Forum: Karriere
Karriereplanung: Das Leben ist wichtiger als der Lebenslauf
Corbis

Auslandsaufenthalt? Check. Soziales Engagement? Check. Für den perfekten Lebenslauf vergessen viele Menschen, was sie glücklich macht, hat Karrierecoach Martin Wehrle beobachtet. Er fragt: Muss denn immer der Aufstieg das Ziel sein?

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klangschmied 22.10.2015, 12:18
50.

Habe lange zeit über 10k im Monat verdient. Nach geburt meines Sohnes, habe ich mein Leben grundlegend verändert. Hatte sehr wenig erspartes, reichte nur für eine Neueinrichtung der Wohnung (ja, ich bin nicht vorausschauend mit meinem Gehalt umgegangen). jetzt arbeite ich halb so viel wie Früher (immer noch 40 Stunden Woche), bin wieder zurück nach D gezogen und arbeite für 1,7k im monat, also fast ein zehntel meines früheren Gehaltes. Klar, ich kann nichts sparen und lebe gerade noch mit dem was ich habe... aber bin so glücklich wie seit 15 Jahren nicht mehr. Mein Sohn verlangt keinen Luxus und ist glücklich, was mich glücklich macht.
Man kann seine Rechnungen auch mit 1,7k begleichen. Man muss auf einiges verzichten, was einem die Werbung aufdrücken möchte, aber zehnmal soviel verdienen hat mich nicht halb so glücklich gemacht wie jetzt.

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betasheet 22.10.2015, 13:01
51.

In meinem ganzen Leben habe ich nie einen Lebenslauf geschrieben und genau aus diesem Grund habe ich schon vor dem 30. Lebensjahr mehr verdient als jemand der sein ganzes Leben in Führungsposition in einem Konzern schuftet und nur aufs Karriere machen schielt. Mit Enthusiasmus etwas eigenes aufzubauen, eigene Entscheidungen zu treffen und Risiken einzugehen, voll und ganz für seine eigene Vision einzustehen - es gibt nichts besseres und erfüllenderes. Ich kenne viele andere erfolgreiche Leute und Lebensgeschichten, und bei jedem kam früher oder später genau diese Einsicht und dadurch der wirkliche Erfolg.

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argumentumabsurdum 22.10.2015, 13:32
52. Ich gebe dem Artikel recht

Ich habe mich früher 60+ X Stunden pro Woche, immer vom frühen Nachmittag bis in die Nacht, aufgerieben. Hat mich fast die Familie gekostet. Ich muss zugeben, dass ich zu vernagelt war um die Reißleine zu ziehen. Aber man war - aus heutiger Sicht glücklicherweise - nicht zufrieden mit mir und ich wurde rausgeschmissen. Jetzt arbeite ich als Gärtner, wir haben durch 2 Einkommen (bei moderaten Arbeitszeiten) ein akzeptables Auskommen und ich habe keinen Stress. Welches meiner 2 Leben gefällt mir und meiner Familie wohl besser?

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amuseemanc 22.10.2015, 13:37
53. Luxussorgen

Immer diese tollen Lebensweisheiten in ihren kleinen Büchlein.

Für die meisten Menschen sind das reine Luxusssorgen, weil sie gar keine Wahl haben. Ein Personaler sagte mal zu mir, nachdem er ein halbes Jahr beruflich in Neuseeland war, dass er erst jetzt so richtig merke, was für eine Tretmühle Deutschland sei und wer schwer es letztlich ist, sich diesem zu entziehen.

Doch die meisten verdingen sich in weitaus schlechteren Arbeitsverhältnissen. Und der soziale, wirtschaftliche Druck zwingt die Menschen in diese Jobs hinein. Man muss ja nur mal morgens in die U-Bahn schauen, wie hoch motiviert die Leute zur Arbeit fahren!

Selbstverwirklichung, ein wirklich selbstbestimmtes Leben zu führen, ist eben nur denen vorbehalten, die finanziell unabhängig sind und es sich "leisten " können. Der große Rest hat gandenlos zu funktionieren, sonst geht er unter. Und von Aufstieg kann da eh keine Rede mehr sein.

Da fällt mir doch wieder schlagartig die Maslowsche Pyramide ein...

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donnerwolke 22.10.2015, 13:53
54. Pfeiffe auf starre Personaler, die werden eh bald durch Computer ersetzt

Hatte ich leider auch recht spät realisiert, dass man gar keinen Standard-Lebenslauf benötigt, wenn man sich auf die eigenen Beine stellt.

Natürlich wird man in Deutschland von der Schule bis zum Studium darauf konditioniert, den Lebenslauf der Erwartung der Personaler gemäß zu gestalten, weil man bei den Großfirmen sonst durch das Raster fällt. Es hat kaum eine Firma Zeit und Ressourcen sich den Menschen anzuschauen, der nicht in das Raster passt.

Vielen Dank liebe Großfirmen und Personaler, so bin ich aus Ekel davor ein selbstbestimmter Mensch geworden.

