Forum: Karriere
Karriereplanung: Das Leben ist wichtiger als der Lebenslauf
Corbis

Auslandsaufenthalt? Check. Soziales Engagement? Check. Für den perfekten Lebenslauf vergessen viele Menschen, was sie glücklich macht, hat Karrierecoach Martin Wehrle beobachtet. Er fragt: Muss denn immer der Aufstieg das Ziel sein?

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Remannzipation 22.10.2015, 16:34
60. Generation Golf ist krank

Die ganze Leistungssauce resultiert doch wohl auch aus einer Generationenkonstellation, in der Nachkriegseltern ihre geburtenstarken Nachkommen in den 50er bis 70er Jahren in diese Richtung sozialisiert haben. Ich kann mich noch gut an die 80er erinnern, "was studierst Du denn und Wo" bla ... Das war so grundnervös und kompetitiv wie heute in Asien. Leider haben es dadurch in dieser Zeit auch viele Frauen verpennt, Ihre Fruchtbarkeit rechtzeitig zu nutzen, 1,3 / Frau ist international die rote Laterne wie wir wissen. Der Kapitalismus ist ein süsses Gift, man muß wachsam sein. Wie damals vor 75 Jahren. so long jp

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wauz 22.10.2015, 17:25
61. Und wer hat das Haus gekauft?

Zitat von MacBavaria
Und wer bezahlt die Raten fürs Haus ab? Wer beschafft die Finanzen für die Familie und den Haushalt? Klar würde ich auch viel lieber andere Dinge tun. Aber die Realität ist nun mal kein Ponyhof! Alles gefasel immer von Freiheit das zu tun was man mag. Man muss das tun es man zu tun hat!
Sie haben sich entschieden, ein Haus kaufen zu wollen, obwohl Sie eigentlich das Geld dazu gar nicht hatten. Warum?
Wieviel Haushalt braucht denn die Familie?

Vielleicht wäre Dacia statt VW und dafür ein bisschen Ponyhof keine so schlechte Idee gewesen?

Ihre Unfreiheit ist Folge Ihrer Entscheidungen!

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pommbaer84 22.10.2015, 17:29
62. geht doch..

Entsprechende Ausbildung vorausgesetzt kann man sich stellen aussuchen und seinem Leben nach wie vor einen großen Stellenwert in der Zukunft einräumen. Ich bin neu in der Arbeitswelt, aber gerade jetzt merke ich, dass man aufpassen muss. Man lässt sich schnell von der Karriere einlullen und wird zur Marionette.

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MarkusW77 22.10.2015, 18:09
63.

Die Kommentare zu solchen Artikeln sind immer klasse. Ich vergleiche sowas (Lebenseinstellungen) immer mit einer Fahrt auf der Autobahn. Nur man selbst hat die passende Geschwindigkeit. Viele "Deppen" fahren einfach zu langsam, warum fährt der Typ nicht rechts, jetzt kommt so ein idiot von hinten, viel zu schnell. Nur ich, ich fahr genau passend.
Wenn man sich dieser Denkweise erstmal bewusst ist, merkt man, es gibt IMMER jemanden der schneller fährt, oder tatsächlich mal gemütlicher, oder das rechtsfahrgebot übertreibt/missachtet. Eigentlich alles ganz einfach.

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HesaLhaina 22.10.2015, 18:11
64. Geld verdienen hat sicher seine Berechtigung...

... insofern ist schon verständlich, wenn manche Menschen meinen, dieser Artikel sei Humbug. Man muss allerdings zwischen "arbeiten, um zu leben" und "leben, um zu arbeiten" unterscheiden. Und mit Leben hat das Hinterherhecheln hinter fremdgesetzten Karrierezielen nichts mehr zu tun. Dem Artikel nach scheints, dass die Frau um die es geht einen Schritt Richtung dem "balance"-Part der vielbesungenen Work-Life-Balance gefunden hat. Ich würd mir wünschen, dass ich auch irgendwann bei der Balance ankomme. So in der Zukunft.

