Forum: Karriere
Kita mit Seltenheitswert: Kann Mann machen
Philipp Awounou

Jedes Jahr arbeiten mehr Männer in deutschen Kitas, doch ihr Anteil bleibt verschwindend gering. Eine Stuttgarter Einrichtung zeigt, wie die Zukunft aussehen könnte - und woran die Branche noch arbeiten muss.

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vothka 17.08.2019, 18:33
1.

Wo ist das jetzt für einen Ausbildungsberuf -vor allem für einen 0.0 produktivität-Sozialberuf- schlecht bezahlt?
Den Spass dürfen am Ende ja wieder die glücklichen in Steuerklasse 1 die noch irgendwo in der Industrie arbeiten blechen

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Furchensumpf 17.08.2019, 19:01
2.

Zitat von vothka
Wo ist das jetzt für einen Ausbildungsberuf -vor allem für einen 0.0 produktivität-Sozialberuf- schlecht bezahlt? Den Spass dürfen am Ende ja wieder die glücklichen in Steuerklasse 1 die noch irgendwo in der Industrie arbeiten blechen
Immer wieder dieses Stammtisch-Gerede von den Blinden, die keine Ahnung haben, aber was von Farben erzählen wollen...

1. 0.0 Produktivität? Produktiv ist für Sie nur jemand, der etwas herstellt? Na dann schauen Sie mal, wie produktiv unser Land wäre, wenn es keine Kitas gäbe. Mal davon abgesehen, dass Kinder vor allem weil dort viele von ihnen zusammen kommen, wichtige soziale Kompetenzen entwickeln und auch andere Dinge lernen.

2. Warum der Beruf schlecht bezahlt ist steht doch im Artikel. Mal davon abgesehen, dass es sich hier (noch) um eine schulische Ausbildung handelt, die nicht vergütet wird und der ein Annerkennungsjahr folgt, bei welchem vielleicht 60% des späteren Gehaltes bezahlt werden. Schlecht bezahlt auch deswegen, weil der Beruf des Erziehers laut deutschem Qualifikationsrahmen mit einem Bachelor-Abschluss oder einem Meistertitel gleichzusetzen ist. Und die gehen mit deutlich mehr am Ende des Monats nach Hause.

Wussten Sie aber alles sicherlich.

Und was müssen die "in der Industrie" arbeitenden blechen? Wenn Sie in ganzen Sätzen schreiben würden, könnte man vielleicht auch den Sinn dahinter erkennen. Mal von der Interpunktion abgesehen.

Und mal die ganzen folgenden Kommentare von wegen nur Kaffee trinken und völlig überzahlt vorwegzunehmen: Noch mehr kann man seinen Sozialneid nicht offenbaren. Wenn der Job so einfach und so gut bezahlt ist, warum fehlen dann in ganz Deutschland über 120.000 Erzieher - Tendenz starkt steigend, weil in den nächsten Jahren mehr Erzieher in Rente gehen als von den Schulen nachkommen. Und vor allem: Wenn der Job so einfach wäre, haben hier einige bei ihrer Berufswahl so einiges falsch gemacht. Man hätte stattdessen so einen ruhigen Job mit viel Kaffee und viel Geld am Ende des Monats haben können. Ja, warum nicht?

Und meiner Erfahrung nach regen sich vor allem die künstlich auf, welche selbst mit einem Kindergeburtstag überfordert wären.

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wookie13 17.08.2019, 19:05
3. 0.0 produktiv ...

Da ist ja gleich der erste Kommentar wieder super-qualifiziert.
Kitas sind Bildungseinrichtungen, Bildung ist die wichtigste Ressource die wir haben.
Natürlich ist die Produktivität die dadurch erreicht wird schwierig zu messen, wenn sie erst 16-20 Jahre später einsetzt und so viel andere Faktoren mit reinspielen.
Abgesehen davon, ermöglicht eine Kinderbetreuung den Eltern überhaupt erst produktiv zu sein.

Aber klar, Kindergarten kann jede (das *r lassen wir vermutlich lieber gleich weg) und die Eltern sind ja selbst Schuld, wenn sie sich Kinder anschaffen (die dann später auch Ihre Rente verdienen)
Es sind solche Kommentare, die klar machen, warum der Beruf Erzieher(*innen) immer noch so einen schlechten Ruf hat.

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Doberitz 17.08.2019, 19:21
4. Der Beruf ist bei weitem nicht schlecht bezahlt

Zitat von Furchensumpf
I 2. Warum der Beruf schlecht bezahlt ist steht doch im Artikel. Mal davon abgesehen, dass es sich hier (noch) um eine schulische Ausbildung handelt, die nicht vergütet wird und der ein Annerkennungsjahr folgt, bei welchem vielleicht 60% des späteren Gehaltes bezahlt werden. Schlecht bezahlt auch deswegen, weil der Beruf des Erziehers laut deutschem Qualifikationsrahmen mit einem Bachelor-Abschluss oder einem Meistertitel gleichzusetzen ist. Und die gehen mit deutlich mehr am Ende des Monats nach Hause.
Gibt 1. schon lange nur 3jährige, bezahlte praxisintegrierte Ausbildung (oder Studium mit Bafög).
2. gibt es nur einen "Mangel", weil man über Nacht einen Rechtsanspruch ausgerufen hat und im Gegensatz zu früher jetzt ganztags und nicht erst ab 3, sondern ab 0 Jahren betreut (nicht erzieht oder gar "bildet")
3. Hat das früher auch die Mutti selbst geschafft und die 3 Stunden vormittags Kindergarten haben auch gereicht. Nun werden die Kosten der Betreuung sozialisiert und Muttis Gehalt teils sogar komplett privatisiert.
4. Von dem Gehalt können auch viele andere, gut qualifizierte Leute nur träumen, die Wert schöpfen.

