD sind staatliches Gesundheitswesen, Polzei, Feuerwehr, Rettungswesen und Schule.

In den ersten Berufsfeldern gibt es Überstunden ohne Ende und im Bereich Schule keien Arbeitszeiterfassung (siehe Urteil des OLG Lüneburg).

Da im ÖD Überstunden nicht bezahlt sondern zeitnah durch "Abbummeln" (Freizeitausgleich) ausgeglichen werden sollen, achten direkte Vorgesetzte darauf, dass sich gar nicht erst so viele Überstunden aufbauen und schicken ihe Mitarbeiter ggf. nach hause. Nennt sich Fürsorgepflicht. Hinzu kommt dass die personalräte wesentlci größeren Einfluss auf die Arbeitsbedingungen haben als die Betriebsräte, die selten einen Ar... in der Hose haben und eher kuschen, weil sonst Arbeitsplätze verlagert werden könnten.

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Arktuss 15.07.2015, 10:37
92.

Zitat von bergeron
Bei einem dauerhaften Pensum von über 10 Stunden pro Tag muss das Jahresgehalt ein gutes Stück jenseits der 100K liegen. Dann kann man das als junger Mensch ohne Familie vielleicht ein oder zwei Jahre durchziehen und sich ein finanzielles Polster anlegen. Von dem Geld hat man in der Zeit eh nicht viel. Anschließend wechselt man in ein ordentliches Unternehmen.
Also 50 Stunden die Woche sind bei uns normal, dazu kommt bei mir noch eine Stunde einfache fahrt.
Was ich dann noch Abends oder am Wochenende mache, kommt OnTop.
Ich wäre ehrlich gesagt schon froh wenn ich 50k hätte.
Das ganze mache ich jetzt schon gut 8 Jahre, zweimal den AG gewechselt und dabei Gehalt verbessert und Arbeitszeiten verringert, es war also früher noch schlimmer.

In ein ordentliche Unternehmen wechseln ist leider nicht drin, die schreien zwar Fachkräftemangel, stellen aber in der Softwareentwicklung niemanden ein der nur eine IHK Ausbildung und Berufserfahrung hat.
Und alle anderen Firmen bei denen ich in den letzten Jahren Vorstellungsgespräche hatte, waren leider nicht besser.

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bernd.stromberg 15.07.2015, 12:45
93.

Zitat von Arktuss
In ein ordentliche Unternehmen wechseln ist leider nicht drin, die schreien zwar Fachkräftemangel, stellen aber in der Softwareentwicklung niemanden ein der nur eine IHK Ausbildung und Berufserfahrung hat.
Dann sind Sie in der falschen Region oder falschen Branche angestellt.
Ich kenne kaum einen Softwareentwickler der nicht von Angeboten erschlagen wird - und zwar größtenteils durchaus auch sehr gute Angebote.

Ich bekomme jede Woche zig Angebote, deutschlandweit!
Studium oder Schulnoten interessierten bisher keines der Unternehmen wirklich in denen ich arbeitete oder mich bewarb. Die Leistung im Job zählt.
Überstunden sind branchenspezifisch, die meisten Unternehmen wissen aber dass Mitarbeiter in der aktuellen Situation schnell weg sind, wenn man sie zu sehr auspresst.

Das Gehalt ist - verglichen mit anderen Jobs - gut bis sehr gut in meinen Augen.
Klar, das gilt dafür wenn man an einen starken IT-Standort wechselt, sei es München, Stuttgart, Köln, Frankfurt, Berlin oder Hamburg.
Wer natürlich in der kleinen 3-Mann IT-Klitsche in Ober-Ammergau arbeitet, der braucht sich über niedriges Gehalt und Überstunden nicht zu wundern...

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claptomane 15.07.2015, 12:59
94. Ziele setzen

Wenn ich ein Ziel vor Augen habe, kann ich auch eine Zeit lang (bei mir waren es 4 Jahre) schuften bis der Arzt kommt bzw. ein Hörsturz in meinem Fall. Dafür hat es sich gelohnt, da ich mir in meinem Angestellten-Verhältnis Kontakte, Arbeitsweisen und Wissen angearbeitet hatte, um meine eigene Geschäftsidee umsetzen zu können. Wenn ich aber eine Ausbildung mache oder studiere und erwarte, dass ich danach durch bin und mich nicht mehr weiter entwickeln muss, kommt man sicherlich schnell in die Situation, sich ungerecht behandelt oder ausgenutzt zu fühlen. Man darf nie aufhören, sich neue Ziele zu setzen, kleine Schritte gehen und nie aufgeben. Was andere machen, hat mich nie auch nur ansatzweise interessiert. Leute, die bis spät am Abend im Büro sitzen, habe ich oft erlebt und selten war der Aufwand dem Ergebnis angemessen.

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OskarVernon 15.07.2015, 13:59
95.

Zitat von claptomane
..., kommt man sicherlich schnell in die Situation, sich ungerecht behandelt oder ausgenutzt zu fühlen.
Das liegt an jenem seltsamen Gerechtigkeitsbegriff, der im wesentlichen darauf beruht, anderen die Früchte ihrer (ggf. Mehr-) Leistung nicht zu gönnen :-(

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klausbaerbel 19.07.2015, 08:00
96. nicht vom Chef.

vom Kunden.
Denn der zahlt das Gehalt. Vielleicht. Wenn der "Konzern" heisst. All die schoenen Gewerkschaftsgeachenke dort wollen schliesslich bezahlt werden. Da muessen die Zulieferer schon ran...

