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"Kinderfrei statt kinderlos": Lehrerin schreibt Manifest gegen das Kinder-Kriegen
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Kinder seien schlecht für die Umwelt: Die Lehrerin Verena Brunschweiger hält nichts vom Kinderkriegen - und tritt damit eine hitzige Debatte los.

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anja-boettcher1 09.03.2019, 11:53
340. Verschwurbelte Ideologie

Zitat von vera gehlkiel
Ich wette einen hochpreisigen Designer-BH, dass Brunschweiger eine außergewöhnlich befähigte Lehrerin ist, die gerade durch ihre äußerst gesunde Distanz zum kollektivistischen Schwurbel wg Kind aus dem Knäuel eines chronisch selbstunzufriedenen Lehrkoerpers beispielgebend herausragt. Mutterschaft, das habe ich irgendwann, und wie jede fruchtbare Frau chronisch von dem Thema in die Zange genommen, ganz für mich allein erkannt, kann nur aus autonomen, niemals aus original altruistischen Gründen geschehen oder nicht, soll es nicht in eine das Ich auslöschende chronische Schizophrenie münden. Ich war zweieinhalb Jahre mit einem Mann zusammen, der sich sehnlichst ein Kind von mir wünschte, so sehr, dass ich schließlich die absurde Koerpersensation entwickelte, meine eigene Gebärmutter wie isoliert in einem Lederetui im eigenen Bauch spazierenzutragen. Das ging nicht, und so geht es gar nicht, und niemals. Ein Kind, das nicht da ist, kann sich nicht erdacht werden, das ist pseudoreligioeser Murks. Es kann nur entstehen, in mir Frau, als Entwurf auf meine eigene Zukunft. Niemals als etwas, dessen Wert "an sich" als Vollendung einer in sich geschlossenen normierten Welt besteht. Diese irrationale Anforderung an die angeblich in jeder Frau schon versteckt wie ein Alien abwartende Mutter ist männlicher Regulierungswahn. Gekonnt von Brunschweiger, das genau über diese leidige Standard-Maennerdomaene "Rationalisierung" zu konterkarieren.
Frauen, die Kinder bekommen, folgen darin schlichtweg dem ureigenen Impuls, der in dem begründet liegt, was sie als Naturgeschöpfe sind: Glieder einer hunderttausedjahre alten Spezies. Kindern das Leben zu geben, ist so natürlich wie atmen, essen und trinken. Mit Egoismus hat dies ebenso wenig zu tun wie mit Altriusmus: Elternschaft ist schlichtweg ein natürlicher Bestandteil des Lebens.

Warum eine Spezies das Leben von Bienen, Vögeln oder Korallen achten soll, die das eigene nicht achtet, ist unsinnig: Nur wer Kinder hat, hat ein natürliches Bedürfnis für die nächste Generation Leben zu erhalten.

Freilich ist es der Freiheit eines Menschen anheimgestellt, ob er die nächste Generation hervorbringen will oder nicht. Jeder kann sich auch dafür entscheiden, nur um das eigene Selbst zu kreisen. NIchts anderes ist nämlich "Selbstverwirklichung", die die soziale Dimensio des Selbst nicht erkennt. Nur sollte man sich dann nicht zum Gegenstand der Selbstverwirklichung einen Beruf wählen, der von anderer Leute Kinder lebt.

Nicht jede kinderlose Frau ist dies freiwillig. Wer aber Kinderlosigkeit zur Ideologie erhebt, sollte nicht auf Kinder losgelassen werden. Als Mutter und Lehrerin weiß ich, dass solche Leute unter Umständen gute Didaktiker, nicht aber gute Lehrerinnen sein können. Ihnen fehlt nämlich die wesentliche Dimension des Verständnisses für Kinder und die wesetlichste Erfahrung des Kindererziehens. Ich würde dieser Frau meine Kinder ebenso wenig ausliefern müssen wie Leuten vom Schlage eines Sarrazins. Wer von der Selbstverständnis des Lebensrechts eines jeden Kindes, das vor einem sitzt, so wenig überzeugt ist, der sollte mit toten Objekten arbeiten und nicht mit kleinen Menschen.

