Forum: Karriere
Kinder und Karriere: Mütter zahlen drauf

Eine Auszeit von der Arbeit - im Sinne ihrer Kinder treffen Mütter damit oft die richtige Entscheidung. Nur fassen viele beruflich schwer wieder Tritt, weil sie am Arbeitsplatz in Vergessenheit geraten. Der Karriereknick kann teuer werden. Und das spüren berufstätige Mütter bis ins Rentenalter.

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Roueca 04.10.2011, 17:24
1. Ja was will ich denn nun?

Eine billige Tagesmutter, der ich mein angeblich Liebstes was ich besitze anvertraue um Karriere in einer Fabrik zu machen?

Was ist schlimm daran, wenn eine Mutter ihrem Kind eine behütete Kindheit bietet und es erzieht?

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martinita 04.10.2011, 17:29
2. Nur ein Satz...

"Eine Auszeit von der Arbeit - im Sinne ihrer Kinder treffen Mütter damit oft die richtige Entscheidung."
Mit diesem ersten Satz ist doch schon klar, was die Verfasserin denkt, wozu noch weiterlesen? Da kann sie die Situation noch so sehr beklagen, es steckt eben drin!

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toledo 04.10.2011, 17:38
3. .....

Gott, tut mir das leid!!! Ist denn 'das Glück' Kinder zu haben nicht wenigstens ein kleiner Ausgleich für die schreckliche Zeit der Kindererziehung?
Oder soll dieser Jammerbeitrag nur wieder Sozialkassen zur Finanzierung des Lebensglück egoistischer 'ach-was-bin-ich-schwer-belastet' Frauen öffnen..?

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leser008 04.10.2011, 17:40
4. Üble Arbeitsverhältnisse

Ich weiss nicht wie oft in dem Artikel das Wort Karriere vorkommt. Und 5,6 Mio Frauen arbeiten nicht. Oh Graus.
Dahinter steht ein Menschenbild, dass nur der hart arbeitende Mensch etwas gilt. Lt. Max Weber haben Calvinisten und Evangelen das erfunden.
In vielen Berufen, gerade für Frauen, gibt es aber weder Karriere noch ordentliche Arbeitsbedingungen, und seit Schröder vor allem fast keine Bezahlung.
Viele Frauen wolen eben -auch ohne Kind- nicht mehr als Kassiererin, Krankenschwester, MTA,Putzfrau, Sekretärin, Altenpflegerin arbeiten.
Gleichzeitig erlebt jeder, dass diese Rückkehr-TeilzeitAN -Vollzeitmütter oft nur noch ihr Kind und den Dienstschluss im Kopf haben. Da ist eine Abfindung doch ehrlich.
Ich verstehe Frauen, die wenn es sich finanziell darstellen lässt, lieber ihre Kinder ordentlich erziehen wollen.

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bodo77 04.10.2011, 17:43
5. Welches ist die...

Zitat von martinita
"Eine Auszeit von der Arbeit - im Sinne ihrer Kinder treffen Mütter damit oft die richtige Entscheidung." Mit diesem ersten Satz ist doch schon klar, was die Verfasserin denkt, wozu noch weiterlesen? Da kann sie die Situation noch so sehr beklagen, es steckt eben drin!
...richtige Entscheidung?

Deutsche Mütter scheinen bei der Abwägung zwischen "Viel vom Kind haben" und "berufliches Fortkommen" oft der ersten Variante zuzuneigen.

Aber was ist richtig und was ist falsch?

Und wer entscheidet das?

Die stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen in anderen westlichen Ländern hat vielleicht auch eine ganz banale Ursache: Da Familieneinkommen des Alleinverdieners reicht nicht mehr aus.

Da ich übrigens gerade in eben diesem Lebensabschnitt stecke und viel junge Eltern kenne, kann ich ganz persönlich bestätigen, viele Mütter (auch mit guter Ausbildung und guten Jobperspektiven) WOLLEN die große Karriere nicht. Sie wollen vor allem Zeit für "ihre Kinder". Ihr Einkommen sehen sie oft als "Reserveeinkommen" oder "Zusatzeinkommen". Sie sind auch zu Einbußen bereit. Es ist einfach so.