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holgerbeckerhh 22.10.2015, 14:05
55. nur wer Bock hat macht gute Arbeit

Leider drückt der Zeitgeist den Schülern und Studenten eine falsche Leistungsbereitschaft auf was dazu führt, dass viele Menschen Dinge tun die sie eigentlich gar nicht wollen. Klar das dabei nicht viel bei rauskommen kann. Für mich war bei der Personaleinstellung Motivation für die Tätigkeit viel wichtiger als das, was der Mensch vorher gemacht hat. Wer Bock auf eine Sache hat macht sie einfach besser!

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justus65 22.10.2015, 14:08
56. Lesekompetenz

Liebe Mitforisten,
man sollte den Bericht nicht wörtlich 1:1 umsetzen. Natürlich kann nicht jeder seinen Job kündigen, natürlich muss man essen und trinken und eine Bleibe haben, aber ist Karriere immer erstrebenswert? Darum geht es hier. Man sollte sich Gedanken machen, was zu einem passt. Als ich meine jetzige Stelle angetreten hatte, habe ich mir auch überlegt, was ich gerne erreichen möchte. Im Laufe der Zeit bekommt man dann mit, wie diese Positionen zu erreichen sind. Ich habe dann für mich entschieden, dass sich das nicht lohnt - für mich. Andere kommen zu einem anderen Entschluss. Es geht darum, dass man sich nicht von außen vorschreiben lässt, was richtig und was falsch ist, nur damit eine Beförderung im Lebenslauf steht.

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suppenkoch 22.10.2015, 14:16
57.

Zitat von pascal3er2
Wenn man das ganze Leben macht worauf man kein Bock hat nur fürs Image, der ist selten dämlich. Ich bin mir zumindest sicher, das ich bei weitem ein besseres Leben habe als ein Millionär oder Manager. Geld macht halt nicht glücklich, die Menschen verstehen es aber trotzdem nicht. Sind halt dämlich.
Dass Geld nicht glücklich machen würde, ist Unsinn. Fragen Sie doch mal einen Familenvater oder eine Mutter, die nicht weiß, wie sie ihre Kinder mangels Geld satt bekommen soll, wie es ihr so geht. Richtig ist: Geld macht glücklich, bis bestimmte Grundbedürfnisse erfüllt sind. Danach tritt eine Sättigung ein und mehr Geld bzw. der Erwerb von zusätzlichen Dingen befriedigt dann nicht mehr in dem gleichen Maße wie bei den Grundbedürfnissen. Zumal sich bei fast allen Dingen irgendwann ein Gewöhnungseffekt einstellt.
Ob sie glücklicher sind als ein Millionär, ist eine komische Gegenüberstellung. Ein Millionär hat einfach nur mehr Geld als Sie, dahinter steht aber immer noch eine individuelle Person. Natürlich kann ein Millionär glücklicher sein als sie, muss es aber nicht. Es hängt davon ab, was der Millionär aus seinem Leben macht und was für ihn wichtig ist. Es kann auch sein, dass er einfach nur viel Geld hat, seine Befriedigung aber z.B. aus Fliegenfischen zieht.
Dank des Geldes haben reiche Menschen natürlich in der Theorie viel mehr Möglichkeiten, allerdings kann das auch ein Fluch sein, weil sich Wünsche viel schneller befriedigen lassen und somit die Phase der Vorfreude viel kürzer ist. Es ist eben eine individuelle Sache.

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Nordstadtbewohner 22.10.2015, 15:05
58. Angebot und Nachfrage.

Zitat von Pinon_Fijo
Nun, wenn ich mir anschaue, daß meine Frau als Krankenschwester läppische 2.400 Euro/Monat verdient, wird mir sofort klar, warum in meinem Lebenslauf das Auslandspraktikum in Südamerika und der Sprachkurs in Australien stehen. (und die 2.400 € sind natürlich brutto....Ein 'Leben' kann man damit nicht finanzieren)
Ein Bruttolohn in Höhe von 2400 Euro macht bei einem Arbeitsmonat von 21 Arbeitstagen (a 8 Stunden) 14,29 Euro pro Stunde. Das ist doch für die Arbeit einer Krankenschwester völlig in Ordnung.
Der Sprachkurs in Australien mag der Karriere förderlich sein, denn Englisch ist die Sprache der Weltwirtschaft. Ein Auslandspraktikum in Südamerika hat dagegen kaum Substanz.

Was den Artikel und das dort erwähnte "soziale Engagement" angeht, so muss ich sagen, dass so etwas bei einer Stellenausschreibung keinerlei Rolle spielt. Wichtig sind die Qualifikation und die beruflichen Stationen.

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einquerdenker 22.10.2015, 15:25
59. Mit diesen Binsenweisheiten

kommt man im Leben auch nicht weiter. Angesagt sind ein klarer Verstand, Vernunft und ein tragbarer Charakter. Das 100.000 senste Beratungsbüchlein dürfte aber bei diesem Thema überflüssig sein und nützt nur dem Autor und seinem Verlag, Verkauf desselben vorausgesetzt.

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