Forum: Karriere
"Kinderfrei statt kinderlos": Lehrerin schreibt Manifest gegen das Kinder-Kriegen
DPA

Kinder seien schlecht für die Umwelt: Die Lehrerin Verena Brunschweiger hält nichts vom Kinderkriegen - und tritt damit eine hitzige Debatte los.

Seite 7 von 67
bakiri 08.03.2019, 19:37
60. Sie hat wohl den falschen Beruf...

Frau Bunschweiger scheint die Sozialsysteme in Deutschland nicht verstanden zu haben. Aber es gibt ja leider viele die denken, sie würden den Rentenbeitrag zur Finanzierung ihrer eigenen Altersrente zahlen. Ohne Kinder wäre es in diesem System zappen duster. Das Problem ist weniger die Frage, ob Menschen Kinder kriegen sollen. Viel wichtiger wäre zu klären, was mit den dummen Menschen passieren soll. Das ist nicht nur auf Frau Brunschweiger bezogen, es betrifft leider weite Teile der Bevölkerung.
Wer behauptet Menschen kriegen Kinder zwecks zusätzlicher Einnahmequelle, der hat anscheinend keine Ahnung von den durch Kinder entstehenden Kosten. Insbesondere unter dem Aspekt der Berufes von Frau Brunschweiger und ihrer Ansichten sowie der Arbeitsauffassung mancher Ihrer KollegInnen muss man leider sagen, es muss dringend eine psychologische Überprüfung vor der Einstellung eines Lehrers oder besser vor Abschluss der Studiums erfolgen. Was da auf junge Menschen losgelassen wird ist für die negative Entwicklungen unserer Gesellschaft zu einen schwerwiegenden Teil mitverantwortlich, sowas ist doch nicht tragbar.

Beitrag melden
dasfred 08.03.2019, 19:37
61. Seid furchtbar und mehret euch

Unser Land ist dicht besiedelt und jedes Kind bei uns verkonsumiert bis zur Volljährigkeit schon mehr Ressourcen, als der Planet neu bilden kann. Die Natur hat den Trieb erfunden, damit der Mensch sich paart. Trotzdem achten die meisten von uns darauf, nicht unbegrenzt Kinder in die Welt zu setzten. Natürlich ist ihre Aussage eine Provokation, aber eben eine Replik auf die ständigen Fragen nach Nachwuchs oder der Erfüllung als Frau.

Beitrag melden
cvk 08.03.2019, 19:38
62. Probleme bewältigen

Ob stark übergewichtige Menschen sich gegen den "Gesundheitswahn" auflehnen; Wirtschaftlich gescheiterte Personen auf die Politik schimpfen; oder Kinderlose sich als besonders ökonomisch verkaufen. Es ist immer derselbe verzweifelte Versuch, das unerträglich gewordenen, versagende "Ich" zu schützen. Irgendwann wird es dann leichter die gesamte Umwelt umzudeuten, als an sich selber weiter zu arbeiten. Wir sollten auf solche Menschen nicht zu böse sein.

Beitrag melden
Haarfoen 08.03.2019, 19:40
63. Plünderung der Rentenkassen - Kinder sollen es ausbügeln

Zitat von Nania
Und genau daher krankt das System ja schon in sich. Zudem: wieso sollte die Dame kein Recht auf eine Rente haben, wenn Sie die Rentner von heute bezahlt? Vermutlich übrigens schon in einem Verhältnis, mit dem die Erschaffer des Systems wohl damals nicht ganz gerechnet haben. Spätestens mit dem Eintritt der Babyboomer ins Rentenalter wird es mehr Rentner als Erwerbstätige geben und da helfen heute geborene Kinder auch nicht mehr weiter.
Nicht ganz so: Das System war eigentlich so gedacht, dass die arbeitenden Generationen in eine "Rentenkasse" einzahlen und dieses eingezahlte Geld im Rahmen einer Solidargemeinschaft im Ruhestand wieder entnehmen. Dann hat man im Zuge des Neo- Liberalismus die Rentenkassen geplündert, Teile der Rente privatisiert (Rürup/Riester) und in die Finanzwirtschaft eingegliedert. Den Menschen hat man dazu eingeredet, im Rahmen eines Generationenvertrages müssten die Jungen für die Alten aufkommen. Dass das nicht aufgehen kann, liegt bei den Babyboomern auf der Hand, da pflichte ich Ihnen bei. Das System wird also zweifelsfrei platzen und daher hilft hier nur das bedingungslose Grundeinkommen, dass volkswirtschaftlich erarbeitet wird.