Die Unterversorgung an Krippen- und Kitaplätzen macht es Müttern dann auch schwerer, einen anderen Weg zu gehen.

Der Artikel ist aus meiner Sicht einfach einmal ehrlich, weil er nämlich bei der Hauptursache der deutschen Aufgabenverteilung in der Familie ansetzt: Der Mentalität der Mütter. Interessant ist nur, unsere Gesellschaft bricht trotzdem nicht zusammen. Deutschland steht sogar sehr gut da. Die New York Times sollte da ganz andere Sorgen haben, als die Nazis als Erklärungsversuch zu bemühen. Das ist wirklich lächerlich...

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wanderprediger 04.10.2011, 17:48
6. Deutschland 2011

Zitat von sysop
Eine Auszeit von der Arbeit - im Sinne ihrer Kinder treffen Mütter damit oft die richtige Entscheidung. Nur fassen viele beruflich schwer wieder Tritt, weil sie am Arbeitsplatz in Vergessenheit geraten. Der Karriereknick kann teuer werden. Und das spüren berufstätige Mütter bis ins Rentenalter.
2011 Alltag in Deutschland. Mütter werden verlacht oder verachtet.
Es gibt 2 Extreme in unserer Gesellschaft wie z.B. Herrn Mohr der schon mal ein Buch schreibt und sich über die Mütter vom Prenzlauer Berg die nicht arbeiten gehen lustig macht.
Oder die jenigen, die arbeitende Mütter als Rabenmütter bezeichnen.
Mütter können es in unserer Gesellschaft wirklich niemanden recht machen.
Und bestraft mit schlechteren Jobchancen werden sie auch noch. Da wundert es nicht, wenn viele gutausgebildete Frauen in Deutschland auf Kinder verzichten. Deutschland 2011 - ein Gesellschaftproblem.

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**Kiki** 04.10.2011, 17:52
7. .

Zitat von
Von den Müttern mit Kindern zwischen drei und fünf Jahren ist immer noch mehr als ein Drittel nicht erwerbstätig - gar nicht, auch nicht halbtags.
Im Umkehrschluß heißt das, fast zwei Drittel aller Mütter mit Kindern zwischen drei und fünf SIND erwerbstätig. Das ist eigentlich ja doch schon ganz schön viel, wenn man bedenkt, wie lange berufstätigen Müttern seitens der Politik so viele Steine wie möglich in den Weg gelegt werden.

Ein bißchen genervt hat mich der Zahlensalat in diesem Artikel ja schon. Wenn schon mit so vielen Zahlen um sich geworfen wird, warum lassen die sich nicht besser miteinander zu einem Gesamtbild verknüpfen? Ich kann in solchen Fällen nie das Gefühl ganz abschütteln, daß die fehlenden Bindeglieder nicht zu dem Bild gepaßt haben, das vermittelt werden sollte.

"5,6 Millionen Frauen in Deutschland zwischen 25 und 59 Jahren gehen keiner Berufstätigkeit nach. 578.000 dieser Frauen haben einen Hochschulabschluss, weitere 2,9 Millionen einen Lehr- oder Berufsabschluss."

Da wäre ja wohl eine etwas weniger grobschlächtige Alterseinteilung sinnvoll gewesen, auch um zu erfahren, ob sich daraus Unterschiede beim Ausbildungsniveau ergeben. Eine heute 59jährige (geboren 1942) hatte ja noch echte Hürden zu überwinden, um auch nur mehr als einen Volksschulabschluß zu bekommen, von einer Schulausbildung gar nicht erst anzufangen. Und ihre Kinder hat sie vermutlich noch zu Zeiten bekommen, als ihr Ehegatte ihr eine eigene Berufstätigkeit noch verbieten konnte. Und in den letzten zehn Jahren hatte sie das Problem, daß sie, wenn sie - nachdem die Kinder groß waren - hätte arbeiten wollen, wegen ihres Alters vermutlich nix gefunden hätte. Es ist zu vermuten, daß die Mehrzahl der nicht berufstätigen Frauen sich hinter den älteren Jahrgängen verbirgt. Es ärgert mich aber, daß die Autorin mich hier auf meinen Vermutungen einfach sitzen läßt.