Schöner Artikel. War nett zu lesen und regt an, sich auch mal Gedanken zu machen, was einem eigentlich neben dem Beruf wichtig ist und ob man das nicht vielleicht etwas vernachlässigt hat...

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kfp 22.10.2015, 19:27
65.

Zitat von justus65
Liebe Mitforisten, man sollte den Bericht nicht wörtlich 1:1 umsetzen. Natürlich kann nicht jeder seinen Job kündigen, natürlich muss man essen und trinken und eine Bleibe haben, aber ist Karriere immer erstrebenswert? Darum geht es hier. Man sollte sich Gedanken machen, was zu einem passt. Als ich meine jetzige Stelle angetreten hatte, habe ich mir auch überlegt, was ich gerne erreichen möchte. Im Laufe der Zeit bekommt man dann mit, wie diese Positionen zu erreichen sind. Ich habe dann für mich entschieden, dass sich das nicht lohnt - für mich. Andere kommen zu einem anderen Entschluss. Es geht darum, dass man sich nicht von außen vorschreiben lässt, was richtig und was falsch ist, nur damit eine Beförderung im Lebenslauf steht.
Was Sie dabei übersehen zu scheinen, als offenbar etwas älteres Semester (Sind Sie '65 geboren oder 65 Jahre alt?), ist, dass das, was früher zum "Karriere machen" erwartet wurde, heute kaum mehr für eine läppische Dauerstelle ausreicht.

Sicher, wenn ich eine sichere Stelle habe und merke, dass ich für eine Beförderung Opfer bringen muss, die es mir nicht wert sind, kann ich gerne entsagen. Wenn ich aber als (relativ) junger Arbeitnehmer heutzutage den Anforderungen entsage, wird mein nächster Vertrag nicht verlängert, ich erhalte kaum mehr Einladungen zu Interviews, und wenn ich doch mal ein Interview erhalte und mich dort auch sogar gut schlage, werde ich spätestens in der zweiten oder dritten Auswahlrunde ausgesiebt. (Und die zwei Positionen, bei denen ich es im letzten Jahr bis ganz zum Ende des Prozesses geschafft hatte, wurden dann plötzlich von der Geschäftsleitung wieder einkassiert bzw. durch interne Umbesetzungen überflüssig gemacht.) - Bei diesem Hauen und Stechen, zu dem der heutige Arbeitsmarkt mutiert ist, entsagt man eben nicht der Top-Karriere, sondern kommt sofort unter die Räder und verliert jede halbwegs stabile Zukunftsperspektive, wenn man nicht mitspielt. Und am H4-Abgrund lässt es sich eben auch nicht mehr selbstbestimmt leben...

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kfp 22.10.2015, 19:42
66.

Zitat von trackingerror
...amüsant, für wie dumm die Leute doch verkauft werden, Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Lücken im Lebenslauf nicht gerne gesehen. Mein damaliges Sabbatical nach meinem letzten Job wurde doch sehr skeptisch gesehen. Zumindest hatte ich mich bei Vorstellungsgesprächen eher für diese Entscheidung rechtfertigen müssen, als dass man an der damit verbundenen Lebenserfahrung interessiert gewesen wäre. Nach dem Horror der Arbeitslosigkeit, das ich danach im letzten Jahr durchlebt musste, empfehle ich wirklich niemandem, im wahrsten Sinne des Wortes Mut zur Lücke zu zeigen. Denn dem Durchschnittspersonaler fehlt es an geistiger Reife und zieht auch gerne pseudopsychoanalytische Schlüsse. Ich bin zwar auch der Meinung, dass man nicht nach dem Lebenslauf leben sollte, doch zwingt die dumme Durchschnittsmasse leider den intelligenten Menschen hierzu.
Leider auch meine Erfahrung - es wird zwar allseits so hingestellt, dass man authentische Charaktere mit Bereitschaft zum eigenen Denken statt Widerkäuen sucht. Aber in der Praxis geht man doch lieber mit dem Bewerber sicher, der den 0815-Lebenslauf vorweist, bei dem man zwar keine großen Wunder erwarten kann, aber halt wenigstens abschätzen kann, was man hat (bzw. was nicht).