Beitrag melden
andreas.f 08.03.2019, 19:43
64. Hm

Jeder darf seine Meinung äußern. Wie verbittert und leer diese auch sein mag.

Beitrag melden
AllesNichtsOhneCologne 08.03.2019, 19:44
65. Es ist wirlich erstaunlich

wie man mit solchen "Manifesten" Aufmerksamkeit erzeugt. Es ist doch jedermanns eigene Entscheidung, Mann wie Frau, ob sie Kinder bekommen möchten oder nicht. Eine Gesellschaft besteht nun einmal aus Menschen, die täglich altern. Werden keine Menschen mehr in die Gesellschaft hineingeboren, stirbt sie aus. Ende der Geschichte. Eine Gesellschaft schaut also mit Recht skeptisch auf jene ihrer Mitglieder, welche aus prinzipiellen Gründen keine Kinder bekommen möchten. Quasi Selbsterhaltungstrieb. Dabei können wir froh sein, in einer so offenen und liberalen Gesellschaft leben zu dürfen, die diesen Individualismus zulässt und nicht, wie es die Geschichte beweist, die Betroffenen sanktioniert. Also wozu das Ganze?

Beitrag melden
shotaro_kaneda 08.03.2019, 19:47
66. @ pit66 #53

Wie stellen sie sich denn ihr kapitalgedecktes Rentensystem ohne Nachfolgegenerationen vor? Zinsen oder Dividende können sie vergessen, da Zinsen immer Schulden oder zumindest Konsum gegenübersteht. Beides gibts nicht, ohne Folgegeneration. Und selbst ihr angespaartes Geld nützt wenig, wenn keiner da ist, der ihnen das Brot backt, die Felder bestellt, sie eventuell pflegt, ihre Konsumgüter produziert, Energie und Wärme erzeugt, ihre Waren transportiert usw. Eher rebellieren die paar Menschen, die doch noch in die Welt gesetzt werden, als dass sie irgendeinen Anspruch geltend machen könnten.

Beitrag melden
mintyapple 08.03.2019, 19:48
67. Scheindiskussion

Kinderfrei, kinderlos, CO2, Rente, Klima, Überbevölkerung... das ist doch alles überflüssig. Schlussendlich kommt es nur auf eins an: will die betreffende Person Kinder oder nicht?

Und genau hier fangen die Probleme an, weil zu viele Leute es nicht nicht verkraften, wenn jemand sich anders entscheidet als sie selbst. Darum geht es in Wirklichkeit: alle sollen gefälligst so sein wie wir selbst und wer es nicht ist, ist der Feind und ein schlechter Mensch und persönlich Schuld daran, wenn die Welt unter geht.

Versuchts doch mal mit leben und leben lassen.

Beitrag melden
cybion 08.03.2019, 19:48
68. Längst fällige "Streitschrift"

