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"Kinderfrei statt kinderlos": Lehrerin schreibt Manifest gegen das Kinder-Kriegen
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Kinder seien schlecht für die Umwelt: Die Lehrerin Verena Brunschweiger hält nichts vom Kinderkriegen - und tritt damit eine hitzige Debatte los.

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klapo 09.03.2019, 11:10
310. Egoismus?

Ich würde Kinderkriegen nie mit Egoismus gleichsetzen. Es bedarf doch vielerlei persönlicher Umstellungen und Einschränkungen um Kinder groß zu ziehen. Für Erziehende leben die Kinderlosen in fast grenzenlosem Egoismus, schließlich geben sie meist einen Großteil ihres Geldes für sich allein aus. Der Gipfel dieses Egoismus sind für mich Pärchen die sich zu zweit ein geräumiges Einfamilienhaus gönnen. Wenn es die Frau ernst meinte müsste sie konsequent Adoption anstreben. Das einzige wo ich ihr Recht gebe ist, dass es keinen Rechtfertigungsdruck für Kinderlose geben sollte. Jeder nach seiner Facon.

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mtergeman 09.03.2019, 11:10
311. Eine Gesellschaft ohne

Kinder ist eine sterbende. Die Konsequenzen daraus wären ein sich selbst verstärkender Abwärtsstrudel, der die kinderlose/arme Gesellschaft zerstört. Der Mensch ist ein "Säugetier", kann sich aber dank seines Bewusstseins gegen Nachwuchs entscheiden. Dem einzelnen sei es gegönnt, doch allen kann es nicht erlaubt sein, da ohne Kinder und den Eltern die sich um deren Zukunft sorgen keine Nachhaltigkeit, keine Zukunftsvisionen mehr nötig sind. Eine Gesellschaft die nur für sich lebt und im hier und jetzt, ähnlich den kruden Idealen der 80er 90er Jahre hätte keine Klimaziele fomuliert, keine Abrüstungsverträge gemacht. Wahrscheinlich wäre die Welt schon durch nukleare Vernichtung ausradiert.

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fifi17 09.03.2019, 11:11
312. Danke an Frau Brunschweiger für diesen Denkanstoß

Ich bin Frau Brunschweiger unendlich dankbar für diesen Denkanstoß, der höchst überfällig war.
Ich bin wohl der Ansicht, dass Kinder eine Erfüllung sind (ich habe selbst zwei) und für mich ist unstrittig, dass Leben durch Kinder an Sinn gewinnt. Dennoch müssen wir uns endlich der Dialektik zwischen unserem auf ewigen quantitativen Wachstum fußenden Wirtschaftsmodell und den immer offener zutage tretenden Grenzen dieses Wachstums endlich in aller Offenheit stellen – der Nachkommensfrage inklusive. Denn mir fällt kaum eines der drängenden Umweltprobleme ein (Artensterben, Landverbrauch, Wasserknappheit, CO2-Ausstoß, …), das sich nicht durch eine Reduzierung der (Welt)bevölkerung lösen ließe. Es ist allemal besser, jetzt gegenzusteuern als sehenden Auges auf die Katastrophe zuzutreiben.
Man kann einwenden, dass Deutschland ja bereits eine – zumindest autochthon - stagnierende Bevölkerung habe. Richtig, aber unter dem Strich wächst Deutschland wieder durch Zuwanderung bei bereits sehr hoher Bevölkerungsdichte, die sich mit den praktisch von allen Parteien propagierten Nachhaltigkeitszielen nicht vereinbaren lässt. Denn wir wollen grundsätzlich Unvereinbares: extensive Landwirtschaft, mehr Rückzugsgebiete für Flora und Fauna, gleichzeitig mehr Wohnraum, mehr Gewerbegebiete, erneuerbare Energien mit hohem Flächenbedarf (Sonne, Biomasse), mehr lokale Lebensmittelerzeugung. In der öffentlichen Diskussion wird bis auf weiteres so getan (leider vor allem beiden Grünen), als existiere dieser Gegensatz überhaupt nicht.
Noch zur Frage, wer die Rente zahlen soll: Dieses Totschlägerargument ist naiv, denn die Jungen von heute sind die Alten von morgen, und dass Problem wird potenziert in die Zukunft verlagert. Hingegen trüge die Belastung der Altersversorgung bei einer stagnierenden Bevölkerungsentwicklung nur eine Generation, bis nämlich die Alterspyramide wieder in einem gesunden wirtschaftlich-ökologischen Gleichgewicht wäre. Es wäre eine Herausforderung, wie sie im Prinzip jede Generation unserer Altvorderen zu tragen hatte (Inflation, Wiederaufbau, Wiedervereinigung) und von daher nicht ungewöhnlich.
Schließlich befindet sich Deutschland heute in einer Situation, in der sich viele Entwicklungsländer in einigen Jahren befinden werden: alternde Bevölkerungen, begrenzte quantitative Wachstumspotenziale. Es wäre klug, wenn Deutschland dieser Herausforderung nicht durch die Fortschreibung eines ewigen Wachstumskurses begegnete bis das Ende der Fahnenstange endgültig erreicht ist, sondern durch neue Ansätze: Wie kann eine Gesellschaft mit einem hohen Anteil älterer Menschen vital funktionieren? Wie können Menschen in ihrer Lebenszeit länger gesund und produktiv bleiben? Schlüssige Antworten auf diese Fragen wären der Exportschlager der Zukunft und vielleicht eine bessere Investition als der enteilten Weltspitze bei der „künstlichen Intelligenz“ wie die Lemminge hinterher zu hecheln.

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Marut 09.03.2019, 11:11
313. Weil es wichtig und aktuell ist!!

