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Kinder-Notaufnahme: "Seid froh, wenn ihr warten dürft"
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Ein Junge hat eine Zecke, ein anderer schlürft Limonade. Daneben aufgebrachte Eltern, die nicht warten wollen. Woher sollen sie auch wissen, dass nebenan ein Kind stirbt? Eine Krankenschwester erzählt.

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seelion 29.07.2016, 08:40
1. Vielen Dank ...

... und großen Respekt für die klaren Worte!
Ich persönlich hätte kein Problem mit der Inschrift im Warteraum und einer klaren Ansage.
Allerdings fände ich es auch wünschenswert, wenn bei den Notdiensten mehr examinierte Krankenschwestern/Pfleger wären, die mehr Verantwortung übernehmen und bspw. auch etwas verschreiben dürften. Denn eine durchgebroche Mittelohrentzündung, eine Bindehautentzündung, ... erkenne ich bereits als Mutter und brauche nur ein verschreibungspflichtiges Medikament und auch fürs Abhören braucht es eher Erfahrung als ein Studium.

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martin_goldmann 29.07.2016, 08:58
2. Nachvollziehbar,

aber, da ich selbst in der Pflege arbeite, habe ich gelernt, dass sehr viele Menschen einen Notfall garnicht erkennen können, gerade bei Kindern! Es hat nicht jeder ein medizinisches Grundwissen und so schlägt auch mal bei einer Zecke oder erhöhter Temperatur der Alarm.

Verstehen kann ich die Situation des Personals in der Notaufnahme trotzdem!

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grumpy53 29.07.2016, 09:00
3. Danke

danke für die großartige Arbeit. Ja, die Anspruchshaltung vieler Menschen wächst manchmal in einem Maß, was nicht mehr nachvollziehbar ist. Neben dem Privileg, in einer solchen Versorgungsleistung zu leben (man denke nur mal an die medizinische Versorgung in Dritte-Welt-Ländern), verliert mancher den Blick für den Menschen links und rechts, dessen Situation vielleicht viel schlimmer ist. Dass jemand noch mit soviel klarem Blick und Leidenschaft bei der Arbeit ist, beruhigt und macht demütig. Danke.

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p2063 29.07.2016, 09:01
4.

vielleicht sollte man den Spruch an die Wand schreiben. Und alle die nicht dringend sind heim Schicken. Manche Menschen gehören einfach mal auf den Boden der Tatsachen zurück geholt.

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Velociped 29.07.2016, 09:02
5. vielen Dank für diese Reportage

In der Tat wird einem in einer Notfallambulanz nicht klar, was hinter den Kulissen passiert. Es ist eben keine Arztpraxis mit nur einem Wartezimmer sondern die Aufgaben sind deutlich vielfältiger. Wenn sich dort eine Stunde lang oberflächlich "nichts tut", kann das daran liegen, dass die Ärzt_innen Pause machen und ausführlichen Privatunterhaltungen fröhnen. Wahrscheinlicher ist jedoch der Einsatz bei Notfällen, die über den Rettungswagenzugang rein kommen oder vielleicht auch eine personelle Unterbesetzung, so dass die Notfallambulanz auch in dringenden Fällen auf Station aushelfen muss.
Bitte keine Hähme über besorgte Eltern. Wenn ein Kind unaufhörlich schreit, sorgen sich Eltern, ob nicht doch eine schlimme Krankheit die Ursache ist. Dass das Kind völlig gesund ist, wissen sie nicht - auch wenn eine Krankenschwester deutlich mehr Erfahrung hat, kann sie das mit einem Blick auch nicht sicher sagen. Lieber einen Vormittag "umsonst" in der Notfallambulanz verbracht als sich ein Leben lang Vorwürfe machen müssen.

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diskantus 29.07.2016, 09:03
6. Angesichts des letzten Weges verblasst alles andere.

Es ist eine wirklich schwere seelische Bürde, dieses Leiden mitanzusehen und zu erleben.

Danke für die aufrüttelnden Worte, die uns alle - auch denen, die grad nicht mit einer Lappalie im Wartezimmer sitzen - innehalten und nachdenklich werden lassen sollte.

Irgendwann begleiten wir eine/n Liebste/n auf seinem letzten Weg.
Irgendwann können auch bei uns große Schmerzen unsere Begleiter sein.

Und irgendwann gehen auch wir den letzten Weg.

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hermanngaul 29.07.2016, 09:04
7. kann ich

bestätigen. Zwar aus dem Erwachsenenbereich, aber es ist zunehmend unglaublich mit was für Anspruchshaltungen teilweise die Menschen die NFA füllen. Kennen die Leute denn keinen Magen_Dann_Infekt? Noch nie gehabt? Und auch banale Mückenstiche am Samstag abend um 10 Uhr habe ich schon "behandelt".

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rieberger 29.07.2016, 09:07
8. Großer Respekt

Der Bericht der Krankenschwester nötigt Respekt und Demut ab. Bei einem Notfall besteht eine vitale Gefahr für einen Patienten. Wenn bei 65 angeblichen Notfällen 10 echte Notfälle waren, so ist das eine schlimme Botschaft. Diese 10 benötigen alle Aufmerksamkeit und Zeit.
Es sollte den Nichtnotfällen dies klar kommuniziert werden, daß ihr Ansinnen eben kein Notfall ist und daß diese Patienten hinter jedem echten Notfall zurückstehen müssen. Auch wenn es viele Stunden geht.
Ich wünschte mir, daß die Klinikverwaltung sich hinter ihre Ärzte und ihre Pflegekräfte stellen im Falle von Beschwerden uneinsichtiger Eltern.

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C-Hochwald 29.07.2016, 09:09
9. Spiegel vorhalten

Anscheinend verwechseln die ungeduldigen Eltern eine Notaufnahme mit einem Geldautomaten oder dem Internet. Die Haltung dass alles sofort per Klick oder Kommando verfügbar ist, scheint sich auf alle Alltagssituationen auszubreiten. In einer Gemeinschaft aber ist eben nicht jeder sich selbst der Nächste, sondern nur ein Teil vom Gesamten.

Ich würde alle Notfallaufnahmen ermutigen, diesen Artikel als Infoblatt im Wartebereich zu veröffentlichen.
Da würden viele Eltern in ihren Spiegel schauen und erschrecken. Könnte heilsam sein.

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