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d.u.s 09.03.2019, 11:56
341. Interessant!

Entweder massiver Rechtfertigungsdruck vor anderen/sich selbst, kombiniert mit pathologischem Sendungsbewusstsein, oder der Versuch Marktwert zu generieren. Oder die effiziente Kombination. Egal. Komplett bescheuert allemal. Reproduktion ist unser Lebenszweck. Außerdem, und nicht ganz unwichtig, sind Kinder Liebe.. PS: CO2 technisch wäre es im übrigen günstig, sie stellte das Atmen ein.

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redepest 09.03.2019, 11:57
342. Sie hat es kapiert:

80% des Publikums bringt sie gegen sich auf und mit den restlichen 20 verdient sie ordentlich Kohle. Respekt!

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Hottentottenham 09.03.2019, 11:58
343. Hmmm...

Zitat von ThomasWitte
kann nur sein: Kinder zu kriegen! Zu diesem Ergebnis bin ich nach ca. 40 Jahren Nachdenkens gekommen. Alles Andere ist sinnlos. Denken Sie mal darüber nach.
Das freut mich, für das Sie den Sinn des Lebens gefunden haben. Ich bin 52 und habe auch viel über den Sinn des Lebens nachgedacht. Leider bin ich zu keiner Antwort gekommen. Muss denn Frau Brunschweiger extra aufgefordert werden nachzudenken, weil sie einen anderen Standpunkt hat zum Kinderkriegen, als diejenigen die eines haben?

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anja-boettcher1 09.03.2019, 11:59
344. Knackpunkt

Zitat von Nania
Stimmt. Unser Planet krankt ja geradezu daran, dass wir zu wenige Menschen sind. Und mit Biologie hat das auch wenig zu tun: Selbst, wenn Sie sich entscheiden, zehn Kinder in die Welt zu setzen, kann es passieren, dass alle zehn später keine eigenen Kinder wollen. Sie können noch so liebevoll zu ihren Kinder gewesen sein, nicht jeder Mensch will und muss heute noch Nachwuchs bekommen.
Es gibt aber keinen Grund für all diese anderen Kinder auf einem anderen Kontinenten, einem bettlägigen weißen Mitteleuropäer, der nichts für ihn getan hat, später den Körper zu waschen und für ihn zu sorgen.

Die Vorstellung, das es doch genügend Menschen da sind, die sich für Geld um einen kümmern mögen, wenn niemand in der jüngeren Generation einem verpflichtet ist, hängt an einem imperialen Finanzsystem. Wer sich selbst genügt, hat keine Menschen auf der Welt, die Grund haben, sich umgekehrt um einen zu kümmern. Unser gesamtes Sozialsystem hängt am Generationenvertrag.

Wenn in den niemand Menschen einbringt, weil er dies biologisch nicht kann, tut das nichts zur Sache. Wer aber seine Beseitigung zur egozentrischen Ideologie erhebt, der sollte auch nicht nach ihm versorgt werden.

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madameping 09.03.2019, 11:59
345.

