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Karriereknick nach Babypause: Mütter, kommt wieder raus aus Bullerbü
Corbis

Verweichlichen Mütter in der Babypause? Sind sie hinterher nicht mehr hart genug für den Job? Viele schon, findet Katrin Wilkens. Aber nicht die Frauen sind Schuld, sondern eine Kultur, die alles Grobe und Schlechte aus der Kindererziehung verbannen will.

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bronck 08.10.2015, 13:11
1. Teilzeit-Telemuttis

Wenn Sie in einer Abteilung mehr als 2 von diesen Teilzeit-Telemuttis haben, die ihre gesamte Arbeitszeit damit verbringen den Tag ihres Kindes zu organisieren und der Tagesbetreuung/Schule/etc. hinterherzutelefonieren "Hat Finn auch seine Globuli genommen? Hat Finn an seinen Turnbeutel gedacht? Hat Finn ..." , dann können Sie den Laden dicht machen.
Wer leidet drunter? Der Rest der Mannschaft, der die Totalausfälle auffangen muss.

Diese sogenannten TZMs leisten so gut wie nichts, stören die anderen mit Dauertelefonaten bei der Arbeit und sind dank GleiB unantastbar.
Schöne neue Arbeitswelt.

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spätaufsteher 08.10.2015, 13:13
2. hm....

Aus meiner Sicht wäre es ja das naheliegendste, sich für eine humane Arbeitswelt einzusetzen.

Aber ich verstehen schon, wenn man mit einem nicht als Werbung bezeichneten "redaktionellen" Beitrag natürlich vor allem seine Dienstleistung verkaufen möchte, ist es wohl sinnvoll, für die kompetent unterstützte marktkonforme Deformierung des Selbst zu werben. Wer's braucht...

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Nellingerin 08.10.2015, 13:15
3. Mit Verlaub...

...ich habe selten so viel Schwachsinn gelesen! Das mag ja alles auf die beiden Verfasserinnen und vielleicht auch auf ihr spezielles Hamburger Klientel zutreffen. Aber ich - Mutter dreier Kinder - lebe in einer vollkommen anderen Welt!

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wish-master 08.10.2015, 13:21
4.

Kann ich als nicht mehr aktiver Pädagoge und jetzt Personalmanager alles ganz genau so unterschreiben, aber mit einer Einschränkung: Gerade in der Erziehung schlagen viele die Helikopter- und Ultraweichspül-Route ein, weil sie Angst davor haben, dass man ihnen als Eltern Unterlassungssünden vorwirft, gleichzeitig aber (das aber in weiten Teilen zu Recht) vorbetet, was sie alles nicht dürfen. Logische Konsequenz: Sie machen das, was übrigbleibt, aber das über jedes vernünftige Maß hinaus.

Erzieher und Pädagogen wären gut beraten, statt listenweisen Verboten Eltern lieber konkrete Ratschläge zu geben, wenn sie fragen. Und zu vermitteln: Kinder werden ganz von alleine groß. Manchmal muss man korrigierend oder helfend eingreifen, bei dem einen mehr, dem anderen weniger, aber im Großen und Ganzen ist weniger mehr.

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Schornsteinfegerin 08.10.2015, 13:21
5. Was soll das?

Liebe Frau Wilkens, ich lese ihren Artikel und fühle einen sehr unangenehmen Druck in der Magengrube. Liest sich für mich wie ein weiteres übles Beispiel von "Frauen machen Frauen fertig". Frauen "verweichlichen" während der Babypause? Nicht mehr "hart" genug für den Job? Ganz abgesehen davon, dass Muttersein viel mehr Einsatz, Organisationstalent und Durchsetzungsfähigkeit (auch dem Kind gegenüber, aller vor allem gegenüber diversen Beeinflussungsversuchen aus der Umwelt) verlangt und Mütter meiner Beobachtung nach dadurch zwangsweise Fähigkeiten entwickeln und weiter ausbauen, die im Beruf nützlich sind, halte ich ihren Artikel für völlig einseitig.
Wie wäre es denn mal damit: Nach ein paar Jahren mit dem Kind erkennt die Frau, dass ihr ehemaliger Job genau das war: ein Job. Etwas zum Geldverdienen, etwas zum Erfahrungen sammeln, aber ohne tieferen Sinn, ohne Gestaltungsmöglichkeiten.
Sie hat sich verändert, sieht die Welt mit anderen Augen und macht sich viel mehr Gedanken darüber, wie sie sich auf eine beitragende Art ins gesellschaftliche und berufliche Leben einbringen kann.
Sie kann sich mit vielen Einstellungen in unserer normalen Berufswelt nicht mehr identifizieren, weil sich ihre Prioritäten verschoben haben. Sie will vielleicht für ihre Kinder da sein und diese nicht nur irgendwelchen Betreuungseinrichtungen überlassen.
Deshalb sucht sie nach einem neuen Weg.
Ich wünsche mir, dass wir Frauen und Mütter uns gegenseitig dabei unterstützen, Wege zu finden, wie wir unsere vielfältigen Talente und Fähigkeiten in die Welt bringen und auch damit Geld verdienen können. Wie wir das Wirtschaftssystem neu gestalten können, anstatt uns dem, was jetzt ist, zu unterwerfen.
Ich finde, es muss ein generelles Umdenken in unserer Gesellschaft geben. Wir müssen Fragen stellen, welche Art von Leben für Menschen sinnerfüllend ist, was Kinder und Eltern brauchen, wie das Wirtschaftssystem so gestaltet wird, dass es den Menschen dient, und nicht umgekehrt.
Diese vermisse ich in diesem Artikel, der auf mich wirkt wie ein blosses Eindreschen auf die Impulse junger Mütter, ohne Verständnis, ohne Solidarität, stattdessen die Botschaft: Pass dich gefälligst an und hör mit dem dämlichen Versuch auf, etwas Neues für dich zu versuchen.
Aua.