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napu 20.07.2015, 12:15
97. Schon mal über Zeitmanagement nachgedacht?

Auf einem Hörbuch hörte ich kürzlich Folgendes:

Stell Dir vor, dass Du zum Arzt gehst. Du bist krank und hast eine Lebenszeit von 6 Monaten. Was willst Du in dieser Zeit noch tun, wen willst Du sehen usw. Also machst Du eine Liste.

Zwei Tage später ruft Dich Dein Arzt an. Man hat die Patientenakten verwechseln, in Wahrheit bleiben Dir nur noch 6 Wochen. Du streichst also Unwichtiges und schaust, was Du in den 6 Wochen noch unbedingt tun möchtest.

Am nächsten Tag gehst Du zur Untersuchung. Dabei kommt heraus, dass sich Deine Prognose verschlechtert hat. Dir bleiben nur noch 6 Tage. Du fängst also wieder an, Unwichtiges zu streichen.

Tag 6 vergeht

Tag 5 vergeht ...

Tag 4 vergeht ...

Tag 3 vergeht ...

Tag 2 vergeht ...

Tag 1 bricht an und irgendwann spürst Du, wie Dich Deine Kräfte langsam verlassen, Deine Intuition sagt Dir, dass Du nur noch 60 Minuten hast.

Wen willst Du in diesen 60 Minuten sehen? Was willst Du in diesen 60 Minuten noch tun? Wen willst Du in diesen 60 Minuten auf keinen Fall sehen? Was willst Du in diesen 60 Minuten auf keinen Fall tun? ..... Und genau das ist es, worum es beim Zeitmanagement geht: Von 60-Minuten-Blöcken dieser Art so viel wie möglich zu bekommen und alle andere Zeit auf ein absolutes Minimum herunterzudrücken.

Ich bin im Nebenberuf selbständig, da ich einen Hauptberuf habe, in dem ich nicht mehr weiterkomme, aber die Arbeitszeit wenigstens (wegen Schichtdienst) auf maximal 9 Stunden am Tag begrenzt ist.

In meinem Unternehmen arbeite ich täglich zwischen 1 und 2 Stunden. An Wochenenden arbeite ich vormittags ca. 3 Stunden in meinem Unternehmen. Ich wende dafür nur einen Bruchteil der Arbeitszeit meines Hauptberufes auf, habe aber in den letzten beiden Monaten das fünffache meines Gehaltes verdient. Wenn sich dies in den nächsten Monaten stabilisiert, werde ich im Hauptberuf auf Teilzeit wechseln.

Es ist ein totaler Trugschluss, reine Anwesenheit mit Produktivität gleichzusetzen. Selbst mit einem Mindestlohn kann man heutzutage besser leben als jemals zuvor. Zum Vergleich: Eine Sekretärin oder Telefonistin musste 1965 in Untermiete wohnen und hatte kein eigenes Auto. Heute verdient eine Callagentin so viel, dass sie eine eigene Wohnung und ein Auto hat, sowie sich das eine oder andere Hobby leisten kann.

Die neue Währung ist also ZEIT. Produktive Arbeit muss also nicht mehr zu einem höheren Einkommen führen, sondern zu mehr arbeitsfreier Zeit. Vielleicht nicht arbeitsfrei, sondern zu mehr selbstbestimmter Zeit. Vielleicht werden die Leute dann auch arbeiten, aber in einer Sache, die sie so gerne tun, dass sie das auch ohne Geld tun würden.

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Spiegelleserin57 18.08.2015, 07:41
98. Auf das Hörbuch ist mir gut vertraut...

aber Sie arbeiten schon in 2 Jobs und 9 anstatt 8 Stun den oder weniger am Tag.
Wer bei mir im Betrieb nicht zu kostenloser Mehrarbeit "freiwillig" bereit ist fliegt!
Außerdem kommt bei Frauen wohl die Hausarbeit und in vielen Fällen ein Mann hinzu.
So einfach wie die die 'Coache es vom grünenTisch runter beschreiben ist es leider nicht. Das Geld muss wenigstens zum Lebensunterhalt reichen und die meisten Jobs werden so mies bezahlt dass man ohne Mehrarbeit gar nicht hinkommt. Zu zweit ohne Kinder lebt es sich natürlich besser aber als Single muss man schon sehr viel arbeiten um einigermaßen über die Runden zu kommen.

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tomrobert 18.08.2015, 11:38
99. Etwas weltfremd!

Möglicherweise passt der Artikel für einen Beamten?
Liebe Autorin, mit der Arbeit ist in der freien Wirtschaft auch immer ein Ergebnis verbunden. Arbeit für sich selbst ist wertlos.
Da können Sie auch ein Loch hinter dem Haus graben.
Ob einer 15h am Tag arbeitet oder nur 3h ist letztlich nicht
erheblich. Das ergebnis, die Einhaltung der Termine, der Cashflow sind die treibenden Elemente, die letztlich die Gleichung : Arbeit geteilt durch die Zeit ergibt die Leistung ,erbringt. Und zumeist ist die Arbeitsfülle die zu einem ergebmnis durch ihre Abarbeitung führt so umfangreich, das die Bezahlung erst bei deren Beendigung erfolgt.Und da ist es im Boss egal wie Sie das bewältigen. Ihr Artikel suggeriert eine Wahlfreiheit. Die gibt es möglicherweise bei Beamten oder großen Betrieben?. Bei Privatbetrieben hab ich das noch nie erlebt.Da geht es ums Ergebnis. Und wenn das nicht stimmt, dann wars das!

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