"In Westdeutschland hat nur rund jede vierte Mutter, deren jüngstes Kind 15 Jahre oder älter ist, einen Vollzeitjob."

Das ist kein Wunder, denn diese Mütter hatten ja größtenteils noch das Problem, als Rabenmütter diffamiert zu werden, wenn sie gearbeitet haben, so lange ihre Kinder noch kleiner waren, und aus weltanschaulichen Gründen wurden ihnen sogar bei dem Wiedereinstieg nach dem Erziehungsurlaub so viele Steine wie möglich in den Weg gelegt. Da war bei vielen die Ausbildung wirklich für die Katz. Interessant wäre es hier aber gewesen, hätte man auch erfahren, wie viele in Teilzeit arbeiten. Interessant zu wissen wäre außerdem, wie viele von ihnen gerne arbeiten würden und wie viele deshalb nicht berufstätig sind, weil sie es nicht wollen.

Mir gefällt die unterschwellige Mißbilligung der Autorin für nicht berufstätige Mütter übrigens gar nicht. Vor zwanzig Jahren mußte ich mich noch mit den Rabenmutter-Vorwürfen herumschlagen. Daß jetzt Mütter dafür gerügt werden, wenn sie nicht berufstätig oder nicht in Vollzeit berufstätig sein wollen, darf ja wohl nicht wahr sein.

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tinaho 04.10.2011, 17:55
8. Es sind die Mütter, die nicht wollen

Hallo,

ich mache eine andere Erfahrung, wir sind ein AG, der händeringend versucht, Mütter zurück in den Betrieb zu holen mit wirklich attraktiven Angebot (freie Zeiteinteilung, anfangs nur stundenweise, TZ usw.) und bisher ist es bei 10 nur zweimal gelungen und das OBWOHL es sogar Betreuungsmöglichkeiten zu Hause gab/gibt.

Die immergleiche Antwort: Mein Kind braucht mich. Ich frage dann nicht "7 - 24"? oder es kommt "Mein Mann kann das nicht" (bei vier bis sechs Stunden Aushilfe im Verkauf am WE.

Dann wünsche ich mir doch einmal die ehrliche Antwort: Ich habe keine Lust, ich bleibe lieber zu Hause.

Und das sind Frauen, die im kleinen Team gerne gearbeitet haben, privat auch weiter den Kontakt zu den Kolleginnen halten und auch zum AG, aber Arbeiten - ach nö, und wenn die Hütte brennt auch keine vier Stunden/Woche.

Ich erlebe die jungen Frauen in dieser Beziehung eher rückschrittlich gewandt. Vollkaskoversicherung Heirat. Wenn es sein muss auch HartzIV.

T.

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Tschock 04.10.2011, 17:57
9. Jaja, Mütter leben auf Kosten von Toledo . . .

Zitat von toledo
Gott, tut mir das leid!!! Ist denn 'das Glück' Kinder zu haben nicht wenigstens ein kleiner Ausgleich für die schreckliche Zeit der Kindererziehung? Oder soll dieser Jammerbeitrag nur wieder Sozialkassen zur Finanzierung des Lebensglück egoistischer 'ach-was-bin-ich-schwer-belastet' Frauen öffnen..?
Nein, werter Toledo. Die Mütter finanzieren nur durch ihre Kinder Ihre Rente, nicht die eigene.
Denn Kinder kosten ein Heidengeld, verhindern dadurch eine vernünftige Privatrente, die Sie Sich durch Kinderlosigkeit leisten können.
Aber wahrscheinlich reicht Ihr Horizont ohnehin nicht zu verstehen, dass das Umlagesystem ALLER Kinder für ALLE Bezieher assozial ist.
Also hätte ich diesen Beitrag wahrscheinlich lieber gelassen . . .

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