Zitat von siebenachtneun
"[...]immer wieder für ihre Kinderlosigkeit rechtfertigen zu müssen - und auch diskriminiert zu werden [...]" Ständig muss man sich rechtfertigen, warum man keine Kinder haben will. Man wird als schlechter Mensch angesehen usw. Hier im Forum schauderts mich, was ich alles lesen muss. Kinderlose sollten keine Rente bekommen, weil sie keinen Menschen in die Welt gesetzt hat, der die Rente für meine Generation zahlt. Die Menschheit stirbt aus, wenn sich die Menschen nicht vermehren. Überall wird Toleranz gepredigt, dass ich überall Kinderlärm hören muss, das ich für Kinderwagen Platz mache usw. Aber wenn ich die Toleranz einfordere, dass akzeptiert werden soll, dass ich keine Kinder möchte, kommen die Heugabeln zum Vorschein. Ich kann mit Kindern nichts anfangen und somit will ich auch keine. Soll ich mir welche anschaffen in der Hoffnung mein Mutterinstinkt wird doch noch aktiviert? Sollte das jemals passieren und meine biologische Uhr bis dahin nur noch auf Sparflamme ticken, kann ich immer noch ein Kind adoptieren, welches dann meine Rente zahlt.
Ich bin absolut Ihrer Meinung, was Sie zur Kinderlosigkeit schreiben. Man hat hier bitteschön alle zu tolerieren, was irgendwie nach Chaos klingt, vor allem, wenn es von Kindern kommt.
Es ist wirklich wie Anfang des 20. Jh, nur dass sich das politische Spektrum verlagert hat. Damals salutierte man kriecherisch vorm Kaiser - oder man galt als Vaterlandsverräter und wurde geschulmeistet und diskriminiert. Das gleiche Denken hat sich heute nach links verschoben. Heute salutiert man nicht mehr, heute findet man alles supertoll, was Kinder machen. Man verhält sich ähnlich kriecherisch und wehe dem, der Kinderlärm blöd findet...
Es ist das gleiche Verhaltensmuster, nur das Subjekt hat sich verschoben.
Und dann wird der moralische Zeigefinger erhoben: die Renten. Diesen Punkt halte ich ebenso für ausgesprochen fragwürdig, denn all die, die davon quasseln, werden ihre Kinder ja wohl hoffentlich nicht in die Welt gesetzt haben, um Rentenzahler produziert zu haben.
Was die Umwelt betrifft, so sind ist dieser Gedanke auch gut im Bericht des Club of Rome nachzulesen, wonach kinderlose Frauen mit 50 eigentlich belohnt werden sollten. Auch ich bin der Meinung, dass da was dran ist, denn je mehr Menschen es gibt, desto größer die Gefahr, dass die Umwelt kollabiert.

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anja-boettcher1 09.03.2019, 12:04
346. Sei bezahlt nicht die Rentner von morgen

Zitat von Nania
Und genau daher krankt das System ja schon in sich. Zudem: wieso sollte die Dame kein Recht auf eine Rente haben, wenn Sie die Rentner von heute bezahlt? Vermutlich übrigens schon in einem Verhältnis, mit dem die Erschaffer des Systems wohl damals nicht ganz gerechnet haben. Spätestens mit dem Eintritt der Babyboomer ins Rentenalter wird es mehr Rentner als Erwerbstätige geben und da helfen heute geborene Kinder auch nicht mehr weiter.
Sie bekommt nur deshalb Geld, Staatsgeld, weil andere Leute nicht so leben, wie sie predigt, und Kinder bekommen.
Niemand "verdient" Geld. Es ist ein Tauschmittel, dessen Gültigkeit auf Regeln beruht, die sich dem Generationenvertrag verdanken. Kappt man ihn, verdient man für die Zukunft gar nichts.

Wir drücken während wir arbeiten dafür ab, dass wir großgezogen wurden. Dafür sichern wir die Elterngeneration ab. Sie ist - als jemand, der von Kindern anderer Leute lebt - jemand, der will, dass die Generation, die sie absichern könnte, wenn sie die eigene Elterngeneration absichern will, gar nicht erst entsteht.

Damit erlischt ihr Anspruch auf Pension.

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niroclean 09.03.2019, 12:05
347. ....warum wird Frau Braunschweiger hier so oft...

..herabgewürdigt? Vieles in Ihren Aussagen ist richtig und nachprüfbar. Das die Aussagen vielen nicht in ihr Weltbild passt war ja abzusehen. Das Frau Braunschweiger Lehrerin ist widerspricht ja nicht Ihren Aussagen. Kinder die schon da sind, sollten selbstverständlich gut Unterrichtet werden. Das kann auch durch eine Lehrerin geschehen die selber keine Kinder haben möchte.