Und ja, für Männer ist das v.a. deshalb problematisch, weil man immer latent als Pädo eingestuft wird, mit dem Gehalt wären viele froh und die Ausbildung ist v.a. "Gelaber"

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oui 17.08.2019, 19:22
5. für das weibliche Personal eine Katastrophe!

unsere beste Freundin, Waldkindergärtnerin, beklagt sich bitter: extrem wachsende Kinderzahl, aber Mannschaft unverändert, und da die 2 Männer nicht beschuldigt werden wollen, die Kinder "anzufassen", obwohl auch sie wirklich die Aufgabe haben, wickeln sie nicht... D.h. die 2 Frauen werden automatisch zur "Wickel-Tante" herunter degradiert... Den ganzen Tag doppelt so viel von dieser ersehnten Tätigkeit bei kleinerem Einkommen, Chef des Kiga ist natürlich der Mann... Was für ein perverser Lebensstart gönnen wir unseren Kindern, damit deutsche Mütter «Karriere» machen können!

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Doberitz 17.08.2019, 19:24
6. Tatsache

Zitat von wookie13
Aber klar, Kindergarten kann jede (das *r lassen wir vermutlich lieber gleich weg) und die Eltern sind ja selbst Schuld, wenn sie sich Kinder anschaffen (die dann später auch Ihre Rente verdienen) Es sind solche Kommentare, die klar machen, warum der Beruf Erzieher(*innen) immer noch so einen schlechten Ruf hat.
kann jeder, der menschlich geeignet ist. Lernen kann man das nicht, höchstens üben, wie alles mit "Pädagogik".
Kinder sind Privatvergnügen aus rein egoistischem Motiv, ob nur Kosten entstehen oder mal eine Rente finanziert wird, steht in den Sternen Deshalb hat Erzieher noch lange keinen schlechten Ruf, wenn es menschlich stimmt.

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Doberitz 17.08.2019, 19:25
7. Tatsache

kann jeder, der menschlich geeignet ist. Lernen kann man das nicht, höchstens üben, wie alles mit "Pädagogik".
Kinder sind Privatvergnügen aus rein egoistischem Motiv, ob nur Kosten entstehen oder mal eine Rente finanziert wird, steht in den Sternen Deshalb hat Erzieher noch lange keinen schlechten Ruf, wenn es menschlich stimmt.

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ned divine 17.08.2019, 19:32
8. und wenn dann ab 2020 die Kitas reihenweise gratis sind

wird die Qualtität der Kitas noch schlechter werden, denn das ist der Preis dafür in unserer Umsonstmentalität.
Erst zahlen die Kinder den Preis durch Qualitätsabzüge in der Betreuung/ Ausstattung und ähnliches und später, wenn diese Generationen dann erwachsen sind, schliesslich die ganze Gesellschaft.... Aber dann will es keiner gewesen sein und es wird mitnichten wieder zurück gerudert werden - wird man dann Bildungsreform nennen!!
Man sollte lieber endlich die Erzieher qualitätaitv besser ausbilden, besser bezahlen und sowas muss die Eltern auch was kosten. Ab nächstem Jahr wird das Ansehen der Kindergärten noch mehr leiden, denn was nix kostet ist ja bekanntermaßen auch weniger wert.
Unter diesen Umständen werden auch kaum mehr Männer in diesen schwierigen, anstrengenden sowohl körperlich, geistig als auch emotional herausfordernden Beruf finden.

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spon_1980133 17.08.2019, 19:36
9. Zukunft …

Zitat von vothka
Wo ist das jetzt für einen Ausbildungsberuf -vor allem für einen 0.0 produktivität-Sozialberuf- schlecht bezahlt? Den Spass dürfen am Ende ja wieder die glücklichen in Steuerklasse 1 die noch irgendwo in der Industrie arbeiten blechen
Vielleicht tröstet es Sie, dass Ihre Berufsgattung des Industriearbeiters eine aussterbende Spezies ist. In spätestens 20 Jahren wird Ihre Arbeitsleistung im heutigen Verständnis nicht mehr benötigt werden. Roboter haben stärkere Muskeln, sind 24 Stunden wach und werden selten krank. Mehr noch als heute werden hingegen Menschen gebraucht, welche sich ebenso professionell wie emphatisch um Kinder und Jugendliche kümmern, soziale Kompetenzen vermitteln, Bildung weitergeben. Das ist die Zukunft!

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