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Miller3000 22.10.2015, 19:51
67.

Sehr guter Artikel! Ich habe auch bewusst nach kurzer Zet eine Führungsposition wieder abgegeben, weil ich merkte, dass die Unzufriedenheit in mit immer größer wurde. Zu vieles passte nicht und beeinflusste mein Privatleben immer mehr. Ich verbringe zu viel Zeit bei der Arbeit, als dass ich mich diese ankotzen darf. Und nach mehr als 8 Stunden täglich, reicht es mir dann aber auch, ansonsten habe ich ja nichts, wofür sich das Arbeiten lohnen würde. Ich bereue diesen Schritt daher in keinster Weise.

Und was den Schreiber des ersten Postings in dieser Diskussion angeht: letztendlich ist es Ihre Entscheidung, was Sie in Ihrer Freizeit tun. Wenn sie dort einen solchen Geldbedarf haben, dass Sie unbedingt ein bestimmtes Einkommen erzielen müssen, dann sind sie selbst Schuld. Dann hoffe ich, dass Sie mit diesem Geld ihr Privatleben so positiv gestalten können, dass sie auch über Negativerlebnisse im Beruf hinwegsehen können.

Ich verdiene zwar nun wieder weniger, als als Führungskraft, aber was solls. Das Geld reicht auch so, ich kann mehrmals im Jahr in den Urlaub, kann Essen gehen, wann immer ich möchte, mir auch mal das ein oder andere leisten und auch noch was beiseite legen. Und dabei bin ich weit weg davon ein Spitzenverdiener zu sein.

Letztendlich kann man aber niemandem empfehlen, was er zu tun hat. Jeder ist mit anderen Dingen zufrieden. Wer unzufrieden ist, sollte aber definitiv überlegen, woran das liegt. Raten für das Haus dürfen dabei keine Ausrede sein. Wäre man in einer Wohnung weniger zufrieden? Dann wären die Raten schneller abbezahlt und man müsste nicht zwingend den gut bezahlten, aber unbefriedigenden Job durchziehen.

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justus65 22.10.2015, 20:09
68. @kfp

Ich bin 1965 geboren. Wenn Sie sich jetzt die Geburtenstatistiken ansehen, werden sie feststellen, dass ich somit am Ende der geburtenstarken Jahrgänge liege. Wenn Sie da keine Leistung gebracht haben, dann ist man auch nicht zum Zuge gekommen. Aber jeder, der eine Stelle hat, hat die Wahl, ob er eine Karriere anstrebt oder nicht. Wer Karriere machen will, der muss eben mit den Wölfen heulen, sich entsprechend verhalten. Aber man sollte sich vorher überlegen, ob man das in letzter Konsequenz wirklich will. Es gibt Leute, für die ist das das wahre Leben, andere entscheiden sich für ein anderes Leben, ohne Karriere dafür mit mehr Freizeit. Es gibt keinen allgemein gültigen Weg.

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suelzer 22.10.2015, 20:48
69.

Die Anforderungen an Bewerber sind so hoch, weil es einen Überschuss an Arbeitskräften gibt. Damit Arbeitgeber, insbesondere Konzerne, in kleinen Firmen sieht es anders aus, weiter sieben und die Gehälter drücken können. Deshalb sind die auch so wild darauf, die hoch qualifizierten Arbeitskräfte aus dem Morgenland auf den Arbeitsmarkt los zu lassen. Vielleicht begreifen alle Lohnabhängigen, egal welcher Herkunft, eines Tages, dass sie diese Diktatur der Großkonzerne gemeinsam brechen können. Denn das Leben kann plötzlich zu Ende sein, wie ich vor zwei Jahren selbst erfahren musste. Trotz diesem verrotteten Krankheitssystem habe ich überlebt. Ich mache nur noch was für mich. Arbeit? Sollen die Vorstände selber machen. Ich nicht mehr.

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