Zitat von noalk
Warum wird über einen solchen ausgemachten Blödsinn überhaupt diskutiert?
Darum muß darüber diskutiert werden. Wir leben auf einer überbevölkerten Welt, die an der Gattung Mensch in dieser Menge untergehen wird. Doch scheinbar verweigern sich all diese fortpflanzungsgeile Menschen der Erkenntnis, dass keine Kinder zu kriegen eine ziemlich verantwortungsvolle Einstellung sein kann und der gegenwärtigen Bevölkerungsdichte angemessen ist. Wir müssen davon runterkommen, dass wir uns anmaßen, unserer Menge dadurch Lebensraum zu ermöglichen, indem wir ihn anderen Spezies einfach egoistisch wegnehmen. Wer sind wir eigentlich, dass wir uns das Recht herausnehmen, uns so auf Kosten anderen Lebens auszubreiten.
Mich erfreut es sehr, dass endlich mal jemand dieses Thema in die öffentliche Diskussion bringt und dass das auch eine Frau ist. Mir ist aber auch klar, dass der größte Teil derer, die nur ihren Fortpflanzungsegoismus gedankenlos auslebt - ein Egoismus aus vielen verschiedenen Gründen - mit diesem Diskussionsbeitrag nichts anfangen kann/will.

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Mara Cash 09.03.2019, 11:12
314. Jedem Tierchen sein Plaisirchen

Wenn die Dame keine Kinder will, ist das ihre Sache. Ihre Eltern waren anderer Auffassung und setzten tatsächlich eine Umweltverschmutzerin in die Welt.

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theusefullone 09.03.2019, 11:14
315. Intelligente Gene

Ich bewundere die Intelligenz und Weitsicht ihrer Gene .... nicht alle was reproduktionsfähig ist, ist auch reproktionswürdig für diese Welt.

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man 09.03.2019, 11:15
316. Wenn man über den

Tellerrand schaut, hat die Autorin recht. Wo sollen denn die Resourcen für 11 - 15 Mrd. Menschen herkommen. Das geht nicht gegen Kinder, sondern für die Zukunft von Kindern die das Recht auf einen intakten Planeten haben sollten. Also ist doch hier zumindest der Anstoß für eine globale Diskussion über die UN angebracht, bevor der Kampf um die Ressourcen beginnt. Denken wir an Wasser.

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großwolke 09.03.2019, 11:15
317. Logisch richtig, sachlich falsch

Zum Thema kinderloses Leben gibt es allerlei Untersuchungen: Kinder nehmen einem jede Menge Freiheiten weg, sie rauben einem Schlaf, Geld, Nerven und Entfaltungsmöglichkeiten. Man ist objektiv einfach besser dran ohne sie. Das Problem ist nur: würden alle ohne Kinder leben, wozu sich dann noch selbst verwirklichen? Würden im Land alle der Argumentation dieser Frau folgen, wäre sie in wenigen Jahren erst arbeitslos und bald verhungert, da ja auch der gesellschaftliche Vertrag, auf dessen Basis wir Umverteilung akzeptieren, im wesentlichen hinfällig wird, wenn es in der Welt nur noch um die Selbstverwirklichung der letzten Generation ginge. Alles in allem also ein ziemlicher Nonsens.

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gedu49 09.03.2019, 11:15
318. Leider nicht

Zitat von fleischwurstfachvorleger
...... Wenn wir in Europa weniger Kinder zu Welt bringen, hat das keinen Einfluss auf die Geburtenrate in Afrika und Asien. Wenn man das steuern wollte, geht das wohl am besten über die Religionsführer......
Es sind ja gerade die Religionsführer, die lange Zeit und in einigen Religionen noch immer gegen die Geburtenkontrolle argumentieren.

Hier in Deutschland ist es kein Problem unseren neuen Mitmenschen ihre 4 und mehr Kinder zu alimentieren, aber was tun in Afrika ???

Helfen wir nicht verhungern unschuldige Kinder weil die Eltern nicht in der Lage sind sie zu ernähren aber offenbar die Geburtenkontrolle nicht kennen oder verweigern.
Helfen wir wird das Problem nur noch grösser weil die geretteten Kinder als Erwachsene in gleicher Weise weitermachen.

Es ist vermutlich einfacher einen eckigen Kreis zu zeichnen als dieses Problem zu lösen.

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siebenachtneun 09.03.2019, 11:27
319.

"[...]immer wieder für ihre Kinderlosigkeit rechtfertigen zu müssen - und auch diskriminiert zu werden [...]"

Ständig muss man sich rechtfertigen, warum man keine Kinder haben will. Man wird als schlechter Mensch angesehen usw.
Hier im Forum schauderts mich, was ich alles lesen muss. Kinderlose sollten keine Rente bekommen, weil sie keinen Menschen in die Welt gesetzt hat, der die Rente für meine Generation zahlt. Die Menschheit stirbt aus, wenn sich die Menschen nicht vermehren.
Überall wird Toleranz gepredigt, dass ich überall Kinderlärm hören muss, das ich für Kinderwagen Platz mache usw. Aber wenn ich die Toleranz einfordere, dass akzeptiert werden soll, dass ich keine Kinder möchte, kommen die Heugabeln zum Vorschein.
Ich kann mit Kindern nichts anfangen und somit will ich auch keine. Soll ich mir welche anschaffen in der Hoffnung mein Mutterinstinkt wird doch noch aktiviert? Sollte das jemals passieren und meine biologische Uhr bis dahin nur noch auf Sparflamme ticken, kann ich immer noch ein Kind adoptieren, welches dann meine Rente zahlt.

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