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andreasclevert 08.10.2015, 13:24
6. Meine Damen!

Es ist journalistische Binsenweisheit, dass Übertreibungen zum rhetorischen Geschäft gehören. Ich persönlich halte den Bogen für überspannt. Ich bin weder ein Anhänger der Gesund-ist-was-hart-macht-Philosophie noch glaube ich, dass mit den Kindern mitspielen verweichlicht (sehen wir im Übrigen mal ganz davon ab, dass Sie dieses Revier mal wieder ausschließlich den Müttern zuordnen und uns Väter aussen vor lassen). Mir selbst erging es in den Elternzeiten eigentlich so, dass ich die Sinnhaftigkeit des Tuns mit den Kindern häufig direkter erfuhr als die – häufig nur mittelbar erlebbare – Sinnhaftigkeit des beruflichen Tuns. Andererseits, um Ihren Hart-Weich-Dualismus mal umzudrehen, finde ich häufig die nervliche Härte in der Kindererziehung erschöpfender als der diplomatische Weicheier-Kurs in meinem beruflichen Umfeld. Mag sein, dass ich hier nicht mehrheitlich spreche, wollte ich ja auch gar nicht für mich in Anspruch nehmen. Ausserdem habe ich anderweitig (http://wp.me/p4WCtx-6p) mich schon darüber augenzwinkernd ausgelassen, dass in der Elternzeit von Karrierenknick allein deswegen keine Rede sein kann, weil mann und frau unendlich viele berufsqualifzierende Fähigkeiten erlernen müssen…;-) Und weil ich schon das eigene Bloggen erwähne (vaterdasein.wordpress.com). Nein, ich verdiene damit auch kein Geld, und ich habe nicht den Eindruck, dass es vielen Familienbloggern um diesen monetären Aspekt geht. Just for fun...

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sehichanders 08.10.2015, 13:30
7. Nein!

"Wer nicht bloggen will, möchte eine Kita leiten, ein Still-Café führen oder "Geschenke-Aussucherin" werden. All diesen "Berufen" ist der Wunsch hinter dem Wunsch gemein: Ich möchte etwas tun, das nicht wehtut. Ich möchte in einer heilen Welt Geld verdienen. Ich möchte, dass mir nicht wehgetan wird. "

Tut mir leid, liebe Autorin, aber da haben Sie Unrecht. Hinter diesen Berufswünschen steht hauptsächlich, dass Frauen im Allgemeinen sich im Beruf selbstverwirklichen wollen und dabei so wenig wie möglich Aufwand betreiben möchten, damit das Kaffeekränzchen mit der besten Freundin am Mittwoch um 14 Uhr nicht abgesagt werden muss. Die Krönung besteht dann darin, dass man in einem selbstgewählten (!) prekären Job nicht genug Geld für die Rente zusammenkriegt und sich dann über Sexismus beschwert.
Wer sich den Stundenplan einer Germanistin und eines Ingenieurs ansieht und die Anforderungen, um Prüfungen zu bestehen, sieht das sofort. Da braucht´s gar kein Kind, um zu diesem Verhalten zu gelangen.

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michlauslöneberga 08.10.2015, 13:33
8. Leider haben Sie recht!

Unsere Jüngste ist 17 Jahre alt, aber ich denke manchmal, unsere Kinder sind in einer anderen Zeit großgeworden. Wir haben sehen müssen, wie wir unser Privat/Familienleben organisiert bekommen, alles andere war undenkbar. Ich versuche das heute bei meinen Mitarbeitern anders zu machen, aber ich verstehe keinen Spaß, wenn in der Arbeitszeit private Dinge überhand nehmen. Und eine Mitarbeiterin die Überstunden ansammelt wenn ihre Kinder "versorgt" sind, um dann bei passender Gelegenheit (Kindergeburtstag) ohne Rücksicht auf betriebliche Belange zu fehlen, stößt bei mir auf wenig Verständnis, bei den dadurch belasteten Kolleginnen und Kollegen übrigens noch viel weniger.

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grisubilly 08.10.2015, 13:33
9.

Ja, da ist was dran. Aber auch für die Kinder ist es nachher nicht einfacher, wenn sie nur allumfassend umsorgt werden. Eigentlich sollte eine gewissenhafte (und dennoch liebevolle) Erziehung zur Vorbereitung auf das Leben dienen - und das besteht eben nicht nur aus "Friede, Freude, Eierkuchen. Viele Kinder werden nur leider nicht mehr erzogen, sondern nur noch von sämtlichem (vermeintlich und tatsächlich) Unangenehmen ferngehalten...

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