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hörwurm 09.03.2019, 12:05
348. tralala

Ich bin beim Lesen von Kommentaren regelmäßig über die gezeigte Unbildung und mangelnde Denkfähigkeit bestürzt. Wie jedes (zumindest) Säugetier vermehren wir Menschen uns mittels Sex und Schwangerschaft. Würde es andere höher entwickelte Lebewesen als den Menschen geben, könnte es sein, dass wir regelmäßig gefressen werden. Das hielte die Bevölerung im Zaum und im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten. Früher hatten wir nicht nur einen Kaiser, sondern brauchten auch viele Menschen, um den Bestand der Familie zu sichern, auf dem Feld zu arbeiten und als Soldaten zu sterben. Diese Umstände hielten die Bevölkerung im Zaum. Mit Beginn der Industrialisierung brauchte man auch wieder viele billige Arbeitskräfte und Konsumenten für die erzeugten Produkte, damit es einer bestimmten Gruppe besser ging als anderen. Auch heutzutage zahlen nicht Kinder in die Sozialkasse ein, von der zukünftige Rentner leben, sondern Menschen, die einen Job haben. Aus der Sozialkasse muss Kindergeld, Rente uvm. ausgezahlt werden. Früher gab es den Witz: Deine Frau ist schwanger? Was wird es denn? Eine Hausfrau oder ein Arbeitsloser?
Bei Menschen ist regelmäßig der Wunsch Vater des Gedankens. Ein Kinderwunsch kann selten bis gar nicht rational erklärt werden...stimmt so nicht. Da war oder ist das Baukindergeld, das Kindergeld uvm. auf das geschielt wird. Ähnlich wie in der "DDR" braucht man Kinder.....um soziale Hilfe in irgendeiner Form in Anspruch nehmen zu können und wenn es die Aufwertung der Frau im Freundeskreis sein sollte. Für die einen sind Kinder Statussymbol, für die anderen gibt es zu HartzIV noch das Kindergeld. Bis ein Mensch endlich arbeitet und in die Sozialkasse einzahlt, hängt er am Euter des Steuerzahlers. Das Argument, dass Kinder zukünftige Einzahler seien und die Rentner finanzieren, ist ein dummes Argument geworden. Würde niemand arbeiten, weil Maschinen, Roboter und Computer das erledigen, müsste auch ein entsprechendes Steuer-System entwickelt werden. Daran krankt ja gerade unser derzeitiges Steuersysem, denken wir an "amazon" und "soziale Netzwerker". Viele vergessen regelmäßig, dass Alleinstehende und Kinderlose mehr Steuern zahlen und damit die Kiner anderer Leute finanzieren. Vorher will man Kinder, hinterher merkt man erst, wie unfrei und belastet man mit Kindern ist, gibt es aber nicht zu. Das nennt man Verlogenheit.

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steffen.raschack 09.03.2019, 12:07
349. wenn man die Vielfalt der menschlicher Meinungen zeigen will,

ist das völlig in Ordnung, auch diese Meinung zu veröffentlichen! Zudem ist nicht jeder Unsinn unlogisch oder falsch! Für die Weltverbesserer aus dem rot grünen Spektrum Anregung ihre Vortellungen zu überdenken, denn Nichtraucherschutzgesetze, Böllervrebot und Dieselfahrverbote verlängern ja auch nur das Leben von Menschen und damit den CO2 'Ausstoß. Gleiches gilt für die rechte Ecke mit Schutz des ungeborenen Lebens, mehr Kindern oder Fachkräftenachzug aus Ländern, wo der pro Kopfausstoß an C02 wesentlich geringer ist, als bei uns. Faschistoid ist am Nachdenken oder einer Meinung gar nichts, solange dies nicht zum diktierten Maßstab für alle wird. Wer allerdings konsequent CO2 einsparen will, sollte nicht jeden Gedanken drucken lassen, zumindest nicht auf Papier, welches bekanntlich aus CO2 wandelnden Pflanzen gemacht wird! Mann und Frau, egal welcher politischen Ansicht sollten sich darüber klar werden, dass eine zunehmende Menschheit bei nicht gleichzeitig abnehmenden Wohlstand eine Gefahr für sich selbst ist. Insofern ist der Verzicht auf Kinder auch eine richtige Entscheidung, wird von mir als Vater von drei Wusnchkindern akzeptiert, aber ich entschuldige mich nicht, bei Zeugung nicht über die Klimaproblematik nachgedacht zu haben!

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