Viele der sogenannten 68er hatten für Kinder in ihrer Lebensplanung keinen Platz, da andere Zielsetzungen (Welt bereisen, Kulturen verstehen, Arbeit / Gesellschaft gestalten / verändern) vorrangig waren. Dies wurde in vielen Fällen auch gar nicht zum Diskussionsgegenstand gemacht. Dann kam die (un-)bewußte neokonservative Wende: Familie als übergeordneter Wert, alte Vornamen etc.
Und plötzlich stellt die deutsche "political correctness" kinderfreie Paare / Singles mit dem moralisch sozialen Zeigefinger in die Ecke, und das in einem mit gut 7 Mrd. hoffnungslos überfordertern globalen Ökosystem durch sich "homo sapiens" nennende Wesen.
Natürlich hat die Zeigefingerfraktion sich sozial aufopfernd der lustfreien Kindererzeugung hingegeben, damit die Kinderfreien ein Luxusleben führen können (ungeachtet derer unfreiwillger Steuerlast, selbst angesparter Altersvorsorge, infrastrukturentlastender Raumökonomie (nix Wohnungsnot bei 2 + 0) und unzähligen nicht-ökologischen Vorleistungen mehr).
Ich kann Frau Brunschweiger nur beglückwünschen, diese Diskussion ins mediale Rampenlicht gerückt zu haben, ihr viele gut dotierte Talkshowauftritte mit Heinrich Heine'schen Philistern wünschen und so üppige Einnahmen durch Buchverkäufe, dass sie in liberaleren Weltgegenden mit besserem Wetter ohne ihren staatlichen Arbeitgeber weitere steile Thesen zu Papier bringen kann.

Beitrag melden
Nania 08.03.2019, 19:49
69.

Zitat von curiosus_
Ganz einfach deshalb, weil das, was man im Alter mit der Rente bezahlt, nicht von der Rente erbracht wird, sondern von Menschen. Nicht das (Renten-) Geld arbeitet und versorgt die Alten, das tun Menschen aus Fleisch und Blut. Und je mehr Alte auf solche Menschen kommen desto niedriger fällt die Versorgung aus. Völlig egal, ob das Geld mit dem bezahlt wird aus einer Umlage stammt oder in irgend einem Sparstrumpf über Jahrzehnte angespart wurde. Wenn Sie der Meinung sind, dass "Das System nur hätte funktionieren können, hätte die Gesellschaft immer mehr Kinder bekommt", so hat das absolut nichts mit dem System zu tun. Das ist völlig systemunabhängig! Hart, aber wahr.
Genau das, was Sie beschreiben, ist aber der Grund dafür, warum es systemimmanent ist, dass das System bei sinkender Geburtenrate NICHT funktionieren kann.

Die Rechnung ist da absolut simpel:

1. Vater und Mutter gehen in Renten und möchten Geld haben.
2. Wenn diese beiden acht Kinder hatten, dann ist das Rentner-Kinder-Verhältnis 8:2
3. Wenn von diesen acht Kindern aber nur vier überhaupt Kinder haben, davon zwei jeweils zwei und zwei eins, dann kommen auf insgesamt 16 Erwachsene (Partner mitgerechnet) sechs Kinder: 16:6 --> es gibt also plötzlich mehr Rentner als Kinder.
4. Wenn diese sechs Kinder ihrerseits jetzt nur noch drei Kinder bekommen, und davon zwei jeweils eins und einer zwei, dann kommen auf 12 Erwachsene nur noch 4 Kinder.
5. Wenn von diesen vier Kindern jetzt nur noch eines Kinder bekommt, und dann auch nur eins, haben wir ein Verhältnis von 8:1

Natürlich sind die Zahlen nicht an die reellen Zahlen angeglichen, aber darum geht es mir in dem Beispiel auch nicht.

Die Geburtenraten sind in den letzten 60 Jahren so massiv gesunken, dass wir als Gesellschaft vom komfortablen ersten Verhältnis mittlerweile meilenweit entfernt sind. Das kann man auch schön dieser Grafik entnehmen: https://www.demografie-portal.de/SharedDocs/Informieren/DE/ZahlenFakten/Beitragszahler_Altersrentner.html

Und das ein System, in dem die Renten auf der Zahl der Erwerbsmäßigen aufbaut nur dann gut funktionieren kann, wenn die Zahl der Kinder die Zahl der Rentner übersteigt, dann ist klar, dass das nicht funktioniert, wenn die Zahl der Rentner steigt, die Geburten aber abnehmen. Das hat auch was damit zu tun, dass die Menschen heute immer älter werden. Sie können also mein obiges Beispiel nehmen und von Schritt drei auf Schritt vier damit rechnen, dass das Verhältnis wohl eher bei bei 20:4.

Beitrag melden
Seite 7 von 67
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!